Taugt die Kamera oder das Objektiv was?

5 04 2013

Es gibt Menschen, die unverständliche Grafiken anfertigen, mit denen Menschen, denen die Bilder, die aus einer Kamera kommen, zu diesem Zweck nicht reichen, sich eine Meinung über eine Kamera oder ein Objektiv bilden können.

 

Ich schau mir auch immer eine Massenspektrometerkurve an, wenn ich wissen will, ob mir Rippchen mit Sauerkraut schmecken.

 

© CC Andreas Böhm

© CC Andreas Böhm

 

Mhhhh! Lecker!





Vollmattscheibe für EOS 5D Mark III und manuelle Objektive

26 03 2013

Operation geglückt: Canon EOS 5D Mark III mit Vollmattscheibe! (Und das Gaffa-Tape hat nichts damit zu tun.)

Canon hat die EOS 5D Mark III ja bekanntlich der Möglichkeit, daß der Nutzer selbst die Einstellscheiben tauschen kann beraubt  (vielleicht haben zuviele Leute die neuen Zeiss MF Objektive gekauft…).

Zwar kann man die Mattscheibe durch das Entfernen von zwei Schrauben und eines Haltebügels leicht entnehmen, da es aber von Canon keine Alternativen zur Standardscheibe gibt hilft das erstmal nix. Hilfe kommt, wie so oft, aus Fern-Ost, denn http://www.focusingscreen.com/ bietet allerlei Mattscheiben auch für die Mark III an. Mit Versand und Zoll liegt man dann bei fast 100,- € pro Stück.

Nicht nur, daß man damit manuelle Objektive sinnvoll benutzen kann, man hat auch eine viel realistischere Tiefenschärfendarstellung als mit der Standardscheibe, die gauckelt einem nämlich bei Blende 1,2 irgendwas um die Blende 4 vor. Das erklärt auch, warum man mit der Standardscheibe lichtstarke MF-Objektive nicht sinnvoll fokussieren kann.

Das zweite Problem, das Canon geschaffen hat ist, daß die Kamera die Belichtung durch die Mattscheibe miß und die Kamera-Firmware der Mark III keinerlei Möglichkeit mehr beitet einen anderen Einstellscheibentyp an der Kamera anzumelden, damit eventuelle Unterschiede in der Helligkeit der Scheiben einberechnet werden können. Aber nach ersten Tests scheinen die gelieferten Scheiben da mit der Spotmessung (was anderes brauche ich nicht) keine Probleme zu machen.

focusingscreen.com bietet zwar auch Scheiben mit Schnittbildindikator etc in der Scheibenmitte an. Persönlich würde ich davon die Finger lassen, weil die Kameras, wie gesagt durch die Mattscheibe messen und einem der Schnittbildindikator die Spotmessung zerschießt. Kameras aus der MF-Blütezeit hatten die Belichtungsmessung (die Nikon F4 z.B. hatte ausschließlich die Spotmessung von der Mattscheibe losgelöst im Boden) deswegen oft im Boden des Spiegelkastens und haben das Licht mit dem Umlenkspiegel der heute meistens nurnoch das AF-Modul bedient dorthin gebracht.

 

 

Siehe auch: http://rheker.wordpress.com/2010/10/18/die-untoten-sind-da-oder-leica-r-lebt/

 





Reparaturkosten einfach abschätzen

2 10 2012

Wenn heute jemandem eine Kamera, ein Blitz oder ein Objektiv runterfallen und die nachher nicht mehr so funktionieren wie sie sollen, dann schreibt man einen Beitrag in einem Internetforum und möchte da dann bitte genau wissen, was die Reparatur kosten wird. Und wehe, es sagt dann jemand, daß man das nicht so einfach sagen sollte, weil ein Sturz etc. ja kein genormter Vorgang sei.

Dann wird erklärt, daß es einem schon weiterhelfen würde, wenn jemand, dessen Objektiv auch schonmal runtergefallen und repariert worden ist einfach mal sagen würde, was das gekostet hat. Denn die Werkstatt erscheint manchem unseriös, weil die am Telefon nichtmal grob schätzen wollen, was die Reparatur kosten würde und da hätte man gerne einen Preis an dem man messen kann, ob das was die Werkstatt am Ende berechnet betrügerisch ist oder nicht.

Hier für alle, die nicht verstehen wollen oder können, warum Werkstätten am Telefon keine Kostenvoranschläge machen das passende “Peter Lustig Löwenzahn Experiment”, zum selbst begreifen und verstehen:

Pack einen Teller in einen Karton, klebe ihn mit Paketband ordentlich zu und laß ihn fallen, bis Du hörst, das er “klirr” macht.

Jetzt beschreibe, ohne den Karton zu öffnen, die genaue Form und Anzahl der Scherben und wie lange es dauern wird den Teller wieder zusammenzukleben und ob das bei einem Tellerpreis von X und einem Stundenlohn von Y wirtschaftlich sinnvoll ist.

 





Wo die Piraten Recht haben…

18 09 2012

Man kann guten Gewissens zugeben, daß die Piraten in manchen Punkten Recht haben. Zum Beispiel, wenn sie sagen, daß noch nicht alle Institutionen in der Realität des Jahres 2012 angekommen sind. Das Gericht im Pariser Vorort Nanterre ist sicher noch nicht ganz im digitalen Zeitalter angekommen

“Ein französisches Gericht hat dem Magazin “Closer” die weitere Veröffentlichung der Oben-ohne-Bilder von Prinz Williams Ehefrau verboten. Der Verlag muss die Fotos innerhalb von 24 Stunden an Kate aushändigen.

Wahrscheinlich fährt da jetzt ein Kurier Ausdrucke der Bilder zum Buckingham Palace, die stecken die da in den Aktenvernichter und gut isses!

“”Diese Fotoaufnahmen können nicht als Gegenstand von allgemeinem Interesse gesehen werden, da sie nicht mit den offiziellen oder öffentlichen Auftritten in Zusammenhang stehen”, begründete der Richter seine Entscheidung.”

Ja, gewiss! Aber diese Bilder sich sicher überhaupt keinen Gegenstände und deswegen erscheint das mit dem Aushändigen, sehr weltfremd!

 

http://www.spiegel.de/panorama/leute/william-und-kate-nach-oben-ohne-fotos-erfolg-gegen-closer-a-856443.html





Analoge Fotografie. Zukunftsinvestitionen in die Vergangenheit!?

24 07 2012

Film ist tot. Das hört man immer wieder. Eine der Begründungen ist oft, daß Digitalkameras besser sind als es analoge Kameras je waren. Und angesichts der Bilder aus einer Leica M9, Canon EOS 5D Mark III oder Hasselblad H mit Digitalrückteil, hat diese Aussage durchaus ihre Berechtigung, denn was da rauskommt ist in mancher Hinsicht besser und sicher flexibler als alles, was ich früher analog gemacht habe.

Und dann sind da noch die Bilder die mein iPhone so machen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und das was da rauskommt kann man ja noch mit tausend Apps so aussehen lassen als wäre es praktisch alles von der Polaroid bis zur Lochkamera.

Bild aus einem iPhone 4

Und als wäre das alles nicht genug, kommt zu alledem natürlich noch die Frage der Zukunftssicherheit. Die ehemals ganz gute Minilab Versorgung ist Geschichte. Wer weiß schon, ob es Morgen noch Filme und Chemie gibt bzw. ob es Morgen noch die Filme gibt die ich benutzen will. Von Ersatzteilen für Kameras (wenn nicht Leica draufsteht) oder gar Scannern ganz zu schweigen.

Bleibt also die Frage “Warum noch analog fotografieren? Und wenn ja, wie und womit?”

Wenn nicht sogar: “Warum damit (wieder) anfangen?”

Die “womit-Frage” hat mir David Burnett abgenommen, als er mich in der Normandie 2004 neugierig auf die lustige Plastikkamera machte, die er um den Hals hatte. Und als ich dann Bilder aus dem Ding gesehen hatte war ich hin und weg.  Die erste Holga trat in mein Leben. Und dabei war ich gerade erst komplett digital geworden!

Die Holga ist eventuell, nein, sicher, die schlechteste Mittelformatkamera der Welt. Sie ist in den meisten Fällen nicht mal wirklich lichtdicht. Der Verschluß kann nur eine Belichtungszeit bilden, die wohl irgendwo um 1/125 liegt und B, dafür sieht er aus als wäre er aus dem Überraschungsei, und manche Holgas haben zwei Blenden (f8 und F11), manche nur eine, weil da ein Teil fehlt. Das Objektiv, hat selbstverständlich jeden optischen Fehler der bislang entdeckt wurde, ist wahlweise mit Kunststoff- oder Glaselementen zu haben und alle 12 Bilder ist der Film voll.

Und die Holga benutzt Mittelformatfilme. Das ist teuer, erst recht für Menschen, die glauben Digitalbilder würden garnichts kosten, und man muß das Zeug verarbeiten, das ist noch teurer. Zum einen weil man die Filme entwickeln lassen muß, zum anderen weil das nach einem Scanner schreit.

Fairer Weise muß man da aber auch sehen, daß die Holga für 25,- € incl. Versand aus China angeflogen kommt.

Wenn man dann aber mit den Bildern auch was anfangen will, wird es teurer. Das Problem ist schlicht, daß die sehr guten Mittelformatscanner sehr teuer sind (Hasselblad Flextight) oder (Nikon) nicht mehr gebaut werden. Für die meisten Dinge reicht aber auch ein guter Flachbettscanner mit Durchlichteinheit, für das was das Objektiv der Holga kann allemal.

Mein älterer Epson hat gerade einem Epson V-700 (gibt es noch neu und um die 450,- €) Platz gemacht, der ein wenig besser und deutlich schneller (gerade mit der automatischen Staub- und Kratzerkorrektur iSRD) scannen kann und der zwar nurnoch zwei statt drei Mittelformatstreifen auf einmal in den Halter bekommt, dafür sind die Streifen aber längs statt quer komplett im Scanbereich angeordnet und hängen nicht mehr teilweise seitlich raus wie beim Vorgänger. Damit kann man dann in einem Durchgang zwei 3er Streifen 6×6 scannen. (Und wenn ich irgendwann mal völlig den Rappel bekomme und eine Großformatkamera kaufe, dann scannt der das auch…)

Richtig Spaß macht das ganze dann mit Silverfast 8 (auch wenn das Programm und ich einen schwierigen Start hatten, sind wir mittlerweile sehr glücklich miteinander), weil man da einfach Rahmen für jedes Bild aufziehen kann und Silverfast die dann nacheinander scannt, wo man früher jedes Bild einzeln nacheinander scannen mußte und den nächsten Scan erst starten konnte wenn der vorherigen abgeschlossen war. Hinzu kam dann noch das Gefummel, weil man jeden Negativstreifen zum Scannen einmal neu im Halter Positionieren mußte. Das macht das Scannen viel angenehmer, weil man nebenbei noch andere Dinge erledigen kann und verschafft dem Flachbettscanner, mit sechs auf einen Streich, dann einen deutlichen Geschwindigkeits- und Komfortvorteil gegenüber reinen MF-Filmscannern.

Für noch schnelleres Scannen: Einfach für ein paar Euro einen zweiten Filmhalter bestellen, dann kann der Scanner weiterarbeiten während man in aller Ruhe die Filmstreifen im  zweiten Halter tauscht.

Da bleibt natürlich immernoch die Frage nach dem “warum analog fotografieren”. Mancher wird sagen, daß man die Bilder hier im Artikel auch locker aus den Daten aus einer EOS 5D erstellen kann und man obendrein noch die deutlich besseren Bilder zusätzlich hätte.

Ja, das mag sein. Aber eine Kamera wie die Holga verändert fundamental die Art und Weise wie man fotografiert. Das fängt bei den 12 Bildern bis zum Filmwechsel und dem Bewußtsein, daß jedes Bild Geld kostet  an, hört da aber noch lange nicht auf, denn der Umstand, daß man an einer Kamera wie der Holga eigentlich nichts einstellen kann bleibt auch nicht ohne Folgen. Spätestens, nachdem man nach den ersten paar Filmen feststellt, daß das überhaupt kein so dolles Problem ist wie der Fotograf der ständig an Blende, Zeit und ISO rumschraubt und der auch früher bei analogem Material brav die Belichtung gemessen hat, im ersten Moment annehmen würde.

Analoges Fotografieren ist aber auch dann anders, wenn man nicht gleich zu so extremen Maßnahmen wie der Holga greift, sondern eine alte Sucherkamera oder eine günstige Spiegelreflex von ebay benutzen.

Da ist zum einen der Umstand, daß die Kamera wieder vom Fernseher zur Black Box wird. Da ist nichts mit rumprobieren, nachschauen, was ändern, weiterprobieren. Zum anderen wird das auch alles langsamer, nein, sagen wir lieber: geruhsamer. Die Bilder sind nach der Aufnahme erstmal weg. Und sie wandern auch nicht gleich abends im Hotel oder zuhause in den Computer und ab ins Internet.

Die Holga-Bilder hier im Artikel habe ich im Oktober 2009 in Frankreich gemacht, irgendwann 2010 entwickeln lassen und dann erst letzte Woche gescannt. Und das war schön, weil es so ein wenig wie eine Schatzsuche ist, wenn man die Bilder wiederfindet. Dazu muß man das Zeug aber nicht unbedingt so lange liegen lassen. Das war auch dem Umstand geschuldet, daß das Scannen vor dem V700 und der neuen Silverfast-Version etwas anstrengender war, aber wenn ich da keine Digitalkamera parallel benutzt hätte, wäre das sicher auch schneller gegangen.





Billig analog fotografieren: Der 20 Euro Scanner

24 12 2011

Analoge Fotografie macht Spaß! Auch in digitalen Zeiten.

Analoge Kameras sind billig (seit letzter Woche steht hier eine minolta* XG 2 mit 1,7 50er im Regal – jede Menge Nostalgie für 49,- € – und es geht noch viel billiger) , ein paar SW-Filme kosten nicht die Welt. Noch eine einfache Entwicklungsdose und ein Wechselsack zum Einspulen der Filme im Hellen. Jetzt noch ein paar Chemikalien dazuschütten, trocknen lassen und fertig.

Die legendäre Yashica T4, Kodak Tri-X 400 (auch legendär) und der 20€ Scanner (noch nicht legendär)

Und dann ist auch schon wieder Schluß mit billig, leider. Denn das Negativ ist zwar das Ende der Filmentwicklung aber nicht wirklich schön anzusehen und auch nur schwer im Internet zu zeigen oder per email zu verschicken. Denn eigentlich ist das Negativ ja nur der Anfang einer weiteren Verarbeitungskette und sich gleich ein Naßlabor einzurichten ist für die meisten, dann doch eher ein Problem. Geld, Räumlichkeiten und nicht zuletzt ist es wieder eine Wissenschaft für sich selbst. Bliebe also noch das Scannen der Negative, aber das ist dann schnell Schluß mit dem günstigen Spaß.

Ein Scan vom Dienstleister kostet schnell zwischen 5 und 20 €.

Neue Filmscanner sind teuer und nicht mehr so gut wie es Filmscanner mal waren. Deswegen sind richtig gute Nikon Scanner, die es nurnoch gebraucht gibt, heute teurer als sie es neu waren und die meisten neuen Filmscanner heute sind. Das nächste Problem ist dann oft die Scannersoftware die bei älteren Scannern zwar mit im Karton war, aber mit aktuellen Betriebssysteme klemmen kann und dann gleich wieder Kosten verursacht.

Der Billigscanner in seiner vollen Schönheit. Jede Menge Knöpfe und keine Kabel.

Aber um billigen Spaß mit Kleinbildfilmen zu haben gibt es eine lustige Alternative. Scanner für unter 50 € (meiner hat als Angebot 19,90 € gekostet), die eben keine Scanner sind, sondern bei denen es sich genau genommen um eine Kombination aus Billigdigitalkamera (5 Megapixel), Makroobjektiv und Leuchtpult handelt. Das Negativ wird von hinten beleuchtet und dann von oben “fotografiert”. Diese Konstruktion bringt auf der Plusseite einige Vorteile mit:

- da nicht zeilenweise abgetastet  sondern fotografiert wird ist das Ding (besonders im Vergleich zu Flachbettscannern) rasend schnell

- das Ding bringt einen hübschen Monitor mit auf dem man eine Vorschau hat

- das Ding speichert auf einer SD-Karte wie eine Digitalkamera und ist damit völlig frei von Treibern etc. (Gerade für Mac-User ein echtes Plus im Gegensatz zu ähnlichen günstigen Geräten die per USB an den Rechner angeschlossen werden, die es dann oft nur mit Treibern und Software für den günstigen Windows-Massenmarkt gibt)

Der Monitor des Billigscanners

- die Kombination, von Digitalkamera, Leuchtpult mit LED-Beleuchtung, eigenem Monitor zur Benutzerführung (und fünfmal so viele Tasten wie ein Nikon Coolscan V) und Speicherung auf SD-Karte wird durch ein Batteriefach für 4 AAA Zellen ergänzt und damit hat man dann ein komplett autarkes Gerät, daß man z.B. auch mitnehmen kann, um schnell mal beim Weihnachtsbesuch bei den Großeltern Opas Negativ-Sammlung zu scannen. (Und durch den Monitor mit “Live-View” ist das Ding auch ganz praktisch um Negative zu sichten, die sich irgendwo finden.)

unbearbeiteter Rohscan von einem AGFA ISOPAN (die "frischen" Filme die noch danebenlagen haben als Ablaufdatum den Juni 1944)

Natürlich hat die Konstruktion auch eine Negativseite, denn das was da qualitativ rauskommt kann natürlich nicht wirklich mit einem Nikon Coolscan oder auch nur einem Epson Flachbettscanner vom oberen Ende der Produktpalette, denn für die 20,- € kann man da natürlich keine ED-Optik und eben auch keine Wunder erwarten.

Ein Manko, daß man im obigen Beispiel sofort erkennt ist, daß der Billigdigitalkamera-Sensor dummerweise im Format 4:3 unterwegs ist und nicht das volle 3:2 (36×24 mm) Kleinbildnegativ erfaßt. Schade, da hätte man besser etwas Auflösung “verschenkt” und dafür sichergestellt, daß das ganze Negativ erfaßt wird.

Und in der 100% Ansicht sieht man natürlich, daß der Nikon qualitativ ganz weit vorne liegt. Was einen nun nicht wirklich überraschen sollte.

Nun muß man bei allem aber auch den Preis im Auge behalten. Absolut sind 20,- € ein Knaller und relativ eigentlich auch, denn da kostet ein gebrauchter Nikon eben nunmal ungefähr so viel wie 30-50 dieser Billigscanner. Und die 20,- € stehen nicht zuletzt auch in einer sehr gute Relation zu einer gepflegten gebrauchten analogen Kamera.

 

Und zu guter Letzt darf man eines nicht vergessen:

Aus dem Bild einer 20 € Digitalkamera von der Resterampe kann zwar niemand die Bilddatei einer EOS 5DII machen. Keine Frage.

Aber ein schlechter Scan(ner) ist was anderes als eine schlechte Digitalkamera, denn der Scanner setzt zu einem viel späteren Zeitpunkt des Prozesses an, da das Bild zum Zeitpunkt des Scannens längst fertig ist und seine Qualität durch das Objektiv der Kamera und den Film (inkl. Entwicklung) definiert wurde.

Wer ein Negativ mit dem 20,- € Scanner scannt, der hat  ja nicht nur die Datei aus dem Scanner, sondern immernoch das Negativ und damit kann man ohne Probleme jederzeit mit einem guten Scanner einen High-End Scan machen oder im Fachlabor die tollsten Vergrößerungen bestellen.

Und die Bilder im Internet zu zeigen, sie Freunden zu schicken und für Abzüge bis 13x18cm sollte das was hier rauskommt locker reichen.

In jedem Fall ist es aber keine Monster-Investition, die einem den billigen Einstieg in die analoge Fotografie verwehren oder vermiesen könnte, sondern eine preiswerte Verbindung zwischen analoger und digitaler Welt.

 

* damals noch ohne Großbuchstaben

 





“Adieu Silverfast!” oder “Schnauze voll!”

4 08 2011
Wer seinen Scanner mit Silverfast nutzt, und ich habe das seit meinem ersten Nikon Filmscanner getan, und Mac OS 10.7 Lion installiert hat, der kann jetzt einen Monat auf seinen Scanner verzichten.
Danke Silverfast!
In der Ankündigungsemail für die neue Silverfastversion, die Ende August kommen soll, vom 26.07. war noch keine Rede davon, daß alle vorherigen Versionen mit Lion nicht funktionieren.
Und ich habe auch nicht damit gerechnet, daß Silverfast noch eine PowerPC-Anwendung ist, denn Lion kommt/kam ja nicht wirklich überraschend.
“SilverFast 8 ist kompatibel mit Windows 7, Vista und XP und läuft nativ auf Mac-Systemen ab Version OS X 10.5 (inklusive 10.7 Lion). Dabei werden 32Bit-Rechner genauso unterstützt wie 64Bit-Systeme. “


Dieser Hinweis kam dann erst gestern in der Werbemail die ein tolles Upgrade-Rabatt-Programm versprach.“Die neue Version SilverFast 8 wird Windows 7, Vista und XP
sowie Mac-Systeme ab Version OS X 10.5 (inklusive 10.7 Lion) unterstützen. Ältere Versionen als SilverFast 8 werden nicht unter Mac OS X 10.7 lauffähig sein. “
Und jetzt noch, im Bezug auf Lion, von “werden” zu sprechen ist wirklich völlig daneben! Eure doofe Software wird nicht irgendwann nicht mehr funktionieren; sie funktioniert jetzt nicht mehr!
Und so habe ich am 21.07., im Rahmen des Umstiegs auf Lion, nochmal schnell ein völlig wertloses Update gekauft, weil einer meiner Scanner noch eine Silverfastversion benutzte die Photoshop CS3 noch nicht versteht (und Photoshop CS läuft nicht mehr mit Lion); denn der Silverfast Nutzer muß ja für jeden seiner Scanner eine separate Version dieser schönen Software kaufen.
Und der Silverfastnutzer kauft öfter mal ein Update/Upgrade.
Neue OS-Version -> kostenpflichtiges Update.
Neue Photoshopversion -> kostenpflichtiges Update.
Neuer Scanner -> ganz neue Lizenz kaufen.
Gestern stand ich dann also dumm da, mit zwei topaktuellen Silverfast-Lizenzen, allerlei Computern, zwei tollen Scannern und zwei Filmen…und eben auch der Erkenntnis, daß ich meine Filme frühestens Ende August scannen kann, ich dafür aber nochmal ein kostenpflichtiges Update kaufen muß, jedenfalls wenn ich sie mit dem Nikonscanner scannen will, weil ich dessen Software im November 2010 neu gekauft habe und es also schon nach weniger als 12 Monaten keine kostenlosen Updates mehr gibt.
Das nenne ich mal rausgeschmissenes Geld!
Da ich meine Filme aber doch irgendwie scannen wollte habe ich gestern nochmal $ 79,- in die Hand genommen (Silverfast kostet 49,- bis über 700,- € je nach Version und das pro Scanner) und mir eine Pro-Lizenz von VueScan von Hamrick gekauft.
Das hatte ich mir vor Jahren mal angesehen, als ich keine Lust hatte wegen einer neuen Photoshopversion schon wieder ein neues Silverfast zu kaufen, damals fand ich das nicht so doll.
Hamrick ist ein ziemlich kleiner Laden und trotzdem haben die es längst geschafft eine Version für Intel-Macs zu programmieren.
Aber was soll ich sagen, die haben sich ziemlich gemacht und VueScan kann einige sehr schöne Sachen (wie z.B. RAW-Scans, d.h. wenn ich ein Bild scanne, dann kann ich nachträglich z.B. die Filmeinstellungen ändern und VueScan rechnet das einfach in Sekundenschnelle aus den Rohdaten des Scanners neu, statt das Bild jedesmal neu scannen zu müssen usw…).
Und das Beste:
Ich darf die Lizenz auf 4 Rechnern installieren und mit sovielen Scannern benutzen wie ich will!
Und alle zukünftigen Updates sind auch im Preis mit drin!




EKG für die Kamera

3 08 2011

Wer gerne mal zu einer etwas älteren mechanischen Kamera greift, der steht irgendwann vor dem Problem, daß er gerne wüßte, ob denn der Verschluss auch das macht, was auf dem Verschlußzeitenrad steht (oder im Fall eines technischen Wunderwerks wie der Holga, “was” der Verschluss überhaupt so macht). Klar kann man dann einen Testfilm (am besten Diafilm) belichten, aber das ist ziemlich umständlich. Und Messgeräte wie sie die Werkstätten haben sind furchtbar teuer, der Weg in die Werkstatt ist weit und die haben auch nicht immer auf, wenn man Zeit hätte hin zu fahren.

Die Lösung all dieser Probleme kommt aus Rumänien, denn da baut Florin solche Messgeräte als Stand-Alone-Lösung mit schickem hintergrundbeleuchtetem Display für derzeit $ 100 das Stück und in Zeiten des Internets finden die Dinger ihren Weg in die ganze Welt.

Die Bedienung ist kinderleicht, die Verarbeitung für ein Kleinserienmodel klasse. Und den Kaufpreis hab ich schon raus, wenn ich einmal weniger in die Werkstatt fahren muß um eine Kamera durchsehen zu lassen.

Auch wenn es im Moment, nach einem ersten Test, eher danach aussieht, daß ich jetzt erst recht mal in die Werkstatt fahren muß.





Nokton 0,95 25mm – “Ein Objektiv ohne Kamera”

8 07 2011

Objektive ohne Autofokus an einer Autofokus-Spiegelreflex sind eine Freude, solange man eine gescheite Mattscheibe reinmachen kann oder sie von Haus aus drin ist.

Objektive mit Autofokus an einer Spiegelreflex ohne Autofokus sind ebenso kein Problem, auch wenn das eigentlich nur bei Nikon in Frage kommt und AF-Objektive natürlich nicht auf sattes manuelles Fokussieren optimiert sind, sondern das Ziel da eher ist, es dem AF-Motor so leicht wie möglich zu machen.

Objektive mit manueller Fokussierung an einer Kamera die dafür gedacht ist und keinen AF hat sind natürlich auch kein Problem, solange man kein Noctilux an einer Leica MD fokussieren will.

Die Leica MD ist eigentlich nur ein Filmhalter, gedacht, um z.B. an ein Mikroskop angeschlossen zu werden. Also eine Kamera für nicht wirklich direkt Objektive vorgesehen waren. Halb so wild, denn am Ende gab es trotzdem Bilder, wenn auch nur von Mikroben oder Zählerständen bei der Post (die haben damals auch noch Telefone vermietet).

Nun aber zu Kombinationen bei denen ich den Sinn nicht so ganz sehe.

Leica M Objektive (ob nun von Leica oder Voigtländer, Zeiss, Minolta…) kann man auf Micro Four Third Kameras (MFT) adaptieren; weil MFT-Kameras einfach ein sehr kleines Auflagemaß haben, gibt es da kaum einen Adapter den man nicht bauen kann.

Nun ergeben sich da zwei Probleme:

MFT hat einen sehr kleinen Chip, der aus einem 24mm Weitwinkel ein “48er” Objektiv und aus einem 50mm ein 100er macht. Wert Teleobjektive mag, der wird das mögen. Wer dagegen wie ich eher zwischen 24er und 50er sein Glück findet, der müßte da Objektive von 12 -24mm verwenden, alles unter 24mm wird dann aber teuer und nicht allzu lichtstark.

Das zweite Problem ist gewichtiger: Scharfstellen auf dem Kameradisplay oder mit einem elektronischen Aufstecksucher.

Meine Olympus EP-1 mußte gehen, weil sie selbst mit AF-Objektiven zuviel Ausschuß produziert hat und man auf dem Display nicht wirklich beurteilen konnte, ob bzw. wo genau die Kamera scharfgestellt hat. Manuelles scharfstellen auf dem Display einer Kamera oder im elektronischen Sucher meiner LX-5 kann ich mir nicht vorstellen.

Bei den Leica-M Objektiven oder anderen alten MF-Objektiven ist es ja so, daß es da Kamerasysteme gibt auf denen die zuhause sind und wo sie auch sinnvoll nutzbar sind.

Ein Voigtländer Nokton 0,95 25mm aber, daß nur auf MFT-Kameras paßt, das keinen AF hat und das obendrein noch eine ziemlich hohe Offenblende hat, scheint dann doch irgendwie nur sehr eingeschränkt nutzbar, wenn man nicht Stilleben vom Stativ machen will.

Wie das in der Praxis aussieht, sieht man hier:





Cloak Bag: Tarnen, Täuschen, Auffallen!

2 03 2010

Es gibt Zubehörteile, bei denen man im ersten Moment glaubt einer Satire aufgesessen zu sein. So wie bei dieser sonderbaren Fototasche mit dem Namen “Cloak Bag”, die dadurch besticht, daß sie oben und unten aufgeht, die Kamera reingeschraubt wird und man sich zum Fotografieren die ganze Tasche vor’s Gesicht halten soll, statt die Kamera aus der Tasche zu nehmen.

Das ganze kommt mit dem Versprechen, daß man nie wieder zögern wird sich seine Kamera umzuhängen und man nie wieder ein Bild verpassen wird. Also geht es um die große Angst, des Fotoamateurs, daß jemand die Kamera sieht und klaut. Und natürlich um das große Problem, daß man im Urlaub irgendwelche Menschen am liebsten heimlich mit dem Tele fotografieren will.

Und um das zu untermauern, bemüht man dann in einem “Testimonial Video” auf der Website eine Photojournalistin, die erklärt, daß sie ohne das Ding nicht in Tijuana hätte fotografieren können. Und nebendran noch einen anderen Fotografen, der so tut als wäre es praktisch unmöglich eine Spiegelrefelxkamera ohne einen Cloak Bag mit auf einen Spaziergang zu nehmen, denn das geht sonst nur mit Kompaktkameras.

Wenn ich nicht will, daß man meine Kamera sieht, dann kann ich sie in eine Tasche stecken und das sogar in eine die oben richtig zugeht, wenn es mal regnet und wo ich noch ein, zwei andere Objektive und einen Blitz* reinkriege. Wenn ich dann fotografieren will, nehme ich sie einfach raus. Das geht mindestens so schnell wie den Cloak Bag oben (und wenn man da zugemacht hat auch unten) aufzumachen und eine bzw. zwei Hände in die Tasche reinzufummeln, um die Kamera bedienen zu können.

Und in der wirklichen Welt wird jemand der mit einer offen sichtbaren Kamera fotografiert vielleicht Aufmerksamkeit, Mißtrauen, Mißfallen und dergleichen auf sich ziehen; keine Frage.

Aber ich würde daraus nicht den Schluß ziehen, daß man weniger Aufmerksamkeit, Mißtrauen, Mißfallen und dergleichen auf sich zieht, wenn man sich plötzlich eine Tasche, in die man beide Hände versenkt hat und aus der ein Objektiv rausschaut, vors Gesicht hält. Ganz im Gegenteil, wer so fotografiert ist für den netten Terroristen, Drogendealer oder Kriminellen von neben an alles, aber sicher nicht der unbedarfte Tourist oder Fotograf.

Und nicht zuletzt sollte man bei allen Drang zum Tarnen und Täuschen nicht vergessen, daß es nur begrenzt sinnvoll ist eine Kamera zu verstecken, weil Menschen die Kameras klauen in den vielen Fällen auch (Hand-)Taschen nehmen und Menschen die andere überfallen machen das auch bei Leuten ohne Umhängetasche. Geld ist eh die praktischste Beute. Und wer Angst hat und was versteckt, der macht sich erst recht interessant.

* Da man die Kamera beim Cloak Bag erst rausschrauben müßte, um einen Blitz drauf zu machen, ist es andererseits egal, daß da kein Blitz reinpaßt…








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