Die CDU und die Belastung der Sozialsysteme durch Autisten

Im Moment mag es manchem sinnvoll erscheinen, nach dem Amoklauf in Newtown, dessen Täter evtl. Autist gewesen sein soll, Autisten für gefährlicher zu halten als Sturmgewehre.

Jedenfalls, wenn man in der NRA ist.

Aber vielleicht gilt das auch für manch einen in der CDU.

Denn wohin soll es führen, wenn „die Belastung der Sozialsysteme“ durch Autisten „nicht ohne Weiteres hingenommen werden“ kann? Euthanasie oder nur ein „Verbot von Autismus“?

Immerhin schreiben die CDU Politiker Raab, Klenk, Kunzmann, Dr. Engeser, Teufel, Brunnemer da so dumm wie erschreckend in ihrer Anfrage (Drucksache 15 / 2824) an den Landtag von Baden-Württemberg:

„Autismus hat starken Einfluss auf die persönliche und vor allem schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dies setzt sich im Bereich der Berufsausbildung fort und kann im Hinblick auf den Fachkräftemangel sowie die Belastung der Sozialsysteme nicht ohne Weiteres hingenommen werden.“

Und dann wollen die CDU Abgeordneten noch wissen, wieviele Autisten man in Baden-Württemberg so hat, wie man sie erkennen kann und was die so an Kosten verursachen. Und man fragt sich nur: „Worauf wollen die hinaus? Was soll das bitte werden?“

„Der Landtag wolle beschließen, 

die Landesregierung zu ersuchen 

zu berichten, 

 

1. welche Formen von Autismus es gibt und wie sich diese voneinander unterscheiden; 

 2. welche Möglichkeiten bestehen, Autismus bereits im Frühstadium zu erkennen; 

3. wie viele Menschen mit Störungen aus dem autistischen Spektrum in Baden-Württemberg leben; 

4. welche Förderprogramme es für diese Menschen mit Autismus gibt; 

5. wie diese Förderprogramme finanziert werden; 

6. welche Informations- bzw. Aufklärungsmöglichkeiten für Menschen mit Autismus und deren Angehörige bestehen. „

Hier die Drucksache 15 / 2824 als PDF zum Download 15_2824

http://www9.landtag-bw.de/WP15/drucksachen/Txt/15_2824.pdf

Kleiner Bildungsbürgerexkurs mit zwei Österreichern:

Der gescheiterte Kunstmaler Adolf Hitler formulierte seinen obersten Grundsatz der Gesundheitspflege in „Mein Kampf“:
 „Wenn die Kraft zum Kampf um die eigene Gesundheit nicht mehr vorhanden ist, endet das Recht zum Leben in dieser Welt des Kampfes.“

Der brilliante Arzt Prof. Hans Asperger, nach dem das Asperger-Syndrom benannt ist und dessen Behandlungsansätze bis heute relevant sind, dagegen hielt all dem schon 1938 in seinem Vortrag „Das psychisch abnorme Kind “ (im selben Jahr veröffentlicht in der Wiener klinischen Wochenschrift, 51 1938, S. 1314-1317) entgegen:

„Wieviel können wir für diese Menschen leisten?“, soll die Frage sein. Und wenn wir mit all unserer Hingabe ihnen helfen, so tun wir damit auch unserem Volk den besten Dienst; nicht nur dadurch, daß wir verhindern, daß jene durch ihre dissozialen und kriminellen Taten die Volksgemeinschaft belasten, sondern auch dadurch, daß wir zu erreichen suchen, daß sie als arbeitende Menschen ihren Platz in dem lebendigen Organismus des Volkes ausfüllen.

Und 1943 schreibt Asperger in seinem Aufsatz „Die autistischen Psychopathen im Kindsalter“
(Download hier: http://www.neurodiversity.com/library_asperger_1944.pdf):

Bildschirmfoto 2012-12-22 um 00.35.51

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s