
Nach diesem Muster werden ich und meine Mama demnächst ziemlich angesagt Autowasch-Teams, Rasenmäh-Teams und Kloputz-Scout-Teams gründen. Die Plätze sind begrenzt bewirb Dich schnell!

Nach diesem Muster werden ich und meine Mama demnächst ziemlich angesagt Autowasch-Teams, Rasenmäh-Teams und Kloputz-Scout-Teams gründen. Die Plätze sind begrenzt bewirb Dich schnell!
Nein, ich empfinde das hier nicht wirklich als eine hilfreiche Form der Solidarität:
http://www.einslive.de/musik/extras/2012/09/120905_konzertfotografie.jsp
Es ist ja nett, daß man bei 1LIVE diese Sache nicht totschweigt und man das zum Thema macht.
Das war’s dann aber auch schon. Stattdessen man sollte auch die eigene Rolle bitte mal kritisch hinterfragen!
“Es hat schon Boykotte von Bildjournalisten gegeben. Die bringen aber tatsächlich nur dann etwas, wenn auch wirklich alle mitmachen. Unterschreibt nur ein Fotograf einen Vertrag, kann er seine Bilder an alle Redaktionen verkaufen. Er macht dann das Geld und alle anderen gehen leer aus.”
Ja, was gibt es unter Fotografen doch für Kollegenschweine. Keine Frage.
Aber was ist denn mit all den anderen Journalisten, die sich im Vorfeld zu willigen Handlangern machen lassen, die das Konzert “präsentieren”, als Zeitungen und Radiosender mit auf den Werbeplakaten für das Konzert stehen, als Medienpartner ordentlich die Werbetrommel vor dem Konzert rühren und wo im Nachhinein jedes Konzert immer megahammergeil ist und man weniger darüber berichtet, ob der Künstler überhaupt singen kann, sondern es vor allem darum geht, daß 2 Hörer/Leser dem Künstler nach einer Verlosung mal auf einem Flur “Guten Abend” sagen durften.
Immerhin steht da bei 1LIVE schließlich gleich im ersten und zweiten Satz: “Am (…) haben in Köln gleich zwei Konzert-Highlights stattgefunden. Lady Gaga und Coldplay – präsentiert von 1LIVE.“ dann frage ich mich, ob die nicht vielleicht auch mal (gerade als öffentlich rechtlicher Sender für den ich als Fotograf GEZ Gebühren zahlen muß, weil mein Computer und ich das Internet benutzen) über ihre “Medienpartnerschaften” nachdenken sollten.
Die haben im Vorfeld brav Werbung für die Dame und die Herren gemacht, ihre Schuldigkeit getan und damit mitgeholfen, daß die dank ausreichender Vorberichterstattung auf jede andere Form der Berichterstattung gerne verzichten können.
Die sogenannte MFM-Liste ist ein Katalog mit Honorarempfehlungen, herausgegeben von und zu beziehen bei der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing. (Es gibt wohl Auszüge der Liste über irgendein Webarchiv auf alten Seiten von Hamburg-Dia (oder so), diese Preise sind aber nicht mehr up to date.) Die Preise orientieren sich nach Art der Nutzung (Medium), Nutzungsdauer, Druckgröße, Auflage etc.
Da steht dann z.B. zu lesen, daß ein Foto in einer Tageszeitung mindestens 45,- € kosten sollte und so weiter und so fort.
Diese Liste ist ein guter Ausgangs- und Orientierungspunkt für Preisfindung und Preisverhandlungen. Wenn nicht unzählige Fotografen im Glauben leben würden, daß es Preise eh nur 50% unter der MFM-Liste geben kann, darf, sollte. Und daß die MFM-Listen-Preise “Mondpreise” seien, wird an allen Orten gerne und häufig von Fotografen propagiert und gerne wird noch darauf verwiesen, daß das etwas sei, das jeder wisse, der sich auskennt.
Aha!
Jeder der sich wirklich auskennt weiß, daß die MFM eine Grundlage ist von der aus man sich in beide Richtungen bewegen kann.
Auch wenn sich zahllose Fotografen, immerzu gegenseitig versichern, daß man niemals nicht ein Honorar in der Nähe der MFM-Preise bekommen könne und man unbedingt gleich von sich aus deutlich weniger fordern solle, müsse, dürfe… (das natürlich vorzugsweise in einem weinerlichen Ton, so als wüßte man nicht wer da nun eigentlich Schuld dran sei).
Das ganze ist nur ein weiteres schönes Beispiel, wie sich Fotografen völlig sinnlos selbst gegenseitig eine Preisspirale nach unten basteln, ohne, daß irgendein Kunde jemals feilschen mußte.
Und, daß noch kein Kunde, dem der Fotograf von sich aus einen Nachlaß angeboten hat “Nein, ich will mehr bezahlen als sie haben wollen!” gesagt hat und daß viele Kunden nach Jahren der freiwilligen Nachlässe durch Fotografen irgendwie denken, daß die MFM-Preise Mondpreise sein müssen, weil das ja noch nie einer gefordert hat; das ist natürlich der ultimative Beweis, daß die MFM-Preise wirklich zu hoch angesetzt sind und man besser mal drüber nachdenken sollte, ob man nicht statt mit 50%-MFM gleich mit 30% anbietet.
Fotografen brauchen garkeine bösen Monsterkapitalismus-Kunden, die sie ausbeuten würden. Das erledigen die Dümmeren unter den Fotografen gleich selbst mit, aber natürlich nicht, ohne sich dabei noch irgendwie besonders clever zu fühlen oder ersatzweise auf irgendwen zu schimpfen, der Schuld dran hat.
In die Reihe der Fotowettbewerbe mit unanständigen Teilnahmebedingungen reiht sich nun auch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ein und besorgt sich ein Bildarchiv von vetrauensseeligen Menschen die meinen sie könnte bei diesem Fotowettbewerb was gewinnen.
Die Preise sind 4 Gutscheine für zusammen 2000,- € und im Gegenzug holt sich das Ministerium die Rechte an allen Bildern:
Jeder Teilnehmer räumt dem Veranstalter die räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkten, nicht ausschließlichen Nutzungsrechte einschließlich dem Recht zur Bearbeitung an den eingesandten Bildern ein. Dies umfasst auch die Verwendung der Bilder für Print- und Onlinepublikationen im Zusammenhang mit anderen Bund-Länder-Programmen. Eine über den Wettbewerb hinaus gehende Vergütung erfolgt nicht.
und um noch einen draufzusetzen bürdet man den Teilnehmern auch noch jedes rechtliche Risiko auf, daß sich aus der Nutzung der Bilder durch Bund oder Länder ergeben könnte:
Der Teilnehmer versichert mit der Einsendung, dass er oder sie über alle Rechte an den eingereichten Bildern verfügt, dass die Bilder frei von Rechten Dritter sind, sowie bei der Darstellung von Personen keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Falls auf dem Foto eine oder mehrere Personen erkennbar abgebildet sind, müssen die Betreffenden damit einverstanden sein, dass das Bild veröffentlicht wird. Der Teilnehmer wird Vorstehendes auf Wunsch schriftlich versichern. Sollten dennoch Dritte Ansprüche wegen Verletzung ihrer Rechte geltend machen, so stellt der Teilnehmer die Veranstalter von allen Ansprüchen frei.
Und damit alle schön mitspielen sind die Teilnahmebedingungen schön klein unten in der Ecke der Website versteckt.
Und um noch einen obendrauf zu setzen, geht man damit auch noch auf Schule zu, wo es dann gleich noch ein paar Minderjährige erwischen dürfte.

Wie der Staat hier mit seinen Bürgern umgeht ist eine Schande!
Es gibt Dinge die sollte man gelesen haben, auch, wenn es manch einem schwer fällt sowas dann auch zu machen. Manchmal ist es schon gut, sich wenigstens Gedanken darüber gemacht zu haben und es im Hinterkopf zu haben, auch wenn man es sich im Moment vielleicht nicht leisten kann auf solche Jobs zu verzichten oder man einfach nur glaubt es wäre unmöglich dem Kunden zu sagen, daß man mehr Geld haben will. Es ist ja schon ein Fortschritt, wenn man weiß, daß man was doofes macht, wenn man schon was doofes macht, statt noch zu glauben es wäre besonders clever.
http://www.aphotoeditor.com/2010/03/11/stop-accepting-200-assignments/
Wer sich nicht traut seinem Kunden zu sagen, daß er mehr Geld will sollte sollte mal drüber nachdenken, was er machen will, wenn er an den Punkt kommt, wo er dem Kunden dringend mal sagen müßte, daß er mehr Geld braucht, weil das Ganze nicht mehr kostendeckend ist. Denn es geht ja nicht wirklich um die absolute Zahl, sondern um angemessene Bezahlung, denn auch $1000 oder 2000€ können ein lächerliches Honorar sein, wenn der Aufwand in keinem Verhältnis steht.
Bei der Frage im oben verlinkten Artikel geht es zudem nicht nur um den Status Quo, sondern um die Abwärtspirale bei den Honoraren, bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungs- und Betriebskosten. Jedenfalls für alle die ihre Kalkulation nicht nur am Preis einer Einsteiger DSLR beim billigsten Internetversender orientieren.
Hajo Schumacher kennen viele sicher als “Achim Achilles”, denn unter diesem Pseudonym schreibt er Laufsportkolumnen bei Spiegel-online. Er schreibt aber auch für das Onlinemagazin V.i.S.d.P. Und ebenda ereifert er sich in der aktuellen Ausgabe über die Medienvertreter in Haiti, die statt zu helfen lieber schreiben, filmen oder fotografieren. Nein, garnicht wahr: Er beklagt sich nur über die Fotografen.
Ob Berichterstattung bei Katastrophen die Rettungsarbeiten stört und damit den Opfern schadet oder ob es den Menschen hilft, weil erst die Berichte zum notwendigen Spendenaufkommen führen, ist eine wichtige Frage. Und sicher eine die polarisiert. Und natürlich eine, die sich so pauschal garnicht beantworten läßt, denn im Endeffekt ist das ja immer auch vom Verhalten des einzelnen Journalisten abhängig. Und natürlich gibt es jede Menge Journalisten die sich in solchen Situationen daneben benehmen und solche die das auch tun, um Geld zu verdienen oder beruflich weiter zu kommen. Was in der Diskussion wenig hilfreich ist, sind aber Beiträge wie die von Hajo Schumacher, und das aus mehreren Gründen.
Schumacher (als schreibender Journalist) sieht das Problem überhaupt nur bei Fotografen (und in einer Nebenbemerkung bei “Kameraleuten”), denn die sind alle geil auf die sensationellen Bilder und fotografieren immer nur dann, wenn sie eigentlich die Kamera beiseite legen und helfen müßten.
Das ist in mancher Hinsicht diskussionswürdig:
Die größte Kritik die man an Journalisten in Krisengebieten haben kann ist, daß sie Transportkapazitäten ins und aus dem Krisengebiet, Resourcen vor Ort (Essen, Trinkwasser, Strom, Transportmittel, Kommunikation…) belegen, die man für zusätzliche Retter verwenden könnte und durch ihre Anwesenheit die Rettungsarbeiten behindern. Das führt aber zur fundamentalen Frage, ob Berichterstattung ganz unterbleiben soll. Dem würden die meisten Hilfsorganisationen und die Menschen vor Ort widersprechen, denn Berichterstattung sorgt für Spenden, denn wer nichts vom Leid der Menschen im Katastrophengebiet weiß, der spendet nicht. Auf der anderen Seite sichert Berichterstattung aber auch, daß Hilfe ankommt und die Öffentlichkeit erfährt, wenn Hilfe an den Bedürfnissen vor Ort vorbeigeht. Somit dient Berichterstattung auch der Kontrolle der Hilfsorganisationen. Wer das für abwegig und bösartig hält, weil seiner Meinung nach alle Helfer altruistische Helden sind, denen man nichts böses unterstellen sollte, der soll sich mal die Berichte zu den Auftritten der Helfer der Scientology Church anschauen, die im Moment in Haiti per Handauflegen abgetrennte Nervenverbindungen wiederherstellen. Da staunt der Neurochirurg!
Wenn man nun aber Berichterstattung generell zuläßt, dann kommt man zu dem Punkt in Schumachers Kritik, daß die Kollegen da nicht im rechten Moment die Kamera beiseite legen und helfen. Schumacher versucht den Eindruck zu erwecken, daß die Fotografen in Haiti “angesichts hundertausendfachen Sterbens” nicht geholfen hätten. Das ist zynisch und dumm, denn wir sprechen hier von einem Erdbeben, also einem Ereignis bei dem innerhalb weniger Minuten tausende Menschen in einstürzenden Gebäuden sterben. Die Berichterstattung beginnt erst danach. Es ist also mitnichten so, daß da Fotografen hunderttausende Menschen einfach sterben ließen. Wer das nicht glaubt, der soll sich mal fragen, warum die internationalen Helfer vor Ort mühsam in Trümmern nach Menschen suchen, und auch einzelne gerettete Verschüttete feiern, statt die hunderttausenden Sterbenden in den Straßen zu retten.
Aber einen Verschütteten nach einem Erdbeben zieht man nicht mal so eben mit einer “helfenden Hand” aus den Trümmern, wie sich Schumacher das reichlich naiv vorstellt. Das geht selbst für professionelle Helfer oft nur mit schwerem Bergungsgerät und oft genug nur nach Notamputationen. Und nur ein völlig naiver Laie kann so tun, als würde jemand der Stunden oder Tage verschüttet war, dann einfach “Danke” sagen und dann fröhlich seines Weges gehen oder gleich fleißig selbst die “helfende Hand” in die Trümmer strecken. Das ist nichts, was der nette Fotograf von nebenan mal so eben leistet und auch Hajo Schumacher würde da nichts reißen, auch wenn es verständlich ist, daß manch einer sich angesichts des Ausmaßes einer Katastrophe in Allmachtsphantasien flüchtet.
Dazu kommt, daß die Berichterstattung aus Krisengebieten meistens an Orten erfolgt, an denen schon professionelle Helfer vor Ort sind. Da ist kein Eingreifen durch Journalisten nötig oder erwünscht, weil das keine wirkliche Hilfe wäre, sondern eher ein symbolischer, sinnloser Akt. Für sinnlose Gutmenschensymbolik ist aber bei solchen Ereignissen kein Platz! Bei einem Brand oder einer Überflutung in Deutschland würde auch niemand erwarten, daß Presseverterter je einen Sandsack oder eine Flasche Wasser mitbringen.
Und es ist natürlich auch reichlich vermessen/scheinheilig anhand eines Fotos beurteilen zu wollen ob jemand vor oder nach der Aufnahme geholfen hat, ob er überhaupt helfen mußte (mal ganz abgesehen von konnte) oder ob außerhalb des Bildes 100 Mann von einer Hilforganisation zugange sind.
Wie sollte eine Katastrophenberichterstattung aussehen, die Schumacher gutheißen könnte? Opfer werden erst fotografiert, wenn sie vom Fotografen persönlich gerettet, verarztet, geduscht und frisch angezogen sind? Ist das noch eine objektive Berichterstattung oder sind das alles gestellte Fotos? Und kann man damit noch wirklich zeigen, was da vor Ort passiert oder konstruiert man ein spendenminderndes Idyll?
Was Schumacher, wie schon erwähnt, ausläßt ist der Umstand, daß da in Haiti ja nicht nur Fotografen (Kameramänner) unterwegs sind. Aber bei denen die schreiben, Ton für Fernsehsendungen machen, die als Techniker oder redaktionell an Fernsehbeiträgen arbeiten, bei denen scheint sich die Frage, ob sie helfen sollten, ob sie fehl am Platze sind garnicht zu stellen. Der Fotograf kann einen Moment nur im Moment festhalten, der schreibende Journalist kann auch seinen Block weglegen und es nachher aus der Erinnerung aufschreiben.
Schumacher mag Recht haben, wenn er sagt, daß es in Haiti derzeit nicht an Bildmaterial mangelt, sondern an Helfern. Aber es fehlt eben an Helfern und Hilfsgütern! Und so wie sich ein Fotograf nicht in einen Reissack und eine Palette Wasserflaschen verwandeln läßt, so verwandelt er sich auch nicht in einen Notarzt, wenn man ihm die Kamera wegnimmt und stattdessen ein Stethoskop um den Hals hängt.
Genauso abwegig ist es, zu glauben, daß automatisch mehr Ärzte kommen, wenn man nur weniger oder keine Journalisten reinläßt.
Wenn Schumacher also im ersten Satz die Wirkung der Bilder auf ihn selbst beschreibt und bei ihm dabei der Wunsch aufkommt, daß der Fotograf ihn nicht damit belästigen soll, ja er gefälligst den abgebildeten Umstand selbst beheben soll, dann zeigt das zumindestens, daß die Bilder das Grauen der Situation in Haiti transportieren. Auch wenn nicht alle die richtigen Schlußfolgerungen daraus ziehen.
Das alles wird nicht besser, wenn man Fotografen abschätzig als “Kamerakünstler” tituliert und behauptet, daß deren Entgegnung sei, daß die Aufgabe eines Fotografen nicht in humanitärer Hilfe, sondern im Abbilden des Elends bestünde.
Was in Schumachers Text völlig untergeht ist, daß es sich bei den kritisierten Fotografen um Journalisten handelt, die aus einem Krisengebiet berichten. Stattdessen gewinnt man, den Eindruck, daß da irgendwelche verkappten aber selbstverliebten Künstler in ein Krisengebiet eingefallen sind, wo sie nach blutigen Bildern für einen Fotowettbewerb suchen. Scheinbar ganz im Gegensatz zu den Menschen die in Mikrofone sprechen und in Blöcke schreiben und auf Notebooktastaturen schreiben. Fast hat man den Eindruck, daß Fotografen keine echten Journalisten sind, die sich der Fotografie statt des Wortes bedienen, um Geschichten zu erzählen, sondern eher aus der Not heraus fotografieren, weil sie nicht schreiben können oder weil sie parasitär vom Leid anderer profitieren wollen, aber in der Mülltonne gegenüber von Paris Hiltons Schlafzimmerfenster keinen Platz mehr bekommen haben.
Anbei ein Screenshot des Textes zum Nachlesen:
“Letzter Workshop: ” Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – XXXXXXX-Fotografie” am XX.XX.XXXX mit XXXX XXXXX, Wort- und Bildjournalist (DJV).“
Eben! Wenn es etwas gibt, womit ein Fotograf auf einer Website für sich werben kann, dann sind das seine Bilder. Das sollte wirklich kein großes Geheimnis sein. Scheint es aber doch zu sein, sonst könnte man nicht schlechte Bilder zeigen und sich damit rühmen am Workshop “Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte” teilgenommen zu haben. (Anfangs hielt ich die Seite von der die Beispiele in diesem Text stammen für einen Spaß.)
Auf jeder Firmenwebsite einer (erfolgreichen) Firma wird das Produkt im Mittelpunkt stehen, wenn das Produkt toll ist, dann wird sich sicher auch mal jemand für die Firmengeschichte oder die Leute die das Produkt bauen interessieren. Fehlen solche Informationen, ist das Produkt toll, wird das Fehlen kaum jemanden stören. Wenn das Produkt nichts taugt, dann wird das durch Biographien der Mitarbeiter, Firmenphilosophien oder die Firmenhistorie kaum rausgerissen. Wenn das Produkt aber nicht gerade doll ist, die Selbstdarstellung aber keck das Gegenteil behauptet, dann wird es ein Eigentor.
Für Fotografenwebsites scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, unbedingt auch eine Seite zu haben, auf der etwas über den Fotografen gesagt wird bzw. wo der Fotograf in den meisten Fällen was über sich selbst schreibt. Sicher ist es nicht falsch ein paar Sachen, die man früher über sich erzählt hätte oder die man gefragt worden wäre, wenn man irgendwo eine Mappe gezeigt hätte, auch auf der eigenen Website niederzuschreiben. Das muß keine literarische Höchstleistung sein, weniger kann da durchaus mehr sein.
XYZ lebt in Dingsdorf, seine fotografischen Arbeitsfelder sind Reportage, Politik und Kegelsport. Er spricht Deutsch, Englisch, Französisch und Blindenschrift.
Das kann schon reichen. Wer einen Fotografen bucht, der will Arbeitsproben sehen, keine Schriftproben. Nochmal: die Bilder sind das wichtigste. Der Kunde will aber u.U. zusätzlich wissen, wo der Fotograf sitzt, denn die wenigsten sind so toll, daß man sie quer durch die Republik anreisen lassen würde und wer dringend einen Fotografen für einen Termin in Hamburg sucht, wird nicht zuerst die Münchner Fotografen abtelefonieren. Der will wissen, was der Fotograf macht und kann, und wer sonst nur Portraits mit einer Großformatkamera macht, der wird sich keinen Gefallen tun, wenn er mit dieser Erfahrung & Ausrüstung ein Bundesligaspiel für den Kicker oder die Mai-Krawalle in Berlin für eine Tageszeitung übernimmt.
Das wichtigste bei allem ist aber: Das alles muß irgendwie stimmig sein und das gilt nicht nur für den Text allein, sondern besonders für das Zusammenspiel zwischen Text und Bildern; gleichsam Anspruch und Wirklichkeit. Ein bescheidener Text mit tollen Bildern ist da was anderes als ein Fotografen-Epos mit schlechten Fotos.
Wer so tut, als würde er tagtäglich für die führenden Magazine der Welt arbeiten, aber auf seiner Website nur Bilder zeigt, die es mit Mühe in den Gemeindeboten schaffen könnten, der macht sich lächerlich und wird Kunden einfach suspekt sein. Für den Kunden der einen Fotografen bucht, muß der Fotograf aber vor allem “berechenbar” sein, die Website des Fotografen sollte dem Kunden also idealerweise helfen den Fotografen und die zu erwartenden Ergebnisse einzuschätzen statt zusätzliche Unsicherheit zu produzieren.
Eine “Kaufmännisch Ausbildung im Fotofachhandelumfeld” (Fleischereifachverkäufer beim Metzger neben dem Fotoladen gelernt?) ist genau wie “diverse Workshops und Fotokurse absolviert“ nicht wirklich etwas womit man jemanden beindrucken könnte, wenn die Bilder gut sind ist das egal, sind die Bilder so lala oder schlecht, dann hilft es auch nichts. Das gilt auch, wenn man anschließend behauptet, dann noch innerhalb von 6 Monaten an einer Fotofachschule zum Fotografengesellen ausgebildet worden zu sein oder “die Umstellung auf die digitale Fotografie (…) komplett im Eigenstudium abgeschlossen” zu haben. Das sind alles Sachen die niemanden positiv beeindrucken, daß jemand der als Fotograf gebucht werden will fotografieren kann wird einfach vorausgesetzt, wei auch niemand einen Bademeister fragt ob er schwimmen kann. Also kann man sich solches Geschwätz einfach sparen, weil man sich damit nur schaden kann.
Kunden erwarten, daß man die Ausrüstung hat (oder anmietet) die man für den Job braucht oder man den Job ablehnt, wenn man es nicht gebacken bekommt. Ob die eigene Ausrüstung reicht oder nicht entscheidet der Fotograf, der Kunde entscheidet ob die Ergebnisse in Ordnung sind oder nicht. Das man die Gerätschaften hat, um das normale Tagesgeschäft abzuwickeln wird vorausgesetzt. Deswegen interessieren sich Kunden nicht dafür, was ein Fotograf in der Fototasche oder im Schrank hat. Es sein denn man schreibt, daß man nur eine Kompaktkamera hat: “Ausrüstung: Panasonic Digitalkamera DMC-LC1-K und mobile Multiblitzanlage.” Damit hat es sich dann erledigt, es sei denn die Bilder wären toll. Wofür sich Kunden aber überhaupt nicht interessieren, ist die Ausrüstung, die der Fotograf irgendwann mal zu kaufen gedenkt: “Die Ausrüstung wird demnächst um eine Canon EOS 500D, mit dem Originalobjektiv Canon Zoom 18mm bis 200mm und dem Canonblitz 580 ergänzt.” Das führt beim Kunden sicher nicht zum Gedanken: “Boah, der kauft sich bald eine Einsteigerkamera!”.
Fremdsprachenkenntnisse sind wichtig und können gerne erwähnt werden. Die Urlaubswünsche des Fotografen zu erfüllen, sehen nur die wenigsten Kunden als ihre Aufgabe: “Ich bin sehr flexibel und arbeite gern in Nordamerika (New York, Boston, Chicago), England (London, Bristol) und Frankreich (Paris, Marseille).” Toll, aber dann sollte man im Portfolio schon mehr zeigen, als nur ein paar lasche Bilder von Gebäuden aus dem eigenen Wohnort. Wo man überall schonmal war kann man durchaus erwähnen, wenn (und nur wenn) es beruflich relevant ist, man also da gearbeitet hat. Es ist was anderes, ob ein Fotograf Erfahrung darin hat in China Geschichten zu fotografieren oder ob er mal eine Pauschalstädtereise mit der Volkshochschule nach Peking gemacht und einen Reisestecker für das Kameraladegerät gekauft hat.
Wenn man als Fotograf mit professionellen Kunden zusammenarbeiten will, dann sollte man auch nicht versuchen, denen das Geschäft zu erklären, besonders nicht, wenn man bei selbst grundsätzliche Unkenntnis und Unerfahrenheit demonstriert. ”Aufträge werden nur auf vertraglich abgesicherter Basis ausgeführt, eine frühzeitige Auftragsabsprache ist daher sinnvoll. Grundlage für meine Aufträge sind die AGBs von (Name eines Verbandes).” So wie ich bei ALDI keinen Kaufvertrag auf Basis der Lidl AGB schließen werde, so ist es auch unwahrscheinlich, daß die AGB eines Berufsverbandes Bestandteil des Vertrages zwischen Fotograf und Kunde werden, auch wenn er die da abgeschrieben oder als Muster-AGB bekommen hat. Und was eine “vertraglich abgesicherte Basis” sein soll, ist auch eher dubios, ich habe jedenfalls noch von keinem Auftrag gehört, der ohne Vetragsschluß abgewickelt worden wäre, so wie auch jeder Brötchenkauf beim Bäcker einen Kaufvertrag beinhaltet.
Und das langweiligste Fisheyebild der Welt, das man irgendwo im Portfolio versteckt hat, sollte man nicht unbedingt auch noch in der Selbstdarstellung bzw. im Lebenslauf, wie folgt, bewerben:
“Vor Jahren ist mir ein einzigartiges Foto mit dem Objektiv Nikkor 2,8/ 6mm gelungen, dass ich hier einmal zeigen will.“
Man muß heute zum Glück nicht immer und überall feilschen so wie im “Leben des Brian” (Video am Ende des Textes). Es ist schon ganz gut, daß der Joghurt im Supermarkt 39 Cent kostet, der Preis auf dem Regal steht und man an der Kasse ohne Diskussionen schnell und unkompliziert 39 Cent bezahlen kann. Wegen allem zu feilschen oder zu verhandeln wäre nervig; auch wenn mal nicht die halbe Jerusalemer Garnison der Römischen Armee hinter einem her ist.
Daraus zu schließen, daß es wenn ein Kunde ein Angebot für eine Nutzung oder einen Auftrag macht genauso laufen sollte wie bei Joghurtkauf im Supermarkt, wäre dumm. Das fängt schon an dem Punkt an, daß es etwas anderes ist, ob ein Kunde ein Bild anfragt und einen Preis und Nutzungsbedingungen vorschlägt oder ob ein Fotograf einen Preis für seine Arbeit festlegt, wie es der Supermarkt macht.
Würden 10 Fotografen und 10 Normalbürger im Supermarkt stehen und ein anderer Kunde würde den Supermarkt betreten und dem Marktleiter zurufen: “Ich will einen Joghurt! Dafür zahle ich aber nur 19 statt 39 Cent, erwarte aber, daß ich mir dafür aber in Zukunft für mich und meine Freunde umsonst soviele Joghurts holen kann wie ich will!”, dann würden die meisten Menschen im Supermarkt sagen, “Der Typ spinnt und der Marktleiter wäre bescheuert, wenn er darauf eingeht!”. Aber mindestens zwei der Fotografen würden ängstlich schauen und denken: “Oh Gott, wenn der Marktleiter jetzt ‘nein’ sagt, dann bekommt er von dem Mann kein Geld und der holt sich seine Joghurts und alle anderen Lebensmittel in Zukunft woanders! Dann geht der Supermarkt pleite und der Marktleiter und seine Kinder müssen alle verhungern!”
Der Marktleiter wird das nicht tun und das (abgesehen davon daß die meisten Supermarktleiter sowas heute nicht mehr entscheiden dürfen) aus drei Gründen: Erstens würde er draufzahlen, das wäre dumm, es sei denn man glaubt an “Wir machen bei jedem Auftrag miese, holen das aber wieder rein, weil wir wegen unserer günstigen Preise viel mehr Aufträge haben als die Konkurrenz”. Zweitens würde er damit rechnen müssen, daß die anderen Kunden dann auch diese Preise wollen und sein Geschäft völlig zusammenbricht, selbst, wenn er diesen Wahnsinnspreis einmalig kompesnieren könnte. Und drittens und vor allem: weiß er, daß der andere zwar Geld aber eben auch Hunger hat.
Genauso ist es, wenn ein Kunde ein Bild und einen Nutzungsumfang (ob ein Preis angemessen ist hängt immer auch ganz entscheidend am Umfang der eingeräumten Nutzungsrechte!) anfragt und dafür einen Preis vorschlägt/anbietet. Der Kunde macht das nicht, weil er dem Fotografen ein Almosen zukommen lassen will, sondern, weil der Fotograf etwas hat, was der andere haben will. Dass der Kunde versucht für sich das beste rauszuholen ist (in gewissen Grenzen) legitim, aber das ganze ist verhandelbar. Märkte funktionieren als eine Balance aus Angebot und Nachfrage und nicht über das Preisdiktat des Kunden. Diese Balance wird verhandelt.
So wie der Kunde auch keine Angst davor hat, daß der Fotograf bei einem miesen Angebot “nein” sagt und sich auf ein besseres Angebot garnicht mehr einläßt, so sollte auch der Fotograf keine Angst haben nachzuverhandeln, einen Gegenvorschlag zu machen oder eben “nein” zu sagen.
Zu dem Thema gibt es auch hier noch ein tolles Video mit Fotografeninterviews:
“If you sell yourself cheap, you will never get out of that hole.” – Barbara Bordnick
Ein ganz interessantes Statement ist die Aussage von Chase Jarvis, daß man seine Preise nicht ohne einen Grund erhöhen oder senken kann. Denn das führt beim Gegenüber zu dem Eindruck, daß die Preise nicht kalkuliert, sondern beliebig sind. Wenn mich eine Fluggesellschaft mit dem gleichen Essen an Bord, im selben Flugzeugmodell für 500 € von Frankfurt nach Berlin aber für 200€ nach Athen fliegt und der Flieger nach Berlin noch schlechter ausgelastet ist, dann habe ich eher das Gefühl auf dem Flug nach Berlin abgezockt worden zu sein, als auf dem Flug nach Athen was gespart zu haben.
Wenn der Fotograf einem Kunden erklärt, daß eine Leistung 500 € kostet, der Kunde sagt, er habe nur 200 € und der Fotograf sagt “ja machen wir” und nicht “bei 200 € müssen wir aber folgenden Abstriche machen”, dann wird der Kunde das als unseriös empfinden und beim Kunden bleibt vor allem hängen: “Der Sack hat gerade versucht mir 300 € für nix abzuknöpfen!”
Verhandeln und feilschen hat also – wenn man es richtig macht und dem Kunden erklärt, was warum wieviel kostet und was für welche Summe zu haben ist – weniger etwas mit windigen Händlern mit einer im sterben liegenden Großmutter, wie im Leben des Brian, zu tun, sondern ist eher ein Zeichen von Transparenz und einem partnerschaftlichen Umgang zwischen Fotograf und Kunde.

In Teil3 hatte ich ja schonmal einen Link zum NPPA-Kostenrechner eingebaut. Wer nicht umsonst oder sogar defizitär arbeiten will, muß mehr Geld einnehmen als er ausgibt, wer sogar Gewinn machen will muß eben um diesen Gewinn mehr einnehmen als er ausgibt.
Das Problem der meisten Fotografen (gerade von solchen die an Anfang stehen) ist nicht, daß sie zu doof sind um zu begreifen, daß nur wer Geld einnimmt am Ende auch welches hat, sondern, daß sie daran scheitern den Umfang der Kosten zu erfassen, die entstehen, wenn man das Produkt Foto oder die Dienstleistung Fotografie erstellt oder sie sich diesen Aufwand schönrechnen. Oft schlicht, weil es weh tut, “Nein” zu einem Kunden zu sagen und garkein Geld zu bekommen.
Einen Auftrag oder Abdruck abzulehnen, erzeugt schnell das Gefühl, daß man eben die gebotene Summe verloren hat und es ist durchaus schwer ganz nüchtern zu sehen, daß man gerade ein Defizit von XYZ,- € vermieden hat. Das um so mehr als die fixen Betriebskosten (Internetanschluß, Büromiete, Autoversicherung etc.) ja weiterlaufen, selbst wenn man den Auftrag nicht annimmt. Und so kann es sein, daß man wenn man den Auftrag annimmt zwar ein Defizit erwirtschaftet, dieses Defizit aber geringer ist als das Defizit das bei einem Tag oder einer Woche ohne Auftrag entsteht. Aber Defizitminimierung ist kein tragfähiges Geschäftsmodell! Das nicht nur, weil man so auf keinen grünen Zweig kommt, sondern vor allem weil man so Preise am Markt etabliert die den Gesetzen des Marktes widersprechen.

Einen Kostenrechner, wie den der NPPA, gibt es jetzt auch in deutscher Sprache auf der Seite von Peter Wafzig konzertfoto-faq.de. Das ist eine tolle Sache und da kann man ihm wirklich dankbar sein, das war sicher einiges an Arbeit; die anderen Sachen in seinem Blog sind übrigens auch lesenswert.
Einen Wert für den Nutzer hat ein solches Werkzeug natürlich nur dann, wenn man sich beim Ausfüllen nicht selbst in die Tasche lügt und das ganze solange anpaßt bis einem die Ergebnisse gefallen. Das gilt besonders für die folgenden Punkte:
Kosten für Fotoausrüstung
Viele, die eine Karriere als Fotograf beginnen, haben bereits eine Kameraausrüstung. Diese wird sicher so lange halten, wie es dauert als Fotograf zu scheitern oder der Defekt der Ausrüstung markiert den Zeitpunkt des Scheiterns. Wer aber langfristig als Fotograf arbeiten will, wird irgendwann an den Punkt kommen wo er neue Geräte oder zusätzliches Material brauchen wird.* Also braucht man Rücklagen für diesen Fall und da ein Fotograf ohne Kamera nur schwer arbeiten kann, ist eine Versicherung gegen Diebstahl oder Zerstörung der Ausrüstung eigentlich ein Muß.
* Übrigens verändern sich durch sowas auch die Tagessätze die man braucht um kostendeckend zu bleiben: Wer mit einer EOS 400D mit Kitobjektiv kostendeckend gearbeitet hat, wird mit dem Tagessatz den er da bekommen hat nicht mehr auskommen, wenn er sich zwei EOS 1D und langes teures Glas kauft (oder kaufen muß), um Bundesligafußball zu fotografieren.

Kosten für Internet und Computer
So wie man mit der privat gekauften Kamera fotografieren kann, kann man seine Bilder auch auf dem privaten Computer bearbeiten und sie über den privaten Internetanschluß versenden, man kann das alles in seiner Privatwohnung machen und mit dem Privatwagen zum Termin fahren. Sich das alles also sparen oder nur zur Hälfte in die Rechnung mit aufnehmen. Wenn man aber sein Einkommen als Fotograf verdienen will, dann ist das eine ziemliche Milchmädchenrechnung. Denn auch das Geld für den Internetanschluß, die Zahnpasta und die Frühstücksbrötchen müssen dann erwirtschaftet werden.
Reisekosten und Spesen
Es ist ein trauriges Zeichen, daß diese Posten im Rechner auftauchen, denn eigentlich sind das Kosten die der Kunde trägt und die neben dem Tagessatz mit auf die Rechnung kommen und eigentlich einfach durchgereicht werden. Wenn dem nicht so ist, sollte man bedenken: Die Fahrtkosten sind mehr als die Treibstoffkosten!
Zweitverwertung
Hier kann natürlich nur der was eintragen, der auch Strukturen unterhält die solche Einkünfte generieren. Dann müssen natürlich auch die Kosten z.B. für ein Online-Bildarchiv irgendwo in die Rechnung mit einfließen. Zweitverwertung setzt übrigens voraus, daß man dem Kunden nicht alle Rechte übergibt bzw. selbst das Recht hat das Material selbst zu verwerten.
und dann ist da noch der vielleicht komplizierteste Faktor in der Rechnung:
die Arbeitstage
Hier geht es nicht darum, eine Aussage über die eigene Arbeitsbereitschaft zu treffen, sondern ehrlich und realistisch zu sagen, wie oft man wirklich pro Woche (in ganzen Tagessätzen!) gebucht wird. Dabei kommt dann natürlich nur ein Durchschnittswert raus, also muß man darauf achten, daß das insgesamt paßt. Wenn man, bei einem errechneten Tagessatz von 900,-€ am Montag für einen Kunden arbeite der 1200.-€ pro Tag zahlt und am Dienstag für einen Kunden, der für den halben Tag 700,-€ zahlt (damit aber defacto doch irgendwie den ganzen Tag blockiert), dann ist das kein Problem, solange man insgesamt auf die Menge Geld kommt , die man im Jahr zum Überleben braucht.

Angenommen ein Fotograf braucht im Monat 9000,- Euro Umsatz und rechnet mit 10 Arbeitstagen. Mit 6 Tagessätzen zu 1200,- kommt man da nicht hin und man kann den Kunden ja nicht zwingen da 8 Tage draus zu machen, kommen aber noch 4 Tage dazu an denen man 700,- Euro macht, selbst wenn das für den ganzen Tag wäre, dann kommt man über die Runden, selbst, wenn man dann 40% der Tage unter dem eigentlich notwendigen Tagessatz gearbeitet hat. Willkommen in der wunderbaren Welt der Mischkalkulation.
Aber Vorsicht: das heißt nämlich nicht, daß es in obiger Situation klug wäre noch 10 Jobs anzunehmen bei denen es 100,-€ am Tag gibt, das sind nämlich nicht einfach 1000 Euro obendrauf.
Zum einen darf man nicht außer Acht lassen, daß das ganze nur funktioniert, solange bei einem Job dieser Zusatzjobs deutlich mehr Geld reinkommt als durch den Job an Kosten entsteht.
Zum anderen bohrt man sich selbst ein Loch ins Knie, wenn man wegen einem oder mehrerer der 100,- € Jobs Tage sperrt, an denen man dann einen oder mehrere zusätzliche 700,-€ oder 1200,-€ Jobs ablehnen müßte.
Und zum Schluß nochmal, als Appell an Amateure mit Ambitionen und junge Kollegen: wenn man Euch Preise sagt, die man mindestens erreichen muß, um über die Runden zu kommen, dann sind das bei den meisten Kollegen keine raffinierten Lügen, um Euch aus dem Markt zu halten, sondern schlicht die Wahrheit. Das manche Kunden das anders sehen, weil sie einen Dummen suchen ist was anderes.
(Die sonderbaren Bilder in diesem Text ersparen übrigens irgendwelche passenden und genauso langweilige Symbolbilder.)