Irritierendes Urteil? Irritiernder Journalismus!

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Klingt als würden die spinnen in Amerika, oder? Das liegt aber vor allem daran, wenn man als Journalist meint „second degree murder“ hieße „Mordversuch“. Tut es aber nicht. Und deswegen ist der ganze Artikel Quatsch!

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Das US-Recht hat bei Tötungsdelikten andere Einstufungen als wir das aus dem Deutschen Recht mit Mord, Totschlag und fahrlässiger Tötung kennen, aber das hätte man sich anlesen können.

  • First-degree murder is any murder that is willful and premeditated. Felony murder is typically first-degree.
  • Second-degree murder is a murder that is not premeditated or planned in advance.
  • Voluntary manslaughter (often incorrectly referred to as third-degree murder), sometimes called a „Heat of Passion“ murder, is any intentional killing that involved no prior intent to kill, and which was committed under such circumstances that would „cause a reasonable person to become emotionally or mentally disturbed.“ Both this and second-degree murder are committed on the spot, but the two differ in the magnitude of the circumstances surrounding the crime. For example, a bar fight that results in death would ordinarily constitute second-degree murder. If that same bar fight stemmed from a discovery of infidelity, however, it may be mitigated to voluntary manslaughter.
  • Involuntary manslaughter stems from a lack of intention to cause death but involving an intentional, or negligent, act leading to death. A drunk driving-related death is typically involuntary manslaughter. Note that the „unintentional“ element here refers to the lack of intent to bring about the death. All three crimes above feature an intent to kill, whereas involuntary manslaughter is „unintentional,“ because the killer did not intend for a death to result from their intentional actions. If there is a presence of intention it relates only to the intent to cause a violent act which brings about the death, but not an intention to bring about the death itself. Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Murder_(United_States_law)

Und es ist auch nicht so, daß man den Umständen nach so tun kann als würde da ein Weißer, der einen Schwarzen getötet hat, von einer rassistischen Jury in Sicherheit gebracht: „Das Strafmaß, das erst später verkündet wird, könnte nach Angaben von US-Medien bis zu 75 Jahre Haft betragen.“

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One thought on “Irritierendes Urteil? Irritiernder Journalismus!

  1. Der alleinige Versuch schliesst den Erfolg ja bereits aus. Bedingt vorsätzlicher Mord für 2nd Degree Murder wäre wohl passender gewesen, wenn man sich den Eventualvorsatz anschaut. Hier wird lediglich fehlende Absicht, wohl aber Billigung der Todesfolge unterstellt. Wohlgemerkt, ich beziehe mich auf die Übersetzung, nicht auf das Urteil der amerikanischen Justiz.

    Grade des Vorsatzes im deutschen Strafrecht (Quelle: Wikipedia)

    Zur Abgrenzung wird der Dolus-Begriff (Vorsatz) in drei Stufen eingeteilt:

    Dolus directus 1. Grades („Absicht“): Die Absicht ist der zielgerichtete Wille, den tatbestandlichen Erfolg herbeizuführen.

    Dolus directus 2. Grades („direkter Vorsatz“, „Wissentlichkeit“): Der Täter muss den Erfolg durch wissentliches Handeln herbeiführen. Dabei ist es nicht notwendig, dass der Erfolg das angestrebte Ziel (siehe Absicht) darstellt.

    Dolus eventualis („Eventual- oder bedingter Vorsatz“): Nach der Auffassung des Bundesgerichtshofs ist der bedingte Vorsatz gegeben, wenn der Täter „den Taterfolg für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen hat“. Der Eventualvorsatz ist grundsätzlich ausreichend, um Vorsatz für eine Tat zu begründen.

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