Retro? Quatsch!


Bei Dingen wie der Hipstamatic-App spricht man immerzu von „Retro“-Irgendwas. Retro ist auch der Begriff unter den man es gerne packt, wenn heute jemand analoge Kameras benutzt oder die HD-Videofunktion des iPhones zu einer Super8-Kamera mutiert.

Sicher mag es „retro“ erscheinen, wenn eine Kamera wie die Fuji X100 aussieht wie eine Meßsucherkamera aus dem 70/80er Jahren, wobei man sich da auch die Frage stellen kann, ob sie nicht vielleicht auch deswegen so aussieht, weil diese Kameras einfach ergonomischer waren, weil die grundlegenden Funktionen Zeit, Blende und Fokussierung einfach dierekt zugänglich waren und das über Bedienelemente die wie die Verlängerung der Finger des Fotografen waren. Und weil diese Kameras Sucher hatten, die mehr waren als ein Loch zum Durchschauen und Zielen.


Und so wie der Meßsucher einer Minolta HI-MATIC 7sII Fokussierung und Belichtungsdaten zeigt, so kann das auch der Sucher der X100. Wer das „retro“ findet, für den ist das Loch in einer Canon G12 dann wohl „fortschrittlich“. Und auch gegenüber den EVF diverser anderer Kameras (der wenigstens Belichtungszeit, Blende etc. anzeigen kann) ist der Hybridsucher der X-100 fortschrittlich, weil die Bildqualität des Sucherbildes einfach besser ist.


Und ebenso stellt sich die Frage, warum es rückständig, also retro, sein soll wenn man sich beim Fotografieren mit der Hipstamatic-App (oder analogen Kameras) vor dem Fotografieren entscheiden muß, ob das ganze bunt oder s/w wird, statt das nachher zu entscheiden? Warum sollte es rückständig, also retro, sein, wenn man schon vor der Aufnahme weiß, daß es zu Vignettierungen kommen wird statt die nachher zu entfernen oder erst ins Bild reinzurechnen?

Wer solche Entscheidungen vorher trifft, der fotografiert natürlich anders als jemand, der sich alle Entscheidungen offenhält und dann am Ende mal schaut, was man da noch irgendwie retten kann.

Übrigens, ist es dann auch nur konsequent, wenn die Hipstamatic-App genauso wie der optische Sucher einer Kamera kein s/w-Sucherbild bekommt, wenn man sich für einen „s/w-Film“ entscheidet, ganz im Gegensatz zu den s/w-Modi diverser Kameras mit Display oder EVF.

Entscheidend ist, wie immer  in der Fotografie, eigentlich nur, was am Ende übrigbleibt: das Bild. Wie man dahin kommt ist egal. Und da ist es dann auch egal ob so ein Bild aus einem iPhone, einer Leica oder einer Holga kommt.

Schade ist bei alledem nur, daß irgendwie keine andere Digitalkamera, von sich aus, so schöne s/w-Bilder machen kann wie eine 1,59 € App für das iPhone…

 

 

 

 

 

 

 

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2 thoughts on “Retro? Quatsch!

  1. Mal eine generelle Frage, warum gibt es von diesem Blog nur einen gekürzten RSS-Feed ohne Bilder? Das Argument Werbung zieht ja hier nicht, denn zumindest auf den iDevices erscheint keine solche, wenn man die Seite selbst besucht!

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