20 Monate Leica M9


Jetzt sind es schon gute 20 Monate mit der M9 und wir haben uns doch sehr an einander gewöhnt. Und weil die Objektive schon da waren ist auch ein analoges Gehäuse dazugekommen und der Umstand, daß das Bild nach der Aufnahme erstmal weg ist und dann irgendwann beim Filme entwickeln und scannen wieder auftaucht, gibt der ganzen Sache einiges von der Magie zurück, die Fotografie ausmacht.

Kodak Tri-X 400

Die großen Pluspunkte der M9 sind immernoch die Größe von Kamera und Objektiven. Um es kurz zu machen, die M9 ist die ideale Kamera, wenn man hinten auf dem Trittbrett eines Müllwagens unterwegs ist. Die Kamera hängt um den Hals und die zusätzlichen Objektive verschwinden irgendwo in den Taschen.

Die Größe der M9 spielt aber nicht nur beim Packmaß eine Rolle, es arbeitet sich mit der Kamera auch wesentlich ruhiger und zurüchaltender. Auch wenn die M9 im Vergleich zu einer M6 ein lautes Monster ist!

Die ideale Kamera gibt es nicht, jede Kamera hat ihre Fehler und Vorzüge und so gibt es auch Dinge, welche die M9 nicht oder schlechter kann als andere Kameras und im Gegenzug Dinge, die sie besser kann. Die Kamera hochhalten oder in eine Position bringen, wo man das Auge nicht so einfach an den Sucher bekommt und den Autofokus den Rest machen lassen, ist keine Option. Und der Umstand, daß die Nahgrenzen der Objektive zwischen 0,7 und 1 Meter liegen zwingen einen, manches anders zu machen.


Nun darf man aber nicht den Fehler machen eine Kamera an den Bildern, die sie nicht machen kann zu messen. Die Grenzen einer Kamera zu kennen ist die eine Sache, sich von diesen von irgendetwas abhalten zu lassen ist etwas anderes. Ein 85er mag ein tolles Objektiv für Portraits sein, das heißt aber eben nicht, daß man auch nicht auch mit einem 24er oder 200er tolle Portraits machen könnte. Zu einer bestimmten Kamera zu greifen, heißt auch, sich auf die Kamera einzulassen.


Die Besonderheiten der M9 empfinde ich nicht als Einschränkungen, einige kleine technische Unzulänglichkeiten dagegen schon. Der Akku könnte, auch wenn das der Größe geschuldet ist, ein wenig länger halten, das Display ist schwierig, wenn man ansonsten mit Kameras wie der Canon EOS 5DII arbeitet, weil darauf alles vergleichsweise schlimm aussieht. Und auch der Weißabgleich ist nicht ganz so sicher unterwegs wie bei der EOS. Gerade, wenn Kunstlicht auf Tageslicht trifft, hat man mitunter den Effekt, daß Gesichter einen sehr ungesunden magenta/roten Farbstich bekommen, der ein wenig aussieht wie ein Überrest des IR Porblems der M8. Was bei RAW-Daten aber auch beherrschbar ist.

Dafür sind die Farben dann an anderen Tagen und in anderen Lichtsituationen atemberaubend und rein subjektiv scheint es als könne die M9 mit extremen Kontrasten und hartem Lich besser umgehen, als manche andere Kamera, was sicher in vielen Fällen einfach der Qualität der Objektive geschuldet ist.

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