Das hat er in seinem Gastkommentar beim Tagesspiegel so dezidiert zwar nicht gesagt, aber, da für den Herrn Lauer von den Piraten nur Urheber ist, wessen Name Herr Lauer bei iBooks oder Amazon finden kann, ist der Umkehrschluß also, daß so Menschen wie ich keine Urheber mehr sind.
Himmel ist der Typ inkompetent! Oder dem ist keine Polemik zu blöde!
Christopher Lauer:
“Oft gebe ich die Namen von Urhebern, die Aufrufe unterzeichnen oder Debattenbeiträge verfassen, bei iBooks oder Amazon ein. Seltenst finde ich dort ihre Werke zum Kauf. Bei The Pirate Bay findet man sie allerdings auch kaum. Spätestens jetzt würde ich als Urheber meinen Inhalteanbieter fragen, warum das so ist.”
Dann ist Politiker also wohl auch nur, wer auf http://www.bundestag.de zu finden ist? Wer da nicht zu finden ist, sollte sich mal mit seiner Partei beraten?
Und warum sollte ich meinen “Inhalteanbieter” fragen, warum man meinen Namen nicht bei iBooks oder amazon findet?
Christopher Lauer:
Bevor wir also das Internet wieder mit Brötchen vergleichen, hier noch eine Antwort auf die Frage, wovon denn ein Künstler leben soll. Von seinen Erzeugnissen natürlich. Für die bekommt er Geld. Er sollte sich also mit seinem Inhalteanbieter damit auseinander setzen, auf welchen Plattformen seine Werke legal zum Kauf angeboten werden.
Sagt der Herr Lauer, der eben noch so getan hat, als gäbe es außer iBooks und Amazon keine legalen Plattformen auf denen man sich als Urheber qualifizieren könnte. Hossa!
Und ansonsten sagt er uns. “Kümmert ihr Urheber Euch gefälligst nur um den legalen Verkauf.” Klingt für mich nach: “Für die illegalen Downloads und Nutzungen sorgen wir schon alleine, da brauchen wir Euch nicht!”
Christopher Lauer:
“Urheberrechtlich geschützte Werke sollen an Schulen und Bildungseinrichtungen kostenlos genutzt werden können.”
Gute Nacht Schulbuchverlage! Mehr kann man da nicht sagen.
Aber vielleicht springen, wenn die bösen kommerziellen Schulbuchverlage endlich tot sind, dann ja andere, die es nicht nur für Geld machen, wie die Nutten, in die Bresche und stellen den Schulen kostenlos, aus edlen Idealen, Schulbücher zur Verfügung.
Nazis schenken unseren Kindern dann die Geschichtsbücher, Salafisten kümmern sich um Religion und Ethik (Quatsch, Ethik gibt es dann nicht mehr, aber das Wahlfach Rechtslehre kann man dann mit Religion zusammelegen), die Atomindustrie macht die Physikbücher, Kreationisten schreiben den neuen Biologie Lehrplan etc…
Christopher Lauer:
“Das Filesharing für den Privatgebrauch soll entkriminalisiert werden. Das heißt, wir möchten nicht, dass Inhalteanbieter potentielle Kunden abmahnen.”
Glaubt dieser Lauer denn echt wir wären alle ein wenig doof?
Wenn dem Lauer einer auf der Straße das Fahrrad klaut, dann denkt der sich: “Den zeige ich mal besser nicht an, denn vielleicht kommt der ja Morgen vorbei gibt mir das Fahrrad zurück und fragt ob er es kaufen kann, weil es so ein schönes Fahrrad ist.”.
Christopher Lauer:
“Es ist übrigens kein Denkfehler, wenn man „Die technischen Gegebenheiten des Internets stehen für uns wie Naturgesetze“ sagt. Das Internet ist das, was es heute ist, weil es technisch die Freiheiten zulässt, die es eben zulässt. Wenn man seine technischen Variablen verändern würde wäre es halt nicht mehr das Internet. Es gibt Naturkonstanten, wie zum Beispiel die Elementarladung oder die Gravitationskonstante. Könnte und würde man die ändern, wäre Leben, so wie wir es kennen, auch nicht mehr möglich.”
Oh ja, regeln wir alles nach irgendwelchen Naturgesetzen.
Nach den Fotos von ihm, die ich so kenne, würde ich sagen, daß der Herr Lauer mir dann auch immer Recht geben wird, sobald wir uns mal auf “der Stärkere hat in der Natur immer Recht” geeinigt haben und er den ersten Liter Blut durch die Nase gespendet hat.
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P.S.: Nach einem Anruf von Herrn Lauer mußte ich leider den letzten Absatz dieses Posts löschen, weil er den so verstanden hat, als würde ich ihm tatsächlich körperliche Gewalt androhen, was natürlich weder beabsichtigt noch irgendwie ernsthaft von mir erwogen gewesen wäre.
P.P.S.: Meine Juristin meint übrigens, daß das Löschen sehr nett von mir war, da das was ich geschrieben habe juristisch nicht zu beanstanden gewesen wäre und unter das fällt, was man freie Meinungsäußerung nennt.
Dass Herr Lauer mir telefonisch mitgeteilt hat, daß ich “doof” sei, weil meine Website ein Impressum mit Kontaktdaten enthält und er mich so anrufen konnte, läßt genauso weit blicken wie die SMS mit dem Inhalt “Brav” die er jetzt noch nachschob.
P.P.P.S: Die fragliche Passage ist jetzt in ihrer ursprünglichen Form aber mit blauer Schrift wieder da.
So kann sich jeder selbst ein Urteil darüber bilden, ob das eine konkrete Drohung oder einfach eine Verdeutlichung meiner Position ist, daß man, weil man es kann, noch lange nicht alles tun darf. Erst Recht nicht mit irgendwelchen frei erfundenen Naturgesetzen als moralischem Fundament.
Wenn, was zu beweisen war, Herr Lauer das (übrigens viel ältere) Naturrecht des Stärkeren offenkundig für falsch hält, dann stellt sich die Frage wo sein Naturrecht für das Internet seine Legitimation hernehmen soll.
Und es kann auch nicht sein, daß etwas zu Recht wird, nur weil der Rechtsverstoß für den Täter leicht (oder leichter als früher) zu bewerkstelligen und vom Opfer nicht oder nur schwer, oder schwerer als zuvor, zu verhindern ist.
Nur weil die illegale Nutzung geistigen Eigentums durch technische Neuerungen einfacher geworden ist, ist sie nicht rechtens, geschweige denn erlischt dadurch das Recht darauf seinen Lebensunterhalt mit den Einnahmen aus geistiger Arbeit zu bestreiten.
Auch ist die Form des Internets kein naturgegebener Zustand, dem die Gesetze – als Menschenwerk, das sich diesem Naturzustand anzupassen habe – entgegenstehen.
Wenn Herr Lauer sich das nicht vorstellen kann, dann sollte er mal in China, Saudi Arabien oder dem Iran ins Internet schauen.
Welches Internet ist denn die Naturkonstante? Das wo google Spiegel-Online nicht findet oder das Internet mit Spiegel-Online?
Nicht zuletzt spricht die fortwährende Veränderung des Internets dagegen, hier von einer Naturkonstante zu sprechen.
Und wenn Herr Lauer auf der anderen Seite auf seine körperliche Unversehrheit besteht, dann stellt sich die Frage, auf welcher Basis er dies, im Rahmen seiner Naturrechtsphilosophie, rechtfertigen wollte. In der Natur ist seine, meine und unsere Vorstellung davon eine absolute Mindermeinung. Frag mal einen Löwen und eine Gazelle.
Und der Löwe frißt die Gazelle nicht nur, weil es kann und sie ihm gut schmeckt, sondern, weil es in der Savanne eben keinen Staat, kein staatliches Gewaltmonopol und keine über Jahrhunderte entwickelte Vorstellung von “Recht” gibt und eben das Recht des Stärkeren gilt; von so Feinheiten wie einem Minderheitenschutz ganz zu schweigen.
Wir Menschen haben solche Vorstellungen von Recht und Moral und daraus unsere Gesetze entwickelt. Unsere Gesetze verändern sich und passen sich neuen Entwicklungen an; keine Frage!
Aber diese Anpassung erfolgt bei weitem nicht so, wie manche sich das durch die Eigennutzbrille vorstellen. Denn würde Morgen jemand eine Methode entwickeln mit der man ohne Spuren zu hinterlassen oder auf Widerstand zu stoßen in Wohnungen einbrechen kann, dann wäre die Reaktion darauf nicht, Wohnungseinbrüche zu legalisieren oder gar die freie Teilhabe am Eigentum von Wohnungsinhabern für alle zu fordern.
Lieber Sascha Rheker!
Er schreibt:
“Oft gebe ich die Namen von __Urhebern__, die Aufrufe unterzeichnen oder Debattenbeiträge verfassen, bei iBooks oder Amazon ein. Seltenst finde ich dort ihre Werke zum Kauf. Bei The Pirate Bay findet man sie allerdings auch kaum. Spätestens jetzt würde ich als __Urheber__ meinen __Inhalteanbieter__ fragen, warum das so ist.”
Du schreibst:
“für den Herrn Lauer von den Piraten nur Urheber ist, wessen Name Herr Lauer bei iBooks oder Amazon finden kann”
Das zweite geht aus dem ersten nicht hervor. Allein sprachlich stellt es schon einen Widerspruch dar. Er spricht von Urhebern, nicht von Menschen. Urheber sind Urheber, und dass Urheber Urheber sind, bestreitet er auch nirgendwo. Er prangert den Zustand an, dass zahlreiche heute produzierte Werke speziell aus dem Bereich der Literatur, des Films und der Serien, nicht legal online zu erwerben sind. Du hast ihn offenbar falsch verstanden.
Das Falschverstehen ist ja erstmal nicht schlimm. Nur: Musst du aufgrund deiner Interpretation seines Tagesspiegel-Kommentars gleich ausfallend werden und Inkompetenz unterstellen? Vielleicht beim nächsten Mal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass du dich irren könntest, dass du den Autor nicht richtig verstanden hast, und erstmal auf gesittete Art und Weise nachfragen, bevor du schießt?
Viele Grüße
PS: Es gibt tatsächlich Alternativen zu den Schulbuchverlagen, zum Beispiel gemeinschaftlich finanzierte, qualitativ hochwertige Lehrwerke unter Creative Commons-Lizenzen. Mit diesen Konzepten kann sich jeder, der möchte, vernünftig außeinandersetzen – auch du – und zwar gerne auf einer argumentativen Ebene. Ich würde mich wirklich freuen, wenn du in Zukunft ein wenig mehr Bereitschaft zur echten inhaltlichen Auseinandersetzung mit Dingen entwickelst, die du hier kritisieren möchtest. Ich würde gerne deine Argumente zum Thema lesen. Stattdessen etwas über “Nutten”, “Nazis” und “Salafisten” lesen zu müssen, die Schulbücher erstellen, macht mich traurig.
Wenn der Herr Lauer das so gemeint hätte, dann hätte er damit nur umso mehr seine Unkenntnis beim Thema Urheber zur Schau gestellt.
Meine Werke wird man sicher nicht bei iBooks oder Amazon finden, wenn man meinen Namen eingibt.
Das liegt aber sicher nicht daran, daß ich oder meine “Inhalteanbieter” (was immer das sein soll) was falsch machen würden.
Und trotzdem bin ich Urheber und darf eine Meinung haben und äußern.
Es gibt nämlich mehr in der Urheberwelt als Musik, Filme und Bücher!
Wer das nicht begriffen hat und meint trotzdem uns Urhebern und gerade uns Fotografen unser Geschäft erklären zu müssen, der macht sich nach Strich und Faden lächerlich.
“Gute Nacht Schulbuchverlage! Mehr kann man da nicht sagen.”
Es geht doch gar nicht um Schulbücher, die man nicht so einfach wie eine MP3-Datei kopieren kann, sondern darum, dass ein Lehrer seinen Schülern “Schindlers Liste” zeigen kann, ohne dafür eine extra Version kaufen zu müssen. Unsere Lehrer haben uns ihre privat gekauften DVDs gezeigt und damit gegen das Urheberrecht verstoßen, das eine öffentliche Vorführung der DVDs untersagt.
“Wenn dem Lauer einer auf der Straße das Fahrrad klaut, dann denkt der sich: “Den zeige ich mal besser nicht an, denn vielleicht kommt der ja Morgen vorbei gibt mir das Fahrrad zurück und fragt ob er es kaufen kann, weil es so ein schönes Fahrrad ist.”.”
Das Fahrrad ist nur ein mal vorhanden.Übertragen in die digitale Welt scannt der DIeb dein Rad einmal mit einer imaginären Verfielfätigungsmaschine und ist dann auch im Besitz eines Fahrrads. Schon habt ihr beide ein Rad.
Die technischen Gegebenheiten des Netz lassen sich sehrwohl aushebeln, da muss man nur mal nach China schauen. Das ist nur eine Frage des personellen Aufwands.
Ist da schon jemals ein Lehrer von einer Filmfirma abgemahnt worden, weil er mit seinen Schülern einen Film geschaut hat?
Und klar, es geht natürlich bei alledem um “Schindlers Liste”. Wer für das Urheberrecht ist, ist dann wohl auch gleich… Ja, was eigentlich?
Übrigens findet sich “Schindlers Liste” garnicht auf der Liste der abgemahnten Werke erstellt vom Verein zur Hilfe und Unterstützung gegen den Abmahnwahn e.V. :
http://abmahndatenbank.de/Gesamtliste%20abgemahnte%20Werke.html
Vielleicht mal das hier lesen:
http://rheker.wordpress.com/2012/05/20/abgemahnt-wegen-frigiditat/
“Nach den Erhebungen des Vereins zur Hilfe und Unterstützung gegen den Abmahnwahn e.V. erfolgen rund zwei Drittel der Abmahnungen wegen Porno-Videos. Schul- und Fachbücher findet man gar nicht in der Erhebung.”
Ich habe mir in der AG Urheberrecht der Piraten den Mund fusselig geredet und darauf hingewiesen, dass Fotografen welche vom (Micro-)Stockgeschäft leben, durch PA149 grundlos massiv benachteiligt werden. Erste Reaktion: Schulterzucken. Zweite Reaktion: irgendwelche für Musik, Filme und Bücher geeigneten Alternativmethoden zur Montarisierung der Arbeit wurden vorgeschlagen (“mach doch Crowdfunding..”). Darauf habe ich vorgeschlagen, die Piraten sollten sich mal zum Thema Stockfotografie schlaumachen und habe ein paar Links gestreut. Ergebnis: ungläubiges Staunen. Man kann mit Bildern Geld machen? Wo man doch einfach bei Google Bilder C+P’n kann?!
Mein Eindruck: da sind totale Dilettanten am Werk, deren Horizont genau bei Büchern, Musik und Filmen endet und die überhaupt nicht überblicken, was in ihrem vorgeblichen Fachgebiet überhaupt abgeht.
@Hasi
Was Du beschreibst deckt sich zu 100% mit meinen Erfahrungen.
Die Piraten nehmen für sich in Anspruch Experten zu sein und obendrein die Interessen von uns Urhebern (gegen unsere “bösen Kunden” aber nicht gegen Leute die uns einfach beklauen) zu vertreten.
Bei meiner ersten Begegnung mit einem Piraten erklärte dieser begeisterten Schülern, im Rahmen des hessischen Landtagswahlkampf, daß die Schüler sich bald alles für Umme runterladen können, weil die Urheber ja auch von Kino und Konzerten gut leben können.
Und wenn Herr Lauer nun alle Urheber, die zwar für das Urheberrecht kämpfen, die er nicht bei iBooks und amazon findet, so hinstellt als machten sie was falsch oder wären keine Urheber, dann steht das in genau einer Linie.
Wenn nun also die Suchfunktion bei amazon entscheidet, wer Urheber ist und wer nicht, dann wird eine Urheberrechtsreform spannend, allein schon wegen der Extraportion Milch:
http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=kinderschokolade&x=0&y=0
Na ja Tobias, der Vergleich mit dem Fahrrad hinkt dann wohl doch etwas. Sicherlich stiehlst Du das Rad in dem Sinne nicht, wenn Du es einfach mit Deiner hypothetischen ‘Vervielfältigungsmaschine’ kopierst und prinzipiell ist gegen eine solche Kopie auch nichts einzuwenden – solange Du den Eigentümer vorher um Erlaubnis fragst, ob Du das Rad kopieren darfst.
Letztlich hat dieser es von SEINEM Geld bezahlt für das ER gearbeitet hat und wird ganz sicher frei darüber entscheiden wollen, ob er Dir das Rad für Umme oder Obolus zur Verfügung stellt. Übertragen auf das Internet bedeutet das, kopierst Du ein Foto, Musik oder sonstewas ohne die Erlaubnis des Urhebers/ Eigentümers, dann ist das schlichtweg Diebstahl – selbst wenn Du nichts davon kommerziell verwendest. Schliesslich hat der Eigentümer diese Dinge von seinem Geld erstellt, ob nun Foto, Song oder Video. Du schreibst ja selbst: ‘…scannt der DIEB dein Rad, schon habt ihr beide eins.’ Allein die Tatsache, dass man das überhaupt erklären muss ist schon traurig. Wann wurde Diebstahl denn salonfähig?
Natürlich hinkt der Fahrrad Vergleich, aber er stammt nicht von mir.
Wer Kopien als Diebstahl bezeichnet, dem fehlt einfach das technische Verständnis. Außerdem ist mir nicht bekannt, dass die bösen Jugendlichen im großen Stil Fotos von Fotografen kopieren würden. Da geht es doch eher um das neue Rihanna Album, das sich trotzdem noch blendend verkauft.
Aber warum nicht eine ganze Generation kriminalisieren? Hat in den 70ern, als fast jeder junger Erwachsener Cannabis konsumiert hat, ja auch schon ganz gut geklappt.
Hat hier irgendwer mit dem Finger auf die ‘bösen Jugendlichen’ gezeigt? Nochmal: Nicht die Kopie als solche ist Diebstahl, sondern die UNERLAUBTE Kopie ist und bleibt ganz einfach Diebstahl. Das hat herzlich wenig mit technischem Verständnis zu tun, sondern eher mit der recht fragwürdigen Einstellung einiger Leute in Bezug auf das Eigentum anderer.
Wer sich ein Fahrrad, Auto oder eine Kamera kauft, der hat noch lange nicht das Recht diese zu kopieren oder anderen das Kopieren zu erlauben.
Das wäre Produktpiraterie.
In der Tat, Sascha. Deshalb hinkt der Fahrradvergleich ja auch, Das ist dann schon wieder eine andere Baustelle.
Natürlich werden Fotografen bestohlen: es wird mit falschen Kreditkartendaten in Hülle und Fülle bei den Bildagenturen eingekauft. Sobald der Betrug auffliegt, wird dem Fotografen der Betrag von der Bildagentur wieder abgezogen, aber das Bild wird in der Zwischenzeit eifrig genutzt. Manche Künstler werden systematisch abgezockt, die Bilder illegal erworben und dann in Tauschbörsen oder Torrent-Sites eingestellt. Der Künstler würde gerne davon leben und andere Leute wollen diesen Diebstahl auch noch legalisieren und egalisieren.
Natürlich kostet mich es nichts, wenn jemand mein Bild kopiert. Aber ich hatte Kosten das Bild zu produzieren. Nein, nicht nur wegen der Kameraausrüstung, die mich mehrere tausend Euro gekostet hat. Sondern auch wegen Models, Visa, Props etc. Diese Kosten würde ich gerne wieder reinholen, von meiner Arbeitsleistung ganz zu schweigen. Und nun soll ich darüber hinweg sehen, wenn jemand meine Bilder kopiert und dann für lau benutzt?
Nur weil etwas technisch möglich ist, ist es noch lange nicht rechtens und schon gar nicht moralisch gerechtfertigt.
Wenn irgendjemand ein Bild dass ich produziert und an dem ich alle Rechte habe, braucht, dann kann er dafür die paar Euros doch aufbringen und somit die Wertschätzung für die Arbeit die ich mir bei der Erstellung gemacht habe bekunden. Denn eins ist sicher: Ohne Einkommen aus Bildverkäufen würde ich keine Bilder produzieren. Denn von irgendwas würde ich gerne auch meine Miete bezahlen.