Das ist ja auch Werbung für mich…

Mal ein kleiner Einblick in den Alltag eines Urhebers und den „Das ist doch auch Werbung für Dich“-Kosmos. (Danke Ralph Ruthe!)

Sehr geehrter Herr Kollege Rheker.

Anscheinend haben Sie übersehen oder bewusst nicht reagiert auf mein Schreiben vom 18.10.14., dass Sie sich auf meiner HP bisher haben kostenlos bewerben lassen. Da Sie ja keine Skrupel kennen, auch gegenüber Kollegen nicht und Sie alle guten Sitten über Bord werfen, muss ich Ihnen hiermit eine Rechnung stellen, für die Werbung auf meiner HP.“

Die Werbung sieht dann so aus, daß man da auf einer redaktionellen Website Fotos von mir einfach benutzt hat, um einen Text zu illustrieren und man bei einem Teil der Bilder meinen Namen drangeschrieben hat (die Bilder waren offenkundig von der Website der Frankfurter Rundschau geklaut):

Bildschirmfoto 2014-10-08 um 13.23.27

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die meinen, daß jeder der sich Journalist nennt auch gleich mein Kollege ist und schon garnicht denke ich, daß jeder, der sich Journalist nennt aus „Kollegialität“ meine Fotos umsonst auf seiner Website benutzen darf. Erst recht nicht, wenn es eine kommerzielle Seite ist auf der jemand sich selbst mit diesem bunten Strauß an Leistungen anbietet:

 – Themenrecherche
– Schreiben
– Redigieren
– Exklusivberichte
– Fotos
– Buchautor
– Referate
– Vorträge
– Moderationen
– Schulungen
– Lesungen
– Beratungen
– Tester für Handel-Banken
– Testberichte für Pkws
– Chauffeurdienste
– Hotel- und Restaurantkritiker

Von den Journalisten, bei denen ich stolz bin, sie Kollege zu nennen oder von ihnen als Kollege bezeichnet zu werden, wüßte ich auch nicht einen, der der Ansicht wäre, daß ich es nicht wert wäre für meine Arbeit bezahlt zu werden.

Darum schreibe ich in solchen Fällen eine Rechnung, wenn das nichts fruchtet, dann geht das an den Anwalt. Fertig.

Heute bekamen ich und das zuständige Gericht Post. (Mal wieder.) Dem Gericht wird da erklärt, daß es nicht gegen den Beklagten verhandeln dürfe, bevor ich als Kläger nicht erstmal zwei Rechnungen (eine davon über 6480,- € für die Werbung, die er durch die Nutzung meiner Bilder auf seiner Website für mich gemacht habe, und eine über 167.200,- wegen einer angeblichen schweren Körperverletzung durch die Klage) begleichen würde, zudem hätte ich wohl am 17.01. zur irgendeiner Demo in Berlin fahren und den Beklagten da suchen müssen; meint er jedenfalls.

„Herr Rheker hat des Weiteren bereits zwei Rechnungen erhalten, die er erst einmal zu erfüllen hat, bevor er auf andere losgeht. (Anlage 1+2) Als bekannter Fotoreporter hätte er ja die Gunst der Stunde nutzen können und mich am Rande der Demo, „Wir haben es satt’4, am 17.1.15 in Berlin zu treffen und endlich einmal darüber zu reden, was wirklich Sache ist. Man lässt wohl lieber Briefe schreiben und regt sich völlig unbegründet darin auf. Es deckt sich aber mit einigen Informationen, die inzwischen recherchiert wurden.“ (aus dem Anschreiben an das zuständige Landgericht)

Zudem wird jetzt gegen mich und meine Anwältin öffentlich auf seiner Website „recherchiert“. Und ich bekomme täglich einen Brief.

Bildschirmfoto 2015-01-20 um 19.16.03
Ach ja, die ganze Familie behält sich auch irgendwelche weiteren Schritte gegen mich vor und das Geld geht bitte mildtätig an die katholische Kirche. Das ist recht beliebt, wenn man doch irgendwie ahnt, daß das was man da betreibt nicht ganz koscher ist, jenseits 120.000,- € die man einem anderen für die Mutter Kirche abpresst, drückt Gott wohl ein Auge zu.

Bildschirmfoto 2015-01-20 um 19.57.28

In der Rechnung über 167.200,- € Schadenersatz  (dankenswerter Weise „ohne Umsatzsteuer, da Privatrechnung nach UCC) wird zudem deutlich gemacht, daß ich wohl auch irgendwie etwas im Bereich der Seerettung (maritime recovery“) so massiv falsch gemacht haben muß, daß sich der Schadenersatzanspruch gleich nochmal vervierfacht. Das ganze geht an den Vatikan, dem die Ansprüche dann wohl auch gleich abgetreten werden und der Gerichtsstand verschiebt sich in die Schweiz, vielleicht wegen der Schweizer Garde oder der Löcher im Käse.

Bildschirmfoto 2015-01-20 um 20.01.42

 

Rechnungen die automatisch gültig werden, wenn der andere nicht innerhalb von fünf Tagen einen wie auch immer gearteten „rechtsverwertbaren Nachweis nach internationalem Recht“ erbringt, ganz ohne irgendeine Grundlage oder Zustimmung des angeblichen Vertragspartners. Cool! Das ist die Geburt des einseitig ausgesprochenen wirksamen Vertrages.

Es ist verwunderlich, daß die Nigeria-Connection da noch nicht drauf gekommen ist. Die würden da sicher 167.200,- € für zahlen.

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21 thoughts on “Das ist ja auch Werbung für mich…

  1. Hübsch ist ja auch die Ansicht, für einfach mal auf eine Webseite gestellte Bilder Rechnungen für Werbung schreiben zu können. Ich bin ja auf Fortsetzungen gespannt. Ich fürchte aber, das sich da nichts holen lässt…

  2. Dieser Regelung hat Herr Rheker (…) durch Stillschweigen konkludent zugestimmt. Somit besteht ein Vertragsverhältnis für diese Art der Rechnungsstellung.

    Diese Art Argumentation mit „konkludentem Vertrag“ kennt man eigentlich vor allem aus der Reichsideologenszene. Der unbeholfene, gewollt-aber-nicht-gekonnt bürokratische Stil und die Rechtschreib- und Grammatikfehler passen auch dazu. Da kann es sein, dass die nächstens mit der Haager Landkriegsordnung kommen und ihre Schriftsätze portofrei als Kriegsgefangenenpost verschicken.

    Und dann gibt es sicher noch eine Rechnung für die unbefugte publizistische Verwertung der Schriftsätze, Verstoß gegen das Urheberrecht, Verletzung des Briefgeheimnisses und was weiß ich, denen fällt sicher noch was ein. Das könnte eine längere Soap werden…

    1. Das war auch mein Gedanke. Vorsicht bei diesem Prozess; Reichsbürger neigen dazu, mit einer Fülle an blödsinnigen Eingaben Prozesse in die Länge zu ziehen.

  3. Wenn du ganz aus Versehen den Klarnamen vergisst irgendwo zu schwärzen, wäre dies sicher kein Schaden für dich ;)
    Wie verzweifelt muss man sein um sich so einen Quatsch auszudenken?

    1. Es geht ja nicht darum jemanden bloß zu stellen und wenn er demnächst das Buch mit den Rechercheergebnissen über mich vorstellt, muß er ja an die Öffentlichkeit…

  4. Knüller!

    Auf seiner „Über mich“ Seite schreibt der Gute ja: „Ich arbeite auch satirisch, weil es mir Spaß macht.“ – Das erklärt vielleicht manches.

  5. Wenn man die HP des heRRn an schaut, dann erklärt sich vieles… erstaunlich, erstaunlich …! Fast schon bemitleidenswert.
    Er behauptet ja, viel zu können und auch viel Erfahrung darin zu haben. Und nährt die Zweifel daran. Beispiel Redigieren – müsste wohl heißen RRRedigieren. Denn er hat ja doch eine Grammatik, die wohl nur ein RR als richtig empfindet.

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