Die Komfortzonenbildzensur der Medien

Fabian Mohr hat einen spannenden Text über Bilder geschrieben, die wichtige Bilder in unserem Foto-Gedächtnis sind und die heute vielleicht nicht mehr gedruckt werden würden.

Heute ist en vogue Medien allerlei Manipulationen vorzuwerfen, die völlig abstrus sind. Was man Medien heute wirklich vorwerfen kann, ist nur eine weichgespülte Version des Schreckens zu zeigen. Noch dazu in einer Zeit in der das Kino und das Fernsehen umso detailierter solche Dinge zeigen. Ergo ist das wirklichen Leben dann immer viel weniger schlimm als der neue Film mit….

„Don’t show photographs of dead or injured/traumatized people in the news. Why? Because “showing this doesn’t add anything to the story”, because “showing the dead takes their dignity”, because “children shouldn’t see this.”“

http://www.fabianmohr.de/2014/07/22/why-show-dead-people-in-the-news/

„I link to these pictures because I think they demonstrate how hasty and misguided a notion like “photographs of dead or injured/traumatized people are not adding to the story” is. As a matter of fact not much adds more to a story than pictures capturing reality. From a journalistic perspective their impact can’t be overestimated. It is the photographs people remember after decades. I’m worried about a tendency to skip those uncomfortable pics.“

Ein weiterer Denkanstoß zu dem Thema ist „War Porn“ ein Bildband in dem Christoph Bangert all jene Kriegsfotografien zusammengetragen hat, die er zwar gemacht hat, die aber niemand gedruckt hätte.

Und wir reden hier nicht nur von Kriegsfotografie, das geht schon im Lokalen los, wo man statt einem Bild des Autowracks lieber das Symbolbild vom Blaulicht druckt, damit der Leser bloß keine Angst vor den Konsequenzen einer Trunkenheitsfahrt mit 180 km/h entwickelt und man sich selbst fernab des vermeintlichen „Blut & Spermajournalismus“ des Boulevards fühlen kann.

Und das ist auch der „Service- und Wohlfühljournalismus“ der keine Bilder von kotzenden Jugendlichen auf dem Volksfest oder der Festzeltschlägerei zeigt, sondern lieber ein schönes Bild der Welt zeichnen will, weil sie die Magazine Landleben, Landlust und Co. ja auch so super verkaufen.

Mach es wie die Sonnenuhr, zähl‘ die schönen Stunden nur?

Die Frage die sich alle Journalisten, aber vor allem jene, die die Macht haben, zu entscheiden, was der Leser zu sehen bekommt, stellen müssen ist, die die Christoph Bangert vor der Veröffentlichung auf Postkarten an Freund, Bekannte etc. geschickt hat: „Why do YOU self-censor?“

 

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