verkopfte Kunstscheiße

Und genau diese verkopfte Kunstscheiße zerstört den Fotojournalismuss!

Diese Bilder sind kein Journalismus, das sind Symbolbilder. Die Bildunterschriften könnten frei erfunden sein und die Bilder hätten aus sich heraus nicht ansatzweise die Kraft diesen Lügen zu widersprechen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ueber-grenzen-fotoausstellung-im-berliner-haus-der-kulturen-der-welt-a-869358.html

Ist ein Grüner Overall mit Gewehr im Wald wirklich ein „Ureinwohner auf Taubenjagd“ in Kanada oder ein Singvogel mordender Italiener?

Zitat aus dem Artikel:

„Auch in Kanada geht Macht über Öl. Als Konzerne die Röhre quer durchs Land zogen, wurden die Lubicon Cree einfach vergessen. Seitdem erste Lecke auftraten, verschimmeln Häuser. Eulen fallen tot vom Himmel. Die Fotografie eines Taubenjägers, mit dem die Ausstellung wirbt, erinnert vage an den einstigen Erwerb der Ureinwohner. Heute bleibt den meisten nur noch die Invalidenrente. Exil. Duldung. Frontex. Die Assoziationskette über Grenzen ist lang.“

Wie lang darf eine „Assoziationskette“ sein, damit es noch Fotojournalismus ist?

Und wenn man sich das Bild anschaut, das der folgende Absatz beschreibt,

http://www.spiegel.de/fotostrecke/ueber-grenzen-fotoausstellung-berlin-haus-der-kulturen-der-welt-fotostrecke-90193-3.html

dann fragt man sich schon, ob man selbst zu ungebildet ist all das aus dem Bild zu lesen:
„Für das Machtspiel von hier und drüben braucht es nicht viel, nur den sogenannten kleinen Unterschied. Das Selbstporträt von Linn Schröder zeigt den schmalen Grat zwischen Leben und Tod: Die rechte Brust amputiert, hält die Fotografin ihre neugeborenen Zwillinge in den Armen. Während das eine Baby beim Milchtrinken eingeschlafen ist, liegt das andere noch wach und hungrig da. Der Arm eines Mannes greift in das Geschehen ein und animiert es mit dem Finger zum Saugen. Angesichts der intimen Dreieinigkeit scheint dieser Eingriff brutal. Zudem sind die Körper von beinah unerträglich hässlichen zu Kleidern umfunktionierten Netzstrumpfhosen umhüllt. Sofort misstraut man ihrem Schutz. Auch die Umgebung hat mit dem braun-goldenen Bettdeckenmuster einen seltsam, anstößigen unwirtlichen Charme.
Versinnbildlichte die barocke Allegorie der „Ecclesia“ mit einem säugenden und einem weinenden Kind die Hilflosigkeit der Kirche, so kommt Schröders Bildnis wie ein Alp daher: nicht von der nackten Haut, die vor der Krebserkrankung eine Brust gewesen ist, geht diese kaum auszuhaltende Spannung aus. Es ist diese grobe Naht der zum Body zusammengenähten Strumpfhosen, die die andere Brust bedeckt. Wie eine fette Narbe zieht sie sich vom Dekolleté über den Bauch der Mutter bis hinunter zur Scham. Immer wieder gleitet der Blick des Betrachters diese Wulst hinab und wird im selben Moment abgestoßen.“

 

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