Fotografen und Namen

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht. Jemand, der widerrechtlich meine Bilder benutzt hat, ist auf dem sonderbaren Trip, ich müßte ihm (bzw. dem Vatikan, man macht das ja schließlich für den guten Zweck) einen sechstelligen Betrag als Dank für die Werbung, die er mit meinen Bildern für mich gemacht habe, zahlen.

Da fragt man sich ja, wie diese Leute auf solche interessanten Ideen kommen. Und scheinbar ist hier die „Fotografen haben Namen“-Kampagne nicht ganz unursächlich für diese wilden Ideen.

Mal abgesehen davon, daß wohl mittlerweile auch das Gericht von der kruden Theorie genervt ist, ich würde unter Tarnamen meine Bilder (und wie kommen drei meiner Bilder auf seine Website, wenn ich ihm angeblich nur zwei untergeschoben habe?) und die Texte von Kollegen an irgendwelche Websites verschicken, um dann erst ein Schweinegeld über den Werbeeffekt zu machen

„Die zwei Bilder, die ########### von der Occupy, als Anhang mitgesendet wurden, waren für den Kläger wohl als eine Werbung gedacht, die sicher zu weiteren Aufträgen für ihn dienen sollten? Als Journalist, mit einer Redaktion von über 1.2 Millionen Lesern, waren seine zwei Bilder, mit der Verlinkung auf seine Homepage, eine kostenlose Werbung, was ihm sicher viele Aufträge eingebracht hat. „
und dann nach einiger Zeit die Leute zu verklagen, und auch abgesehen von der wirren Idee, daß man mit seinem Impressum geltendes Recht umformen könne:

„Es gehört nicht nur zur Sitte und Anstand, zum Guten Ton im Umgang unter Kollegen, sondern auch zur Rechtspflicht die gegenseitigen Haftungsansprüche im Impressum zu lesen, was der Kläger wohlweislich übersehen hat. „

Richtig abstrus wird es, wenn noch die Bemühungen von Berufsverbänden zur Verbesserung der Situation eines Berufsstandes zu einem sonderbaren Argument umgebogen wären, als wäre die Namensnennung Lohn genug für einen Fotografen. Und nur die unfairen (Foto-)Journalisten wollen auch noch Geld. Faire Journalisten dürfen die Arbeitsergebnisse anderer Journalisten benutzen wie immer sie möchten, Name dran und gut ist’s….

Uns Journalisten ist bekannt, was auch der DJ V (Deutscher Journalisten Verband) immer wieder betont, Fotografen haben einen Namen. Deshalb ist für uns faire Journalisten die Namensnennung für erhaltene Bilder unverzichtbar. Der Name von dem Kläger Rheker fehlte deshalb nicht, er wurde von Occupy mit seinem Namen angegeben.

Deshalb setzt sich sowohl der Verband und viele vernünftige Journalisten dafür ein, dass die Nennung des Namens der Bildjournalisten ernstgenommen wird. Aus diesem Grund verkauft ######### die eigenen gemachten Bildern nicht, um der Fairnesshalber den beruflichen Fotografen nicht die Butter vom Brot zu nehmen.

Was also spielt der Kläger hier für ein Spiel, mit seinen eigenen Kollegen, die sogar noch für ihn kostenlose Werbung machen? Natürlich werden solche Fälle öffentlich vorgestellt, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Leser sollen sehen ob ein Bild von einem Bildjournalisten aufgenommen wurde oder beispielsweise eher als beschönigendes PR-Foto gewertet werden muss. So bekommt auch der Kläger eine erneute PR für seine Arbeit. Verbraucher und Auftraggeber sollen besser entscheiden können, wem sie künftig noch vertrauen können.“

Da muß man schon beim Lesen sehr tapfer sein.

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