Sven Regener zum Urheberrecht

Sven Regener, Autor und Frontmann von „Element of Crime“, in einem Radiointerview zum Thema Urheberrecht und Piratenpartei.

Was soll man sagen, der Mann hat Recht. Und gerechten Zorn!

Vor allem, wenn es um das Sterben der Indy-Labels und damit dem Verlust von Musik für junge Menschen abseits von Boygroups und DSDS, den Vorwurf Urheber seien Nutten, die das alles nur wegen dem Geld machen, und die spannende Frage wie die Piratenpartei reagieren würde, wenn Regener Morgen eine eigene „Piratenpartei“ gründet, geht.

 

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

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10 thoughts on “Sven Regener zum Urheberrecht

  1. „Jede Mark, die wir verdienen, bekommen wir von Leuten, die sagen ‚Ja, dieses Lied ist mir 99 Cent wert‘. Das ist die Idee, die Rock’n’Roll groß gemacht hat.“

    Das muss doch Satire sein :D
    Zu geil! Wenn der das allerdings Ernst meint, oje.

  2. Hat er denn recht? Ich kenne mich nicht aus in der Musikwelt der 15 bis 30jährigen und von Indie hab ich schon mal gar keine Ahnung. Aber stimmt es, daß es da nichts mehr gibt oder ist es vielleicht so, daß es nur die Indie-Labels nicht mehr gibt, die er mal kannte, aber durchaus neues nachgewachsen ist?

    Und wenn es da nichts gibt, liegt es daran, daß alle immer alles umsonst haben wollen oder hat es vielleicht ganz andere Gründe?

  3. Zumindest in Teilen hat er natürlich recht. Dass weis auch jeder Filesharer (oder sollte es zumindest wissen) dass erauf lange Sicht ein Sargnagel für professionelle Musik/Filme/… ist.

    @Erwin: Sich zwei kleine Zitate rauszusuchen ist billig, entspricht aber dem Niveau der Gegenargumentationen zum Thema Urheberrecht.

  4. @Erwin: Nein das ist nicht Satire, dass ist bittere Wahrheit, auch wenn von „Idee“ zu sprechen sehr unglücklich ist. Rock’n’Roll gibt es, weil es nicht nur die entsprechende Musiker, sondern auch Produzenten, Plattenfirmen, Plattenladen etc. gab, die Rock’n’Roll produzieren und verkaufen wollten — und eben Menschen, die die Platten kaufen wollten. So ist Rock’n’Roll groß geworden. Hätte niemand dafür bezahlen wollen, so wäre z.B. Chuck Berry Pförtner geblieben, und der Rock’n’Roll wäre nicht nur nicht groß geworden, sondern nicht mal geboren.

    Was ist den so schlimm daran, dass die Leute, die Musik hören möchten, die Musiker (und die Toningenieure, die Distributoren etc) bezahlen?

    Ich kann Regener zustimmen, und sein Zorn finde ich sympathisch (obwohl ich für seine Musik kein Cent geben würde, weil ich sie einfach nicht mag)

  5. @blb
    Also von deiner Relativierung hin zu „Die Idee, Einzelsongs für 99 Cent auf Online-Börsen legal zu verramschen, hat den Rock’n’Roll groß gemacht“ ist es schon ein großer Spaghat.
    Davon abgesehen ist das einfach PR-Unsinn der Industrie. Eine Jugendströmung wird deshalb groß, weil sie die Massen begeistert, ob per bezahlter Schallplatte oder illegalem Download. Was zählt, ist der kulturelle Einschlag, nicht, wer daran wieviel abkassiert.

    „Was ist den so schlimm daran, dass die Leute, die Musik hören möchten, die Musiker (und die Toningenieure, die Distributoren etc) bezahlen?“

    Daran ist nichts schlimm. Es ist wieder PR-Unsinn der Industrie, dass im Internet eine Kostenlos-Kultur herrscht, man schiebt den schwarzen Peter einfach an die Konsumenten ab, dabei hat man es selbst versäumt, akzeptable Vertriebsformen im Internet zu etablieren (ganz im Gegensatz zu den bösen Musikpiraten). Unsinnsportale wie musicload sind eine Beleidigung für jeden Musikliebhaber, für so einen Schund werde ich natürlich nicht bezahlen. Für eine großartige Plattform wie Oink hingegen wäre ich hingegen bereit, so einiges hinzublättern. Leider gibt es diese Angebote bislang (also die letzten 12 Jahre) eben nur „illegal“. Nur ist man dank ihnen eben nicht mehr auf die Frechheiten der Herren Plattenbosse angewiesen, das Internet hat sozusagen das Machtgefüge verschoben, Angebot und Nachfrage halt. Anstatt diese Nachfrage zu befriedigen ist die Herangehensweise der Industrie aber leider, die Nachfragenden solange zu kriminalisieren und zu verklagen, bis sie das vorgesetzte Angebot gefälligst akzeptieren.

    Falle auch bitte nicht auf die Musiker / Indie-Label Ausrede herein, gerade die Indie-Labels sind diejenigen, die das Potential von Gratis-PR auf Plattformen wie Youtube noch am schnellsten verstanden und umarmt haben. Logisch, haben die ja nicht die finanziellen Möglichkeiten sich flächendeckente PR-Küngeleien mit zB Fernsehsendern zu leisten und so ihre Künstler ganz unabhängig von Qualität oder Erfolg einfach in die Öffentlichkeit zu drücken. Nein – DAS ist das Modell der fetten Majors. Da dieses Modell nun jedoch am Scheitern ist (Internet sei Dank), inszeniert man sich natürlich als der große Bewahrer aller Musik, ohne den es unsere Lieblingslieder alle nicht gegeben hätte. Blanker Unsinn, man will in Wahrheit einfach weiter abkassieren und so wenig wie möglich dafür arbeiten (also alles so wie früher). Die entworfenen Horrorvisionen sind glatt erlogen, Musik wird es immer geben, auch wenn niemand auch nur einen einzigen Cent daran verdient. Belege? Guck mal in einer deutschen Großstadt deiner Wahl in eine Fußgängerzone. Oder in ein Land der dritten Welt.
    Wieviele Independent-Künstler hört man denn rumheulen über den Untergang der Musik? Gar keine. Es sind immer nur die dicken Konzerne und ihre Fingerpuppen.

  6. Sven Regner hat mit 90% von dem was er sagt FAKTISCH unrecht, Insbesondere mit der zitierten, nicht vorhandenen “endemischen” Musik meiner Generation (eine wahnsinnige Behauptung deren Lächerlichkeit Regner noch dadurch unterstreicht, das er die Musikrichtung seiner Band als “indie” bezeichnet). Ein Dinosaurier-Rant, der eben mal allen Musikern “ins Gesicht pisst”, die in ihrer Jugend bereits selbst Musik runtergeladen haben, und ihre sozusagen im Gegenzug zur Verfügung stellen, zumindest frei hörbar machen. Denn das is ja quasi “Straßenmusik”. Meine Fresse

  7. Die Piraten haben einen materialistischen Standpunkt zur Kreativität. In ihrem Parteiprogramm bestreiten sie die Gegebenheit geistigen Eigentums, da alles Kreative aus früherem Kreativem zusammengesetzt sei. Das ist einfach nur dumm. Musik entickelt sich weite,r weil Individuen zwar Altes nehmen, dieses jedoch verändern und zwar, indem sie ihm ihren eigenen, unverkennbaren, individuellen, Stempel aufdrücken. Natürlich macht Chick Berry Rock´n´Roll. Aber nicht jeder der zehntausenden RocknRoller hat etwas wie Johnny B Goode geschaffen. Das kann eben nur Chuck Berry. Ich nehme dieses Beispiel nicht, weil ich R´n´R-Fan bin, sondern weil sich gerade in dieser Musik zeigt, wie auf einer relativ starr vorgegebenen Form unglaublich freie Neuschöpfungen geschaffen werden können.
    Demnach haben die Piraten einfach nur unrecht. Ganz einfach deshalb, weil die selbst nichts schaffen.
    Oder nein: einer meiner Bekannten vertritt sehr vehement die Piratenpartei, nennt die GEMA „Contentmafia“ usw. Er selbst hat ein Spiel für Handys programmiert und bietet es, gegen Bezahlung natürlich, an – möchte mal wissen, was der sagt, wenn ihm einer das kopiert und nichts dafür zahlt.
    http://feydbraybrook.wordpress.com/2012/03/22/lauer-arbeit-kann-man-nicht-anfassen-also-muss-man-sie-nicht-bezahlen/

  8. Sehr entehrter Herr Regener,

    mit einer Mischung aus Belustigung und Empörung musste ich Ihre Suada gegen Urheberrechtsverletzer und Piraten im Bayerischen Rundfunk zur Kenntnis nehmen.

    Sie fühlen sich also „ins Gesicht gepinkelt“, wenn sich irregeleitete Musikliebhabende ihre Machwerke ohne angemessene Geldstrafe herunterladen? Wahrscheinlich würden Sie auch für Leute, die wie früher Kassettenmitschnitte am Radio aufgenommen oder für Freunde eine LP oder CD überspielt haben, die härtestmögliche Bestrafung fordern, weil Sie sich um die süßen Früchte Ihrer ach so harten Arbeit betrogen sehen? Ach Gottchen, dann sollten Sie das Musikmachen doch bitte bleiben lassen, wenn es Ihnen keinen Spaß macht, und das Schreiben und Interviewgeben gleich auch.

    Wer Mukke nur wegen der Kohle macht, ist in meinen Augen ein armes Würstchen, für das ich einerseits Mitleid, andererseits Verachtung empfinde.

    Grußlos,
    usw.

    PS: Wieviel zahlen Sie eigentlich an Lars von Trier, bei dem Sie ihren Bandnamen geklaut haben?

  9. „Wer Mukke nur wegen der Kohle macht, ist in meinen Augen ein armes Würstchen, für das ich einerseits Mitleid, andererseits Verachtung empfinde.“

    Ja, es ist schon ein widerliches Begehren, für die eigene Arbeit bezahlt zu werden und davon leben zu können.

    So gesehen sind doch alle Menschen die 40 Stunden die Woche zu Hungerlöhnen arbeiten (am besten noch ein eigenes Auto mitbringen um Pakete auszufahren) und Hartz IV Ergänzungsleistungen brauchen, um über die Runden zu kommen wahre Helden.

    Die blöde Frage ist nur: Wer zahlt denen die ergänzenden Hartz IV Leistungen, wenn alle das so machen müssen.

    Kleiner Tip: Die Konzerne die dicke Gewinne machen, indem sie so Mitarbeiter unterhalb des Existenzminimums für sich schuften lassen können werden das nicht tun.

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