Warum es Journalisten vor Ort braucht

Das große Problem mit irgendwelchen Videos im Netz ist, daß diese einen Anfang und ein Ende haben, daß irgendwer willkürlich bestimmt hat. Man bekommt nur einen Ausschnitt eines Geschehens gezeigt, das auch gerne mit der Absicht einen Sachverhalt so darzustellen, wie man ihn verstanden haben möchte. Das macht diese Videos als Quelle für jede journalistische Berichterstattung gefährlich.

U.a. der hessische Rundfunk hat heute bei Facebook folgendes Video geteilt:

Unter dem Video bei Youtube steht:

Staatsgewalt / Polizeigewalt pur gegen zwei Eintracht Frankfurt Fans die der Queen von England winken.
Die Fans haben nichts gemacht ausser gewunken aber die aggresive Polizei ist er auf den jungen mit Eintracht Frankfurt Oberteil losgegangen.

Ursprüngliche Beschreibung auf der hr Facebookseite:

Brutale Szenen am Rande des Queen-Besuchs in Frankfurt: Ein Video zeigt, wie Polizisten auf zwei junge Männer losgehen. Die Aufnahmen sorgen für große Aufregung im Netz. Die Polizei will jetzt klären, wie der Einsatz genau abgelaufen ist.

Und hier kommt jetzt Journalismus ins Spiel, weil man wohl auch bei der Polizei nachgefragt hat (auch wenn es vielleicht besser gewesen wäre, deren Stellungnahme vor der Veröffentlichung abzuwarten). Und so kommt es zu folgendem Update des Posts:

+++UPDATE: Vor dem Übergriff hätten die beiden Männer versucht, über die Absperrungen zu klettern. Als die Polizisten die Ausweise kontrollieren wollten, seien sie mit Beleidigungen wie „Drecksbulle“ beschimpft worden. Sie hätten den Polizisten zudem Schläge angedroht. Das bestätigte Polizeisprecher André Sturmeit gegenüber der hessenschau.+++

Hier die Stellungnahme der Polizei dazu:

Das Video zeigt, wie so oft, leider nur einen Ausschnitt des gesamten Verlaufs. Der gesamte Sachverhalt wurde von unseren Kollegen vor Ort ebenfalls auf Video aufgenommen und stellt sich gänzlich anders dar.

Die beiden Festgenommenen versuchten kurz zuvor die Absperrung zum geschützten Innenbereich anlässlich des Besuchs der englischen Königin zu übersteigen und wurden von unseren KollegInnen vor Ort davon abgehalten.

In der Folge wurden die Beamten vor Ort von den beiden polizeilich bekannten Personen aufs übelste beleidigt. „Hurensöhne“ soll nur ein Beispiel für die zahlreichen Beleidigungen sein.

Beide begegneten den polizeilichen Anordnungen sehr widerwillig und pöbelten auch weiterhin ununterbrochen gegen die Beamten.

Einer der Männer verweigerte seine Ausweispapiere gänzlich und drohte den Beamten. 

Bei der sich anschließenden vorläufigen Festnahme schlug er einem Beamten ins Gesicht. 

Letzten Endes kamen beide Männer (18 und 21 Jahre) in das Polizeigewahrsam und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen am Nachmittag wieder auf freien Fuß.

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