Die Presse lügt – alles eine Frage der Eier

Es ist derzeit in Deutschland bei vielen Menschen en vogue „Medien kritisch zu sehen“, leider bedeutet das keinen aufgeklärten und klugen Umgang mit Medien, sondern man macht meistens genau das, was man (professionellen) Medien, den sogenannten Systemmedien, gerne vorwirft. Man macht sich die Welt irgendwie so passend, daß es paßt.

Und so konnte man am Wochenende unter einem Artikel meines schreibenden Journalistenkollegen Hanning Voigts auf der Website der Frankfurter Rundschau zum Sturm des EZB-Geländes durch Blockupy-Aktivisten am Wochenende einen Leserkommentar lesen, der Hanning irgendwie diffus vorwarf, da unlauter zu arbeiten, weil andere Medien von Farbbeutelwürfen schrieben, wogegen er von Farbeiern geschrieben hat. (der Kommentar ist zwischenzeitlich gelöscht worden)

Es ist schon bedenklich wie schnell einem Kollegen heute Unaufrichtigkeit und alles mögliche andere vorgeworfen wird. Und es ist, aus der Sicht eines Journalisten, bedenklich, wie wenig sich diejenigen die solche Vorwürfe erheben, dabei selbst um journalistische Standards scheren. Man kann Dinge einfach so behaupten, allein schon daß der andere Journalist ist, damit sein Geld verdient scheint der absolute Beweis seiner Unaufrichtigkeit zu sein, da muß man selbst nichts belegen.

Ich weiß nicht warum andere Zeitungen von Farbbeuteln schreiben, ich weiß aber, warum Hanning von Farbeiern geschrieben hat: Weil er sie gesehen hat.

Das hat auch nichts damit zu tun, daß er irgendwelche verwerflichen Kontakte hätte, sondern schlicht damit, daß er vor Ort war, wie es sich für einen Reporter gehört. Und wer vor Ort war, der konnte auf Eierkartons – in denen die Farbeier zur EZB gebracht wurden und die danach auf dem Boden lagen – rumlaufen, der konnte die Eier fliegen sehen und nicht zuletzt die Eierschalen in den Farbklecksen stecken sehen.

 

 

Natürlich können da auch Farbbeutel geflogen sein, ich habe zwar  keine gesehen, aber das heißt ja nicht, daß da nicht doch welche waren und auch die Kollegen die von Farbbeuteln schreiben genauso recht haben wie die, die von Farbeiern schreiben.

Und das Polizeifahrzeug auf den Bildern oben stand tatsächlich gestern vor der EZB (gut das kann natürlich ein Bild von nächster Woche oder ein Photoshop-Werk sein, ich bin ja selbst Teil der Systempresse):

Der Vorwurf den man Hanning da gemacht hat zeugt nicht von Medienkompetenz oder einer kritischen Haltung gegenüber Medien, sondern er ist in sich schon so dumm als würden Eltern die Zwillinge haben, wo der eine nach dem Ausflug in den Zoo nur vom Tiger und der andere nur vom Löwen erzählt, den Kindern vorwerfen, einer von beiden müsse ja wohl lügen.

 

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