Nokton 0,95 25mm – „Ein Objektiv ohne Kamera“

Objektive ohne Autofokus an einer Autofokus-Spiegelreflex sind eine Freude, solange man eine gescheite Mattscheibe reinmachen kann oder sie von Haus aus drin ist.

Objektive mit Autofokus an einer Spiegelreflex ohne Autofokus sind ebenso kein Problem, auch wenn das eigentlich nur bei Nikon in Frage kommt und AF-Objektive natürlich nicht auf sattes manuelles Fokussieren optimiert sind, sondern das Ziel da eher ist, es dem AF-Motor so leicht wie möglich zu machen.

Objektive mit manueller Fokussierung an einer Kamera die dafür gedacht ist und keinen AF hat sind natürlich auch kein Problem, solange man kein Noctilux an einer Leica MD fokussieren will.

Die Leica MD ist eigentlich nur ein Filmhalter, gedacht, um z.B. an ein Mikroskop angeschlossen zu werden. Also eine Kamera für nicht wirklich direkt Objektive vorgesehen waren. Halb so wild, denn am Ende gab es trotzdem Bilder, wenn auch nur von Mikroben oder Zählerständen bei der Post (die haben damals auch noch Telefone vermietet).

Nun aber zu Kombinationen bei denen ich den Sinn nicht so ganz sehe.

Leica M Objektive (ob nun von Leica oder Voigtländer, Zeiss, Minolta…) kann man auf Micro Four Third Kameras (MFT) adaptieren; weil MFT-Kameras einfach ein sehr kleines Auflagemaß haben, gibt es da kaum einen Adapter den man nicht bauen kann.

Nun ergeben sich da zwei Probleme:

MFT hat einen sehr kleinen Chip, der aus einem 24mm Weitwinkel ein „48er“ Objektiv und aus einem 50mm ein 100er macht. Wert Teleobjektive mag, der wird das mögen. Wer dagegen wie ich eher zwischen 24er und 50er sein Glück findet, der müßte da Objektive von 12 -24mm verwenden, alles unter 24mm wird dann aber teuer und nicht allzu lichtstark.

Das zweite Problem ist gewichtiger: Scharfstellen auf dem Kameradisplay oder mit einem elektronischen Aufstecksucher.

Meine Olympus EP-1 mußte gehen, weil sie selbst mit AF-Objektiven zuviel Ausschuß produziert hat und man auf dem Display nicht wirklich beurteilen konnte, ob bzw. wo genau die Kamera scharfgestellt hat. Manuelles scharfstellen auf dem Display einer Kamera oder im elektronischen Sucher meiner LX-5 kann ich mir nicht vorstellen.

Bei den Leica-M Objektiven oder anderen alten MF-Objektiven ist es ja so, daß es da Kamerasysteme gibt auf denen die zuhause sind und wo sie auch sinnvoll nutzbar sind.

Ein Voigtländer Nokton 0,95 25mm aber, daß nur auf MFT-Kameras paßt, das keinen AF hat und das obendrein noch eine ziemlich hohe Offenblende hat, scheint dann doch irgendwie nur sehr eingeschränkt nutzbar, wenn man nicht Stilleben vom Stativ machen will.

Wie das in der Praxis aussieht, sieht man hier:

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2 thoughts on “Nokton 0,95 25mm – „Ein Objektiv ohne Kamera“

  1. Hallo Sascha, bei der P1 gibt es (wie bei den meisten anderen EVILs auch) eine Sucherlupe. Man kann dann ein grünes Kästchen an eine beliebige Stelle im Bild schieben und dann ein 7x und 10x-Vergrößerung aktivieren. Damit lässt sich sehr präzise scharf stellen. Ich habe momentan neben dem 20mm-Pancake von Panasonic ein Minolta 50mm MD 1:1.7 mittels Adapter im Einsatz (als Portrait-Brennweite) und keine Probleme mit dem Scharfstellen. Auch in der Bildkontrolle kann man mit dem oberen Walzenrad hineinzoomen und so schnell kontrollieren, ob der Fokus richtig sitzt.

    DigitalRev-Videos haben einen hohen Unterhaltungswert. Ich denke aber, dass Kai hier auch mit einer M9 Probleme gehabt hätte, scharfe Fotos bei Offenblende zu machen. Für das Nokton gibt es unzählige Beispiele, die sehr gut demonstrieren, dass das Objektiv nicht nur für „Stilleben vom Stativ“ geeignet ist, s.z.B. hier: http://www.peterlueck.com/tag/f0-95/ Ein Riesenvorteil der Pens ist der Body-Stabilisator, der (richtig eingestellt) bei allen, auch den manuellen Objektiven, funktioniert.

    Natürlich ändert das alles nichts am Brennweitenproblem. Manuelle Objektive für den Weitwinkelbereich wird man nicht finden – höchstens C-Mount-Optiken, die allerdings am Rand stark vignettieren.
    Viele Grüße, Johannes

  2. hallo sascha,
    inzwischen gibts auch noch die e-p3 dazu und ich nutze beides sehr gerne auch bei konzerten und für theater, um das dunkle zum leuchten zu bringen
    viele grüße steffen

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