Abgemahnt wegen Frigidität

„Es geht den Piraten insbesondere darum, wie Wissen der Allgemeinheit stärker zur Verfügung gestellt werden kann. Die derzeitige Diskussion um das geistige Eigentum, um Tausch und Handel von Eigentum, von Gütern dreht sich dann zumeist um Musiktitel und ähnliches. “

, sagt der Bundesvorsitzende der Piraten dem Deutschlandradio.

Reden wir also mal über die Behauptung, daß das Urheberrecht die Verbreitung von Wissen bremst und immer nur arme Schüler trifft. Da hat dann der Kollegen Achim Duwentäster mal was recherchiert. Ist ja auch eine nette Idee, wenn es um Bildung und Wissen und so geht:

„Nach den Erhebungen des Vereins zur Hilfe und Unterstützung gegen den Abmahnwahn e.V. erfolgen rund zwei Drittel der Abmahnungen wegen Porno-Videos. Schul- und Fachbücher findet man gar nicht in der Erhebung.“

Und damit sind wir dann auch beim Titel dieses Textes angekommen, denn das ist der entliehene Titel eines Pornofilms, auf der Liste des Vereins, die Werke auführt wegen denen abgemahnt wurde:

http://abmahndatenbank.de/Gesamtliste%20abgemahnte%20Werke.html

 

Wie sollte jemand mit den Piraten ernsthaft über das, was sie allenthalben eine „Reform des Urheberrechts“ nennen reden, wenn doch nicht mehr kommt als das alte Klischee des armen Schülers der wegen eines Liedes abgemahnt wird kommt. Oder aus dem Lied gleich die Suche nach „Wissen“ wird.

Welchen Wissensgewinn für den deutschen Schüler versprechen sich die Piraten von den immerhin (laut Liste) drei Folgen der Pornoreihe „Abgemahnt wegen Frigidität“?

 

Über die Frage ob man jemanden per Abmahnung abkassieren kann, nur weil in irgendeiner Liste eine IP-Nummer auftaucht, über die ein Download stattgefunden haben soll, da könnte man mal drüber sprechen.

Sprechen wir über die Leute denen eine Firma einen Internetanschluß verkauft hat und die nichtmal wissen (jedenfalls bis dann Post von einer der bekannten Kanzleien kommt), daß sie ein WLAN haben, über das sich der Nachbar Pornos runterlädt!

Ein Lied kostet bei iTune 99 Cent, die Abmahnung geht ins Vierstellige? Könnte man drüber reden, denn das sind alles keine Probleme die nur durch die Abschaffung des Urheberrechts zu beheben sind.

Aber, auf der Basis des „armen Schülers auf der Suche nach Material für sein, alle Lebenschancen entscheidendes, Referat“ braucht man nicht reden. Jedenfalls nicht, wenn man bei uns Urhebern etwas anderes rüberbringen will, als daß man uns für ein wenig doof hält.

 

 

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