Deine Mudda…zeigt Dich nur verpixelt.

Eine Familienbloggerkonferenz und das Thema Kinderfotos im Internet.

Hundi

Im obigen Bild werden die Persönlichkeitsrechte der Kinder, nach Meinung mancher „Familienblogger“, perfekt geschützt und die Kleinen vor Spott und Mobbing ihrer Mitschüler geschützt. Jedenfalls solange die Mitschüler dieses Foto niemals sehen…

Es erscheint wie eine Farce, was man da bei Spiegel Online lesen kann und irgendwie hat es was von einer digitalen Burka und in der Folge muß man fragen, warum die Dame ihre Kinder eigentlich unverhüllt aus dem Haus läßt:

„Das Internet soll kein kinderfreier Raum werden.“ Es sei eine Entscheidung der Eltern, ob sie das Foto ihrer Kinder im Netz veröffentlichen oder nicht. Sie selbst habe sich für den konservativen Weg entschieden: Das Kind zeigen, aber nur ohne Gesicht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kinderfotos-im-internet-was-geht-und-was-nicht-a-1089055.html

Der „konservative Weg“ also. Erinnert spontan an die Schüler in Pink Floyds „The Wall“:

Warum eigentlich nicht gleich zum Kinderfotostuntdoublesymbolbild aus der Bildagentur greifen. Damit kann Mutti dann trotz aller Bedenken damit angeben, daß sie Kinder hat. Und obendrein kann man sich dann ja auch gleich schönere Kinder raussuchen oder auch mal Kinder in einer anderen Farbe posten. Zum Beispiel, wenn man mal mit Afrika solidarisch sein will, und so.

Pixels

Die kleine Dings sieht auch heute nach 20 Jahren noch genauso aus wie auf diesem Bild. Jedenfalls auf den ebenfalls verpixelten Bildern aus dem Gerichtssaal, die man immer mal in der Boulevardpresse sieht. 
Die Frage ist doch: „Schützt jemand seine Kinder, vor Mobbing und Spott, indem er deren Gesichter verpixelt?“. Man muß nicht viel Phantasie aufwenden, um zu dem Schluß zu kommen, daß das für den Mobber von Format eher willkommene Munition ist:

„Deine Mudda is so häßlich, die zeigt selbst ihre Kinder nur verpixelt!“

Einer der Höhepunkte der  Hysterie, die man hier besichtigen kann, war ein Post der Polizei in Hagen, den man so verstehen kann, daß praktisch jedes Kinderfoto bei Facebook zu Mobbing, Selbsthass beim Kind und Übergriffen von Pädophilen führen würde. Zwangsläufig. Deswegen solle man das besser lassen.

 

Spannend wird es wenn man über Spiegel Online hinaus auf die Seite der Dame liest, die auf dieser Konferenz zu dem Thema sprach: http://dasnuf.de

Manches ist nur sehr schwer nachzuvollziehen:

„Nirvana Nevermind Cover Baby Spencer Elden ist heute 25 und muss sich immer noch anhören, dass er „the guy with the small penis“ ist. Das Album wurde bis heute 26 Mio verkauft…“

Und dann kommt da der Satz „Es gibt eine Menge Alternativen, wie man Fotos posten kann und trotzdem die Persönlichkeitsrechte der Kinder wahrt.“ Gefolgt von einer Galerie von Bildern wie diesen hier:

bsp-katzenmaske.jpg

IMG_6842.jpg

Bsp-heibie.jpg

Und da fragt man sich dann schon, ob man seine Kinder mit Katzenköpfen nicht eher der Lächerlichkeit preisgibt als mit ihren echten Gesichtern. Kleiner Tip: Einfach mal ein „Erdogan mit Katzenkopf“-Bild in der Türkei plakatieren und abwarten, was passiert.

Und dann kann man da noch folgenden Twitter-Dialog lesen:

Autorin: „Sind Texte über Kinder im Netz was anderes als Fotos von Kindern? Wenn ja, warum?“

Antwort: „Ja, sind es. Fotos kann ich immer gegen den Angebildeten verwenden; Texte eher gegen den Autor und weniger den Beschriebenen.“ (Schreibfehler im Original)

Also, ist ein Bild auf dem der kleine Kevin süß lächelt immer geeignet, damit es später von Mitschülern gegen ihn verwendet wird. Schreibt seine Mama aber 10 Blogeinträge darüber, daß er Bettnässer ist, so werden seine Mitschüler das natürlich nicht gegen Kevin ins Felde führen, sondern seiner Mutter Vorwürfe machen, daß sie das bei ihrem Sohn nicht besser in den Griff bekommen hat.

Es ist schon erschreckend, wie weltfremd und undurchdacht vieles, was Familienblogger zu diesem Thema sagen, ist. Eine gute Basis, anderen in Blogs und auf Konferenzen Ratschläge zu geben…

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3 thoughts on “Deine Mudda…zeigt Dich nur verpixelt.

  1. Was ist denn jetzt – außer (positiv formuliert) Kritik bzw. (negativ formuliert) stänkern – Inhalt dieses Beitrags? Wie bewerten Sie das Thema? Wie gehen Sie bei Ihren eigenen Kindern vor? Welche Alternativen gibt es? All das fehlt leider. Was ist so schwer nachzuvollziehen? Der Beitrag bleibt leider sehr dünn.

    1. Eigentlich ist das, was da propagiert wird, so übertrieben und abgehoben, daß man dem nicht explizit einen Aufruf zu einem besonnenen und unaufgeregtem Umgang mit dem Thema entgegenstellen müßte.

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