Winterschläfer

Fotografie ist eindringlicher als Videos oder Filme, weil sie prägnante Momente aus dem Fluß der Zeit herausgreift und der Betrachter mit den Augen darin herumwandern kann. Filme und vor allem Amateurvideos kranken oft daran, daß interessante Momente rasend schnell vorbeiwabern und sich die bedeutungslosen Momente in die Länge ziehen.

Aber es gibt diese Filme, bei denen man als Fotograf jedes einzelne Filmbild gemacht haben wollen würde, wo man sich gewünscht hätte neben dem Kameramann zu stehen. Es gibt Filme, die so dicht sind, daß sie einem Spannung über 1-2 Stunden halten könne, daß Licht, Farben und Stimmung der aufeinander folgenden Szenen einen gefesselt halten, daß Musik und Geräusche nicht wegzudenken sind und die eine Geschichte erzählen die fesselnd, stimmig aber eben nicht vorhersehbar ist.

Endlich und erst seit gestern gibt es Tom Tykwers „Winterschläfer“ von 1997 auf DVD.

„Winterschläfer“ ist ein Film für Fotografen, und das nicht weil eine Lomo eine gewisse Rolle spielt und einer der Protagonisten seine Erinnerungen im Fotolabor organisiert, sondern weil Winterschläfer so etwas ist wie ein Bildband auf der Leinwand.

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