In „Eigenleistung“ verbreitert…

3 10 2009

Wenn man als Bildredakteur ein Bild braucht, daß als extrem breites und flaches Bild funktioniert, dann kann man sich ein Bild suchen, bei dem das so ist oder man kann sich ein suchen bei dem das per Beschnitt funktioniert (wobei da immer die Frage bleibt, ob das dem Fotografen recht ist, denn der hat das Format seines Bildes und die Frage was in seinem Bild so zu sehen ist ja auch aus einem gewissen Grund gewählt und mag es nicht unbedingt, wenn am Ende genau das was ihm wichtig war abgeschnitten ist).

Was allerdings völlig daneben ist, ist einfach das fehlende Drittel zu spiegeln, ein paar allzu verräterische Details zu „photoshoppen“ und das dem Leser noch als Foto zu verkaufen, so wie es die Stuttgarter Zeitung gemacht hat, was aber bei den Leuten von Bildblog aufgefallen ist.

Peinlicher wird das ganze noch, wenn der journalistische Anspruch hinter dem breiten Bild vom Chefredakteur wie folgt erklärt wird:

„Das Foto auf der Seite 1 ist kein Selbstzweck. Es soll zwar die Optik der Titelseite attraktiver und moderner machen, aber es soll vor allem die journalistische Qualität und journalistische Eigenleistungen der StZ hervorheben.“

Da kann man nur sagen: Besser man hätte das mit der „Eigenleistung“ gelassen und nicht an der Leistung des Fotografen rumgefrickelt.

Die ganze Geschichte bei: www.bildblog.de





Wie aus Satire Realität wird

21 09 2009

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Im Internet wird abgeschrieben und aus dem Internet wird abgeschrieben. Genauso holt man sich dort Zitate und Links. Zitate und Links sind kein Problem solange man seine Quellen angibt. Abschreiben ist genauso daneben wie es das früher in der Schule bei den Hausaufgaben war.

Was aber peinlich ist, egal ob man abschreibt, zitiert oder verlinkt, ist, wenn man etwas verlinkt, zitiert oder abschreibt, was man augenscheinlich selbst nicht gelesen hat und was überhaupt nicht zum Thema paßt oder dem diametral entgegenläuft. Und so hat es mein Text zum Thema Pressefreiheit auf dem Oktoberfest mittlerweile auch auf andere Websites geschafft, wo man beeindruckt ist, daß es sogar in Nordkorea ein Oktoberfest gibt.

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Peinliche Nummer. Der Lateinlehrer war früher ja auch nicht beeindruckt, wenn man die Mathehausaufgaben der Parallelklasse abgeschrieben hatte.

Die ganze Nummer zeigt einmal mehr, daß das Internet mit Vorsicht zu genieße ist. Jeder kann hier alles schreiben und deswegen sollte man nicht alles glauben, denn neben denen die bösartig die Wahrheit verdrehen gibt es Unmengen von Leuten die aus Unwissenheit, Unfähigkeit oder als Folge der eigenen Unbedarftheit und Leichtgläubigkeit Dinge verbreiten die mit der Wahrheit wenig bis garnichts zu tun haben.

Viele Menschen sind schnell mit dem Vorwurf bei der Hand, daß klassische Medien durch ihre Anzeigenkunden beeinflußt wären und man ihnen nicht trauen könne. In der Folge singt man gerne das hohe Lied auf den Citizen Journalism. Das auch die ganzen vermeintlich unabhängigen Stimmen im Netz eigene Interessen haben wird dabei ausgeblendet, weil diese oft nicht so leicht erkennbar sind. Sei es, daß es Ihnen weniger um Inhalte als um die darüber erzeugten Klicks und Werbeeinnahmen geht oder sei es, daß man einfach journalistisch unsauber oder sogar missionarisch arbeitet, weil man es nicht besser weiß.





Zur Lage der Pressefreiheit in Bundesmuttis Wuthöhle

22 08 2009

Die eine Ursula von der Leyen lebt in der Pro7 Serie Switch ein beschauliches Leben in einer von der Supernanny betreuten Wuthöhle. Und so wie auch die in Afghanistan in Höhlen lebenden Taliban und Al-Kaida Mitarbeiter ein schwierigen Verhältnis zu den Werten einer Demokratie, wie z.B. der Pressefreiheit, haben so offenbart auch die echte Frau von der Leyen, daß Pressefreiheit für sie eher heißt, daß man sich ausssucht, wer berichten darf. Wie man heute in einem Video bei Spiegel-Online besichtigen kann (jedenfalls bis das BKA die Seite sperrt):

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Sind Menschen, die so wie in diesem Video die Bundesfamilienministerin und eine eher umbekannte, aber sichtlich auf jegliche Art von Machtausübung abfahrende, CDU Abgeordnete aus Friesland, ein derart schwieriges Verhältnis zur Verfassung und der darin enthaltenen Pressefreiheit haben, wirklich geeignet als Representanten dieses Staates zu dienen?

Und auf die Frage warum, die Pressefreiheit bei dem Termin im Kindergarten nicht oder nicht für alle Pressevertreter gilt, fällt Frau von der Leyen, die gerade damit beschäftigt ist das Spiegel-TV Team aus dem Kindergarten zu werfen und dabei auftritt wie als hätte sie das Hausrecht um Kindergarten, nichts anderes dümmeres ein als, so zu tun als wären Fragen der Pressefreiheit Sache der Kindergärtnerin.

Ist ja eine alte Politiker- und 7-fache-Mutter-Weisheit: In Verfassungsfragen immer besser eine Kindergärtnerin vorschicken!

Denn wer traut sich schon in Worte zu fassen, was er von Pressefreiheit wirklich hält, das könnte ja irgendeinem Wähler sauer aufstoßen. Andererseits muß nach diesem Auftritt keine der beiden beteiligten CDU-Frauen mehr allzuviel sagen.

Ein ganz trauriges Kapitel sind übrigens auch die dort ebenfalls anwesenden anderen Journalisten, von denen nichts, aber auch rein garnichts kommt, um den Kollegen, die behandelt werden als sei man in Nordkorea und nicht in Norddeutschland, zur Seite zu springen. „Aber lieber mal nichts sagen, weil man sonst am Ende auch Ärger kriegt“, hat in diesem Land ja auch eine gewisse Tradition.





Der DJV und das Internet

24 07 2009

„man kann gar nicht so oft in den djv eintreten, wie man austreten möchte“ – Stefan Niggemeier (hier)

Gut, daß ich nicht im DJV bin, da brauch ich da nicht austreten. Andere tun das aber und das auch aus guten Gründen. Einer der Gründe ist, daß der DJV nicht wirklich im Jetzt angekommen ist, das zeigt sich zum Beispiel bei der DJV Hexenjagd gegen google oder auch bei dem tollen Werbevideo des DJV, das den Eindruck macht, daß der Journalismus nicht über die Tageszeitung hinausgekommen ist.

Nein, man muß google nicht mögen, man kann an google ettliches kritisieren, wie das z.B. Konrad Lischka bei Spiegel Online getan hat.

Der Kommentator des DJV stößt sich scheinbar massiv gleich am ersten Satz:„Wo auch immer der Name Google auftaucht – fast immer wird jemand einen so reflexartig, penetrant wie unreflektiert vorgetragenen Common Senf dazugeben: Google sei ein Monopolist, ein Datenkraken, eine Gefahr. Dieses neue Feindbild ist seit dem Streit über Googles Straßenansichtsdienst Mainstream: Wer Straßen fotografiert, ist böse.“

Die Reaktion beim DJV auf den Artikel Lischkas ist bestenfalls lächerlich zu nennen, allein schon weil genau das passiert was Lischka beschreibt; das besonders, wenn man sich auch die Diskussion und vor allem den Diskussionsstil des, übrigens in fast lächerlicher Weise um Anonymität bemühten, Autors des DJV in den Kommentaren zu dem Artikel ansieht.

Wenn google Inhalte anderer in seine eigenen Angebote einbaut, kann man schon die Frage nach dem Urheberrecht stellen und es ist auch gut diese Frage zu stellen, aber:

Ist es dabei hilfreich so zu tun als wäre die google-Firmenzentrale irgendwo im Keller des Todestern zu finden? Wäre nicht eine sachliche Auseinandersetzung sinnvoller?

Kann man die positiven Aspekte, z.B. den, daß google User zu den eigenen Inhalten leitet, einfach ausblenden, wenn man google betrachtet? Läuft man nicht sogar Gefahr gerade deswegen zum Verlierer zu werden, weil man eine Chance nicht als solche erkennt und damit verpaßt? (Der Musikindustrie könnte es auch besser gehen, wenn sie das Internet als Chance statt als Schlachtfeld begriffen hätte.) Aber, wenn man der namenlose Redakteur des DJV ist kann, man sogar die positiven Aspekte von google sogar zu einem perfiden System umdeuten.  „Online-Anbieter können sich gar nicht mehr leisten, sich von Google auszuschließen, weil Google der Traffic gehört. Das ist das Problem.“

Noch deutlich undurchdachter ist es, gegen google anzuführen, daß es Menschen gibt die eine Arbeitsstelle als Erzieher im katholischen Kindergarten oder Leiter der Drogenhilfe nicht bekommen haben, weil der Personalchef ihren Namen bei google eingeben hat und er dann Bilder des Bewerbers beim Gruppensex auf einem Autobahnparkplatz oder ein Video vom Kotzen beim Komasaufen gefunden hat. Wer solche Details seines Lebens im Internet öffentlich macht, soll bitte auch mit den Konsequenzen leben.

Wer hier google an den Pranger stellt, der stellt auch jegliche Art von investigativem Journalismus, ja jede Art von Berichterstattung die für jemanden negative Folgen haben kann, z.B. die Aufdeckung der Bespitzelung der Lidl-Mitarbeiter durch den Stern oder alles was Günter Wallraff so gemacht hat, in Frage!

Aber vor allem:

Kann man als Journalistenverband völlig unreflektiert gegen google Streetview schießen, ohne dabei auf die Frage einzugehen, ob man damit nicht die Abschaffung der Panoramafreiheit fordert, was zu massiven journalistischen Problemen führt? Wenn es unmoralisch ist Bilder zu veröffentlichen, auf denen man Menschen, Autos oder Häuser sieht, was bleibt denn dann für den Photojournalismus? Was bleibt für Millionen Normalbürger die als Touristen die Welt fotografieren und die Bilder auf ihre Websites stellen? Sind die Vertreter der Street Photography allesamt so unmoralisch wie google oder sehen wir diese Fotografen weiter als wichtige Chronisten des Alltags die dafür sorgen, daß wir uns heute einen Eindruck vom Leben in Paris vor 50 Jahren machen können, wir heute noch sehen können wie Menschen in den 80ern in New York wirklich gekleidet waren; man könnte die Liste ewig fortführen?

Wenn ein journalistischer Interessenverband (und seien es auch nur einzelne, die in seinem Namen sprechen) bei der Verfolgung der eigenen Feindbilder nicht soweit nachdenkt, daß er scheinbar auch die Interessen derer die er vertritt aus den Augen verliert, dann ist das schon traurig.

Das man dann bei mangelnder Begeisterung derer, deren Interessen man zu vetreten glaubt, einfach die Diskussion unter dem Artikel schließt, ist da nur ein finales Detail und der Ton zeugt von immenser Reife im Umgang mit Widerspruch: „So, alle Argumente sind ausgetauscht, es wird ermüdend. Dann werden wir wohl den Freien empfehlen dürfen, Google-Aktien zu kaufen. Auch gut.“





Netter Zusatzverdienst und höchst peinliche Nummer

22 07 2009

Die „Bild“ hat einen Fotowettbewerb unter ihren Lesern veranstaltet. Kann man ja machen. Gewinnspiele und Wettbewerbe gibt es ja auch anderenorts. Aber bei der näheren Betrachtung durch die Leute vom bildblog sieht es so aus, daß das ganze doch eher irgendwas zwischen Bonusprogramm für die freien Fotografen und höchst peinlicher Nummer ist. Da wird der Gewinner-Fotograf als „gelernter KFZ-Mechaniker“ vorgestellt (was ja stimmen mag) und er selbst wird mit den Worten „So was nennt man wohl einen Glücksschuss“ zitiert (und auch das kann stimmen). Das peinliche an der Nummer ist nur, daß  “Bild“ schon öfter Bilder dieses Fotografen gedruckt hat und das nicht, weil er öfter mal mit einem Glücksschuss einen Fotowettbewerb gewinnt, sondern wohl eher, weil er das augenscheinlich als Beruf macht. Ein Blick auf die Website des Fotografen, wo sich auch „Bild“ und „bild.de“ unter den Kunden finden, die er als Referenzen angibt, weckt jedenfalls nicht den Eindruck, daß er noch als KFZ-Mechaniker arbeitet.

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Was soll man von Journalisten halten, die nebenbei als Laiendarsteller und „glückliche Gewinner aus dem KFZ-Handwerk“ in den Blättern auftreten die sie sonst mit Bildern versorgen? Und wie mögen sich die Leser fühlen die da mitgemacht haben und dann gegen einen Profifotografen der für das Blatt arbeitet verloren haben? Und wie mag sich erst der Teilnehmer fühlen, der auch noch den Tips die die „Bild“ ihm mit auf den Weg gab „Und jetzt gucken Sie mal, welche Tipps die professionellen BILD-Fotografen allen Teilnehmern geben…“ gefolgt ist und nichts gewonnen hat?

Der ethisch saubere Weg wäre garnicht so schwer gewesen:

- als jemand der da professionell Bilder liefert nimmt man an Wettbewerben die sich an die Leser richten nicht teil

- wenn jemand der seit 1999 als Berufsfotograf arbeitet einen Fotowettbewerb gewinnt, dann sollte man ihn nicht als Automechaniker im Glück darstellen und der Fotograf sollte das nicht mitspielen





Der Spiegel und die Spiegelreflex

4 07 2009

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Es ist ja nicht das erste mal, daß ich Artikel bei Spiegel Online zum Thema Photographie enttäuschen finde. Vielleicht ist es keine wirklich gute Idee gewesen, daß man bei Spiegel-Online Phototechnik in die Sparte „Netzwelt“ gepackt hat. Scheinbar hat man da völlig ausgeblendet, daß Photographie schon lange vor der Digitalkamera angefangen hat.

Natürlich ist eine Sucherkamera, die nichtmal einen fest eingebauten Sucher hat, sondern Aufstecksucher nutzt (und sowas ist erstmal nur für eines der angebotenen Objektive erhältlich) wie die Olympus E-P1 (ja, der Rest der Welt schreibt die Bezeichnung der Kamera anders als Spiegel-Online) keine Spiegelflexkamera ohne Spiegel, sondern eher eine Sucherkamera ohne Sucher. Aber das Prinzip Sucherkamera scheint dem Autor des Artikels eher Fremd zu sein. Spiegelreflexsucher o Muerte! oder garnichts:

„Dass der EP-1 der optische Sucher fehlt, liegt bei einer Kamera ohne Spiegel-Apparat in der Natur der Sache – wer das Gehäuse schrumpft, muss ja etwas weglassen.“

Und natürlich gab es schon vor langer Zeit ein noch kleineres Kamerasystem mit Wechselobjektiven und das war sogar eine richtige Spiegelreflex; die Pentax 110.

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Und man kann auch davon ausgehen, daß man sich bei Olympus nicht weil man in der Marketingsabteilung ein Problem mit dieser Kamera hat zum Werbeslogan „Not a compact. Not an SLR. It’s a PEN.“ gegriffen hat, sondern schlicht weil Olympus PEN mal eine Familie von Halbformatkameras (72 Bilder auf einen Film, Negative halb so groß wie KB auf normalem KB Film) war und die E-P1 einen Sensor in der Negativgröße der PEN Kameras hat. Und auch die PEN F hatte schon Wechselobjektive.

Also ist auch die Frage, warum sowas nie einer gebaut hat fragwürdig, denn all die Fotografen die sich sowas gewünscht haben (und ich bin ja einer davon) wollten wieder sowas haben. Denn bevor die Kameras digital wurden gab es es hauptsächlich und wenn man nicht gerade James Bond und damit Minoxnutzer war Kompaktkameras mit großen Bildsensoren, die Olympus PEN war da sogar eher eine Ausnahme, weil sie nur 50% der Negativfläche der anderen Kleinbildfilm (die Negative im Standardformat 24×36mm belichteten) nutzenden Kompaktkameras hatte. Bei einer Kamera wie der E-P1 geht es also weniger um Innovation, als um die Rückkehr vom Irrweg der kleinen, billigeren Chips in kompakten Digitalkameras.

Aber weiter im Spiegelartikel: Man muß sich schon entscheiden, ob die E-P1 jetzt kompakter als eine Mirco Four Thirds Kamera ist oder es sich bei der E-P1 um eine Micro Four Thirds Kamera handelt.

„Aber im Vergleich zu einer Spiegelreflexkamera oder auch einer Micro Four Thirds wie der Lumix G1 wirkt die EP-1 angenehmen leicht und klein. (…) Und da zeigt sich sehr deutlich der Vorteil des Kamerasystems Micro Four Thirds, nach dem die EP-1 gebaut ist.“

Ein Vergleichstest zur Bildqualität macht bei einer Kamera wie der E-P1 natürlich Sinn, denn die Bildqualität ist ja der Grund diese Kamera so anders zu konstruieren als z.B. eine Canon G10 oder Panasonic Lumix LX-3:

„anspruchsvolle Kompaktknipsen wie die Canon G10 (siehe Fotostrecke oben) ersetzt die EP-1 locker.“

Dummerweise präsentiert Spiegel Online in der genannten Bildstrecke mitnichten einen Vergleich zwischen der E-P1 und der G10 sondern einen zwischen Canon G10 oder Panasonic Lumix LX-3. Da kann man sich der Leser dann natürlich nicht wirklich ein Bild von der Leistung der E-P1 machen.

Wer sich wirklich über die E-P1 und andere Kameras informieren will, der ist bei dpreview.com besser aufgeboben.





Zweites Deutsches Staatsfernsehen

29 03 2009

Roland Koch und Edmund Stoiber versuchen weiter das ZDF sturmreif zu schiessen und daraus einen netten Parteisender für die CDU/CSU zu machen. Oder zumindestens einen eingeschüchterten Sender, der wenn er schon was kritisieren will, lieber andere Parteien kritisiert.

Denn natürlich gilt auch: hier bestrafe einen, erziehe 100. Das hat Koch von seinem Freund dem Dalai Lama gelernt. Dem hat das nämlich der Mao mal beim Tee verraten, oder so.

Jedenfalls scheint es für das ZDF noch eine Rettung zu geben, Herr Brender müßte nur folgenden neue Formate auf den Sendeplan nehmen und alles wäre wieder gut:

Pinocchio Teil 3, Die Akne-Jahre

Aktenzeichen Türkei, Kriminelle Ausländerkinder bedrohen CDU Wähler über 60 (Dauerwahlwerbesendung mit Pfefferspray TV-Shop)

Kinder statt Inder, die Sendung mit dem Ausländerfeind und ohne den Elefanten

RoKo und Edi die Baumeister. Wir bauen einen Flughafen und vielleicht auch einen Zug 

ML Muschi Lisa, Das Frauen-Magazin für Mädels mit lustigen Kosenamen

Koch und Kerner, Schön, daß Du da bist!

Bild direkt, Peter Hahne liest seine Kolumnen einfach im Fernsehen vor





Gruppenbild mit Teller und Blitz

14 03 2009

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Die Qualität der Bilder in den meisten deutschen (Tages-)Zeitungen ist mies. Klar, es gibt die paar deutschlandweit erscheinenden Zeitungen die einen ganz anderen Standard halten, aber die kleinen Tageszeitungen in der Fläche sind fotografische Krisengebiete. In den Mantelteilen, die fast ausschließlich mit Agenturmaterial bebildert werden, fällt das nicht so auf und da kann dann auch die kleine Regionalzeitung mal ein Bild abdrucken, das den World Press Photo Award gewonnen hat. Aber spätestens bei den selbst produzierten Geschichten geht es dann steil bergab.  Das hat viel Gründe. Der erste ist, daß in vielen Fällen einfach garkeine Fotografen mehr vorhanden sind, sondern die Bilder von den Leuten die auch die Artikel schreiben „mitgemacht“ werden. Das sieht dann meistens so aus, daß der Redakteur bevor er geht, die Beteiligten schnell zum Gruppenbild stellt. Das macht man natürlich nicht zuletzt um Geld zu sparen.

Aber zu sagen, daß es daran liegt, daß die Leute die da fotografieren das nicht können ist ein wenig einfach, weil es die Frage warum, denn da Leute fotografieren die das nicht können ausklammert. Und auch zu sagen, daß es nur am Geld liegt, trifft nur einen Teil des Problems.

Viel entscheidender ist die Einstellung vieler Blattmacher, vom Volontär bis zum Chefredakteur, zum Thema Fotografie. Bei vielen Blättern sind die Fotografen Mitarbeiter zweiter Klasse (schließlich macht sich ein Foto schneller als ein Text und fotografieren kann jeder). Sie stehen in der Nahrungskette ganz unten, das sieht man auch daran, daß es kaum noch festangstellte Fotografen gibt und sich bei deutschen Zeitungen kaum Fotografen finden, die es irgendwie die Karriereleiter raufgeschafft haben. Der Fotograf gilt oft nicht als Journalist, sondern ist eher eine Art Handwerker; so wie der Typ der gestern die Neonröhre in der Redaktion getauscht hat. 

Diese (Miss-)verhältnis ist oft auch in der Struktur zementiert. Bei vielen Blättern verteilen die Redakteure die Aufträge an die Fotografen und sind im modernen Redaktionsablauf auch diejenigen die das Bild für die Seite aussuchen und es in die Seite einbauen, wenn sie nicht sogar vor Ort dem Fotografen erklären, wie das Bild gemacht zu werden hat. So haben in vielen Blätter, selbst, wenn es noch Fotografen geben sollte, die Schreiber doch das letzte Wort in Sachen Bildsprache. Und der Fotograf der seine Sichtweise und nicht die Erwartungen des Redakteurs umsetzt, ist dann beim nächsten mal halt außen vor. Das Bild, das er für das beste gehalten hätte oder das er zusätzlich gemacht hat kommt eh nicht ins Blatt. Wer bestellt hat das Sagen. Da ist dann das Gruppenbild natürlich eine sichere Bank, ganz im Gegensatz zu Bildern, mit denen der Fotograf versucht eine Geschichte so zu erzählen wie er sie wahrgenommen hat. Beim Gruppenbild ist das Risiko, daß die eigene Wahrnehmung von der der Schreibers abweicht deutlich geringer.
Bildredakteure haben nurnoch wenige Tageszeitungen – daß die Bildauswahl oder die Vergabe der einzelnen Aufträge in den Händen der Fotografen liegt dürfte eine Seltenheit sein.Bildredakteure und Art Directoren, sind wichtig für Fotografen, weil sie deren Interessen in der Redaktion vertreten und auch selbst ein Interesse an guter Fotografie im Blatt haben. Nicht zuletzt zeugt das Fehlen oder Vorhandensein von Bildredakteuren von der Stellung die Fotografie bei einer Publikation einnimmt.

Ein Bild wie das ganz oben würden die meisten deutschen Tageszeitungen (jedenfalls außerhalb des Mantels) nicht drucken; und schon garnicht als Portrait eines Schwimmlehrers. Das nicht weil es schlecht wäre, sondern weil es die dort arbeitenden Fotografen garnicht erst fotografieren würden, weil sie gelernt haben, daß es ihnen nichts bringt soetwas zusätzlich zu machen und darum zu kämpfen sowas ins Blatt zu bekommen. Das kostet nur Zeit die für die meisten Fotografen, besonders jene die auf Anstrich arbeiten, nicht bezahlt wird. Nach den „Lokalzeitungsstandard“ fehlt dem Bild: der Rest des Schwimmlehrers, der Bürgermeister, eine Urkunden und ein Porzellanteller. So gesehen bin ich in einer sehr glücklichen Position, weil ich für Kunden arbeite, die solche Bilder verstehen und sich auch trauen sowas zu drucken.

In weiten Teilen des deutschen Blätterwaldes besteht der Sinn und Zwecke eines Fotos nicht darin, eine Geschichte aus Sicht des Fotografen zu zeigen. Bestenfalls hat das Bild die Geschichte des Schreibers zu illustrieren, das jedoch so leichtverdaulich wie möglich (man könnte auch sagen: „mit dem grafischen Holzhammer“). In den schlimmeren Fällen soll das Bild die Personen der Geschichte zeigen, das aber nicht etwa bei der Tätigkeit, um die es bei der Geschichte geht sondern möglichst in Reih und Glied nebeneinander stehend, damit möglichst viele Menschen in einem Bild Platz finden. Denn ein anderes Ziel von Bildern in Zeitungen ist möglichst vielen Menschen dazu verhelfen, sich oder jemanden den sie kennen in der Zeitung zu sehen. Außerdem kann man Bilder natürlich auch benutzen, um das alles ein wenig aufzulockern und den Platz voll zu bekommen. Schlimmstenfalls hat man Bilder in der Zeitung nur, „weil die anderen das auch machen“.

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Zu behaupten, daß diese schlecht gestellten Gruppenportraits das geeignete Mittel sind den Lesern die Welt zu zeigen oder ihr Interesse für irgendwas zu wecken ( „Ist das ein achteckiger Porzellanteller den unser Bürgermeister da überreicht? Auf den letzten 1000 Bildern waren die Teller immer rund!“), wäre gewagt. Und ob man wirklich damit Leser gewinnt oder halten kann, indem man möglichst viele Leute in der Zeitung abdruckt oder ob man eher dafür sorgt, daß sich der Leser fragt, welchen Wert es denn nun für ihn hat, daß er jeden Tag zwei Bilder mit dem Bürgermeister ins Zeitungsrohr gesteckt bekommt, und er die Zeitung deswegen abbestellt, dürfte für die Zeitungen eine spannende Frage sein. 

Auch bei anderen Themen verkommt das Bild in vielen Zeitungen zum reinen Beweis der Anwesenheit des Journalisten und des Umstandes, daß das Ereignis, so wie es der Text schildert, stattgefunden haben kann

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Es gibt eigentlich keinen Grund, warum man dem Leser nicht zutrauen sollte, mehr aus einem Bild herauslesen zu können, als die Gesichter zu den Namen die drunterstehen zu finden.  Und um nochmal auf das Schwimmlehrerportrait zurückzukommen: Der Leser der bei dem Bild neben einem Artikel über den Schwimmlehrer nicht begreift, um wen es sich da handelt, ist eh verloren. Wenn es aber darum geht einen Leser auf einen Artikel neugierig zu machen, dann wird das mit einem Bild bei dem nicht alles offenkundig ist eher gelingen als bei einem austauschbaren Paßbild.

Vielleicht liegt der Grund für das fotografische Qualitätsproblem in vielen Tageszeitungen ja einfach darin, daß man es geschafft hat trotzdem zu überleben und nun meint, daß man deswegen überlebt hat und deswegen fröhlich weiter macht. Wenn es in der deutschen Tageszeitungslandschaft an etwas fehlt, dann am Glauben, daß man Leser dazugewinnen könnte, indem man seine Arbeit besser macht. Stattdessen verwechselt man Stagnation und langsamen Niedergang mit Kontinuität und Rationalisierung. Die Leser einer Zeitung werden immer halbwegs zufrieden mit einer Zeitung sein, sonst würden sie die Zeitung nicht lesen. Maßstab müsste eher jene sein, die eine Zeitung nicht oder nicht mehr lesen und davon sollte es genug geben.





Ist das noch Journalismus?

7 03 2009

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Manchmal hat man den Eindruck, daß für manch einen „Journalisten“ heute die perfekte Inszenierung hochwertiger ist als das was das wirkliche Leben da so spontan und echt zusammenstümpern würde. Und so verkommt, dann die Berichterstattung über ein Sportereignis, die der naive Zeitgenosse für Sportjournalismus halten würde, zu einer Art Inszenierung wie eine beliebige gut geprobte Fernsehshow.

Zum Beispiel gerade eben beim ZDF. Da wird die Skifahrerin Monika Baumann nach dem Rennen interviewt , dazu muß ich sagen: ich liebe Skisportinterviews, weil ich immer so begeistert bin, daß alle Skiläufer noch Stunden nach dem eigenen Lauf ihre Skier in der Hand halten müssen. Ob es da keine Ständer für Skier gibt?  Vielleicht wird da aber auch schlimm geklaut. Oder die Rennfahrer haben Angst, daß irgendein Besoffener aus einer Skihütte fällt und im Suff, laut „ich bin der Anton aus Tirol…“ singend, mit ihren Skiern wegfährt.

Egal! Jedenfalls gibt Monika Baumann in diesem Live-Interview spontan ihren Rücktritt vom Profisport bekannt. Die Moderatorin tut überrascht und sagt, „An dieser Stelle, vielleicht kriegen wir das hin liebe Regie, wollen wir noch mal einen Erfolg zeigen vom Jahr 2002, sie erinnern sich…“ und kann man Monika Baumann bei irgendeinem Lauf 2002 sehen, wo sie Zweite wurde.

zdf2Und während der 15 Sekunden lange Einspieler von 2002 läuft, sagt die Moderatorin zum Thema Rücktritt nochmal ganz überrascht  “Das kommt jetzt ein wenig überraschend für mich!“

Aber das kann ich irgendwie nicht so recht glauben, daß das jetzt alles ganz spontan war und man die geschnittene MAZ von dem Lauf von vor 7 Jahren einfach so in Sekundenschnelle einspielen kann, wenn die Moderatorin nur „Bitte, liebe Regie!“ sagt. Aber kann ja sein, daß genau das dieser technische Fortschritt ist von dem immer alle reden…





Das BKA-Gesetz (BerufsKampftrinker-Armee-Gesetz)

13 11 2008

bka-hahaha

Wenn man als kleiner Lokalradiosender über Bundespolitik berichtet und das auf seiner Homepage macht, dann muß man das auch irgendwie bebildern. So wie das oben bei einem Artikel über das BKA-Gesetz passiert. Der eine oder andere mag jetzt das BKA Wappen neben dem Artikel sonderbar finden:

bka-klein

Es ist zwar auf der Seite des Radiosenders so klein, daß man nur die Buchstaben BKA erkennen kann, aber irgendwie hatte ich das doch anders in Erinnerung.

Wenn man nun einfach vom journalistisch schlimmsten Fall ausgeht und schlicht annimmt, daß man da einfach bei google.de in der Bildersuche nach dem Begriff „BKA“ gesucht hat um billig an Bilder zu kommen und obendrein noch ein(e) Praktikant(in), mit einer gegen Null tendierenden Wissenslage darüber was das BKA so ist/macht, am Ruder war, dann probiert man einfach Google und BKA aus und landet hier:

bka_google

Huch! Da ist ja das Logo von der Newsseite des Radiosenders!

Und das scheinen die dann auch direkt per copy & paste von der google-Suchergebnisseite runtergesaugt zu haben, ohne mal zu schauen, auf welcher Website das denn wirklich steht, wem das gehört und vor allem wie das in 934 x 980 pixel Größe aussieht.

Hätte man das getan (was ja, nicht zuletzt wegen des Umstandes, daß das Urheberrecht als solches ja auch im Internet existiert und man nicht einfach so Bilder benutzen darf die man irgendwo findet, nicht dumm gewesen wäre), wäre man nur einen Link weiter auf die Website des Kölner Alleinunterhalters Christian Kusen gestoßen ( von da geht es weiter auf www.bka-nippes.de), auf der das Logo zu finden ist. Und da hätte man hellhörig werden können (auch als PraktikantIn), jedenfalls, wenn man ein wenig gesunden Menschenverstand hätte und man sich mal die Frage gestellt hätte, warum das „Berufs Kampftrinker Armee Gesetz“ das Ausspähen privater Wohnungen und Computer erlaubt.

bka

Narhallamarsch!

(der Narhallamarsch stammt immerhin aus Mainz und Das ist ja schon viel näher an Wiesbaden)…