Bezahlt werden…

Marie Colvin, die letzte Woche in Syrien getötet wurde, hat sich kurz vor ihrem Tod darüber beklagt, daß ihre Artikel nicht frei im Internet zugänglich sind, da ihr Auftraggeber die Sunday Times viele Inhalte auf der Website nur gegen Bezahlung anbietet. (Mittlerweile sind Teile gratis zugänglich).

http://mediadecoder.blogs.nytimes.com/2012/02/22/syrian-correspondent-wanted-her-reporting-read-outside-pay-walls/

Natürlich kann man den Wunsch eines Journalisten verstehen, eine Geschichte – noch dazu eine wichtige – möglichst vielen Lesern zugänglich zu machen.

Auf der anderen Seite muß man aber auch sehen, daß die Arbeit eines Journalisten nur möglich ist, wenn sie sich selbst und ihre Publikation finanziert und er davon leben kann, das gilt ganz besonders für die Arbeit in Krisengebieten. Man darf nicht vergessen, daß in der Zeit vor dem Internet kein Journalist von seinem Auftraggeber gefordert hätte, er solle die Zeitung oder das Magazin kostenlos verteilen, weil die Geschichte wichtig ist.

Gerade weil die Geschichte wichtig ist muß der Leser dafür bezahlen, weil es sonst die nächste wichtige Geschichte nicht mehr geben wird.

Und wenn die Geschichte wirklich wichtig ist, dann werden auch viele Menschen die Geschichte lesen wollen.

Das Problem ist das Internet. Oder genauer, der Umstand, daß die Medienbranche es bis heute nicht wirklich verstanden hat, geschweige denn daß man es geschafft hat Bezahlkonzepte zu entwickeln die den eigenen Bedürfnissen entsprechen.

Bei den klassischen Printmedien gibt/gab es den Abonnenten und die klassische Laufkundschaft am Kiosk. Auf letztere verzichtet man im Internet weitestgehend, dort gibt es praktisch nichts, ohne, daß man sich irgendwo anmeldet, registriert oder man gleich etwas abonniert. Einfach so an einer Straßenecke des Internets anonym eine Zeitung kaufen, ohne irgendetwas von sich preis zu geben, das geht nicht.

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