Für 20,- € Bokeh

Immer wieder mal gibt es bei irgendeinem Crowdfunding, oder als Luxusprodukt mit einem historischen Erbe und Markennamen, eine (auch gerne vom Anbieter so getaufte) Wunder-Bokeh-Linse, die man für ein paar hundert Euro kaufen kann, wenn man besondere Unschärfe im Bild haben will.

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Das geht aber auch billiger.  Man kann einfach 150,- € für eine gebrauchte Fuji X-E1 und nochmal 20,- € für ein Fujian 1,7 35mm TV Objektiv (incl. Adapter) aus China anlegen und hat dann für einen Bruchteil des Geldes sogar eine Kamera mit im Paket.

Wer noch 40 bis 50,- € drauflegt bekommt von Fujian auch noch ein 25er (Update: das aber an APS-C vignettiert, am MFT sollte es gehen) und ein 50er und hat dann für etwas mehr als 200,- € das klassische Paket „Sucherkamera mit 35er, 50er und 85er.

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Das Objektiv ist bezaubern schlecht und besticht neben der Randunschärfe auch durch seine geringe Größe und das mit 17,526 mm geringe Auflagemaß des C-Mount, einem ursprünglich für Filmkameras konstruierten Anschluß, der heute nur noch bei Überwachungs- und Industriekameras zum Einsatz kommt.

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Das reicht, um diese Objektive an vielen aktuellen spiegellosen Kamerasystemen nutzen zu können und auch der Bildkreis reicht für APS-C-Sensoren. In Sachen Kompaktheit schlägt das jedes adaptierte Spiegelreflexobjektiv.

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Sensationelle neue Technik!

Fotografie Sensation bei Spiegel-Online!

Ein Autor der Computerzeitschrift c’t entdeckt die Bewegungsunschärfe als Gestaltungsmittel in der Fotografie! Ändert das jetzt alles?

Ich werde übrigens Morgen eine Expedition in eine Pappschachtel mit der Aufschrift ILFORD unternehmen und da vielleicht (aber nur vielleicht) die Schwarz-Weiß-Fotografie entdecken!

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/foto-tipps-richtig-falsch-fotografieren-mit-cyrill-harnischmacher-a-937376.html

Die neue Nikon D610 – Rückrufaktion bizarr

Dieser Artikel trifft den Punkt!

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Man stelle sich vor ein Autohersteller bringt ein neues Modell raus, bei dem durch einen Konstruktionsfehler Öl auf die Windschutzscheibe spritzt. Und als Lösung dürfen die Kunden etwas später ein noch neueres Modell, natürlich zum vollen Preis kaufen. Und alle Autozeitschriften jubeln!

Es ist bescheuert, wie alle möglichen Internetseiten sich über die neue Nikon D610 freuen, weil Nikon da das Problem mit Abrieb, der den Sensor verdreckt abgestellt hat.

Für wie doof hält man Fotografen da eigentlich? Jeder Autobauer hätte eine Rückrufaktion gestartet und den ausgelieferten Schrott in Stand gesetzt.
http://fstoppers.com/nikons-d610-and-canons-t5i-are-proof-that-brand-loyalty-is-one-sided

Lumix LF1 (Leica C) – Sucher und RAW in der Hosentasche

Viele Menschen prognostizieren ja den baldigen Tod der Kompaktkamera, weil iPhone und andere Smartphones Kameras haben und diese Geräte bei den meisten Menschen eh in der Hose/Handtasche stecken. Und ich müßte lügen, würde ich das, was mein iPhone produziert nicht wirklich schön finden. Das Problem ist aber nicht, daß die Telefone immer besser fotografieren. Das Problem ist, daß sehr viele Kompaktkameras einfach schlechte Kameras sind!

Heute erscheinen Kompaktkameras in erster Linie als Billiglösung oder Hersteller versteigen sich zu einem wahnwitzigen Rennen um Megapixel und Zoomfaktor, das auch gerne bis weit jenseits des praktischen Nutzens.

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Klar kann man sich auf den Standpunkt stellen, daß, was früher die Edelkompakten waren, heute Kameras wie die Leica X2 oder Sony RX-1 sind, die wegen ihrer großen Sensoren nicht wirklich kompakt und obendrein sehr teuer sind und daß mit den kleinen Sensoren der heutigen Kompaktkameras eben nicht mehr drin sei.

Ein wundervoller Beweis dafür, daß das nicht stimmt, ist die neue Lumix LF1 (baugleich mit der noch nicht erhältlichen Leica C).

Die Kamera paßt locker in jede Jackentasche, sieht schick aus und eröffnet mit ihrem Objektiv, das einem 28-200er an Kleinbild entspricht Möglichkeiten, die ein iPhone nicht bieten kann. Denn man kann nicht immer näher rangehen.

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Und sei es nur, weil man zum Näherrangehen den Boden verlassen müßte.

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Was die LF1 so beeindruckend macht, ist aber nicht der Brennweitenbereich, sonder die Kombination aus:

  • der Lichtstärke des Objektiv (2,0-5,9)
  • dem verhältnismäßig großen Sensor der Lumix LX-7
  • der verhältnismäßig geringen Auflösung von 12 MP
  • der Möglichkeit RAW-Daten aufzuzeichnen
  • der AF-Geschwindigkeit
  • dem eingebauten elektronischen Sucher
  • dem druchdachten Bedienkonzept mit Daumenrad und Objektivring

Denn diese Entscheidungen beim „Design“ der Kamera haben alle vor allem ein Ziel: Bildqualität. Und das klappt wirklich gut!

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Für volle Auflösung Bild anklicken.

Viele Kompaktkameras arbeiten schon bei der geringsten Empfindlichkeit mit einem gehörigen Maß an Rauschunterdrückung, was zu einem gehörigen Detailverlust führt. Die Bilder der LF-1 bei 80 ASA sind fast auf dem Niveau einer DSLR.

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Und auch bei höheren Empfindlichkeiten macht die LF1 eine gute Figur und das vor allem im Zusammenspiel von Rauschverhalten des Sensors, Lichtstärke des Objektivs und Bildstabilisator.

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Und noch ein weiterer Punkt kommt beim Thema „Rauschen und hohe Empfindlichkeiten“ dazu, der für mich besonders von Belang ist: Die LF1 kann RAW-Daten aufnehmen. Und nach meinem Empfinden, sehen Bilder bei 1600 ASA aus der LF1 mit Rauschen (und da könnte man ja auch noch per Software ran)  wesentlich besser aus als das, was die Rauschunterdrückung der meisten Kompaktkameras (incl. der LF1) mit JPG-Dateien so anrichtet. Im Ergebnis hat man eine Art Aquarell mit verschmierten Details. Das ich das so sehe, mag auch daran liegen, daß ich noch aus einer Zeit komme in der Filmkorn etwas normales war  und mir das deswegen näher ist.

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Der nächste große Pluspunkt der LF1 ist der elektronische Sucher. Ich mag keine elektronischen Sucher und der hier ist nichtmal besonders gut. Aber ich kann damit tolle Dinge machen. Ich brauche die Kamera nicht am langen Arm halten, kann längere Zeiten halten und habe obendrein (im Gegensatz zu meinen Kompakten der Vergangenheit wie der Canon G9) Sucheranzeigen. Ich sehe genau, wo der AF scharfstellt und ich kann die Kamera sogar am Auge in M und mit Spotmessung benutzen, wie ich das mit einer EOS mache. An dieser Stelle kommen dann auch das Daumenrad und der Objektivring ins Spiel, die das Arbeiten in M mit der Kamera am Auge erst möglich machen.

Ansonsten beeindruckt die Kamera mit einem brauchbaren AF, sportlichen 10 B/s, einer netten Panoramafunktion, der Möglichkeit die längste Verschlußzeit zu begrenzen, man kann die Kamera per WLAN vom iPhone fernsteuern etc. Die Kamera kann eine Menge sonderbarer Dinge, die ich nie brauchen würde, wie die Möglichkeit in der Kamera ein wenig Bildbearbeitung zu betreiben, aber die sind eigentlich kein Problem, denn die stören nicht. (Auch das ist nicht selbstverständlich.)

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Zudem ist die Kamera erfreulich schlicht ausgefallen. Schwarz mit einem weißen, gravierten „Lumix“, keine peinlichen verchromten Zierleisten und anderer Unrat, den Hersteller gerne als Bling-Bling an ihre Kompaktkameras kleben. Da hat Panasonic scheinbar von Leica gelernt, die in der Zusammenarbeit der beiden bei Kompaktkameras immer wieder mal gezeigt haben, daß weniger mehr sein kann. Die LF1 ist die Kamera, die man immer in der Tasche haben kann und die zur Not eine komplette Kameraausrüstung ersetzen kann. Denn das ist etwas woran ein iPhone einfach scheitern muß.

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Und das Negative? Ja, das gibt es auch:

Die W-LAN-Funktion sagt mir garnicht zu, da bleibe ich bei meiner Eye-Fi Karte, die jedes mit Schreibschutz markierte Bild aufs iPad/iPhone schickt, ohne daß ich ein Paßwort eingeben muß. In S oder A liegt die Blende/Zeit sowohl auf Daumenrad als auch auf dem Objektivring, da hätte ich auf einem von beiden lieber die Empfindlichkeit. Auch auf die FN-Taste würde ich mir gerne die Empfindlichkeit legen können. Der Hauptschalter ist ein Druckknopf, da wäre mir der Schiebeschalter älterer Lumix-Modelle lieber, denn den bedient man nicht so leicht versehentlich. Der beiliegende RAW-Konverter macht überhaupt keinen Spaß und Aperture versteht die RAW-Daten noch nicht. Lightroom funktioniert aber.

Die LF1 bekommt man so zwischen 360,- und 450,- € und sie ist das Geld wert. Ihr Leica-Pendant kostet um die 600,- € bringt dafür aber eine Lightroom-Lizenz mit und es lohnt sich unbedingt mit der Kamera Raw-Dateien zu produzieren.

P.S.: Gestern waren wir im Dunklen und Lauten

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Es gibt noch ein paar zusätzliche Bilder aus Frankreich…

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Taugt die Kamera oder das Objektiv was?

Es gibt Menschen, die unverständliche Grafiken anfertigen, mit denen Menschen, denen die Bilder, die aus einer Kamera kommen, zu diesem Zweck nicht reichen, sich eine Meinung über eine Kamera oder ein Objektiv bilden können.

 

Ich schau mir auch immer eine Massenspektrometerkurve an, wenn ich wissen will, ob mir Rippchen mit Sauerkraut schmecken.

 

© CC Andreas Böhm
© CC Andreas Böhm

 

Mhhhh! Lecker!

Vollmattscheibe für EOS 5D Mark III und manuelle Objektive

Operation geglückt: Canon EOS 5D Mark III mit Vollmattscheibe! (Und das Gaffa-Tape hat nichts damit zu tun.)

Canon hat die EOS 5D Mark III ja bekanntlich der Möglichkeit, daß der Nutzer selbst die Einstellscheiben tauschen kann beraubt  (vielleicht haben zuviele Leute die neuen Zeiss MF Objektive gekauft…).

Zwar kann man die Mattscheibe durch das Entfernen von zwei Schrauben und eines Haltebügels leicht entnehmen, da es aber von Canon keine Alternativen zur Standardscheibe gibt hilft das erstmal nix. Hilfe kommt, wie so oft, aus Fern-Ost, denn http://www.focusingscreen.com/ bietet allerlei Mattscheiben auch für die Mark III an. Mit Versand und Zoll liegt man dann bei fast 100,- € pro Stück.

Nicht nur, daß man damit manuelle Objektive sinnvoll benutzen kann, man hat auch eine viel realistischere Tiefenschärfendarstellung als mit der Standardscheibe, die gauckelt einem nämlich bei Blende 1,2 irgendwas um die Blende 4 vor. Das erklärt auch, warum man mit der Standardscheibe lichtstarke MF-Objektive nicht sinnvoll fokussieren kann.

Das zweite Problem, das Canon geschaffen hat ist, daß die Kamera die Belichtung durch die Mattscheibe miß und die Kamera-Firmware der Mark III keinerlei Möglichkeit mehr beitet einen anderen Einstellscheibentyp an der Kamera anzumelden, damit eventuelle Unterschiede in der Helligkeit der Scheiben einberechnet werden können. Aber nach ersten Tests scheinen die gelieferten Scheiben da mit der Spotmessung (was anderes brauche ich nicht) keine Probleme zu machen.

focusingscreen.com bietet zwar auch Scheiben mit Schnittbildindikator etc in der Scheibenmitte an. Persönlich würde ich davon die Finger lassen, weil die Kameras, wie gesagt durch die Mattscheibe messen und einem der Schnittbildindikator die Spotmessung zerschießt. Kameras aus der MF-Blütezeit hatten die Belichtungsmessung (die Nikon F4 z.B. hatte ausschließlich die Spotmessung von der Mattscheibe losgelöst im Boden) deswegen oft im Boden des Spiegelkastens und haben das Licht mit dem Umlenkspiegel der heute meistens nurnoch das AF-Modul bedient dorthin gebracht.

 

 

Siehe auch: https://rheker.wordpress.com/2010/10/18/die-untoten-sind-da-oder-leica-r-lebt/