Ralph Laurens Kampf gegen die Magersucht

7 10 2009

Wenn ein Modelabel was gegen Magersucht macht  ist das mindestens gut wie etwas zum Urheberschutz zu machen. Jedenfalls im Prinzip. Wenn man sich als Modelabel aber entblödet ein krankes Bild eines im Photoshop völlig unnatürlich bearbeiteten Model zu nutzen und dann versucht die Berichterstattung darüber unter zuhilfename des Urheberrechts zu verbieten, dann ist das was anderes. Das wirklich abartige an dem Bild ist, daß es (jedenfalls für alle die sich nicht darüber totlachen und glauben man könne wirklich so aussehen) den Eindruck vermittelt man könne sich soweit runterhungern ohne das das Gesicht völlig abgezehrt aussieht, an den Armen jede Vene und Sehne zu sehen ist und alles was mal Oberweite war den Bach runter geht.

Magersucht ist eine Krankheit und man kann nicht gleichzeitig eine Wespentaille und das dralle gesunde Gesicht der Biene Maja haben! Wer das Gewicht eines Verhungernden aus der Sahel-Zone haben will, der bekommt auch das Gesicht eines Sterbenden.

So zu tun als wäre es möglich das eine ohne das andere zu haben ist zynisch und gefährdet die Gesundheit tausender Essgestörter in aller Welt noch mehr als das ohnehin der Fall ist. Zu versuchen Hinweise, daß die Frau in der Anzeige garnicht wirklich so aussehen kann – was vielleicht das eine oder andere jungen Mädchen vom Versuch abhalten könnte sich so eine Figur zu erkotzen – zu unterbinden setzt dem ganzen noch einen drauf und das ganze bekommt einen menschenverachtenden Touch.

Ganz abgesehen davon, daß sowas im Internet eh nicht funktioniert, denn was man bei photoshopdisasters nicht mehr sehen kann, sieht man jetzt auf all jenen Seiten die darüber berichten, wie hier im Screenshot:





In „Eigenleistung“ verbreitert…

3 10 2009

Wenn man als Bildredakteur ein Bild braucht, daß als extrem breites und flaches Bild funktioniert, dann kann man sich ein Bild suchen, bei dem das so ist oder man kann sich ein suchen bei dem das per Beschnitt funktioniert (wobei da immer die Frage bleibt, ob das dem Fotografen recht ist, denn der hat das Format seines Bildes und die Frage was in seinem Bild so zu sehen ist ja auch aus einem gewissen Grund gewählt und mag es nicht unbedingt, wenn am Ende genau das was ihm wichtig war abgeschnitten ist).

Was allerdings völlig daneben ist, ist einfach das fehlende Drittel zu spiegeln, ein paar allzu verräterische Details zu „photoshoppen“ und das dem Leser noch als Foto zu verkaufen, so wie es die Stuttgarter Zeitung gemacht hat, was aber bei den Leuten von Bildblog aufgefallen ist.

Peinlicher wird das ganze noch, wenn der journalistische Anspruch hinter dem breiten Bild vom Chefredakteur wie folgt erklärt wird:

„Das Foto auf der Seite 1 ist kein Selbstzweck. Es soll zwar die Optik der Titelseite attraktiver und moderner machen, aber es soll vor allem die journalistische Qualität und journalistische Eigenleistungen der StZ hervorheben.“

Da kann man nur sagen: Besser man hätte das mit der „Eigenleistung“ gelassen und nicht an der Leistung des Fotografen rumgefrickelt.

Die ganze Geschichte bei: www.bildblog.de





Piraten vs. Photographen

14 09 2009

Heute hatte ich das Vergnügen einen Auftritt von 5 Bundestagskandidaten in einem Gymnasium erleben zu dürfen.

Reden wir besser nicht vom ersten Teil der Diskussion in der die amtierenden und angehenden Volksvertreter sich zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr äußerten. Höhepunkt war, als einer, ich glaube der von der Linken, den Schülerinnen und Schülern mal etwas von der „Hagener Konvention“ erzählte. Tolle Werbung für die Stadt Hagen oder ein Armutszeugnis für jemanden der sich aufschwingt als Politiker anderen zu erklären wie die Welt funktioniert und der das mit der Haager Landkriegsordnung selbst nicht so recht verstanden hat.

Als nächsten Punkt hatte man sich das publikumswirksame Thema Urheberrecht ausgesucht. Wohl in der Hoffnung, daß Jugendliche alle im Internet Musik runterladen und dabei nicht kriminalisiert werden wollen. Da sollte man doch punkten können.

Und in der Folge kamen dann gute 30 Minuten die einem Urheber die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Den Höhepunkt bei diesem Treiben bildeten die Äußerungen des Kandidaten der Piratenpartei, der sich eigentlich für kaum eine Position zu blöd war. Vom Klassiker „Wenn ich etwas aus dem Internet runterlade, dann mache ich eine Kopie und das Original ist nicht weg also ist kein Schaden entstanden“. Bis hin zu so tollen Vorschlägen wie der Idee, daß Urheber ihr Geld gefälligst ausschließlich mit Konzerten verdienen sollen für die ihre Werke ansonsten nur kostenlos verteilte Werbung sein sollen.

Na, herzlichen Dank! Da hat ja jemand alle Arten des geistigen Eigentums voll und ganz verstanden und beweist eine beeindruckende Kompetenz.

Urheberschaft gibt es scheinbar nur bei Musik, Filmen und Software.

Nur zu gerne hätte ich da auch mal ein paar Fragen gestellt, die die Veranstaltung aber sicher gesprengt hätten:

- Wie veranstalte ich als Fotograf, Illustrator oder Schreiber Konzerte die meinen Lebensunterhalt decken?

- Was muß ich als Fotograf zukünftig jemandem zahlen, wenn er mit meinen Fotos auf seiner Website Werbung für meine Konzerte macht?

- Ist Schwarzfahren auch ok; jedenfalls solange ich die U-Bahn nicht mitnehme?

- Ist mir wirklich kein Schaden entstanden nur weil ich die Datei noch habe, wenn mein Portrait einer jungen blonden Frau deutschlandweit auf Nazi-Wahlplakaten zu sehen war und deswegen kein Kunde mehr mit dem Gesicht Werbung für irgendein Produkt machen will, das Bild also unverkäuflich geworden ist?

- Wird sich die Konzertkarten noch jemand leisten können, denn die Kosten für die Produktion der Alben einer Band müssen ja irgendwo herkommen?

- Fordert die Piratenpartei auch daß Pornofilme kostenlos abgegeben werden und wie sehen da die Konzerte aus?

- Wo kommen die ganzen Theater her in denen Filmschauspieler auftreten um den Werbeeffekt ihrer Filme in Geld umzusetzen? Was kosten da die Karten um millionenteuere Filme zu refinanzieren?

- Wenn die Piratenpartei den Schülern in Aussicht stellt, daß Urheberrechtsverletzungen kein Thema sein sollen und im Internet juristisch alles nicht so eng zu sehen ist, was sagt die Piratenpartei denn dann wenn jemand den Schülern bei ebay, was verkauft, das Geld nimmt und keine Ware schickt?

Der große Verlierer der Diskussion war übrigens der Schüler, der später gerne Filme machen würde und sich irgendwie nicht vorstellen konnte wie er davon leben können sollte.

Dem hat man dann was von irgendeiner Kulturflatrate erzählt.

Ich soll jetzt also glauben, daß alle die heute schon (durchaus nachvollziehbar) wegen der GEZ-Pflicht von Computern auf die Barrikaden gehen in Zukunft heiß drauf sind eine Abgabe auf alle Internetanschlüsse zu entrichten, die dann an die Urheber geht?

Mal abgesehen davon, daß so eine Kulturflatrate nichts anderes ist, als der Versuch derer, die für die Werke von Urhebern nicht bezahlen wollen, die Kosten für diese Werke auf die Allgemeinheit umzulegen (man stelle sich nur eine Benzinflatrate vor, bei der die Fahrrad- und 3L Lupo-Fahrer helfen den Durst der SUVs zu stillen), kann das nur funktionieren, wenn es sich dabei um einen lächerlichen Feigenblattbetrag handelt, von dem am Ende praktisch nichts bei den Urhebern ankommt. Ein Almosen, das eher ein Hohn als ein Honorar ist.

Wie sollten denn die Ausschüttung solcher Gelder geregelt werden, die Frage, was die Verwaltung einer solchen Abgabe verschlingt, mal außen vor?

Bekomme ich für 100 unterbelichtete Fotos in 10 Sekunden mit 10B/s gemacht genausoviel wie jemand der 100 aufwändige Portraits an 100 Arbeitstagen fotografiert hat? Um das fair zu regeln müßte man ja irgendwie messen, was wie oft runtergeladen wurde oder soll jemand der ein völlig mißlungenes Foto produziert genausoviel bekomme, wie jemand der den Sommerhit des jeweiligen Jahres produziert hat? Jetzt kann ich mir nicht vorstellen, daß diejenigen die sich eine Kulturflatrate wünschen eine solche Erfassung der Nutzung haben wollen. Da würde das Lieblingsfeindbild der Piratenpartei ja lachend aus dem Rollstuhl kippen.

Ergänzung:

Was mir heute beim Nachdenken noch besonders sauer aufgestoßen ist, ist daß da auch tatsächlich das Argument kam, daß man mit all diesen Plänen zur Abschaffung des geistigen Eigentums junge Talente fördern und Ihnen somit eine Chance geben würde. Das ist etwas, daß Fotografen zur Genüge kennen: Leute die etwas für lau abgreifen wollen und dabei noch mäzenatenhaft tun, weil sie sich herablassen den Namen des Fotografen an das Bild zu schreiben, was schließlich eine tolle Werbung ist.

Soll man doch einfach sagen: wir finden die Idee des geistigen Eigentums scheiße, wollen dafür nix bezahlen und was aus denen die sowas herstellen wird ist uns auch egal. Das wäre wenigstens ehrlich.  Aber bitte nicht so tun, als würde man den Urhebern damit noch helfen.





Urheberrecht für Fortgeschrittene und Abgehobene…

12 08 2009

netzpolitik.org hat einen Wettbewerb gestartet bei dem es darum ging einen Remix des aktuellen Schäuble Wahlplakates zu erstellen und dabei sind einige gelungene Sachen rausgekommen. Die Vorlage gab es auf der Seite der CDU mit folgenden Nutzungsbedingungen:

Die Bilder dürfen ausschließlich zur redaktionellen Berichterstattung über die CDU-Bundestagswahlkampagne 2009 genutzt werden. Die Nutzung ist bis zum 31.12.2009 honorarfrei. Danach tritt die Honorarpflicht zugunsten der jeweiligen Agentur/des jeweiligen Fotografen gemäß deren AGBs in Kraft. Eine Weitergabe an Dritte ist untersagt. Die Weitergabe an und Nutzung durch weiterverbreitende Agenturen und Pressedienste ist nicht gestattet.

Wenn jemand die Bilder eines Photographen oder einer Photographin einfach so widerrechtlich benutzt, dann kann man was dagegen machen. Keine Frage!

ABER: Wenn man als Photographin einem Kunden (in diesem Fall der CDU) gestattet die eigenen Bilder bzw. Wahlkampfplakate die die Fotos nutzen als Handouts an andere Medien weiterzugeben oder zum Download anzubieten, dann sollte man damit rechnen, daß das Material auch benutzt wird. Und man muß damit rechnen, daß auch Medien die die CDU kritisieren dies tun werden. Dann mit einer Klage zu drohen und davon Abstand zu nehmen, sobald man merkt, warum das alles so nicht geht (und mandabei auch irgendwie unsympathisch rüberkommt), spricht Bände.

Ärgerlich ist der Vorgang, weil solche Auftritte die Position all jener Photographen schwächen die berechtigterweise versuchen Ihre Urheberrechte durchzusetzen, weil das Urheberrecht einmal mehr als Repressionswerkzeug gegen unliebsame Meinungen oder als Gelddruckmaschine erscheint.

Wenn der Photograph die Entscheidung über das „wer benutzt meine Bilder“ aus der Hand (und dem Wirkungsbereich der eigenen AGB) gibt, indem er einem Dritten das Recht zur Weitergabe der Bilder einräumt, dann hat er da auch kaum noch was zu sagen. So einfach ist das. Und das ist ja auch einer der Gründe, warum man für solche Sachen deutlich mehr Geld bekommt als für ein einfaches Nutzungsrecht, weil eben diese weiteren Nutzungen damit auch abgegolten werden.

Die Vorstellung der Photographin von der Welt ist bizarr: Wenn sich Politiker bei einem Pressetermin aus Anlaß des Klebens der ersten Wahlplakate vor den Plakaten fotografieren lassen, dann verklagt die Photographin des Politiker Portraits auf dem Wahlplakat alle Photographen die auf dem Termin Bilder machen? Denn nicht zuletzt, geht es hier ja nicht wirklich nur um das Photo, sondern um ein Wahlplakat, daß unter Benutzung des Photos entstanden ist. Da stellt sich die Frage ob es sich nicht schon um ein eigenständiges Werk handelt.

Für diese Annahme spricht ja nicht zuletzt der Umstand, daß die satirische Verfremdung nicht  am Photo passiert, sondern der Text des Wahlplakates und damit die Arbeit der Werbeagentur und nicht das Werk der Photographin verfremdet wird.

Und: wenn ich ein Bild für einen Buchtitel liefere, kann ich auch nicht amazon abkassieren, wenn die um das Buch zu verkaufen ein Bild vom Buch und damit auch das Photo zeigen.

Und selbst, wenn die Parodien der Wahlplakate beleidigend und diffamierend wären wie die Photographin behauptet (sie sieht das ja eher so, daß ihre Bilder beleidigt und diffamiert werden), dann hätten nur die Beleidigten zu klagen und nicht die Photographin. Photos können aber niemanden verklagen und Wolfgang Schäuble nimmt, bei allem was man an seiner Arbeit kritisieren kann, solche Sachen erfreulich sportlich statt zu versuchen Kritiker per Beleidigungsklagen und ähnlichem einzuschüchtern. Nicht zuletzt ist Schäuble offenkundig klug genug sich nicht als jemand zu exponieren, der andere Meinungen unterdrücken will. Etwas das im Internetzeitalter nicht nur schlecht ankommt, sondern nahezu immer nach hinten los geht.

Selbst, wenn man der Photographin hier die altruistische Absicht unterstellt, zur Ehrenrettung ihres Kunden (CDU) zu handeln, so schadet sie der CDU doch eher, denn im Netz und in den Medien kommt die ganze Aktion garnicht gut an. Somit erweißt sie ihrem Kunden gerade einen Bärendienst, daß das abgesprochen ist und die CDU sie vorgeschickt hat ist kaum vorstellbar.

Nochmal die beiden sehr lesenswerten Texte  bei lawblog.de:

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/12/schnell-zuruckpfeifen

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/12/fotografin-will-nicht-klagen/





Netter Zusatzverdienst und höchst peinliche Nummer

22 07 2009

Die „Bild“ hat einen Fotowettbewerb unter ihren Lesern veranstaltet. Kann man ja machen. Gewinnspiele und Wettbewerbe gibt es ja auch anderenorts. Aber bei der näheren Betrachtung durch die Leute vom bildblog sieht es so aus, daß das ganze doch eher irgendwas zwischen Bonusprogramm für die freien Fotografen und höchst peinlicher Nummer ist. Da wird der Gewinner-Fotograf als „gelernter KFZ-Mechaniker“ vorgestellt (was ja stimmen mag) und er selbst wird mit den Worten „So was nennt man wohl einen Glücksschuss“ zitiert (und auch das kann stimmen). Das peinliche an der Nummer ist nur, daß  “Bild“ schon öfter Bilder dieses Fotografen gedruckt hat und das nicht, weil er öfter mal mit einem Glücksschuss einen Fotowettbewerb gewinnt, sondern wohl eher, weil er das augenscheinlich als Beruf macht. Ein Blick auf die Website des Fotografen, wo sich auch „Bild“ und „bild.de“ unter den Kunden finden, die er als Referenzen angibt, weckt jedenfalls nicht den Eindruck, daß er noch als KFZ-Mechaniker arbeitet.

Bild 8

Was soll man von Journalisten halten, die nebenbei als Laiendarsteller und „glückliche Gewinner aus dem KFZ-Handwerk“ in den Blättern auftreten die sie sonst mit Bildern versorgen? Und wie mögen sich die Leser fühlen die da mitgemacht haben und dann gegen einen Profifotografen der für das Blatt arbeitet verloren haben? Und wie mag sich erst der Teilnehmer fühlen, der auch noch den Tips die die „Bild“ ihm mit auf den Weg gab „Und jetzt gucken Sie mal, welche Tipps die professionellen BILD-Fotografen allen Teilnehmern geben…“ gefolgt ist und nichts gewonnen hat?

Der ethisch saubere Weg wäre garnicht so schwer gewesen:

- als jemand der da professionell Bilder liefert nimmt man an Wettbewerben die sich an die Leser richten nicht teil

- wenn jemand der seit 1999 als Berufsfotograf arbeitet einen Fotowettbewerb gewinnt, dann sollte man ihn nicht als Automechaniker im Glück darstellen und der Fotograf sollte das nicht mitspielen





Einfach mal nein sagen!

12 07 2009

Auf themaastrix.net findet sich ein sehr interessanter Text zum Thema Konzertphotographie. Der dem Post neulich einen Aspekt hinzufügt.

Nicht, daß der Versuch Tracy Chapman sich die Rechte an den Bildern unter den Nagel zu reißen etwas neues oder positiv erwähnenswertes wäre:

You hereby acknowledge and agree that Ms. Chapman is the owner of the entire worldwide right, title, and interest, including, without limitation, the copyright, and all renewals and extensions of copyright, in and to the Photos and all negatives, prints, transparencies and other reproductions and derivatives thereof.

Spannend ist aber, daß den Leuten die diesen Vetrag aufgesetzt haben aber scheinbar doch irgendwie klar ist, daß das daneben ist und es deswegen folgenden Anweisung geben soll:

2A. Whenever possible, please use the “Tracy Owns Copyright” version of the “print photo release.”
2B. However, if they photographers or their employers insist on owning the copyrights, then use the “photographer owns copyright” version.

Und wenn man schlicht „nein“ sagt und damit unter 2B fällt, dann liest sich der oberste Absatz im Vertrag schon viel schöner:

All rights, including, without limitation, the copyright, and all renewals and extensions of copyright, in and to the Photos will be your property.

Was zwei Dinge beweist:

1. Irgendwie scheint auch den Managern, Konzertveranstaltern, Künstlern oder wer immer diese Verträge macht klar zu sein, daß es so eigentlich nicht geht. Aber versuchen kann man es ja mal.

2. Es kann sich durchaus lohnen auch mal nein zu sagen! Denn scheinbar sind manche Künstler doch noch auf Berichterstattung angewisen.





Ich hab gedacht ich darf das…

30 06 2009

forum

„I never knew that blog stole those photos from you, I thought they were placed there with permission, as there was a credit attached (your name). I copied all that content from there.“

„I thought that by using a credited low res images on a non profit site, this was OK.
I will remove the photos tonight. If you have the images online, I can link to them…“


Aua das tut richtig weh! Aber das sind halt die Antworten, die man bekommt, wenn man mal nachfragt wie denn die eigenen Bilder auf irgendeine fremde Website kommen.

Wenn man also irgendwo in einem Blog (und da waren die schon geklaut) Bilder findet, dann darf man die einfach so runterladen und sie in die eigene Website einbauen, weil die ist ja kein kommerzielles Projekt. Nicht nur das; der Umstand,  daß eine Autorennennung an den Bildern ist, ist ein sicheres Zeichen, daß man die Bilder kostenfrei nutzen kann. Und überhaupt, geklaut ist etwas in der Konsequenz nur, wenn man es jemandem wegnimmt, der es selbst geklaut hat. Das ist eine logische Glanzleistung, denn in der Folge kann man ja eigentlich nie irgendwas klauen. Und auch alle Bilder in Zeitungen, Zeitschriften, Bücher etc. an denen der Name des Fotografen steht, stehen jedermann zur Nutzung frei. Klasse!

Die  Selbstverständlichkeit mit der das scheinbar in Ordnung ist und die in dem tollen Angebot gipfelt einen Link auf meine Website anzubieten ist schon toll. Mal ehrlich, was soll mir das helfen, außer vielleicht noch mehr Leute auf meine Seite zu leiten, die mir auch was klauen?

Aber eigentlich ist das ja kein Wunder schließlich werden Urheberrechtsverstöße ja sogar in – an und für sich – seriösen Medien von Journalistendarstellern wie Sonia Zjawinski propagiert. Die Dame empfiehlt auf den Webseiten der New York Times, man könne sich jedes bei flickr gezeigte Bild printen lassen, rahmen und in die Wohnung hängen, was ein toller Einrichtungstip sei. Und auf die einsetzende Kritik gibt es dann einen peinlichen Rechtfertigungsartikel, in dem dann ein Anwalt bemüht wird, der das über ein altes Urteil rechtfertigen soll: man darf ja auch Fernsehsendungen aufnehmen. Nun ist es aber was anderes ob jemand sich meine Website auf dem Rechner speichert, um sie sich zeitversetzt anzusehen (Videorecorder-Analogie) oder ob jemand mein Bild von einer Website zieht, um es in völlig anderer Form zu nutzen.

Urheberrechtsverletzungen sind sehr in Vogue, jedenfalls bei Bildern und wehe der Beklaute wehrt sich, man denke nur an den „Physik-Doktorand“ dem Getty Images eine 2000€ Rechnung geschrieben hat, „obwohl er das Bild bezahlt hatte“. Der hat seinen Fall damals bis zum Spiegel getragen und die Empöhrungsmaschinerie lief ganz flott. Wenn man sich das genauer angesehen hatte, sah das gleich ganz anders aus, denn zwar stimmte es schon, daß der Doktorand (der sich dazu auch noch ausführlich im SpiegelOnline Formu äußerte) eine Lizenz zur Nutzung des Bildes auf einer privaten Website gekauft hatte. Benutzt hat er das Bild dann aber in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer eines gewerblichen Internetportals auf eben dieser gewerblichen Seite.  Also stornierte Getty den Privatnutzervertrag und stellte die nicht lizensierte gewerbliche Nutzung in Rechnung. Eigentlich ganz normal, daß man das bei Getty nicht wirklich lustig fand, oder? Und auch die anderen vermeintlichen Abmahnopfer aus dem Spiegelartikel erscheinenschon bei oberflächlicher Betrachtung auch nicht so richtig als unschuldige Opfer eines bösen Abmahnmonsters.

Aber sobald die Begriffe Abmahnung und Urheberrechtsverletzung fallen ist für die meisten Menschen klar, daß da jemandem ein ganz böses Unrecht zugefügt wird.

Nein, ich mag die auch Art und Weise wie die Musik- und Filmindustrie solche Sachen angeht nicht. Zum einen nervt es mich mir bei jeder gekauften DVD zwangsweise minutenlang irgendeinen „Papa ist 5 Jahre im Knast, weil er einen Film aus dem Internet gesaugt hat!“-Film anschauen zu müssen und zum anderen finde ich nicht, daß man einen 14jährigen der sich irgendwelche Lieder runtergeladen hat so rannehmen muß, daß es sich für ihn eigentlich nicht mehr lohnt irgendwann im Leben arbeiten zu gehen. Nicht zuletzt ist es leider so, daß die Musik- und Filmindustrie es auf diese Weise geschafft hat zu einem ordentlichen Maß dran schuld zu sein, daß viele Menschen das Vorgehen so derart Ungerecht finden, daß der Eindruck entstanden ist, Urheberschaft und geistiges Eigentum an sich seien schon etwas unanständiges.

Aber das macht eine Abmahnung ja nicht automatisch zu etwas unmoralischem. Denn solange es dabei nur um die Erstattung des Schadens, als das ausstehende Nutzungshonorar und die Unkosten (und nicht um die Erweiterung der Porschesammlung irgendeines windigen Anwalts) geht, ist das für den Bilderdieb eine günstige Möglichkeit aus der Nummer wieder rauszukommen. Denn die Alternative ist ein Gerichtsverfahren.

Das jemand der etwas geklaut hat den marktüblichen Preis nicht bezahlen mag und für zu hoch hält, ja den Gegenstand der Begierde plötzlich für wert- und nutzlos und überteuert erklärt, ist nicht wirklich überraschend. Und so sind die beliebtesten Argumente in Urheberrechtsstreitigkeiten um Photos, daß:

a) man genausogut ein irgendwie ähnliches (auch beliebt: viel besseres) Bild für 25 Cent von einer Micro Stock Agentur* hätte nehmen können (da stellt sich dann halt die Frage warum man das nicht gemacht hat, oder das Bild nicht zumindestens da geklaut hat, wo es nur 25 Cent statt 500 € kostet)

b) man das Bild auch selbst hätte machen können (ich habe noch nie von einem Fall gehört, in dem da dann auch mal der Beweis angetreten worden wäre)

c) jemand anderes Schuld ist. (Schuld ist dann gerne mal der Billig-Webdesigner dessen Budget man so gering gehalten hatte oder der so billig war, daß es für eine gewisse Basiskompetenz nicht gereicht hat, daß er die Bilder per Google-Bildersuche „beschafft“ hat. Verantwortlich ist halt der, der als „Verantwortlich im Sinne …“ im Impressum steht. Dem Photographen kann das egal sein, das können Betreiber und Webdesigner später unter einander ausmachen.)

Wer in der U-Bahn schwarzfährt, kommt auch nicht davon, indem er sagt, er wäre eigentlich lieber zu Fuß gegangen. Auch das Argument man müsse garnicht zahlen, weil der Zug ja eh die Strecke gefahren wäre, zieht genauso wenig wie das Argument, daß dem Photographen überhaupt kein Schaden entstanden wäre, weil er die Bilddatei dabei schließlich nicht verloren habe.

Und, daß nicht der Photograph auf den Kosten die durch die Urheberrechtsverletzung und die Verfolgung (Anwalt, Porto, etc.) entstehen sitzenbleiben kann sollte auch klar sein. Nach einem Wohnungseinbruch will der Geschädigte auch nicht nur das Geld für den geklauten Fernseher; und die eingeschlagene Scheibe, die zerschlagenen Blumentöpfe und den versauten Teppich bezahlt er selbst.





Pressefreiheit ist ja nur in China ein Problem…

26 05 2009

pressefreiheitGG

Den wenigsten Menschen die sich auf einem Konzert vergnügen, die mit der Bahn fahren oder die zu einem Fußballspiel gehen ist bewußt, daß sie sich in diesen Momenten in Zonen eingeschränkter Pressefreiheit bewegen.

Journalisten die über Konzerte berichten, besonders, wenn sie fotografieren,  sind ja eh einiges gewohnt. Die Damen und Herren der Konzertveranstalter sind wahre Zuchtmeister und zelebrieren ihre kleinen Machtspielchen mit einer Hingabe die manch anderer nur in einem SM-Club vermuten würde. Macht macht eben nur geil, wenn man sie auch auspielen darf. Man hat sich also, durchaus als demütigend zu bezeichnenden, Akkreditierungsverfahren zu unterziehen. Man darf nur während der ersten drei Lieder fotografieren, die dann gerne auch mal überwiegend im Dunklen gespielt werden, man soll bitte irgendwelche Verträge unterschreiben in denen man dem Künstler alle Recht an den Bildern kostenlos überträgt (und wehe man fragt, ob man im Gegenzug für das Anhören der Musik nicht an den Einnahmen aus den Plattenverkäufen beteilgt werden kann), man soll bitte versichern, daß die Bilder nur in einem bestimmten Medium und das nur innerhalb von ein paar Tagen nach dem Konzert benutzt werden dürfen. Und außerdem soll der Fotograf auch gleich mit Vertragsstrafen, die man sich vielleicht leisten kann, wenn man Robbie Williams ist, dafür haften, falls einer seiner Kunden so ein Bild doch mal ein halbes Jahr nach einem Konzert benutzt. Und die neueste Spielart ist, nur Fotografen von Blättern zuzulassen die schon im Vorfeld des Konzertes brav geschrieben haben, daß das ein ganz toller Abend wird. Das jemand im Nachhinein schreibt, wie ihm das Konzert gefallen hat, ist eh nur erwünscht, wenn das ganze als Werbung für die weiteren Konzert taugt, als überregional und positiv.

20080911sr20016.jpgNette Band, netter Manager, gute Musik: Die Rodgau Monotones

Eines der jüngsten Beispiele ist der Fall des Fotografen Peter Wafzig, der vor einem Konzert der Band Sibermond vom Manager zu Seite genommen und dann rausgeschmissen wurde (er beschreibt das in seinem Blog netter), weil er für laut.de arbeitet und der Manager, Ulf Wenderlich, der Meinung ist, daß laut.de die Platten seiner Band „böswillig runterschreiben“ würde. Also dürfen von den Konzerten der Band Silbermond nur Medien berichten, die gefälligst positiv (und die Rezension bei laut.de ist nun nicht wirklich böse, nur eben nicht so begeistert wie Herr Wenderlich das gerne hätte und um ehrlich zu sein, kann man als Band auch nicht unbedingt erwarten, daß man die Kritiker reihenweise vom Schemel haut, wenn man das Album schon selbst „Nichts passiert“ nennt, oder?) über die Platten der Band berichten. Zum Glück gibt es auch ein paar coole Bands, die einfach mit guter Musik für gute Rezensionen sorgen und die auch damit leben können, daß das was sie machen nicht allen gefällt. 

Rechtlich geht man in der Regel davon aus, daß der Veranstalter eines Konzertes das Hausrecht hat, also kann Wenderlich natürlich bei seiner Veranstaltung mitmachen lassen und heimschicken wen er will. Natürlich kann man einwenden, daß ein Konzertveranstalter nicht jeden der sich Journalist nennt und irgendeinen Presseausweis hat umsonst ins Konzert lassen muß, sonst würden die „Journalisten“ die Mehrheit der Konzertbesucher stellen; sich ein Blog einzurichten ist sicher billiger als sich eine Karte zu kaufen und nicht zuletzt bewerben unzählige dubiose Presseausweisanbieter ihre Ausweise im Internet ja als eine Art-Universal-AAA-Backstage-OnStage-Tourbus-Vip-Paß. Aber im Fall Wafzig geht es ja um einen Kollegen, der das komplette Akkreditierungs- und Legitmierungsprozedere ja schon erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Ob man ihn nur hat antanzen lassen, um ihn rausschmeissen zu können, sei mal dahingestellt.  

Was das für die Pressefreiheit heißt dürfte klar sein: Über Konzerte und CDs sollen nach dem Willen von Herrn Wenderlich und manch anderem in der Musikbranche tunlichst nur solche Medien berichten die positiv berichten. Eine Musikmagazin, daß immer alles geil findet ist für den Leser völlig wertlos. Im Übrigen gibt es das längst, das sind nämlich diese Heftchen die McDonalds und BurgerKing ausliegen und in denen noch nie ein Film oder eine CD als mittelmäßig, geschweige denn als grottenschlecht bezeichnet wurde.

Es geht also nur um eines Kontrolle der öffentlichen Meinung und der Meinungsäußerung in der Presse. Und es geht dabei um Geld, um Plattenverkäufe und um Konzertbesuche die man nicht dadurch gefährdet sehen will, daß jemand frei seine Meinung äußert.

 

Art 5 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Dummerweise gilt das eben nicht im Privaten und so berufen sich auch andere gerne mal auf das Hausrecht, so wie z.B. die Bahn, die gerne sämtliche ihrer Anlagen als dem Hausrecht unterworfene Bereiche sehen mag. Warum dort dann aber die Bundespolizei für umsonst aufpaßt, statt sich die Bahn wie jedes andere Unternehmen da einen privaten Werkschutz leisten muß, sollte einen schon stutzig machen. Sehr interessant in diesem Zusammenhang auch der Artikel von Timo Rieg, der spannende Frage aufwirft, warum nichtmal eine Berichterstattung über die Bundespolizei dort ohne die Einwilligung der Bahn möglich ist. Schließlich sieht das GG die Presse ja auch als ein wichtiges, anabhängiges Kontrollorgan gegenüber staatlichen Stellen wie eben der Bundespolizei.

Wer als von Bahngelände oder aus Zügen berichten will, der muß vorher eine Drehgenehmigung bei der Bahn beantragen oder er riskiert eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch.


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Es gibt jede Menge Berichte von Kollegen (siehe hier auch wieder Timo Rieg), daß es garnichtmal so einfach ist eine solche Genehmigung zu bekommen, besonders, wenn bei der Bahnpressestelle der Eindruck entsteht, daß es da eher um ein für die Bahn unerfreuliches Thema geht. Mal abgesehen davon, daß es doch recht schwer werden dürfte für einen Abends um 21.00 Uhr für den nächsten Morgen um 4.30 Uhr angekündigten Lokführerstreik eine Genehmigung zu bekommen.

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Und wo man eine Dreh-/Aufnahmegenehmigung herbekommen soll, wenn die Teilnehmer eine Demo plötzlich den Bahnhof stürmen und Gleise besetzen oder einfach in einen Zug steigen, um mit der S-Bahn unter einer Polizeikette durchzufahren, weiß der Himmel. Dass man da einfach so reinspazieren kann, daß da Geschäfte sind, daß da eine Polizeiwache ist, erweckt ja alles schon Zweifel, daß es sich bei Bahnhöfen nicht um öffentlichen Raum handelt.

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Aber auch hier ist die Stoßrichtung klar, es geht darum das Bild des eigenen Konzerns in der Öffentlichkeit zu kontrollieren und unliebsame Berichterstattung zu unterbinden. Das gilt natürlich auch für Sportunternehmen wie den DFB (bzw. der Württembergische Fußball-Verband) oder den FC Bayern München. Ersterer hat sich an der Website Hartplatzhelden abgearbeitet, die sich erdreistet hatte eine Art youtube für lustige Amateuervideos aus der Kreisliga aufzubauen. Huch? Kreisliga, stimmt die gab es ja auch noch, das kann man natürlich nicht zulassen, schließlich könnte man da ja Gebühren nehmen oder sowas selbst machen und selbst eventuelle Werbeeinnahmen kassieren. 

Hartplatzhelden unterstützen

Der deutsche Fußball liegt danieder und kann nur überleben, wenn auch jeder Amateurvideofilmer in der Kreisklasse zur Kasse gebeten wird. Das Fernsehen zahlt ja auch bereitwillig Unsummen, da kann doch Paul Müller auch mal ein paar Tausend Euro…..oder?

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Letzterer (also der FCB) mag es nicht, wenn Medien Videos von den FCB-Pressekonferenzen ins Netz stellen. Das hat einen einfachen Grund, denn wie will man das eigene kostenpflichtige FC-Bayern-TV im Netz verkaufen, wenn es das woanders auch gibt? Die Jounalisten auf der PK sind also eher sowas wie Statisten, die durch nette Fragen zum Gelingen beitragen dürfen und dann isses aber auch gut! 

Und beim letzten Castortransport hat dann auch noch die Polizei angefangen Akkreditierungen auszuteilen, natürlich ohne irgendwelche Einschränkungen oder Bedingungen. Für’s erste.

Pressefreiheit wie sie das Grundgesetz meint, ist mehr als die Möglichkeit sich Morgens eine nackte Studentin auf der „Bild“ ansehen zu können, die davon träumt von einem 50jährigen übergewichtigen Bauarbeiter mit schlechten Zähnen aber ohne gutes Deo geküßt zu werden.

Ergänzungen:

Einen weiteren spannenden Aspekt fand ich dann man noch beim DJV. Es ist schon bizarr und bezeichnend, daß man in den Verträgen die Pressefotografen als „Medienpartner“ bezeichnet.





Ist das noch Journalismus?

7 03 2009

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Manchmal hat man den Eindruck, daß für manch einen „Journalisten“ heute die perfekte Inszenierung hochwertiger ist als das was das wirkliche Leben da so spontan und echt zusammenstümpern würde. Und so verkommt, dann die Berichterstattung über ein Sportereignis, die der naive Zeitgenosse für Sportjournalismus halten würde, zu einer Art Inszenierung wie eine beliebige gut geprobte Fernsehshow.

Zum Beispiel gerade eben beim ZDF. Da wird die Skifahrerin Monika Baumann nach dem Rennen interviewt , dazu muß ich sagen: ich liebe Skisportinterviews, weil ich immer so begeistert bin, daß alle Skiläufer noch Stunden nach dem eigenen Lauf ihre Skier in der Hand halten müssen. Ob es da keine Ständer für Skier gibt?  Vielleicht wird da aber auch schlimm geklaut. Oder die Rennfahrer haben Angst, daß irgendein Besoffener aus einer Skihütte fällt und im Suff, laut „ich bin der Anton aus Tirol…“ singend, mit ihren Skiern wegfährt.

Egal! Jedenfalls gibt Monika Baumann in diesem Live-Interview spontan ihren Rücktritt vom Profisport bekannt. Die Moderatorin tut überrascht und sagt, „An dieser Stelle, vielleicht kriegen wir das hin liebe Regie, wollen wir noch mal einen Erfolg zeigen vom Jahr 2002, sie erinnern sich…“ und kann man Monika Baumann bei irgendeinem Lauf 2002 sehen, wo sie Zweite wurde.

zdf2Und während der 15 Sekunden lange Einspieler von 2002 läuft, sagt die Moderatorin zum Thema Rücktritt nochmal ganz überrascht  “Das kommt jetzt ein wenig überraschend für mich!“

Aber das kann ich irgendwie nicht so recht glauben, daß das jetzt alles ganz spontan war und man die geschnittene MAZ von dem Lauf von vor 7 Jahren einfach so in Sekundenschnelle einspielen kann, wenn die Moderatorin nur „Bitte, liebe Regie!“ sagt. Aber kann ja sein, daß genau das dieser technische Fortschritt ist von dem immer alle reden…





Wie man sich selbst entzaubert

28 02 2009

anniedisaster

Annie Leibovitz ist sicher eine tolle Photographin und als ich auf photoshopdisasters (übrigens eine Spitzen-Website!) das Bild oben gesehen habe, da hab ich mir gedacht „Naja, kann ja schonmal vorkommen, daß man zwei Leute nicht zusammen vor die Kamera bekommt und daß das dann irgendwer zusammenbaut, der es irgendwie nicht so richtig drauf hat und daß dem dann noch ein dummer Fehler mit dem Sakko unterläuft.“

 

Dummerweise gibt es da dann aber noch einen Link zu einem Making-Of-Video von Vanity Fair, für die Leibovitz Mendes und Winslet fotografiert hat. Und da sieht man dann Leibovitz plus Assis, Mendez und Winselt zusammen beim Shooting. Und Mendes hat das Sakko noch an.

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Jedem, der mal ein Doppelportrait (oder etwas mit noch mehr Leuten drauf) gemacht hat, wird es so gegangen sein, daß auf dem einen oder anderen Bild der eine von Beiden einfach toll kuckt, daß man bei einem Einzelportrait sagen würde „Das ist das Bild!“ und der andere hat dummerweise die Augen zu hat oder sieht aus wie gerade vom Bus überfahren. Dann kann man sich mit den Bildern auf denen beide gut schauen zufrieden geben oder man kann anfangen zu basteln. Perfektionismus ist das eine, Aufrichtigkeit das andere. Klar, was Leibovitz macht ist kein Journalismus und im Bereich der Portraist von Stars und Sternchen wird an allen Enden „gephotoshoppt“. Wenn man aber schlampt, dann fällt das auf und alle Welt lacht über  den Photographen und den Kunden. Das macht den Kunden sicher nicht glücklich.

Aber immerhin zeigt es, daß auch die Großen nur mit Wasser kochen und daß ihnen manchmal sogar das anbrennt.