Verhältnismäßigkeiten

Im Frankfurter Nordend hat man Bäume gefällt, um eine Quartierstiefgarage, eine Schulturnhalle und eine Kita zu bauen, weil die Parkplatzsituation dort, wie überall in Frankfurt, eher angespannt ist. Seitdem tobt dort ein Proteststurm in Teilen der Bevölkerung, den man im Prinzip ja gutheißen könnte. Jedenfalls, wenn das ganze nicht so überemotionalisiert geführt würde und sich erwachsene Menschen nicht als zutiefst traumatisiert bezeichnen würden und so tun als habe ihre Existenz nunmehr jeden Sinn verloren. „Die Bilder verfolgen uns täglich und werden niemals aus unseren Köpfen gehen.“, „Wir trauern immer noch um unsere geliebten Bäume und unsere verlorene Lebensqualität.“ und ein Mitglied der BI sieht sogar einen Teil seiner persönlichen Identität verletzt.

Die Inanspruchnahme von Superlativen und extremen Dramatisierungen sollte gut überlegt sein, weil man sich und das eigene Anliegen sonst sehr schnell selbst diskreditiert. Allein, weil der Rest der Welt auch noch andere Themen kennt.

Danach als nächsten Termin des Tages zu Obdachlosen zu müssen, die des Winters wegen in der U-Bahn schlafen dürfen, war schon sonderbar. Vor allem, weil die bei Weitem nicht so ein Drama aus ihren Problemen gemacht haben.

Nun soll man ja nicht die Nöte des einen gegen die des anderen aufwiegen, weil man dann das vermeintlich größere Leid benutzt um das des anderen zu marginalisieren, aber die Unterschiede im Umgang mit der eigenen Situation, die kann man sich schonmal anschauen.

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