Nervige Zeitdiebe

Da geht einem ein offenbar gut verdienender Künstler, der davon lebt großen Firmen bunt bemalte Glasfenster anzudrehen, drei Tage lang wegen lächerlicher 50,-€ für eine Bildnutzung in einem Ausstellungskatalog auf den Sack, Zitat „bei allem Respekt (…) sind 50 € viel Geld“ und „Denken sie doch bitte noch mal über Ihre Preisvorstellung nach.“

Am Ende entscheidet er sich dann doch dafür, man schreibt eine Rechnung. Aber dann hätte er gerne eine andere Rechnung, denn er hat ja geschrieben „Trotzdem würde ich Ihr Foto gerne verwenden, sogar zusätzlich noch mit einem einzigen Teilausdruck in s/w, 15,5×12,7cm für unser Treppenhaus.“ So als wäre die zusätzliche Nutzung im Treppenhaus eine Art Auszeichnung für die man dankbar sein müßte.

Da antwortet man dann noch nett, daß man für Bilder im heimischen Treppenhaus keine neue Rechnung schreiben mag, weil das Arbeit ist und Geld kostet (und sich der ganze Zauber irgendwann für 50,- € eh nicht mehr lohnt) und einem, was in heimischen Treppenhäusern hängt ziemlich egal ist. Und dann kommt folgende Antwort:

„Sehr geehrter Herr Rheker,

da es sich nicht um mein privates Treppenhaus handelt, ich Sie nicht weiter belästigen möchte und ein Rechtssicherheit möchte habe ich mich von der Verwendung Ihres Fotos von mir verabschiedet.

Mit freundlichem Gruß
XXXXXX

Danke für Ihre Erlaubnis der privaten Nutzung.“

Irgendwie kommt man da um den Eindruck nicht herum, daß wer andere über den Tisch ziehen will, auch selbst niemandem so recht trauen kann.

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