Michael Kamber und Leica M Kameras

Michael Kamber ist wohl vielen als Autor einer eher vernichtenden aber durchaus begründeten Leica M8 Kritik bekannt.

Da ist man dann schon überrascht, wenn man jetzt liest, was Kamber alles über die M9 sagt und vor allem, daß im Interview/Video bei Leica nicht nur der Eindruck entstehen könnte, Kamber hätte nie mit der M8 gehadert. Nein, es ist als habe es die M8 nie gegeben und auch so als habe die M9 nichts von dem geerbt, was er an der M8 noch ganz schlimm fand, wie z.B. die hervorstehenden Knöpfe hinten.

Und wenn man im Leica Interview das hier liest:

„The experience of shooting with the M9 is very close to that of shooting with, say an M7. I’m trying to think of what the differences are, but it pretty much feels like the same thing. Obviously you’re not winding the film to the next frame but aside from that, it’s basically the same experience.“

dann ist man sich nicht ganz sicher, wie das wohl gemeint ist, denn in der M8 Kritik ist eben jene M7 noch der Anfang vom Absturz der Qualität der M-Reihe:

„However, based on extensive use of the M7 and M8 over the past few years, I must say honestly: Leica’s days of dependability are long since past.“

„I purchased an  M7 new in 2005.  When I payed for it through a well-known Manhattan dealer, he said to me, “Well you know you have to buy two because they break down all the time.  You’ll need one as a back-up.”  I laughed, thinking he was joking.  He was not.  “My customers bring them back here all the time and I have to send them to Leica for repair,” he told me.

As he warned, I shot four rolls of film with the M7 before it locked up.  Leica returned it after a few weeks but it quit on me in Sierra Leone and again in Darfur.   The camera had to be sent back to Leica four times but still was undependable; the meter fluctuated wildly.  After nearly a year, much of which the M7 spent at Leica’s repair facility in Germany, Leica refunded my money and I gave them back their M7.

My first M8 was similarly glitchy.“

Oder um es zusammenzufassen:

Mit der M9 zu fotografieren, ist genauso toll wie mit einer M7 zu fotografieren. Die fand er genauso unzuverlässig wie die M8 und hat sie sogar wieder zurückgegeben.

Im Videointerview lobt er die Zuverlässigkeit und Robustheit der M9 dann dergestalt überschwänglich („als ich die den Boden aufmachte lief das Wasser raus, macht aber nix“), daß Leica da dann am Ende doch lieber einen Disclaimer einblendet, daß die M9 nicht abgedichtet ist.

Da mag man ihm seine abschließende Frage im Text-Interview:

„(…) I plan to be shooting with the M9 for a long time. Why not?“

gerne mit der Gegenfrage, „Ja, warum eigentlich? Und woher dieser sonderbare Stimmungswandel?“ beantworten.

Ich mag Leicas, benutze die selbst. Aber natürlich sind da ein paar Punkte, die besser sein könnten und es gibt auch Punkte die Kamber an der M8 kritisiert hat, die ich ausdrücklich an M8 und M9 mag (Bodenplatte statt Akku-/Speicherkartentürchen), woran ich mich stoße ist aber, daß scheinbar plötzlich alles Sonnenschein ist, sobald man von Leica interviewt wird. Oder hält er es einfach nur mit Adenauer, der ja auch fragte „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“

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4 thoughts on “Michael Kamber und Leica M Kameras

  1. Beim Namen Leica verändern sich sehr oft und bei vielen Leuten, auf sehr mysteriöse Weise, nicht nur die subjektiven Gedanken und Assoziationen, sondern die objektive Wahrnehmung wird scheinbar radikal ausgeschaltet.
    Egal welcher Schnappschuss, aufgenommen mit Leica Equipment im Wert von 20.000 US$, wird dieser zum fotografischen Meisterwerk… und künstlerisch, sind die Aufnahmen sowieso ganz weit vorne. Der „Mythos“ lebt !

    Das man die M9 mehr mit der analogen M7 oder M6 „vergleicht“ ist ja auch nicht neu. Bei der M8 hatte man von Anfang an das Gefühl, dass es sich dabei um einen „Lückenfüller“ handelt. Wahrscheinlich war die M8 auch deshalb, die schlechteste und unzuverlässigste Kamera die ich jemals besessen habe. Auch wenn die Verpackung, wie immer, schön war… ;-)

    Gewisse Leica Modell haben ihre Qualitäten und Vorteile und wer meint diese unbedingt zu benötigen oder einfach nur einer gewissen Ideologie folgen zu müssen, der ist mit der M9 mittlerweile besser bedient, als damals mit der M8 oder der M8.2.

    1. Man muß da zwischen dem Mythos und dem Werkzeug trennen. Leica dürfte die Kameramarke sein, bei der wie bei keiner zweiten, die Zahl derjenigen dir eine Meinung aber keine praktischen Erfahrungen haben die der Nutzer überwiegt.

      Aber diese sonderbaren Dinge finden sich bei allen Herstellern.

      Es gibt ja auch genug Leute, die meinen um Bilder zu machen wie Bild X aus dem World Press Photo Bildband von 2008 müßte bräuchte man die EOS 1Ds VI, weswegen man besser nicht fotografiert, bis die irgendwann auf den Markt kommt.

  2. Hallo,

    ich bin auch sehr ueberrascht gewesen. Abgesehen davon, dass der Sucher genau so scheisse ist wie bei der M8 und er Weissabgleich weiterhin nicht optimal funktioniert wurde hauptsaechlich auf 3 Merkmale von Kamber eingegangen:
    ISO sicherheitstellung( ISO kann sich nicht so leich umschalten)
    Vollformat ( So kann man wieder 28 als 28 mit Blende 2 benutzen)
    ISO Rauschen. Das Rauschen ist etwas besser geworden.
    Aber es bleibt noch ein langer Weg bevor die Kamera auf dem Niveau von der M6, M3 ist.
    Also glaube ich nicht an M9 forever

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