Die neue Google Bildersuche

Die neue Google Bildersuche ermöglich es, jedes Fotos, das man irgendwo im Netz findet, bei Facebook und andernorts einfach durch klicken auf einen „Teilen“-Button zu nutzen. Dabei wird die Datei vom Server des Fundortes bei Facebook etc. eingebunden. Und auch in der Google-Bildersuche direkt wird das Bild in voller Auflösung gezeigt und ist da direkt der Rechtsklick speicherbar. Das nennt man deep link oder framing.

Das wirkliche Problem ist aber, daß es derzeit nach gängiger und höchstrichterlicher Rechtssprechung legal ist, Bilder einfach so zu nutzen, solange man „den Serverspeicherplatz und den Traffic gleich mit klaut“ indem man die Datei nicht selbst hostet sondern sich der Datei auf dem Server des Opfers bedient.

Ektachrome kommt wieder!

Wiederkommen, das ist ja erstmal auch eine klassische Tätigkeit für einen Color-Reversal-Film.

Und so kann man sich freuen, daß im neuen Jahr Kodak den Ektachrome wieder als 135er konfektionieren wird und damit das Weiterleben analoger Fotografie nachhaltig sichert.

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Hier die frohe Kunde als Pressemitteilung:

Kodak Alaris Reintroduces Iconic EKTACHROME Still Film

Beloved Chrome Slide Film to be Available in Fourth Quarter 2017

ROCHESTER, N.Y. and LAS VEGAS, NV January 5, 2017 – Kodak Alaris announced at CES 2017 that it would be reintroducing the iconic KODAK PROFESSIONAL EKTACHROME Color Reversal Film for professional and enthusiast photography. The new EKTACHROME film will support 135-36x camera formats and be available in fourth quarter 2017.

KODAK PROFESSIONAL EKTACHROME Film has a distinctive look that was the choice for generations of photographers before being discontinued in 2012. The film, known for its extremely fine grain, clean colors, great tones and contrasts, became iconic in no small part due the extensive use of slide film by National Geographic Magazine over several decades.

Resurgence in the popularity of analog photography has created demand for new and old film products alike. Sales of professional photographic films have been steadily rising over the last few years, with professionals and enthusiasts rediscovering the artistic control offered by manual processes and the creative satisfaction of a physical end product.

“Film is our heritage and we remain committed to meeting the evolving needs of today’s film shooters,” said Dennis Olbrich, President – Kodak Alaris Imaging Paper, Photo Chemicals and Film. “We’ve been listening to the needs and desires of photographers over the past several years and wanted to bring back a color reversal film. In assessing the opportunity, EKTACHROME was the clear choice.”

KODAK PROFESSIONAL EKTACHROME is a color positive film, also known as “reversal,” “slide,” or “transparency” film. Unlike all of the other KODAK PROFESSIONAL Films available today, which are color negative films, EKTACHROME generates a positive image that can be viewed or projected once it is exposed and processed. This makes it ideal for high-resolution projection or presentations. It is also well suited for scanning and printing onto a range of professional grade photographic media.

EKTACHROME Film is developed using the E6 process, available in many professional labs today. Coincident with the Q4 launch, the KODAK PROFESSIONAL Film App will be updated to include Professional Labs where E6 processing is available in addition to labs where color negative and B&W film processing are currently featured.

Also at CES, The Eastman Kodak Company announced the reintroduction of KODAK EKTACHROME Super 8 Film to support the adoption of its recently introduced KODAK Super 8 movie camera. Eastman Kodak will produce KODAK PROFESSIONAL EKTACHROME Color Reversal Film for distribution by Kodak Alaris. The combined scale of EKTACHROME Super 8 and still film products creates a viable and sustainable business opportunity for both companies.

 

About Kodak Alaris 

Kodak Alaris is a company that is passionate about using technology to transform organizations and improve people’s lives across the planet. From our document scanners and intelligent state-of-the-art software and services that power some of the world’s largest companies, to our photographic paper production, printing kiosks and suite of consumer apps, we help people capture and connect with the emotional moments that define all our lives. We’re on a mission to unlock the power of images and information for the world. We work behind the scenes, making the connections, pushing the boundaries of technology and helping consumers to make sense of and exploit the ever-expanding volume of data that is the hallmark of the 21st century.

© 2017 Kodak Alaris Inc.

The Kodak trademark and trade dress are used under license from Eastman Kodak Company.

Anwaltsschreiben

Irgendwie ist es heutzutage nahezu unmöglich einen Urheberrechtsverstoß außergerichtlich (und damit kostengünstig für den Verletzer) beizulegen.

Auf das niederschwellige Anschreiben mit Rechnung wird garnicht reagiert, kommt dann die Abmahnung über den Anwalt, läßt man auch hier gerne, als besonderes Zeichen des Respekts, die Frist verstreichen, bittet sich eine Nachfrist aus und antwortet dann nach dieser.

Das was dann als sachliche Erwiderung von so manchem Anwalt kommt beeindruckt durch die friedliche Koexistenz von ausufernder Arroganz mit der Abwesenheit jeglichen Wissens um alles was mit Urheberrechten zu tun hat.

Mal wir konstatiert Fotoagenturen seien illegale Inkassounternehmen, mal wird einem anempfohlen im Rahmen einer imaginierten „weihnachtlichen Friedenspflicht“ die ganze Sache einfach auf sich beruhen zu lassen und die eigene Forderung einem „weihnachtlichen Gabensack“ anzuvertrauen.

Heute kam dann die nächste Höchstleistung eines gegnerischen Anwaltes (Fachanwalt für Straftrecht) in einer Urheberrechtssache.

Er ist der lustigen Meinung ich müßte jetzt erstmal ein Schreiben des Kunden, bei dem sein Mandant (eine Art regionaler Zweckverband) das Bild geklaut hat, vorlegen, in dem deren Rechtsabteilung bestätigt, daß ich überhaupt Nutzungsrechte an dem Bild habe.
„Nach unseren Informationen ist Ihr Mandat aber nicht mehr der Rechteinhaber an diesem Foto (…) sondern die „Zeitung XYZ“, in der das Foto von ihrem Mandanten zuerst veröffentlicht wurde.“
Rechtsgrundlage für die super Idee, daß ich keinerlei Rechte an dem Bild habe, sind für ihn die AGB meines Kunden „Zeitung XYZ“.
Und um die Stimmung hier endgültig an die Decke zu bringen führt er noch aus, daß der von der „Zeitung XYZ“ am Bild angebrachte Urhebernachweis (Foto: Sascha Rheker) nichts bedeute:
„Auch der Zusatz im Untertitel des Bildes mit dem Namen ihren Mandanten in der „Zeitung XYZ“ bedeutet rechtlich nicht den Nachweis der Rechte an dem Bild.“
Als Strafrechtler wirbt er sicher mit „Gefängnisse voller zufriedener Mandanten beweisen meinen Erfolg!“

Für 20,- € Bokeh

Immer wieder mal gibt es bei irgendeinem Crowdfunding, oder als Luxusprodukt mit einem historischen Erbe und Markennamen, eine (auch gerne vom Anbieter so getaufte) Wunder-Bokeh-Linse, die man für ein paar hundert Euro kaufen kann, wenn man besondere Unschärfe im Bild haben will.

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Das geht aber auch billiger.  Man kann einfach 150,- € für eine gebrauchte Fuji X-E1 und nochmal 20,- € für ein Fujian 1,7 35mm TV Objektiv (incl. Adapter) aus China anlegen und hat dann für einen Bruchteil des Geldes sogar eine Kamera mit im Paket.

Wer noch 40 bis 50,- € drauflegt bekommt von Fujian auch noch ein 25er (Update: das aber an APS-C vignettiert, am MFT sollte es gehen) und ein 50er und hat dann für etwas mehr als 200,- € das klassische Paket „Sucherkamera mit 35er, 50er und 85er.

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Das Objektiv ist bezaubern schlecht und besticht neben der Randunschärfe auch durch seine geringe Größe und das mit 17,526 mm geringe Auflagemaß des C-Mount, einem ursprünglich für Filmkameras konstruierten Anschluß, der heute nur noch bei Überwachungs- und Industriekameras zum Einsatz kommt.

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Das reicht, um diese Objektive an vielen aktuellen spiegellosen Kamerasystemen nutzen zu können und auch der Bildkreis reicht für APS-C-Sensoren. In Sachen Kompaktheit schlägt das jedes adaptierte Spiegelreflexobjektiv.

Es gibt kein richtiges Selfie im Falschen (Licht)

Machen wir es kurz: Nein, das ist sicher nicht das „best selfie ever taken“. Es ist eher einer der „worst Photoshop jobs ever done“.

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Denn das Bild, das die NASA ins Netz gestellt hat, und das da jemand verbastelt hat, hat keinen fiesen Blaustich und das Licht stimmt.

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Quelle: http://www.nasa.gov/mission_pages/station/multimedia/gallery/iss032e025258.html

 

Wie man sich gemein macht…

Jan Böhmermann hat im Nachgang des Streits um das Bild das Martin Langer in Rostock-Lichtenhagen gemacht und welches Böhmermann unberechtigt genutzt hat, heute ein Foto gepostet, in dem er und ein Mitarbeiter das Bild nachstellen und meinen sie würden sich damit über Langer lustig machen.

Das Lachen sollte einem im Halse stecken bleiben.

Wäre das Satire in einem politischen Kontext, der sich mit Lichtenhagen auseinandersetzt, geschenkt. Aber hier geht es darum die eigenen Befindlichkeiten wegen der Abmahnung zu zelebrieren. Und wohl auch die eigene Sendung zu promoten.

Ich fand es schon grenzwertig, als Böhmermann an anderer Stelle versuchte (um Martin Langer moralisch in die Ecke zu stellen) sich zum Anwalt des im Bild zu sehenden Harald Ewert zu machen und den gleichsam zum Opfer des bösen Fotografen umzudeuten, der Ewert oder dessen Angehörige gefälligst an den Einnahmen aus der Abmahnung beteiligen müßte.
Einen Typen der mit dem Hitlergruß in der Menge stand, die die Akteure des Pogrom von Lichtenhagen angefeuert hat, der nach eigener Aussage auch genau deswegen dahingefahren ist (Dosenbier inklusive) soll dafür entlohnt werden. Und er verdient das wohl auch mehr als der Fotograf, der das Pogrom dokumentiert hat, denn das ist ja nur der böse Persönlichkeitsrechtsverletzer und Abmahner. Das ist schon schwer erträglich.Aber das heutige Bild ist schlicht widerlich und offenbart eine bizarre, erschreckende Weltsicht.

 

Update:

Mittlerweile kommentiert Böhmermann einen Text von Martin Langer bei

http://kwerfeldein.de/2015/01/28/eine-geschichte-zum-thema-urheberrecht-im-internet/

und macht sich endgültig zum Anwalt der Fans des Pogroms von Lichtenhagen, ja er behauptet sogar man hätte dieses Bild nicht veröffentlichen dürfen. Und einen Sinn hätte dieses Bild (das anderem in die Sammlungen des Hauses der Geschichte in Bonn und des Deutschen Historischen Museum in Berlin aufgenommen wurde) nur, wenn es dazu führt, daß man in Zukunft Bilder kostenlos bei twitter posten kann.

„Aber, das würde ich mir wünschen, Herr Langer, erst wenn irgendwann die normalen Internetprivatnutzer von unserer Meinungsverschiedenheit etwas haben – nämlich eine praktikable Rechtsnorm – erst dann hätten sie 1992 das Persönlichkeitsrecht des betrunkenen, unglücklich „bierbefleckten“ und vor allem offenbar nicht mit einem ähnlich engagierten Rechtsbeistand wie dem Ihren ausgestatteten Harald Ewert († 2006) nicht vollends umsonst verletzt. Oder gab es das Persönlichkeitsrecht wie wir es heute kennen 1992 noch nicht? Fragen Sie doch mal Ihren Abmahnanwalt. Oder blättert der gerade noch bei „Rechtsmissbrauch“?“
„Das Foto ist überhaupt nur deshalb jemals veröffentlicht worden, weil Martin Langer und seine Auftraggeber, jetzt sage ich es mal derb, bestehendes Recht ignoriert haben.“

Da in Rostock-Lichtenhagen sind beinahe Menschen umgekommen. Nur mal zur Erinnerung: http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Rostock-Lichtenhagen