Verlorene Helden

Gänsehaut beim Lesen.

„Vor Opa Erwin, dem übellaunigen Kerl, hatten die Enkel fast ein bisschen Angst. Erst viele Jahre später wurde klar: Im Dritten Reich war er ein Held. Er sprach nur nie drüber.“

Wieviele solcher vermeintlich „dunkler Geheimnisse“ aus dem Dritten Reich, die eigentlich „weiße Heldengeschichten“ sind mögen verloren gegangen sein, weil es keine Dokumente gab, sondern das Wissen einfach starb.

Wieviele Kinder und Enkel mögen ihren Großeltern Unrecht getan haben, weil sie deren Schweigen nach dem ertragenen Unrecht nicht als Unfähigkeit darüber zu sprechen erkannt, sondern das schlicht missverstanden haben.

Wieviele Menschen mögen als vermeintliche Täter oder Mitläufer gestorben sein, ohne daß ein Nachfahre ihre tätowierte Häftlingsnummer gesehen hat?

Wieviel genauer könnte unser Geschichtsbild sein, wenn wir von alledem wüßten.

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/40669/1/1

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