Die Arroganz des Konzertveranstalters

Es ist wirklich schwer zu ertragen, was dieser Mann von dem Konzertveranstalter da vom Stapel läßt. Nachdem das Hamburger Abendblatt kein Bild vom Konzert gedruckt hat, weil die Künstlerin/der Veranstalter die Bilder in der Konzertpause sichten und was nicht gefällt löschen wollten, sondern man den Lesern in einer Textbox mitgeteilt hat, warum es kein Bild gibt, ist man auf Seiten der Künstlerin entsetzt.

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article117005409/Bartoli-Konzert-in-der-Laeiszhalle-der-Streit-ums-Bild.html

Statt einem Foto von Frau Bartoli, gab es diese Info an die Leser.

Ein paar bemerkenswerte Ideen aus dem Kopf von Christian Kuhnt, Geschäftsführer der Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette:

“ Nein, nein, der Aufmacher war ein Foto, und dieses Foto ist schlimmer als jeder Verriss, weil es bösartig suggeriert, eine Diva würde die Pressefreiheit angreifen. Es wird etwas skandalisiert, was in den Vorjahren problemlos war. Vor drei Jahren wurden in der Pause die Fotos vorgelegt, und Frau Bartoli hat sich eins ausgesucht.“

Weil Frau Bartoli wohl bislang mit ihrer Vorstellung von Pressefreiheit durchgekommen ist, sollte das weiter so ein. Und sind wir mal ehrlich, daß sie die Pressefreiheit angreift, wenn sie bestimmen will, wie berichtet wird, daß muß man nicht suggerieren, das ist ein Fakt, denn es war ja unstrittig so. Auch ein Fakt ist übrigens, daß der Aufmacher kein Foto war, sondern das Fehlen eines solchen (s.o.)!

Doof nur, wenn eine Zeitung das öffentlich macht und das den Fans der Dame sauer aufstoßen könnte, weil sie da nicht wirklich sympathisch rüberkommt.

„Hier geht es um eine Künstlerin, die absolute Konzentration benötigt. Da stört alles. Applaus an den falschen Stellen, ein Fotograf. Sie selbst sagt: Am liebsten wäre mir, wenn gar keine Fotografen da wären. Aber sie geht trotzdem auf die Fotografen zu und sagt auch: Lasst uns einen Kompromiss finden.“

Für wie doof müssen Frau Bartoli und Herr Kuhnt uns Fotografen denn halten? Wie verringert es denn die Störung durch das Fotografieren während des Konzerts, wenn die Dame in der Pause Bilder löschen darf?

„Weder die Künstlerin noch ihr Management haben ein Interesse daran, die Pressefreiheit zu beschneiden. Aber Sie haben ein großes Recht, einen Rahmen für die Berichterstattung bei einer großen Veranstaltung zu setzen. Was wir unter anderem kritisieren: dass die Entscheidung über die Berichterstattung von Leuten getroffen wird, die niemals in ein Klassikkonzert gehen.“

Also möchten Frau Baroli und Herr Kuhnt eigentlich gerne auch noch bestimmen, wer denn überhaupt über die Auftritte der Dame schreiben darf.

„Was, glauben Sie, ist die Motivation dieser Künstlerin? Boshaftigkeit, die Beschneidung von Pressefreiheit? Nein, schlechte Erfahrungen.“

Ich denke es geht eher darum, die Presse für das eigene Gewinnstreben einzuspannen, indem man das Image der Dame in der Öffentlichkeit zu kontrollieren gedenkt. Nicht mehr und nicht weniger.

“ Wir werden jetzt allen empfehlen: Wenn das Hamburger Abendblatt einen Fotografen schicken möchte, sagt einfach Nein. Oder wir sagen Nein, wir haben ja das Recht dazu. Das ist die Konsequenz. Die Künstler leisten nämlich etwas, was wirklich herausragend ist.“

Und an dieser Stelle kann man dem Chefredakteur des Hamburger Abendblattes erstmal einen Orden für seine Antwort „Unsere Fotografen übrigens auch.“ verleihen. Weiterhin kann man wirklich nur fragen, ob Herr Kuhnt wirklich auf dem schmalen Brett unterwegs ist, daß der Gesang von Frau Bartoli eine höhere kulturelle Errungenschaft ist aus die Pressefreiheit oder eben auch die Freiheit der Kunst?

„Frau Bartoli fühlt sich jetzt willkürlich benutzt.“

Schön, das freut mich. Ganz ehrlich und aus tiefstem Herzen!

So fühlen sich sonst immer all die Kollegen, deren Bilder Künstler einfach für einen symbolischen Dollar einsacken wollen, deren Bilder zensiert werden sollen, denen man verbietet die Bilder im Archiv zu nutzen oder die man nötigt Verträge zu unterschreiben

2 Kommentare

  1. Danke! Ich als reiner Konsument von Medien bin froh, dass ihr euch nicht über den Tisch ziehen lässt. Weiter so!

    lg,
    Wolfgang

  2. Sehr schöner Bericht! Was vor allem die Musikindustrie und Konzertveranstalter abziehen, geht langsam auf keine Kuhhaut mehr. Die kostenlose PR im Kulturteil nehmen sie gerne mit, aber bitte zu ihren Bedingungen. Vielleicht sollten die Zeitungen bei solchen Events konsequent auf Textberichterstattung umschwenken und lieber mehr Fotos von harten Themen einkaufen.

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