Jan Böhmermann, Hobbyjurist

Man könnte meinen, Jan Böhmermanns größtes Problem ist, daß er als Promi nicht mehr zahlen muß als andere und er scheinbar unter die gleiche Rechtssprechung fällt.

Das Bild eines Kollegen ungefragt benutzen ist das eine, aber diese Rechtfertigung hier ist unterirdisch:

https://www.facebook.com/jboehmermann/posts/919905594708631

Mal im Detail geantwortet:

MAHNI, MAHNI, MAHNI: Offen gesagt, sind Massenabmahnungen ohne genaue Prüfung der betreffenden Einzelfälle rechtsmissbräuchlich.

Tja, nun handelt es sich aber nicht unbedingt um Massenabmahnungen, wenn Herr Böhmermann von zwei konkreten Fällen berichten kann. 

Liebe Internetfreaks,

wieder einmal ein halb seriöser Facebook-Post. Letzte Woche erhielt ich eine Abmahnung für das Posten des berühmten Rostock-Lichtenhagen Fotos von Martin Langer (Ihr wisst schon: der Hitlergruß, die zugepisste Jogginghose). Habta vielleicht mitbekommen. Oder auch nicht, egal. Aber bevor die verdammte Lügenpresse (–> siehe Link) mir ebenso empörtem wie unbescholtenen Internetnutzer die Tweets im Mund verdreht, hier nochmal eine detailliertere Beschreibung des Sachverhalts:

Nun ja, wer eine Urheberrechtsverletzung begangen hat ist nicht so richtig unbescholten und „Lügenpresse“? Naja, soll wohl lustig sein. Isses aber nicht.

Ich habe das besagte Foto im August 2014 über die Google Bildersuche (Suchbegriff „Rostock-Lichtenhagen“, viertes Bild) gefunden. Das Bild enthält keinen Copyright-Vermerk und ist auch ansonsten nicht als urheberrechtlich geschützt gekennzeichnet.Über meinen Account @janboehm habe ich das Bild getwittert, ohne sonstigen Text und unter Angabe des Fotocredits, den ich dem Dateinamen des Bildes entnommen habe (lichtenhagen_martin_langer.jpg). Nein, ich habe den Fotografen „martin_langer“ nicht vorher gefragt, ob ich das Bild twittern darf. Ja, ich befand mich in der (offenbar falschen) Annahme, dass der Fotograf dieses zeitgeschichtliche Fotodokument (möglicherweise unter Angabe des Fotocredits) zur honorarfreien Verwendung außerhalb professioneller Presse freigegeben habe.

Tja, da stand der Name des Urhebers sogar im Dateinamen, einmal Googeln und man hätte ganz leicht fragen können. Und wie man auf die sonstigen „Annahmen“ kommen kann entzieht sich irgendwie meinem Verständnis. Spannenderweise entsprechen diese Annahmen genau den Schutzbehauptungen die man als Urheber in der Regel als Erwiderungen erzählt bekommt. Und wenn man sich nur unsicher war, ob da ein Credit dran muß, wäre das schon ein guter Anlaß gewesen zu fragen.

Im übrigen hat die Datei des Bildes die man bei google findet mitunter vollständige IPTC Informationen zum Urheber.

Bildschirmfoto 2015-01-24 um 13.26.05

Sechs Monate später legt die zuständige Anwaltskanzlei „Weinert Levermann Heeg“ für das unerlaubte Publizieren eines Fotos in der Abmahnung einen Streitwert von 7.000 Euro zugrunde, unterm Stich mit Strafzöllen, Lochprämie, Tackergebühr, Digitalimmigrantaufschlag, Empörungsprämie und Büropauschale wird ein Betrag von 906,50 Euro fällig, sowie die Abgabe einer Unterlassungserklärung. Ich zahle und unterlasse natürlich – unter der Bedingung der genaueren und öffentlichen Betrachtung dieser merkwürdigen Abmahnung.

Das ist völlig üblich und wenn man den Betrag mal mit dem Honorar, das normale Nutzer des Bildes zahlen, z.B. hier nach MFM-Liste

Doc - 24.01.2015 13-13

vergleicht, man das in Relation zum Preis einer Musikdatei bei iTunes und den Abmahnsummen der Musik- und Filminbdustrie setzt, dann ist es ein Schnäppchen, denn die hier erfolgte Nutzung hätte wohl irgendwas zwischen 112,- und 869,- € gekostet. Und da sind dann 1000,-  in der Relation was ganz anderes als das, was der beliebte arme Schüler, als Muster aller Abmahnopfer, dann für eine 99 Cent Musikdatei zahlen muß.

Meine „publizistische Tätigkeit“ per Twitteraccount wird offenbar von der anwaltlichen Vertretung des betroffenen Fotografen als professionelle und mit der einer Zeitung oder ähnlichen kommerziellen Publikation verglichen.

Nun ja, wer von Zuschauerzahlen abhängig ist und als Buchautor bei KiWi unter Vertrag steht, für den ist alles, was er in der Öffentlichkeit macht Marketing. Oder ist das Ziel des Twitter-Accounts, die 150Tsd. Follower vom Fernsehen abzuhalten?

Das mag an der Reichweite liegen oder einem unterstellten Promi-Faktor, egal. Ich habe die 906,50 Euro bezahlt. Natürlich kann man in so einem Fall abmahnen, man kann aber auch eine Rechnung stellen, man könnte sogar einfach auch mal eine Mail schreiben und ggf. wirklich vorhandene Missverständnisse oder Forderungen so stellen. Das liegt im Ermessen des Urheberrechtsverletzten, jeder Mensch ist eben anders.

So wie man eben auch vor der Nutzung eines Bildes fragen kann und sollte. Wer das nicht tut, sollte bedenken, daß er damit den Ton der folgenden Unterhaltung festgelegt hat. Viele Urheber haben einfach nicht mehr die Zeit und den Nerv, in solchen Fällen als Abzocker und Bittsteller abgefertigt zu werden. Deshalb beschäftigt man dann einen Anwalt.

Der Clou kommt aber jetzt: Am selben Tag erreichte einen Kollegen von mir das selbe Abmahnschreiben mit dem selben Streitwert, 7.000 Euro. Gleiche Kanzlei, gleiches Foto. Dieses Mal betraf die vermeintliche Verletzung des Urheberrechts einen offensichtlich privaten Twitteraccount mit knapp unter 100 Followern. Kein Promi-Faktor, keine Reichweite. Nur, besagtes, frei zugängliche Nazi-Jogginghosen-Lichtenhagen-Pissfoto gepostet bei Twitter – und die Kanzlei Weinert Levermann Heeg forderte ebenfalls einen Betrag um die 1.000 Euro.

Und was ist da jetzt das Problem? „Kein Promifaktor“? Jan Böhmermann muß den gleichen Preis zahlen wie das Fußvolk. Das scheint weh zu tun?

 

Es stellen sich mir als Hobbyjuristen folgende Fragen:

Hobbyjuristen sollten ihre Fragen besser richtigen Juristen stellen…

1. Liegt in dem privaten Fall eigentlich eine Urheberrechtsverletzung im klassischen Sinne vor? Und in meinem Fall?

Klar, liegt in beiden Fällen eine klassische Urheberrechtsverletzung vor. So wie es egal ist ob der Promi oder der Normalo bei Aldi eine Dose Linsensuppe klaut.

2. Wenn ja, wie ist der Schadensersatz bzw. der Streitwert einzuschätzen? Wie bei einer Tageszeitung? Einem kommerziellen Blog? Der kleinen Website eines Vereins? In einem Whatsapp-Gruppenchat?

3. Wieso setzt die Anwaltskanzlei „Weinert Levermann Heeg“ bei einer Privatperson einen Streitwert von 7.000 Euro an, wo es doch eine gesetzliche Streitwertbegrenzung von 1.000 Euro für derartige Fälle gibt?

Da würde sich die Frage stellen, ob eben Jan Böhmermann und sein „Kollege“ da überhaupt als Privatpersonen handeln.

Zudem sollte man an dieser Stelle vielleicht drauf hinweisen, daß hier dem Konzern Twitter durch das posten den Bildes umfassende Nutzungsrechte am Werk eines Dritten eingeräumt wurden. (Mal die Twitter AGB lesen!)

4. Wieso ist das betreffende Foto, wenn dem Fotografen wirklich am Schutz seines Urheberrechts gelegen ist, per Google-Bildersuche frei zugänglich und dort nicht deutlich als urheberrechtlich geschützt gekennzeichnet?

So jetzt sind wir auf dem Niveau von „Warum ist das Mädchen mit einem kurzen Rock nachts in den Park gegangen?“ anegkommen.

(Verschwörungstheoretiker und Misanthropen könnten sogar annehmen, das Foto stünde nur deshalb derart einfach zugänglich und ungekennzeichnet im Netz, damit man besonders komfortabel und massenhaft abmahnen kann, mit 7.000 Euro Streitwert, egal ob Promi-Twitter-Account oder Privatnutzer. Der Dateiname des betreffenden Fotos lautet „lichtenhagen_martin_langer.jpg“, prima suchbar bei Google. Wäre dies der Fall, wären derartige Abmahnungen nicht nur rechtsmissbräuchlich, man touchierte dann als mahnender Fotograf und beauftragte Anwaltskanzlei recht schnell ganz andere, noch unschönere Bereiche des Strafgesetzbuchs.)

Und jetzt sind wir bei „Wer als Frau…der will vergewaltigt werden!“ Diese Argumentation ist uns Urhebern nicht neu. Das macht es aber nicht sympathischer. Und steht in einer Reihe mit „Wer Mohammed-Karrikaturen malt, der wollte vielleicht erschossen werden…“

5. Begehe ich eigentlich bereits eine Urheberrechtsverletzung, wenn ich hier einen Link auf das Foto poste?

Nein. 

6. Wann, oh wann, gibt es endlich Politiker, Richter, Anwälte und Staatsanwälte, die dem medialen Wandel und den Anforderungen der Informationsgesellschaft auch juristisch Rechnung tragen?

Wann, oh wann, gibt es endlich Politiker, Richter, Anwälte und Staatsanwälte, die (hier eine Straftat eintragen, die man gerne straffrei begehen möchte)  auch juristisch Rechnung tragen?

7. Wieviel Prozent des Strafhonorars erhalten eigentlich die Erben des zugepissten Jogginghosenhitlergrüßers Harald Ewert († 2006)?

Sich jetzt hier zum Anwalt der Angehörigen von Harald Ewert machen zu wollen ist schlicht schäbig. 

8. Kann man sowas nicht vernünftig klären?

Die Reaktionen des Herrn Böhmermann lassen das wirklich unwahrscheinlich erscheinen. Ganz ehrlich, ich habe vollstes Verständnis für jeden Kollegen, der das lieber per Anwalt erledigen läßt!

Vorgestern gab es irgendeinen witzigen #Jogginghosenhashtag bei Twitter. Das gegenständliche Rostock-Lichtenhagen Foto wurde tausendfach gepostet, von privat und prominent. Ich bin gespannt, ob in ein paar Monaten auch tausendfach abgemahnt wird, lohnen würde es sich bestimmt.

Kleiner Lesetipp für den Hobbyjuristen Böhmermann: http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichbehandlung_im_Unrecht

Bis zur weiteren Klärung der Vorgänge gilt mein Warntweet von vorgestern:

„Wer das Rostock-Lichtenhagen Foto mit Hitlergruß und zugepisster Jogginghose twittert, wird vom Fotografen Martin Langer abgemahnt! 1000 €!“ @janboehm

Über ähnliche Erfahrungen und konstruktive Beiträge, sowie die zu erwartenen hochempörten Fotografen-Solidarisierer und professionell schmierigen Abmahnanwälte-abmahn-Anwälte, freue ich mich voll dolle!

Und diese Demagogie zeigt Wirkung, in bestem Pegida-Sprech von Böhmermanns Fans. Fehlen nurnoch offen Aufrufe zur Gewalt:

Bildschirmfoto 2015-01-24 um 12.46.00 Bildschirmfoto 2015-01-24 um 12.48.53

 

Bildschirmfoto 2015-01-24 um 12.48.00

 

Bildschirmfoto 2015-01-24 um 13.55.09 Bildschirmfoto 2015-01-24 um 13.55.34

18 Kommentare

  1. Urheberrechte sind wichtig. Ich kann es sogar noch nachvollziehen, wenn man Herrn Böhmermann eine Abmahnung zukommen lässt, weil man bei seinem Twitter-Account u.U. noch gewisse kommerzielle Absichten unterstellen kann.

    Fängt man aber an, Privatpersonen Abmahnungen mit Kosten von knapp 1000€ zukommen zu lassen, dann bekommt die Sache ein „Gschmäckle“. Ein Tweet, eine E-Mail, ein Telefongespräch oder ein Brief, die Sachlage erläutern und um Unterlassung zu bitten, das sollte die erste Maßnahme sein. Danach kann man dann härtere Geschütze auffahren, wenn man sich denn unbedingt so wahnsinnig betrogen und bestohlen fühlt.

    Diese Abmahnabzocke (und mehr ist es im Fall von 1000€-Forderungen bei privaten Twitter-Nutzern nicht) auch noch zu rechtfertigen geht schon ein wenig in die Bereiche peinlich und asozial. Leider hat es der Gesetzgeber bis heute nicht geschafft, gegen professionelle Abmahner vorzugehen bzw. wenigstens die Kosten zu deckeln.

    1. Jede Wette: Wenn nur Böhmermann abgemahnt worden wäre und der „Privattwitterer“ nicht, wäre Böhmermann auch der erste gewesen, der geplärrt hätte „Warum muss ich zahlen und der nicht!? Der begeht die gleiche Urheberrechtsverletzung!!!!!!!11einself111!!“

      1. Die Frage ist: wenn Böhmermann den anderen Abgemahnten als „Kollegen“ bezeichnet, warum es dann einen Unterschied zwischen beiden hinsichtlich der Frage kommerziell/privat geben sollte?

    2. Ich würde jedem „Nicht-Urheber“ wünschen, mal so ein freundliches Gespräch führen zu dürfen.

      Es soll doch niemand glauben wir hätten unser Honorar nicht auch lieber mit möglichst wenig Aufwand und Kosten einfach so auf dem Konto.

      Und ja, wir Urheber leiden unter dem schlechten Ruf, den uns die Abmahn-Exzesse der Musik- und Filmindustrie eingebracht haben. Aber wenn man vom regulären Preis für die Nutzung in diesem Beispiel hier ausgeht, dann sind die Gesamtkosten der Abmahnung durchaus angemessen. Es wird ja aus dem Preis einer CD plötzlich das mehr als Tausendfache.

      Das wir aber bei Urheberrechtsverletzungen nicht noch großzügige Rabatte einräumen und die Anwaltskosten selbst bezahlen könnten sollte einleuchten. Wer ein Auto klaut, der kann es auch nicht für die Hälfte des Werte nachträglich kaufen.

      Leider sind solche freundlichen Gespräche dann nur von unserer Seite freundlich, die Gegenseite erklärt zumeist, man sei ein Abzocker, habe überhaupt keine Rechte irgendwas zu fordern oder droht ihrerseits mit juristischen Schritten wegen Körperverletzung, Betrug und was weiß ich nicht noch alles.

      Im übrigen ist die Abmahnung ja eine günstige Alternative zur Klage. Denn was soll ich als Urheber denn sonst machen, wenn das Gegenüber sagt: „Ich finde ich darf das, geh sterben!“

    3. „Ein Tweet, eine E-Mail, ein Telefongespräch oder ein Brief, die Sachlage erläutern und um Unterlassung zu bitten, das sollte die erste Maßnahme sein.“

      FALSCH !!!
      Nicht der Urheber muß sich darum kümmern, dass irgendwelche Ärgerpatienten möglichst unbeschadet davon kommt, wenn diese mal wieder unerlaubt Fotos verwenden. Was für eine verquere Rechtsauffassung !
      Aber typische für Daumenlutscher und sprachlosen Schwätzer, die zu allem eine Meinung aber von nichts eine Ahnung haben.

      Die logorrhoeischen Explosionen dieser wehleidige Würstchen, sind dann immer gleichen… die Urheber werden mit ihrem peinlichen passiv-aggressiven Verhalten konfrontiert, welches irgendwann in denunziatorische Gebaren endet und ganz zum Schluss wird infantil nach einem „Anti-Konflikt-Team“ geschrieen.

      Es ist nicht entscheidend ob eine „Privatperson“ das Foto nutzt oder ein „Prominenter“, sondern nur ob das Bild von einem Berufsfotografen stammt (OLG Hamm, Urteil vom 13.02.2014, Az. 22 U 98/13) bzw. in seiner Qualität an eine professionelle Aufnahme heranreicht (OLG München, Urteil vom 05.12.2013, Az. 6 U 1448/13; LG Düsseldorf, Urteil vom 24.10.2012, Az. 23 S 386/11; LG Köln, Urteil vom 27.05.2014, Az.: 14 S 38/13).
      Erst dann wird entschieden ob z.B. die MFM-Tabelle für “Online-Zeitungen und Zeitschriften” anwendbar ist oder einen andere Bemessungsgrundlage verwendet werden muß. Herr B. und andere sind daher noch ziemlich günstig davon gekommen.

      Die Erfahrungen das Ganze ohne eine Anwaltssozietät abzuwickeln, sind genau die gleichen… pampige Reaktionen, absolutes Unrechtsbewusstsein und ausbleibende Zahlungen. Dabei würden sie sechs- bis achthundert Euro günstiger davon kommen.

  2. Muss meinem Vorredner da vollkommen zustimmen. Mag die Followerzahl Böhmermanns eine potentiell gewerbliche Nutzung noch rechtfertigen, handelt es sich bei solchen Abmahnungen an Privatpersonen doch tatsächlich vornehmlich um Abzocke.

    Und wenn Sie Böhmermanns Verweis auf den Rechteanteil des Rechten-mit-Heil „schäbig“ nennen, wie würden Sie dann Ihre unangemessenen und geschmacklosen Vergleiche mit Vergewaltigungen charakterisieren?

    Alles in allem aber natürlich passend, dass sich die Fotografen hier angepisst zeigen.

    1. Gegenfrage: Hatte Jan Böhmermann hinsichtlich des abgebildeten Harald Ewert eigentlich Skrupel das Bild zu zeigen? Hatte Herr Böhmermann das Bedürfnis von sich aus bei der Nutzung des Bildes Harald Ewert prozentual zu entlohnen, wie er es von Langer verlangt? Nö, oder?

      Da wirkt es fadenscheinig sich jetzt zum Anwalt Ewerts zu machen und sich moralisch über den anderen zu erheben.

      Im übrigen ist es interessant, wenn man sich so bereitwillig zum Anwalt des Mobs von Lichtenhagen macht, nur weil er argumentativ gerade paßt.

      Und beim Vergewaltigungsvergleich geht es um den Mechanismus (den es z.B. auch gibt, wenn ein deutscher Ministerpräsident ein Skifahrerin ohne Helm ummähnt), daß das Opfer durch eine Verhaltensanpassung die Tat hätte verhindern müssen.

      Das ist Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur.

      Und letzte Woche waren alle noch Charlie.

  3. Ach Leute,
    wer sein Brot mit Fotografieren verdienen muss, hat es halt echt schwer. Da muss man sich das Auf-den-Auslöser-Drücken halt auch zig Jahre später noch mit Tausenden Euro vergüten lassen, weil man halt nur selten das Glück hat, dass man mal ein zeitgeschichtlich relefantes Motiv vor der Linse hat.

    Wir Profi-Knipser hätten halt einfach früher was Gescheites lernen sollen – Bäcker, Schreiner oder Maurer –, aber nö, wir haben halt lieber gesoffen, gekifft und uns irgendwie die Kosten für ne Kamera zusammengeschnorrt. Ist halt auch geiler mit Presse-Ausweis durch die Stadt zu trollen und Promis, blutige Autowracks oder Ganoven bei der Haftrichter-Vorführung vorm Amtsgericht mit unserem Blitzlicht-Gewitter zu jagen. Und irgendwann fehlt halt die Asche, dann muss man sich halt auf die Errungenschaften früherer Tage berufen!

    Isso, Mann.

  4. Interessant fand ich auch die folgende Passage, Zitat:

    „4. Wieso ist das betreffende Foto, wenn dem Fotografen wirklich am Schutz seines Urheberrechts gelegen ist, per Google-Bildersuche frei zugänglich und dort nicht deutlich als urheberrechtlich geschützt gekennzeichnet?“

    Da merkt man mal, wie viel Hobbyjurist wirklich in Jan Böhmermann steckt. Für jedes Werk gibt es normalerweise einen Urheber. Und nur der hat das Recht, seine Werke bzw. die Nutzung frei zu geben.
    Das sollte Jan Böhmermann als Journalist und Autor auch bekannt sein. Jetzt zu argumentieren, „Wenn nichts dransteht, dann kann ich es nutzen!“ dreht den Sachverhalt komplett um.

    1. Jepp. Warum steht Böhmermanns Buch in Buchhandlungen, wo es jeder scannen und als PDF ins Internet stellen könnte?

      Und was würde sein Verlag (KiWi) dazu sagen?

  5. In Ihrem Screenshot zu den Metadaten der besagten Datei ist das Bild ja auch abgebildet. Fällt diese Nutzung eigentlich auch unter das Urheberrecht, oder gilt das als erlaubtes Zitat in einem eigenen Werk?

      1. Hätte Böhmermann also einen Screenshot von Langes Homepage gepostet wäre es ok?
        Klar, das ergibt Sinn!!1!

  6. Ich frage mich welche Privatperson 112 Euro zahlt um ein Bild höchstens eine Woche lang ins Soscial Media zu stellen. Also wer solche Preise macht legt es meiner Meinung nach darauf an ordentlich an Abmahnungen zu verdienen. Stichwort Copyrighteichhörnchen. Legal, aber gesellschaftlich eher destruktiv.

    1. … kommt drauf an … nimmt ein Verlag oder wer auch immer (auch gern ein prominente Medienschaffende jeglicher Coleur) das Bild auf seine eigene Seite (oder seine eigene Facebook-Seite) … ok. Das ist das eine.
      Und dann kommen die Leute, die in die Falle dieser Leute tappen und zum Teilen bei Facebook anbieten. Und diese Privatleute machen dann eben Werbung. Für wen auch immer (auch prom. Medienschaffende), indem sie in Ihrem Umfeld das Bild anbieten und diese Seiten dann verlinken. Mit dem Bild als Blickfang und Träger der Werbung. Wer das nicht „nur ich“ oder „nur bestimmte Personen“ teilt, macht Werbung über seinen privaten Bereich hinaus. 112 Eur für 1 Woche ist da nicht viel, was der Rechteinhaber von diesem Facebook-Teiler verlangen kann. Der kann’s sich dann bei wem auch immer (prom. Medienschaffende inbegriffen) ja ohne weiteres zurück holen. Denn von d e m j e n i g e n ist er in eine Falle gelockt worden, für diesen hat er geworben und ihm Leute auf die Seite gebracht, die da sonst vielleicht nie hin gekommen wären. Ja, mei.
      10 mal teilen: 10 Leute machen Werbung in ihrem eigenen Facebook-Umfeld. Das ist was wert. Da hat der ursprüngliche Bilderdieb was davon. Warum sollte der Fotograf da zuschauen?

      1. @ Caludia: Der Gedanke, daß wer das von Jan Böhmermann bei Twitter unrechtmäßig gepostete Bild teilt, sich damit von Böhmermann zum Werbung machen einspannen hat lassen, ist durchaus ein interessanter Gedanke zu dem Thema.

        Denn natürlich geht es da, wo Aufmerksamkeit die Währung ist, darum neue Follower zu finden,mindem die bestehenden Follower einen teilen und damit interessant machen.

    2. @ Pascal: Klar, mit der Logik ist es nicht mehr so, daß Du dir ein Portraitfoto von Dir selbst von Jim Rakete und die Dokumentation Deines Fußball-Hobbyturniers durch 4 professionelle Sportfotografen plus Paul Ripke nicht mehr „nicht leisten kannst“, sondern alle müssen für Dich einfach billiger fotografieren.

      Sobald mein Aston-Martin-Händler Deinem Vorschlag folgt und mir der örtliche Immobilienmakler hier eine Villa im Taunus für 120.000€ verkauft, bin ich da ganz auf Deiner Linie. Aber eben erst dann!

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