Die Pressefreiheit aushöhlen!

Heute wurden die Wohnungen mehrerer Fotojournalisten im Bundesgebiet durchsucht und Daten (Bilder) und Datenträger beschlagnahmt bzw. kopiert.

Der DJV fordert die Rückgabe des Materials, aber das ist das geringste Problem.

„Die Frankfurter Staatsanwaltschaft will die Daten prüfen. Sollte sich herausstellen, dass die Fotografen nicht für ihr Archiv, sondern für Zeitungen tätig waren, werde man die Bilder vorerst nicht auswerten, sagte eine Sprecherin.“

Ist in Deutschland also nurnoch derjenige der im Auftrag einer Zeitung/Agentur tätig ist Journalist?

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/ermittlung-nach-demo-in-frankfurt-bundesweite-razzia-bei-fotografen/7742288.html

Und wenn aus Journalisten einfach von der Staatsanwaltschaft „Szenefotografen“ gemacht werden, damit ein Richter Durchsuchungen genehmigt, dann ist das eine echte Krise des Rechtsstaates!

Ich bin gespannt, ob man sich da genauso ereifern wird, wie man das tut, wenn die Justiz von der Augsburger Allgemeinen gerne den Klarnamen eines Lesers der in deren Kommentarfunktion Leute beleidigt haben soll will.

Denn hier stellt sich auch die Frage: Sind pöbelnde Leser-Kommentatoren wichtiger für die Pressefreiheit in Deutschland als Fotojournalisten.

 

Nachtrag:

„Im Internet seien Bilder von der kapitalismuskritischen Demonstration aufgetaucht, die zwar nicht den Angriff auf den Polizisten, wohl aber „die Umgebung des Tatorts“ zeigten, sagte Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Die Personen auf den Fotos seien unkenntlich gemacht worden. Um an die Originalbilder zu gelangen, habe die Staatsanwaltschaft die Durchsuchung bei acht Fotografen beantragt, die nach Meinung der Behörde nicht als Pressefotografen tätig waren, sondern selbst der linksradikalen Szene zuzurechnen seien.“

„Sollten weitere Überprüfungen ergeben, dass die Betroffenen als Journalisten tätig waren, werde die Staatsanwaltschaft die Bilder „nicht sichten“, sagte Möller-Scheu. Zumindest die Polizei hat aber genau das schon getan. So berichtet etwa Kietzmann, die Beamten hätten ihn vor die Wahl gestellt: Entweder sie dürfen sich die Fotos in seiner Wohnung ansehen, oder sie nehmen Computer und Kameras mit. Kietzmann ließ die Polizisten gewähren, „weil ich in dieser Situation keine andere Möglichkeit sah“. Die Beamten hätten 16 Bilder kopiert.“

http://www.fr-online.de/frankfurt/nach-angriff-auf-polizisten-in-frankfurt-polizei-razzia-bei-fotografen,1472798,21669604.html

 

 

6 Kommentare

  1. Wenn Du fürs Itzehoer Tagblatt fotografierst ist alles OK, wenn Du ohne Auftrag Fotos machst und die via Picturemaxx oder sonstwie verkaufst, musst Du mit einer Hausdurchsuchung rechnen?!

  2. Ja, es ist interessant. Fotografen sind immer gleich Linke.

    Auf die Idee, daß ein Fotograf der eine Neonazidemo fotografiert das macht, weil er selbst Nazi ist kommt wohl eher keiner.

    Und was machen Frankfurter Staatsanwälte aus männlichen Fotografen die eine Lesbendemo fotografieren?

  3. Und als ob die politische Gesinnung eines Pressefotografen irgendeine Rolle spielen würde… Wo leben wir denn hier?!?

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