Preisgekrönte Kreativität: „Plagiate“ aus dem Workshop

Wenn man Fotografie als Wettkampfsport begreift und eigentlich nichts mit seinen Bildern zu sagen hat, dann kann das sehr sonderbar ausgehen.

Gerade habe ich in den Kommentaren zu der Affäre um den DVF-Präsidenten bei photoscala einen Kommentar gelesen, der mich wirklich erstaunt hat. Da hat sich nämlich mal jemand die Mühe gemacht und nachgeschaut wie einzigartig kreativ die Siegerbilder bei diesen Wettbewerben so sind. Das, weil er sich irgendwie an das eine Bild erinnern konnte, das bei dem Wettbewerb, wo der DVF-Präsident aufgeflogen ist gewonnen hat.

Juroren (diese ganzen Abkürzunngen hinter den Namen sind wohl irgendwie wichtig) dieses Wettbewerbs waren:
Ralf Heerbrand aus Lünen
Wolfgang Loke – EFIAP/s aus Witten
Bernd Mai 
– DGPh, KDVF, MPSA, MFIAP, EFIAP/p – aus Dortmund

Und tatsächlich findet sich das selbe Motiv und Licht-Setup von einer anderen Fotografin bei den preisgekrönten Bildern der Fotomeisterschaft des Saarlandes 2013, also aus dem gleichen Zeitraum. Juroren in diesem Fall:

Bernd Mai – EKDVF MFIAP EFIAP/p DGPh MPSA aus Dortmund
Wolfgang Loke – EKDVF EFIAP/s aus Witten
Achim Köpf – KDVF EFIAP/g aus Schwäbisch Hall
Bildschirmfoto 2013-10-06 um 19.45.10

Aufmerksame Leser haben bemerkt, die Juroren Mai und Loke haben da in einem Jahr bei zwei Meisterschaften das gleiche Motiv für toll befunden.

Und es ist nicht so, daß es das nicht noch an anderen Stellen geben würde, hier findet sich das (unterste Reihe, 4. von links – Klick aufs Bild führt zur Website) auf der Seite von jemandem, der das ganze als Workshop anbietet.

Bildschirmfoto 2013-10-06 um 19.57.14

Und da wird dann auch gleich klargestellt, daß man sich da auch das Recht erkauft, das zu reproduzieren, was andere da aufbauen

„Jeder Lichtaufbau, jeder SET wird mit dem Belichtungsmesser eingemessen und erläutert: Was, warum und wie!“

und dann damit bei Wettbewerben so zu tun als sei es die ganz eigene Schöpfung:

IM PREIS SIND ERHALTEN: (…) Nicht kommerzielle Veröffentlichungsrechte für eigene Homepage, Fotoforen und Wettbewerbe (…)“
Wie stolz kann man denn auf den Gewinn irgendeines Wettbewerbes mit so einem Bild sein? Wie kann man sich als Urheber eines Bildes fühlen und damit an Wettbewerben teilnehmen, wenn einem andere daran ein eingeschränktes Veröffentlichungsrecht einräumen?

Wenn der Veranstalter den Teilnehmern nur ein nicht kommerzielle Nutzungsrecht zubilligt, dann sieht es so aus, daß die Teilnehmer nicht alleinige Urheber der Bilder sind, weil der Workshopveranstalter durch seinen Beitrag an Licht, Setting, Modellaufmachung rechtlich etc. zu einem sogenannten Miturheber wird. Damit kann man davon ausgehen, daß diese Bilder regelmäßig nicht die von Wettbewerben geforderten Teilnahmekriterien wie z.B. „ich versichere, der alleinige Urheber zu sein und daß das Bild frei von Rechten Dritter ist“ erfüllen.

Davon, daß das alles nicht zu den völlig überhöhten Ansprüchen, die der DVF in Grußworten etc. erhebt paßt.

Dieser DVF ist schon eine sonderbare Veranstaltung. Mit Punkten, Medaillen und so Sachen:

http://www.dvf-fotografie.de/bestenlisten.html

16 Kommentare

  1. „Aufmerksame Leser haben bemerkt, die Juroren Mai und Loke haben da in einem Jahr bei zwei Meisterschaften das gleiche Motiv für toll befunden“. Was ist daran so interessant? Sollen Sie das gleiche Motiv plötzlich schlecht finden? Es gibt viele Juroren die noch mehr Wettbewerbe jurieren und sicher das gleiche Motiv 5 x im Jahr toll finden. Ausserdem wurden schon zu Color Foto und Foto Creativ vor 25 Jahren Bilder eingesandt, die auf Seminaren entstanden sind. Akt, Porträt, Ballett – 95 % dieser Bilder kommen über Wettbewerbe von bekannten oder weniger bekannten Referenten. Jede VHS bietet heute Aktseminare an, dessen Bilder zu Wettbewerben geschickt werden. Einige dieser Bilder wurden teilweise vor 20 Jahren bei Seminaren aufgenommen und „leben immer noch ein Nachleben“. Einige Bilder von Modellen aus der Toscana oder Griechenland werden von meinen Seminaren von früher heute noch zu Wettbewerben geschickt, obwohl die Mädels schon Omas sind. Finde ich eher witzig als dass ich mich da bei einer Jurierung darüber aufrege. Was ist denn da so aussergewöhnlich? Dann sind die letzten 25 Jahre TAUSENDE von Plagiate von Workshops gekommen – wenn man es so sieht. Da finde ich es eher eigenartig, dass ein Workshop-Leiter seine auf eigenen Seminaren gemachten Fotos in Facebook stellt und damit zeigt, dass er das Modell auch fotografiert. Eigentlich hat ein Referent bei Modell-Seminaren nicht zu fotografieren. Das ist Sache der Workshop-Teilnehmer die dafür bezahlt haben. Diese Art von Workshops habe ich in 25 Jahren bei guten Fotografen eher selten erlebt. Sie kümmern sich nicht um das Modell sondern um die Teilnehmer – und stellen dann nicht auch noch ihre eigenen Ergüsse ins Facebook. Wir haben bei Color Foto als Referenten die Bilder unserer Teilnehmer gezeigt – und diese dafür nicht noch in die Pfanne gehauen, dass sie Bilder als „Plagiate“ zu Wettbewerben schicken.

  2. Ja, kann man so sehen!

    Aber die Teilnahme an einen Fotowettbewerb soll doch die eigene Kreativität im Umgang mit der Fototechnik und dem eigenen Fotoverständnis zum Ausdruck bringen – oder?

    Dies ist nicht gegeben, wenn man ein gestelltes Motiv (und zwar von einem Dritten!) „lediglich“ abfotografiert. Workshop dienen dem Lernen, Erfahren und Austausch und nicht dem mechanischen Herstellen von Wettbewerbsfotos…

  3. Dann müssen sich die Verbände zusammensetzen und dies klären. Blöde Frage: Wie kann ein Juror erkennen dass das Bild auf einem Seminar gemacht wurde? Da muss er wie ich schon jahrelang jurieren um diese Bilder zu erkennen. Das ist Sache des Veranstalters ob er es verbietet. Wie auch immer…. Die ganze Diskussion kann man noch mit „Bildbearbeitung“ weiterführen. Da gibt es auch aufschreiende Betrachter die das nicht wollen. Warum geht ein Amateur zu einem Aktseminar? Damit er endlich ein vernünftiges Modell vor der Kamera hat, weil er mit dem Nacktbild seiner Frau nicht gewinnen kann und dies dann auch einschicken darf! Davon leben auch die Referenten sonst würden sie Wettbewerbe ausschließen. Es geht weniger um die Frage, ob mir das gefällt sondern wie man das ändert. So nebenbei: Es werden auch Eisvögel „vermietet“ die in einem Garten immer am gleichen Platz sitzen. Top-Fotos – aber eben hundertfach fotografiert – und prämiert? Was ist daran kreativ? Ich könnte endlos viele solche Dinge aufzählen. „Das mechanische Herstellen von Wettbewerbsfotos“ gibt es ja nicht erst heute. Medaillengeilheit kann man nicht ausrotten – weder im Sport noch bei der Fotografie. Selbst Präsidenten sind davon befallen wie ich festgestellt habe.

  4. Die Vergleiche mit der „Bildbearbeitung“ und den „Naturfotos“ (hier: Eisvögel) hinken in diesem Zusammenhang gewaltig.

    Denn bei den Porträt-, Akt- und Fashion-Aufnahmen in Studio geht es in erster Linie um das Setting (Modell, Pose, Make-Up, Lichtsetzung, Nebel etc.), was die jeweilige Bildidee ausmacht.
    Und die stammt bei den angesprochenen Beispielen eben nicht vom jeweiligen Fotografen, sondern vom Workshopleiter!

    Und nur, weil etwas vor 25 Jahren schon völlig daneben war, ist es deswegen heute noch lange nicht gut bzw. zu tolerieren.
    (Auch vor 25 Jahren wurden schon Straßenverkehrsregeln gebrochen…)

    Daneben: entscheidend ist doch viel mehr der Umstand, dass die Autoren der oben gezeigten Workshopbilder nicht im vollen Besitz der Bildrechte dieser Aufnahmen sind.
    Und das passt dann tatsächlich nicht mit den Wettbewerbs-Richtlinien zusammen wie oben zu lesen ist:
    „ich versichere, der alleinige Urheber zu sein und daß das Bild frei von Rechten Dritter ist.”

    Da liegt doch das eigentliche Problem, und nicht bei seit Jahrhunderten immer wieder verwendeten Bildern, oder bei Modells, die heute Omas sind etc.
    Damit wird nämlich nur verharmlost…

  5. @ Detelev Motz:

    Diese Ausführungen lassen diese Wettbewerbe für mich noch sonderbarer erscheinen.

    Ist es nun völlig ok Bilder einzureichen, bei den die eigentliche kreative Leistung von einem Workshopleiter erbracht wurde?

    Warum haut dann der Workshopleiter seine Kunden „in die Pfanne“, wenn man auf der Seite des Workshopleiters sehen kann, wo und unter welchen Umständen die Bilder entstanden sind?

    Und wenn man sich auf den Standpunkt stellt, daß Bild sei allein entscheidend, dann kann man ja auch fragen, warum man da nicht gleich mit zugekauften Agenturbildern teilnehmen kann, sondern man den Mythos des kreativen Fotografen pflegt und in die Vorworte der Kataloge zu den Wettbewerben und Ausstellungen so hochtrabende Dinge von sich gibt?

    Wo ist denn (von rechtlichen Aspekten abgesehen) der Unterschied zwischen dem abfotografierten und am heimischen Rechner veränderten Plakat und dem unter Anleitung abfotografierten und ebenfalls daheim bearbeiteten Workshopmotiv?

    Und wie kann man mit einem Bild, bei dem der Workshopleiter unzweifelhaft Miturheber ist die Teilnahmebedingungen der meisten Wettbewerbe erfüllen?

    Übrigens kann man Fotografie genauso wie Sport auch ohne „Medaillengeilheit“ ausüben und dabei jede Menge Spaß haben. Für jemanden, der bei solchen Wettbewerben als Organisator/Juror auftritt ist es doch sonderbar diese Medaillengeilheit zu kritisieren, oder?

  6. Leiber Herr Motz,

    ich stimme nochmals Ihren Ausführungen zu – bin jedoch dennoch anderer Meinung!?

    Letztlich geht es um die idealistische Einstellung, dass ein Wettbewerbsfoto tatsächlich von der Idee bis zum endgültigen Bild vom Wettbewerbsteilnehmer stammen muss/sollte. Klar, dass dies nicht zu 100% einzuhalten ist. Jeder läßt sich doch von erfolgreichen Fotos inspirieren, womit möglicherweise schon gedankliche nur noch eine Kopie herauskommen kann.

    Wer aber einen Workshop besucht, dass dort „aufgebaute“ Aktmodell abfotografiert, kann eben nur zu 10% von einer eigenen Leistung sprechen.

    Sie haben recht: Solche Bilder kann kein Juror rausfiltern.

    Nur wird es zum Problem, wenn – wie beim DVF – gerade durch grenzwertige Kopien, Workshop-Fotos oder schlichte Abkupfereien Preisträger ermittelt werden.

    Dies ist ein schleichender Prozeß der Inzucht, der sich gerade bei den Weittbewerbsergebnissen des DVF bemerkbar macht … andere Auffassungen sind selbstverständlich erlaubt!

  7. Für mich gibt es ein paar Punkte, zu denen ich Anmerkungen machen möchte:

    1. Der Passus „frei von Rechten Dritter“: Ich möchte dies mal von anderer Seite darstellen: Ich fotografiere gerne mit „Nachwuchsmodellen“, d.h. ohne Honorar gegen Bilder. Dies bedeutet aber, dass ich normalerweise eine Freigabe für nichtkommerzielle Verwertung inkl. Wettbewerbe von meinem Modell bekomme. Ist dieses Bild nun frei von Rechter Dritter? Für den Wettbewerb ja, für andere Zwecke vielleicht nicht. Die Aussage auf der Homepage des Workshopleiters ist für mich auch auf Modellverträge bezogen, da es meines Wissens nach deutschem Recht kein Urheberrecht auf das „Drumrum“ gibt (Licht, Kleidung, Make-up), aber das Modell natürlich Persönlichkeitsrechte hat.

    2. Workshop: Was ist ein Workshop? Wenn ich mit einem Fotoclubkollegen gemeinsam ein Modell fotografiere, ist das dann schon ein Workshopbild? Ist es ein Workshopbild, wenn sich mehrere Fotografen das Honorar und Modell in einem „Modellsharing“ teilen? Auch dort wird oft ein Set von einer Person eingerichtet und die anderen fotografieren dann auch… Danach richtet der nächste etwas ein usw…

    3. Beurteilung: Ein Juror kann nur das Bild beurteilen, etwas anderes soll er auch nicht!

    4. Vergleich in andere Bereiche: Ich sehe das genannte Beispiel der gestellten Tierfotos ähnlich wie ein Workshop im Studio! Wenn ich mir ein zahmes Tier gegen Geld besorge, danach vom Besitzer optimal in Position bringen lasse und somit ein super Tierfoto bekomme, wo ist da die geforderte Eigenleistung? Im Studio wird vielleicht Licht und Hintergrund vom Workshopleiter gesetzt, aber der Fotograf kann mit dem Modell kommunizieren (viele tun es vielleicht auch nicht…) und so sein Bild bestimmen.
    Ich sehe da eine endlose Diskussion, die nicht wirklich mit einer Regel sicher abgeschlossen werden kann. Daher ist das deutsche Gesetz (wer abdrückt, ist auch der Urheber des Fotos) künstlerisch sicher sehr dünn, aber das bisschen ist wenigstens eindeutig.

  8. Lieber Herr Becker,

    1. Die Sache mit der Urheberschaft ist mit Nichten so einfach, wie sie es im Glauben an „das deutsche Gesetz“ darstellen, wenn Sie meinen, es gäbe „kein Urheberrecht auf das „Drumrum““.

    Das UrhG kennt da in § 8 die sogenannten Miturheberschaft, die in den hier angesprochenen Fällen greift, weil Auswahl von Model, Styling, Location und die Lichtsetzung hier sogar noch einen größeren Anteil am Werk haben werden als das Auslösen der Kamera unter Anleitung durch den Workshopteilnehmer nach Belichtungsmessung.

    Auch die Rechte, die der Miturheber an einem Werk hält sind „Rechte Dritter“, ein Werk bei dem eine Miturheberschaft besteht ist also nur dann frei von Rechten Dritter, wenn die Urheber das Werk gemeinschaftliche einreichen.

    2. Im Text auf der Website des Workshopveranstalters ist nicht davon die Rede, daß es sich bei der Freigabe der Verwertung zu nichtkommerziellen Zwecken um eine Vereinbarung zwischen Model und Teilnehmer handelt. Das ist eine Aussage des Veranstalters an den Teilnehmer.

    Da der Teilnehmer nicht alle Rechte zugebilligt bekommt, kann man nicht davon ausgehen, daß der Veranstalter im Sinne von § 8 (4) UrhG auf seinen Anteil an den Verwertungsrechten verzichtet.

  9. Hallo Herr Rheker,

    danke für die genauen Ausführungen, diese Details waren mir so bisher nicht klar.

    Zur Modellthematik: Ich kenne Workshops, bei denen der Veranstalter bereits alles mit dem Modell geklärt hat und den Teilnehmern alle Unterlagen fertig übergeben wurden (inkl. Modelrelease). Es gibt aber auch Workshops, bei denen dann jeder Teilnehmer nochmals mit dem Modell reden muss und eigene Verträge schließen muss. Ich hätte das Angebot der Webseite auf meine erste Variante bezogen.

    Aber: Wenn ein Workshopleiter eine Freigabe für Wettbewerbe angibt, ist dann ein Bild für diesen Zweck (Einsendung zu einem Wettbewerb) nicht frei von rechten Dritter (des Workshopleiters)? Ich würde es so interpretieren, dass er für Wettbewerbe nach dem von Ihnen zitierten Paragraph auf seine Verwertungsrechte verzichtet. Oder gibt es da weitere rechtliche Fussangeln?

  10. Der Fotograf ist wohl vor allem nicht alleiniger Urheber des Bildes und das ist etwas, was in vielen Teilnahmebedingungen gefordert wird.

    Übrigens gewinnen da ja nicht nur die Bilder, da gewinnen Fotografen mit ihren Bildern. Denn die ganze Orden und Pokale bekommt beim DVF und anderen ja der Fotograf, nicht das Bild. In den Bestenlisten stehen die „besten Fotografen“ nicht die „besten Bilder“.

    Und da gibt ja auch niemand aus Eitelkeit sein Bild unter dem Namen eines anderen ab, damit das Bild mal gewinnt…

  11. Lieber Herr Tober,
    die Frage ist ja nur, wie soll man es verhindern? Wer Medaillen gewinnen will, der arbeitet mit vielen Mitteln. Ist eben wie im Sport. Wobei ich die Wettbewerbsfotografie aus vielen Gründen gut finde. Würde hier zu lang werden. Es gibt aber auch Workshops – meine Frau hat solche auch schon besucht – in denen der Teilnehmer das Licht setzen kann, sagt wie er das Modell geschminkt haben möchte usw. Wie soll das bei einer Jurierung bemerkt werden, wenn man dann eventuell sagt „Workshopbilder müssen raus“. Es gibt auch Fotos bei denen man schwören könnte, sie kommen von Seminaren und es ist falsch. Das ist übrigens nicht nur beim DVF so. Es ist bei int. Wettbewerben so und noch schlimmer beim VÖAV.
    Zum Thema „der Fotograf ist alleiniger Urheber usw.“ Den Satz schreibt ein Veranstalter zu seiner eigenen Sicherheit rein. Ein guter Streetfotograf wird sich daran nicht halten – ausser er ist Beamter. Viele Bilder werden in Gebäuden fotografiert – Bibliotheken, Schlössern usw. Glauben Sie wirklich die Fotografen haben dafür die Genehmigung. Leider ist es heute schon so, dass BSW-Fotografen, die Top-Fotos von Bahnhöfen und Reisenden geliefert haben – heute nur noch Fotos aus dem Ausland nehmen oder Leute von hinten. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Und leider ist dies eine Diskussion die zu nichts führt. Wie ich schon gesagt habe, wir haben diese schon bei Color Foto und Foto Creativ geführt und keine Lösung gefunden. Aber vielleicht hat ja mal einer einen Geistesblitz. Nur zur Erkennung von Workshop-Fotos bei Wettbewerben. Diese stehen im Schnitt 3 Sekunden auf der Leinwand bei Wettbewerben bis zu 7000 – bis 40.000 Fotos eine Sekunde. Ich glaube, da haben die Juroren ganz andere Probleme. Die kann der Veranstalter nicht auf die Juroren schieben.

  12. Es gibt keine einfache Lösung, da muss ich Herrn Motz leider recht geben.
    Man kann einem Bild oft nicht ansehen, ob es auf einem Workshop fotografiert wurde und dann noch, ob der Workshopleiter das Bild inszeniert hat, oder ob der Fotograf selbst alles initiiert hat.
    Wie das obige Beispiel zeigt, können aber solche Dinge durch das Internet heute leichter aufgedeckt werde. Das hilft vielleicht einigen Wettbewerbs-fotografen, sich selbst Beschränkungen aufzuerlegen, und solche Fotos einfach auf Wettbewerben nicht mehr einzureichen.
    Isolde Stein-Leibold ist eigentlich eine gute Fotografin, ich nehme mal an, daß es ihr sehr peinlich ist, was im Zusammenhang mit ihrem Bild aufgedeckt wurde, den anderen Workshop Teilnehmer (Jürgen Braun) kenne ich nicht, auch ihm wird das Ganze wohl peinlich sein.
    Vielleicht liegt da die Lösung: Solche Verhaltensweisen aufdecken und anprangern, wie es in diesem Blog geschehen ist!
    Die Juroren möchte ich in Schutz nehmen, der Autorenname wird bei der Jurierung nicht preisgegeben, so können sie nicht gewusst haben, dass der Autor des zweiten Bildes ein anderer war.

  13. Ich finde das unglaublich spannend, dass man hier ein Bild von mir veröffentlicht, meine Page mit der Workshopbeschreibung ohne mit mir darüber zu sprechen, geschweige denn die Genehmigung dazu zu haben.
    Ich hatte schon einmal in Facebook etwas dazu geschrieben und das Thema ist inzwischen langweilig.
    Trotzdem möchte ich dazu bemerken, dass in Deutschland sehr viele Workshops angeboten werden z.B. von der Landschaftsfotografie bis hin zur Tierfotografie und alle Teilnehmer haben ähnliche Bilder, die dann auch bei Wettbewerben eingesetzt werden!
    Ich möchte aber auch nochmal auf die vielen Einzelcoachings in Studios oder sonst wo, auf Fotografie mit Landschaftsguides, auf Safaritierfotografie und auf die Cityguides in großen Städten in der Welt hinweisen (um nur einiges zu nennen), überall enstehen Bilder von einem Workshop-Team, die fast gleich aussehen, auch davon werden Bilder eingereicht und gewinnen.
    Dienen Fotos nur für Wettbewerbe? Ich glaube kaum, mir persönlich geht es um die Fort- und Weiterbildung von Fotografen. Wenn die Bilder auch für Wettbewerbe genutz werden, so ist das sicherlich eine Sache, die jeder mit sich aus machen muss.
    Lg Harald Kröher aus Pirmasens

  14. Vielleicht noch zu meinem Bild mit dem Model mit Cello: Da ich immer vor Workshops die Sets, wenn sie neu sind vorher ausprobiere und auch aufbaue, entstehen natürlich ähnliche Bilder, wie sie die Teilnehmer später machen. Trotzdem ist es spannend, wie unterschiedlich die Leute ans Werk gehen und vom gleichen SET völlig unterschiedliche Bilder herauskommen, ein ähliches Motiv ist noch lange nicht das gleiche BIld, gerade wenn dann die Bearbeitung in PS völlig anders angegangen wird.
    Wir unterhalten uns hier über sogenannte Plakiate, der Autor hat sich bis jetzt noch nicht mit mir unterhalten, ob er die Veröffentlichungsrechte von meinem Bild hat, wie eine Workshop überhaupt bei mir abläuft und wofür eigentlich die Bilder im großen und ganzen verwendet werden ??? Ich denke, gerade im jornalistischen Bereich ist die Rechere alles oder ???

  15. Lieber Herr Kröher.

    Für solche Bild-Zitate braucht man aktuell, wie für Textzitate, keine Genehmigungen, solange es sich um „Ausrisse“ handelt, bei denen das Bild im ursrprünglichen Layout gezeigt wird.

    Es geht ja nicht darum Workshops an den Pranger zu stellen, aber das was man da als Teilnehmer produziert ist eben oft genau so wenig geeignet, um an Wettbewerben teilzunehmen, wie man mit dem ersten Stück, daß alle Lehrlinge nach genauen Vorgaben in einer Handwerkslehre herstellen nicht versuchen sollten beim Wettbewerb der Handwerkskammer um das beste Gesellen- oder Meisterstück aufzulaufen.

    Die selbstentworfene Sitzbank aus Birnbaumholz ist eben was anderes als das Vogelhäuschen das alle im ersten Lehrjahr völlig identisch zusammengeleimt haben und das seit Jahren alle im ersten Lehrjahr zusammenleimen.

    Sie schreiben ja selbst, daß diese Bilder Teamarbeit und nicht wirklich die fotografische Leistung des Einzelnen sind.

    Und eine abweichende Photoshop-Ausarbeitung dürfte nicht wirklich ein neues Werk begründen.

    Ich glaube Ihnen gerne, daß es Ihnen bei ihren Workshops darum geht Fotografen etwas beizubringen, leider besucht scheinbar nicht jeder einen solchen Workshop, um dort Fähigkeiten zu erwerben, um dann eigene Ideen umzusetzen, mancher besorgt sich da eben auch die fremden Federn für den eigenen Schmuck.

    Grüße

    S.Rheker

  16. Ich teile die Auffassung von Herrn Rheker und allen Kritikern. Wer sich mit dem Schaffen von Kunst, egal in welchem Bereich, schon einmal befasst hat, weiß weshalb Workshopbilder, besonders im Studio erstellt, nie das kreative Produkt des Workshopteilnehmers sein kann.
    Zu den Ausführungen von u.a. Detlef Motz (wir kennen uns) nur so viel:
    Ist die eigene Frau zu hässlich oder unbegabt für Aktfotos, kann man sich Modelle mieten. Da ist ein Besuch eines Workshops nicht von Nöten.
    Wenn ich Bilder für Wettbewerbe haben möchte, brauche ich diese nur im Studio selbst machen. Wo ist das Problem?
    Wie soll ein Juror Plagiate finden? Das ist nicht seine Aufgabe, jedoch sollte jemand auffliegen, muss dieser mit drastischen Maßnahmen rechnen. Ausschluss aus dem Verband, Aberkennung aller Preise und Titel. Stattdessen wird Isolde Stein-Leibold in der aktuellen DVF-Ausgabe noch gelobhudelt für ihre vielen Erfolge.
    Wenn sie so eine gute Fotografin ist, wie hier zu lesen ist, weshalb verwendet sie dann überhaupt so ein Bild? Wer weiß wie die anderen Bilder entstanden sind. Einzelcoachings kosten viel Geld, sind aber für manche Menschen trotzdem finanzierbar.
    Workshops dienen der Wissensvermittlung von Technik. Sie sollen keine fertigen Bilder liefern. Künstlicher Rauch ect… kann jeder später selbst im Studio einsetzen. Dazu braucht man keinen Workshop. Der einzige Grund weshalb solche Workshops angeboten werden ist das Geschäft mit diesen Workshops. Aus diesem Grund übertragen manche Workshopleiter ihre Urheberrechte dem Teilnehmer. Das ändert zwar an der Tatsache des Plagiat nichts, aber die Seele hat ihren Frieden.
    Der DVF und so manche andere Wettbewerb müssen sich ernsthafte Gedanken machen, sonst verlieren sie vollends ihre Glaubwürdigkeit.

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