Und noch ein „Sucherkamera“-Konzept

10 11 2009

Kaum, daß die Sucherkameras wieder in brauchbaren Versionen, also Kameras mit großen, rauscharmen Sensoren und entsprechender Bildqualität, Wechselobjektiven, brauchbaren Lichtstärken statt wahnsinnigen Zoomfaktoren und Suchern* statt Löchern auf den Markt zurückkehren und sich mit MicroFourThirds ein Standard entwickelt hat, kommen die ersten Hersteller, die das Rad neu erfinden müssen.

Und so schlug heute die Ricoh GXR im Internet auf. Ricoh hat statt einer Kamera mit Wechselobjektiven eine Kamera mit auswechselbaren Sensor/Objektiv-Modulen gebaut, wobei Sensor und Objektiv fest verbunden sind.

Im Grunde genommen ist das so, als würden Nikon und Canon die Objektive fest an die SLR-Gehäuse schrauben und die Stromversorgung, Speicherkarte, Display und den Auslöser aus der Kamera in einen Hochformatauslöser verlegen, der dann zu allen Modulen paßt.

Und jetzt brauchen wir nur noch Kunden die so doof sind, daß wir es Ihnen als tolle Innovation verkaufen können, daß sie jetzt bei jeder neuen Sensorgeneration auch die Objektive neu kaufen dürfen. Zur Belohnung nimmt das Gesamtvolumen des Kamerasystems auch noch kräftig zu, denn jedes Objektiv hat jetzt noch einen schwarzen Kasten hinten dran.
Stattdessen gibt es Stimmen, die das ganze auch noch als ein Baukastensystem loben. Was daran mehr Baukasten ist als ein Gehäuse-Wechselobjektiv-System müßte wir erstmal jemand erklären. Ein Mittelformatsystem mit Digiback, Kamera mit Wechselsuchern und Objektiven, das ist ein Baukasten.
Und auch der Umstand, daß die Sensoren in den bisher vorgestellten Modulen so unterschiedlich sind, daß die Ergebnisse so aussehen werden als würde man eine Kompakte zusammen mit einer DSLR benutzen, kann nichts sein, was einen Fotografen glücklich macht. Die einen Bilder kommen vom rauschigen Winzsensor der im Zoom-Modul (entspr. 24-70 KB) verbaut ist, die anderen vom APS-C Sensor im Makroobjektiv-Modul (entspr. 50mm KB).
Wenn ich schon ein Kamerasystem benutze, dann sollte auch das, was da an Bildern rauskommt aussehen wie aus einen Guß und nicht wie aus verschiedenen Galaxien. Sonst kann ich auch einfach zwei Kameras benutzen, das macht vom Volumen her u.U. auch keinen Unterschied und billiger wäre das je nach Kameras auch; und wenn was kaputt geht, kann man in jedem Fall weiterarbeiten.
Man kann das Rad neu erfinden, aber es sollte schon was rundes dabei rauskommen. Da Canon, Nikon und Sony bislang noch keine Sucherkameras in der Art eine MFT oder Leica X1 (etwas M9-artiges wird sich kaum jemand außer Cosina trauen) auf dem Markt haben kann man gespannt sein, was da noch kommt. Hoffen wir, daß man da einfach mal schaut wie Sucherkameras mit KB-Film ausgesehen haben und man dann das gute aus dieser Zeit ins Jetzt hinüberrettet statt krampfhaft was neues/anderes machen zu wollen.
* Ich mag elektronische Sucher nicht, aber immerhin zeigt der Umstand, daß allerlei Kameras einen solchen Sucher bekommen, daß die Kamerahersteller erkennen, daß Fotografen zum einen Wert auf Sucher legen und neben dem Bild auch Informationen im Sucher haben wollen und Kameras auch ohne aktiviertes Display bedienbar sein müssen. Das zeigt sich z.B. auch bei der Leica X1 die eine kleine LED hat, die bei Nutzung des Aufstecksuchers aufleuchtet, wenn die Kamera fertig fokussiert hat. Bei der Lumix LX-3 und Leica D-LUX 4 hat man da noch das Display angeworfen um da einen kleinen grünen Punkt auf schwarzem Hintergrund zu zeigen und nebenbei das Gesicht des Fotografen zu beleuchten.

 

 





Leica M9 – Eine Sucherkamera braucht halt einen Sucher

9 11 2009

Mit der Olympus EP-1 bin ich nicht glücklich geworden und bei Olympus hat man scheinbar auch erkannt, daß eine Sucherkamera ohne Sucher irgendwie nicht so das Ende der Weisheit darstellt und deswegen wird es ab Anfang nächstem Jahres eine EP-2 geben bei der man einen elektronischen Sucher aufstecken kann (selbiges bietet auch die Panasonic GF-1, die ebenfalls den MicroFourThirds-Standard nutzt).

Ob es Spaß machen wird mit diesem elektronischen Sucher scharf zu stellen und wie gut das gehen wird, wird man sehen, in jedem Fall macht er die Kamera nicht unbedingt kompakter. Aber wer Zoomobjektive will, wie sie zu den MFT-Kameras angeboten werden, wird um einen elektronischen Sucher kaum herumkommen.

Für mich ging der Weg deswegen zurück zur Meßsucherkamera (meiner M6TTL hatte ich auch lange genug nachgetrauert). Meßsucherkameras sind nicht jedermanns Sache, ob man damit klar kommt muß jeder für sich selbst entscheiden. Dem ganzen aber mal eine Chance zu geben und sowas mal auszuprobieren ist sicher kein Fehler. Meßsucherkameras, gerade wenn Leica draufsteht und sie teuer sind, gehören zu den Dingen in der Fotografie zu denen viele eine Meinung haben; auch gerne ohne sowas überhaupt mal benutzt zu haben. Gleichzeitig sind Meßsucherkameras der Kameratyp, bei dem einem fremde Meinungen am wenigsten helfen. Manche Dinge muß man einfach selbst ausprobieren.

Nach einem kurzen Leica M8-Gastspiel* tut jetzt hier seit ein paar Wochen eine M9 ihre Pflicht und Schludigkeit; und das macht sie richtig gut. Schon die M8 war eine Offenbahrung, aber kaum daß sie da war, war leider schon das Ende ihres Gastspiels absehbar, deswegen hab ich es mir geschenkt etwas dazu zu schreiben, aber viele Dinge die an der M9 toll sind, sind an der M8 schlicht identisch und machen die M8 momentan auch zu einer tollen Gebrauchtkamera. Auch wenn man an jeder Ecke jemanden findet, der einem erklärt, daß die M8 praktisch unbrauchbar sei – Leute die damit fotografieren sehen das anders.

Die M9 ist eine „richtige Kamera“, wenn man die Blende verstellen will, dreht man am Blendenring, wenn man scharfstellen will am Fokussierring und wenn man die Belichtungszeiten verstellen will, dann dreht man am Zeitwahlrad, alles wie bei einer analogen M6. Das ist so dermaßen intuitiv, daß einem Kameras wie eine E-P1 vorkommen wie ein Zauberwürfel. Es ist einfach eine Freude wieder mit einer M-Leica arbeiten zu können, weil es so ist als hätte man wieder eine gute alte Kamera in der Hand. Das ist ein wenig so wie der haptische Unterschied zwischen eine Nikon FM2 und einer D90, das optisch, mechanischen Erlebnis der Fotografie gewinnt wieder über all die elektronischen Aspekte. Natürlich braucht die M9 wie jede Digitalkamera auch ein paar Knöpfe für den digitalen Teil und ein Display auf dem Rücken, hat Menues und eine Speicherkarte, aber auch das ist alles überaus einfach und elegant gelöst, daß man oft schlicht verwundert ist, daß an der Kamera nichts fehlt.

Der Engländer sagt zum Sucher „Finder“ und der Unterschied zwischen einem Sucher einer Sucherkamera wie einer Canon G9 und dem Sucher der Leica M9 ist eigentlich ganz gut beschrieben, wenn man den einen Sucher und den anderen „Finder“ nennt. Der entscheidende Vorteil einer Meßsucherkamera gegenüber einer Sucherkamera ist schlicht und einfach, daß man wirklich sieht wo man fokussiert und das mit einer Präzision die es ermöglicht auch wirklich lichtstarke Objektive bei Offenblende zu benutzen. Die Leica Objektive sind auch bei Offenblende schon gestochen scharf, aber das wäre völlig nutzlos, wenn die Kamera es nicht ermöglicht die präzise Schärfe da hinzulegen wo man sie haben will.

Das war einer der Punkte die an der Olympus EP-1 ärgerlich waren, denn der eingebaute AF hat schon beim 2,8 17er (entspricht einem 35er an KB) bei Offenblende gerne mal daneben gelegen und auch mit der manuellen Fokussierung (über das Display) war das nicht besser zu schaffen (auf das Paar im Hintergrund zu fokussieren wie beim ersten Bild war ein Albtraum), mal abgesehen davon, daß das nicht wirklich schnell geht. Ob man mit einem 1,4er Objektiv da glücklich wird man sehen müssen. Ein gescheiter Sucher war früher etwas ganz normales und sogar Meßsucher waren in Kameras wie der Minolta Hi-Matic zu finden.

Manuelles Fokussieren mit der M9 geht mit ein wenig Übung schneller und präziser als mit dem AF einer Sucherkamera.

Und die Schärfe liegt dann auch genau da, wo man sie haben will. Denn das Meßfeld einer Meßsucherkamera zeigt genau, was innerhalb des Meßfeldes scharf wird, das AF-Meßfeld einer AF-Sucherkamera stellt auf irgendwas innerhalb des Meßfeldes scharf, was genau das ist, ist das Geheimnis des AF-Systems, denn im Gegensatz zur Spiegelreflex und Meßsucherkamera gibt es bei der AF-Sucherkamera keine optische Kontrolle der Schärfe im Sucher (elektronische Sucher mal ausgenommen, aber die haben die gleichen Probleme wie die Displays auf der Rückwand).

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Wenn es dann noch ein gutes Objektiv ist, dann ist die Schärfenebene auch am Rand so scharf wie in der Mitte.

Abgesehen davon, daß die Optiken, die Leica für das M-System baut, zum besten gehören, was man für Geld kaufen kann, sind die Dateien die aus der M9 (oder auch der M8) kommen wegen des nicht vorhandenen AA-Filters vor dem Chip im Vergleich zu anderen Kameras, wie der EOS 5DII, ungeheuer scharf.

Beim Thema Rauschen kann die M9 gegenüber der M8 punkten, aber nicht mit Kameras wie der 5DII oder der Nikon D3 mithalten. Das ist ein tolles Thema für Leute die sich stundenlang damit beschäftigen können Bilder bei 100% zu betrachten, die noch nie einen 800ASA CN-Film gesehen haben und für die das Bild nicht sehen, weil sie an den technischen Aspekten des Fotos hängen bleiben.

Die Praxis ist eine andere Geschichte: Meine Canon DSLRs benutze ich in der Regel bis 800ASA, wenn es sein muß auch mal bis 1600ASA. 3200ASA ginge zur Not auch, allein ich brauche es vielleicht alle 6 Monate einmal. Die M9 ist bei 800ASA unkritisch und bei 1600ASA noch keine Katastrophe, dazu kommt der Vorteil der lichtstarken Objektive und der genaueren Fokussierung, was schnell nochmal 1-2 Blendenstufen bringt. Wo ich mit der Canon bei 800 ASA liege, reichen mir bei der M9 meist schon 400ASA. So gesehen ist Rauschen nichts wovor man bei der M9 sonderlich Angst haben müßte.

Was die Bildqualität betrifft braucht sich die M9 vor Spiegelreflexkameras nicht zu verstecken. Und auch sonst kann sie punkten, denn eine M9 mit 2-3 Objektiven kann man locker in den Jackentaschen unterbringen (ein Leica M 1,4 35er ist ein Winzling im Vergleich zu einem Canon EF 1,4 35L) das macht das Leben im wahrsten Sinne des Wortes leichter, denn eine DSLR mit 2-3 Objektiven den ganzen Tag zu schleppen kann ganz schön in die Knochen gehen. Dazu kommt, daß die Leica leiser und weit weniger auffällig ist als eine DSLR.

Kurz: Die M9 ist eine digitale M6 mit besseren Filmen als man sie zur M6 kaufen konnte.

Auf der negativen Seite stehen ein paar Kleinigkeiten, wie z.B. der Umstand, daß die Kamera Ewigkeiten (im Vergleich) braucht, um eine Speicherkarte zu formatieren, was sich sicher per Firmware-Update lösen läßt und ich hätte die Kamera lieber schwarz verchromt statt lackiert gekauft. Und einen mechanischen Aufzugshebel hätte ich auch lieber als den elektrischen Aufzug. Aber relevant ist das alles kaum.

* Die M8 ist mit der aktuellen Firmware und einem IR-Filter vor dem 6-bit codierten Objektiv eine wirklich tolle Kamera und wenn man sie nicht mit einer M9 zusammen benutzt, kann man damit sehr sehr glücklich werden. Aber eine Kamera die IR-Filter braucht und eine Kamera die ohne auskommt zusammen zu benutzen ist einfach eine anstrengende Kombination.





Der Weihnachtsmann ist auch kein Heiliger!

2 11 2009

Der heilige Nikolaus war Bischof und sah sicher nicht so aus wie der Weihnachtsmann. Der Weihnachstmann ist weder ein Heiliger noch irgendwie eine biblische Figur die irgendwas mit Christi Geburt (das ist das, worum es beim Weihnachtsfest mal ging) zu tun hätte. Irgendwann hat man dann, im Rahmen einer Rationalisierungsmaßnahme und um Synergieeffekte zu nutzen, Sowohl den Nikolaus als auch den Weihnachtsmann zu einem dicken Mann in einem lächerlichen roten Dress mit Gartenzwergmütze und Bart erklärt. Damit brauchte man nurnoch zwei Sorten Alufolie zum Einpacken: Den Typen in Rot und den Osterhasen.

Ob man nun sonderlich religiös ist oder nicht, wenn man schon diese Nikolausnummer durchzieht, dann kann man das auch richtig machen, mit einem Nikolaus, der nicht aussieht als würde er auch den Coca-Cola-Weihnachts-Truck fahren.

 

Um im Webshop der Steyler-Missionare was zu kaufen muß man schon, ein wenig arg katholisch drauf sein und über manches da kann man nur schmuzeln, so wie über die Siedler von Kanaan oder über die Biographie mit dem Titel „Anselm Grün sein Leben“, als wie wenn den Anselm bei Schalke gespielt hätte. Und, wenn es dann in der Beschreibung heißt „Im Bildteil zeigen Originalaufnahmen Momente aus Anselm Grüns Leben.“, dann ist man natürlich auf der einen Seite enttäuscht, daß das nicht steht „(…) aus Anselm Grün sein Leben.“ auf der anderen Seite ist es aber schon toll, daß die Fotos nicht mit Krippenfiguren nachgestellt wurden.

Aber der Nikolaus ist irgendwie eine Ausnahme und für 7,60 € im 4er Pack nicht wirklich teuer. Eine tolle Sache, wenn man z.B. mal bei irgendwelchen „Superchristen“ den 6. Dezember aufmischen will: „Schau mal, was Mama und Papa da gekauft haben und wovon sie behaupten der Heilige Nikolaus hätte es gebracht ist nur eine billige Kopie…“

Und ansonsten gilt, wenn man schon irgendwas kauft, dann kann man auch gleich das Original nehmen.

 





Schmunzler der Woche

31 10 2009

Manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken und man fragt sich ob sich mancher Journalist nicht besser mal 10 Minuten in die Ecke setzen sollte und versuchen sollte herauszufinden, worum es bei der Sache über die er da gerade schreibt eigentlich geht und ob sich das aus einem anderen Winkel ganz anders darstellen könnte.

Wenn ein 50 jähriger böser Moslem irgendwo in Afghanistan ein 14-16 jähriges Mädchen zwangsheiratet wird das in den deutschen Medien als schlimm dargestellt; was es ja ohne Frage auch ist. Die Frage ob die beiden sich vielleicht ganz doll verliebt haben stellt man sich nicht, weil das völlig abwegig erscheint.

Passiert sowas in Afrika, und ist das Mädchen 17 und der glückliche Bräutigam 112 Jahre als, merkt man, daß Afrikaner scheinbar nicht wirklich ernst genommen werden. Denn dann stellt man sich nichtmal die Frage ob das wirklich was ist, was beide wollen. Bei den Schwarzen in Afrika ist immer alles lustig. Also keine Frage, ob das evtl. auch böse Moslems sind oder was noch intelligenter wäre die Frage ob es nicht vielleicht völlig egal, für die Frage ob das gut oder schlecht ist, ist welche Religion jemand hat, der als alter Mann kleine Mädchen heiratet. Lieber suggeriert man, daß es sich wohl um so einen tollen Hengst wie den Hugh Hefner handelt. Aus dem 17jährigen Mädchen und den „Mädels“ im ersten Satz wird im Text „die Frau (…) (die) schon lange sein ‘großer Traum’ gewesen (sei)“. Und schwups ist das, was in Afghanistan noch schlimm war, eine super Meldung für  die Rubrik „Kurz gelacht, die Schmunzler der Woche“.

Ein Schelm, wer es befremdlich findet wenn im Text nur der 112jährige Bräutigam zu Worte kommt, der sich schon auf den Sex und das Kindermachen freut. Wie das sein 80jähriges Sohn finden mag, ist da noch die größte Sorge der Verfassers; der könnte ja auch seelischen Schaden nehmen.

Vielleicht ist es besser, wenn die 17jährige nicht zu Wort kommt, wer weiß ob es dann noch in die Rubrik mit den Schmunzlern der Woche paßen würde; auch wenn „kurz gelacht“ im Sinne von „das Lachen vergangen“ für die Braut vielleicht recht treffend sein könnte.






Was ist soziale Gerechtigkeit?

30 09 2009

„Wir haben zugelassen, dass die einen ihre Heizung nicht mehr bezahlen können und frieren, während die anderen Winter-Barbecues im Garten unter Gasheizstrahlern veranstalten.“

Hanzala Malik, Stadtrat Glasgow, Labour Party





Zeitungen in der Krise

29 09 2009

In denUSA diskutiert man gerade, ob die Regierung beim durch die weltweite Wirtschaftkrise verursachten Zeitungsterben intervenieren soll. Wer ein wenig nachdenkt, wird sich fragen: War denn die Zeitungskriese nicht schon eine Folge des 11. September?

Aber auch das wäre eine Fehlannahme. Die Zeitungskrise ist genau das, was der Name sagt: eine Krise der Zeitungen. Und so ist der Artikel von Daniel Lyons zum Thema in der Newsweek etwas, das schon lange gesagt werden mußte und das sich auch in weiten Teilen mit dem deckt, was die Probleme der Zeitungen in Deutschland beschreibt.

Sehr treffend ist dabei Lyons’ Analyse, daß viele Zeitungen vor allem deswegen in die Krise geraten sind, weil sie den Anzeigenkunden für ihre entscheidende Kundschaft gehalten haben und dabei übersehen haben, daß es die Leser sind die über Erfolg oder Mißerfolg einer Zeitung entscheiden.





Bis zu 1.000.000€ Gewinn garantiert!

12 09 2009

Jeder kennt diese dubiosen Briefe oder Emails in denen einem versprochen wird, daß man gerade bis zu 1.000.000 € gewonnen hat und das ganz ohne überhaupt an em Gewinnspiel teilnehmen zu müssen. Wer ein wenig nachdenkt, wird feststellen, daß der garantierte Gewinn von bis zu 1.000.000 € eben auch erfüllt ist, wenn man genau 0 Euro bekommt. Die die nicht nachdenken lernen meist schmerzlich, daß man dabei noch draufzahlt.

Was das mit Photographie zu tun hat?  Da gibt es Thijs Heslenfeld und dem ist es gelungen beim Fotowettbewerb der Florida Magazine Association zu gewinnen und das auch ohne überhaupt teilgenommen zu haben. Und nicht nur daß, er hat davon auch nur durch Zufall und lange nach der Preisverleihungsgala erfahren, als er das Netz nach Urheberrechtsverkletzungen durchgegooglet hat.

Das ganze ist sehr lesenswert!





Ex(press) und hopp!

11 09 2009

Dienstag Morgen um 12.00 Uhr hätten die Bilder beim Kunden sein sollen. Also hab ich, sicherheitshalber, statt der „vor 12 Uhr“ die „vor 10 Uhr“ Zustellung bei DHL Express gebucht. Und damit nichts schief geht hab ich auch noch versucht alles richtig zu machen und auch peinlich genau drauf geachtet das alles rechtzeitig einzuliefern usw.

Und um den Beweis anzutreten, daß Bilder mehr können als einen Text illustrieren: Es wird sicher niemand nach dem Betrachten des Bildes oben überrascht sein, daß der Kunde als er am Dienstag um 12.00 Uhr angerufen hat, nicht gesagt hat, daß er sich die Bilder jetzt 2 Stunden lang angesehen hat und total begeistert ist. Denn, oh Wunder, die Bilder waren nicht angekommen.

Da natürlich ein wenig Geld dran hing, daß der Kunde die Bilder bekommt, war es das wichtigste erstmal dafür zu sorgen, daß die doch noch irgendwie bei ihm ankommen. Als die Notlösung dann per FTP zum Kunden unterwegs war, hab ich dann mal in die Online-Sendungsverfolgung geschaut und siehe da: es finden sich nur zwei Schritte „Online gebucht“ und „in der Filiale abgegeben“. Also mal die Nummer die daneben steht anrufen und dem Computer eine ellenlange Sendungsnummer diktieren und jede Menge Fragen beantworten. Der Computer wußte auch keinen Rat und hat mich dann an einen Menschen weitergereicht.

Von dem wurde ich dann, nachdem ich 3 mal meine Nummer diktiert hatte und mich beim letzte Durchgang wie ein Logopäde gefühlt habe, erstmal zurechtgewiesen, daß ich die falsche Nummer angerufen hätte. Klar versucht man sich als Kunde dann zu rechtfertigen, daß man die Nummer von der Seite der Onlinesendungsverfolgung hätte. Darauf wird man dann angeblafft, daß die Nummer letzte Woche geändert worden wäre, so als hätte man gerade den Kapitän der Queen Mary II bei der Atlantiküberquerung gefragt, wann denn der Rand der Scheibe käme oder ob es noch weit nach Indien sei.

Egal. Der Mitarbeiter kann in seinem System nur sehen, daß ich einen Aufkleber gedruckt habe von der Abgabe in der Filiale weiß er nichts. Und nein, er kann auch nicht einfach im Tracking auf der Website schauen, da hat er keinen Zugriff. Auch gut. Er nimmt einen klassischen Irgendwas-Such-Auftrag auf und das wars.

Schnell noch eine neue CD gebrannt und per normaler Post hinterhergeschickt.

Und das vorläufige Ende vom Lied:

Die Expresssendung kam am Donnerstag, zeitgleich mit der einen Tag später abgeschickten Schneckenpostsendung, an, das Online-Tracking behauptet immernoch, daß nach der Einlieferung nichts mehr passiert ist und von DHL habe ich natürlich nichts mehr gehört. Zum Glück hat der Kunde mit der Notlösung leben können. Was aber auch nur geklappt hat, weil ich Dienstag-Morgen in der Lage war das Problem zu lösen statt irgendwo schon wieder was anderes zu arbeiten.

Die Fotos haben damit nicht wirklich viel zu tun, aber als ich da am Dienstag Abend dran vorbei kam, konnte ich mir ein „Aha!“ nicht verkneifen.





Geschäftspartner gesucht!

2 09 2009

Heute ist der 02.09.2009, es dürfte so 26°C gehabt haben. Sommer eben. Das macht durstig und so führt einen der Weg in den Supermarkt, um das Getränkefach im Kühlschrank aufzufüllen. Die Menschen wollen Eistee, nicht Elisenlebkuchen.

Sollte man meinen.

Im Supermarkt ist aber seit heute schon wieder Vorweihnachtszeit. Und alle sind da: Elisen-Lebkuchen, Schokolebkuchen, Lebkuchenherzen, Spekulatius, Dominosteine, Marzipanbrote und Marzipankartoffeln. Und alles in mehreren Varianten.

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Natürlich könnte man das jetzt völlig bescheuert finden, weil es jede Vorfreude auf das Weihnachtsfest zerstört, es um die völlige Kommerzialisierung geht und denen, die das betreiben, alles was die Vorweihnachtszeit für Menschen und Kinder bedeuten könnte egal ist, solange die Menschen als Konsumenten dieser Weihnachtsprodukte funktionieren. Man könnte kritisieren, daß es völlig krank ist die Weihnachtskekse rauszuholen solange Mon Cherie noch Sommerpause macht.

Aber in Zeiten der Krise kann man sich doch so eine verkitschte „Plätzchebacken mit Oma“-Romatik nicht leisten. In Zeiten der Krise heißt es Chancen ergreifen und ausbeuten. Und so suche ich jetzt auf diesem Wege einen mutigen Geschäftspartner mit dem ich ein innovatives Produkt auf den Markt werfen kann, das dem veränderten kapitalistischen Weihnachtszyklus Rechnung trägt und nicht zuletzt auch hilft die Vorweihnachtszeit wieder zu dem zu machen, was sie einmal war:

Den variablen, kapitalismusoptimierten Adventkalender.

Das ist ein Adventskalender mit 365 Fächern mit Schokolade drin (statt 24 bei der überkommenen veralteten Version), bei dem der Benutzer aber eine beliebige Anzahl von Schokoladenfächern abtrennen und wegwerfen kann. Somit können Eltern, sobald die Supermarktketten den Startschuß geben und damit den Beginn der Vorweihnachtszeit (Advent von lat. advenire; herannahen)  festlegen, einfach einen Adventskalender herstellen, der genau bis zum 24.12. reicht. Somit können die Familien wieder eine ungestörte und unbeeinträchtigte Vorweihnachtszeit verleben, die obendrein noch deutlich länger (größer ist besser, ist schöner) ist. Ganz ohne irgendwelche Irritationen weil der Adventskalender nur unzeitgemäße 24 Tage mitspielt.

Das mag sonderbar klingen, aber doch auch nicht sonderbarer als fast 4 Monate vor Heiligabend schon die Weihnachtsware auszupacken, oder?





Der polnische Patient

2 09 2009

Wie soll man es finden, wenn auf der Website der Uniklinik von Lublin in der englischen Version ein dunkelhäutiger Assistenzarzt zu sehen ist und kaum, daß man auf die polnische Sprachverion umschaltet, macht es „Zing“ und der Assistenzarzt wechselt die Hautfarbe und man fragt sich, ob das mehr ist als ein Photoshop Disaster? Hat man Angst, daß der polnische Patient Angst vorm schwarzen Doktor hat?

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