Der Spiegel und die Spiegelreflex

4 07 2009

Bild 12

Es ist ja nicht das erste mal, daß ich Artikel bei Spiegel Online zum Thema Photographie enttäuschen finde. Vielleicht ist es keine wirklich gute Idee gewesen, daß man bei Spiegel-Online Phototechnik in die Sparte “Netzwelt” gepackt hat. Scheinbar hat man da völlig ausgeblendet, daß Photographie schon lange vor der Digitalkamera angefangen hat.

Natürlich ist eine Sucherkamera, die nichtmal einen fest eingebauten Sucher hat, sondern Aufstecksucher nutzt (und sowas ist erstmal nur für eines der angebotenen Objektive erhältlich) wie die Olympus E-P1 (ja, der Rest der Welt schreibt die Bezeichnung der Kamera anders als Spiegel-Online) keine Spiegelflexkamera ohne Spiegel, sondern eher eine Sucherkamera ohne Sucher. Aber das Prinzip Sucherkamera scheint dem Autor des Artikels eher Fremd zu sein. Spiegelreflexsucher o Muerte! oder garnichts:

“Dass der EP-1 der optische Sucher fehlt, liegt bei einer Kamera ohne Spiegel-Apparat in der Natur der Sache – wer das Gehäuse schrumpft, muss ja etwas weglassen.”

Und natürlich gab es schon vor langer Zeit ein noch kleineres Kamerasystem mit Wechselobjektiven und das war sogar eine richtige Spiegelreflex; die Pentax 110.

pentax110

Und man kann auch davon ausgehen, daß man sich bei Olympus nicht weil man in der Marketingsabteilung ein Problem mit dieser Kamera hat zum Werbeslogan “Not a compact. Not an SLR. It’s a PEN.” gegriffen hat, sondern schlicht weil Olympus PEN mal eine Familie von Halbformatkameras (72 Bilder auf einen Film, Negative halb so groß wie KB auf normalem KB Film) war und die E-P1 einen Sensor in der Negativgröße der PEN Kameras hat. Und auch die PEN F hatte schon Wechselobjektive.

Also ist auch die Frage, warum sowas nie einer gebaut hat fragwürdig, denn all die Fotografen die sich sowas gewünscht haben (und ich bin ja einer davon) wollten wieder sowas haben. Denn bevor die Kameras digital wurden gab es es hauptsächlich und wenn man nicht gerade James Bond und damit Minoxnutzer war Kompaktkameras mit großen Bildsensoren, die Olympus PEN war da sogar eher eine Ausnahme, weil sie nur 50% der Negativfläche der anderen Kleinbildfilm (die Negative im Standardformat 24×36mm belichteten) nutzenden Kompaktkameras hatte. Bei einer Kamera wie der E-P1 geht es also weniger um Innovation, als um die Rückkehr vom Irrweg der kleinen, billigeren Chips in kompakten Digitalkameras.

Aber weiter im Spiegelartikel: Man muß sich schon entscheiden, ob die E-P1 jetzt kompakter als eine Mirco Four Thirds Kamera ist oder es sich bei der E-P1 um eine Micro Four Thirds Kamera handelt.

“Aber im Vergleich zu einer Spiegelreflexkamera oder auch einer Micro Four Thirds wie der Lumix G1 wirkt die EP-1 angenehmen leicht und klein. (…) Und da zeigt sich sehr deutlich der Vorteil des Kamerasystems Micro Four Thirds, nach dem die EP-1 gebaut ist.”

Ein Vergleichstest zur Bildqualität macht bei einer Kamera wie der E-P1 natürlich Sinn, denn die Bildqualität ist ja der Grund diese Kamera so anders zu konstruieren als z.B. eine Canon G10 oder Panasonic Lumix LX-3:

“anspruchsvolle Kompaktknipsen wie die Canon G10 (siehe Fotostrecke oben) ersetzt die EP-1 locker.”

Dummerweise präsentiert Spiegel Online in der genannten Bildstrecke mitnichten einen Vergleich zwischen der E-P1 und der G10 sondern einen zwischen Canon G10 oder Panasonic Lumix LX-3. Da kann man sich der Leser dann natürlich nicht wirklich ein Bild von der Leistung der E-P1 machen.

Wer sich wirklich über die E-P1 und andere Kameras informieren will, der ist bei dpreview.com besser aufgeboben.





Dicke schwitzen, wenn es heiß wird…

1 07 2009

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Ich weiß ja selbst wie das ist: Dicke schwitzen schneller und mehr und so. Und das kann schon nerven, weil man sich ja naßgeschwitzt im Wind erkälten kann und sich auf dunkler Kleidung dann auch irgendwann eine Salzkruste bildet und man dann aussieht wie ein Zebra, wie ein dickes Zebra.

Jürgen Banzer, der Hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, dürfte grob geschätzt noch etwas schlimmer schwitzen als ich. Aber das man deswegen gleich für ein ganzes Bundesland Hitzewarnstufen ausruft und man, nur weil es diese Woche an drei Tagen nacheinander 30-32°C geben wird sogar die Hitzewarnstufe 2 ausruft finde ich dann doch etwas übertrieben.

Irgendwie kommen einem doch Zweifel an der Lebensfähigkeit der Bevölkerung dieses Landes, wenn schon normales Sommerwetter in die Nähe von Pandemien und Naturkatastrophen gerückt wird und man Überlebenstips rausgibt, die irgendwie an die Merkblätter zum Verhalten bei Atomangriffen erinnern. Wie haben unsere Eltern und Großeltern bis heute überleben können? Wie konnten wir als Kinder 40°C im Sommer überleben und das sogar toll finden?

Wenn man sich aber man das Merkblatt hier anschaut, dann trägt das den spannenden Titel:

KLIMAWANDEL UND GESUNDHEIT

Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und

Hitzewellen und Tipps zum vorbeugenden Gesundheitsschutz

Und wenn man dann noch die folgende Pressemitteilung gelesen hat, dann kann man allerdings auch irgendwie den Eindruck gewinnen, daß die Klimakatastrophe kein größeres Problem ist, wenn man einfach ordentlich kalte Getränke bevorratet und dafür sorgt, daß die Omas und Opas in den Heimen im Schatten stehen.

Und was kaltes Trinken ist ja irgendwie auch viel weniger stressig als sich Gedanken über den eigenen CO2-Ausstoß zu machen, oder?

29.06.2009 – Pressemitteilung
ab Donnerstag Hitzewarnstufe 2

Wiesbaden. Bei den derzeitigen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird das HMAFG (Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit) ab Donnerstag dieser Woche erstmals in diesem Jahr die Hitze-Warnstufe 2 ausrufen, nachdem ab dem heutigen Montag, 29. Juni 2009 bereits Hitzewarnstufe 1 gilt. Sollte die Hitze-Warnstufe 2 aufgrund einer Veränderung der Wetterlage entfallen, informiert das HMAFG umgehend. Die Hitzewarnstufe 2 gilt aufgrund einer anhaltend starken Wärmebelastung von mehr als drei Tagen in Folge. Die fortdauernde starke Wärmebelastung erhöhe die Gefahr gesundheitlicher Beschwerden für die gesamte Bevölkerung. Staatsminister Jürgen Banzer appellierte deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, ihr Verhalten an diese Belastungssituation anzupassen.

Er verwies auf verschiedene Verhaltensmaßregeln, die bei den anhaltenden hohen Temperaturen zu beachten seien: „Halten Sie sich in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen und öffnen sie erst nachts zum Lüften.“ Darüber hinaus sollten vor allem leichte Speisen verzehrt werden und viel getrunken werden. Alkoholische, koffeinhaltige oder stark gezuckerte Getränke seien dabei nicht zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs geeignet, geachtet werden müsse auf einen Ausgleich des durch Schwitzen bedingten Salzverlustes.

Über die hessischen Heimaufsichtsbehörden sind die Alten- /Pflegeheime und Heime für Menschen mit Behinderungen zu verstärkten Anstrengungen zum Schutz der ihnen anvertrauten Menschen aufgerufen. So muss der Gesundheitszustand der Heimbewohner regelmäßig kontrolliert werden. „Wichtig ist, dass sich die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner nicht in zu warmen Räumen aufhalten oder zu wenig trinken“ sagte Staatsminister Jürgen Banzer. Die Umsetzung der Maßnahmen wird von der Heimaufsicht kontrolliert.

Da jedoch nur jeder dritte pflegebedürftige Mensch in Hessen in einem Heim lebt, appellierte Jürgen Banzer auch an die Pflegedienste und die pflegenden Angehörigen, auf die anhaltend hohen Temperaturen zu reagieren. Zur Unterstützung dieser Pflegebedürftigen, aber auch grundsätzlich zur Aufmerksamkeit gegenüber den besonders gefährdeten älteren Menschen mit Herzkreislauf- oder Atemwegserkrankungen seien Angehörige, Nachbarn sowie die betreuenden Ärzte aufgerufen.

Die aktuelle Warnsituation kann von der Bevölkerung auf der Interseite des DWD (www.dwd.de ) abgerufen werden. Hinweise für Maßnahmen zur Vermeidung von Gesundheitsbeeinträchtigungen bei Hitze sind im Internet unter www.hmafg.hessen.de/Gesundheit/krankheitenundvorsorge; www.rp-giessen.de mit der Bezeichnung “Hitze – Handlungsempfehlungen für die Praxis” zu finden.





Ich hab gedacht ich darf das…

30 06 2009

forum

“I never knew that blog stole those photos from you, I thought they were placed there with permission, as there was a credit attached (your name). I copied all that content from there.”

“I thought that by using a credited low res images on a non profit site, this was OK.
I will remove the photos tonight. If you have the images online, I can link to them…”


Aua das tut richtig weh! Aber das sind halt die Antworten, die man bekommt, wenn man mal nachfragt wie denn die eigenen Bilder auf irgendeine fremde Website kommen.

Wenn man also irgendwo in einem Blog (und da waren die schon geklaut) Bilder findet, dann darf man die einfach so runterladen und sie in die eigene Website einbauen, weil die ist ja kein kommerzielles Projekt. Nicht nur das; der Umstand,  daß eine Autorennennung an den Bildern ist, ist ein sicheres Zeichen, daß man die Bilder kostenfrei nutzen kann. Und überhaupt, geklaut ist etwas in der Konsequenz nur, wenn man es jemandem wegnimmt, der es selbst geklaut hat. Das ist eine logische Glanzleistung, denn in der Folge kann man ja eigentlich nie irgendwas klauen. Und auch alle Bilder in Zeitungen, Zeitschriften, Bücher etc. an denen der Name des Fotografen steht, stehen jedermann zur Nutzung frei. Klasse!

Die  Selbstverständlichkeit mit der das scheinbar in Ordnung ist und die in dem tollen Angebot gipfelt einen Link auf meine Website anzubieten ist schon toll. Mal ehrlich, was soll mir das helfen, außer vielleicht noch mehr Leute auf meine Seite zu leiten, die mir auch was klauen?

Aber eigentlich ist das ja kein Wunder schließlich werden Urheberrechtsverstöße ja sogar in – an und für sich – seriösen Medien von Journalistendarstellern wie Sonia Zjawinski propagiert. Die Dame empfiehlt auf den Webseiten der New York Times, man könne sich jedes bei flickr gezeigte Bild printen lassen, rahmen und in die Wohnung hängen, was ein toller Einrichtungstip sei. Und auf die einsetzende Kritik gibt es dann einen peinlichen Rechtfertigungsartikel, in dem dann ein Anwalt bemüht wird, der das über ein altes Urteil rechtfertigen soll: man darf ja auch Fernsehsendungen aufnehmen. Nun ist es aber was anderes ob jemand sich meine Website auf dem Rechner speichert, um sie sich zeitversetzt anzusehen (Videorecorder-Analogie) oder ob jemand mein Bild von einer Website zieht, um es in völlig anderer Form zu nutzen.

Urheberrechtsverletzungen sind sehr in Vogue, jedenfalls bei Bildern und wehe der Beklaute wehrt sich, man denke nur an den “Physik-Doktorand” dem Getty Images eine 2000€ Rechnung geschrieben hat, “obwohl er das Bild bezahlt hatte”. Der hat seinen Fall damals bis zum Spiegel getragen und die Empöhrungsmaschinerie lief ganz flott. Wenn man sich das genauer angesehen hatte, sah das gleich ganz anders aus, denn zwar stimmte es schon, daß der Doktorand (der sich dazu auch noch ausführlich im SpiegelOnline Formu äußerte) eine Lizenz zur Nutzung des Bildes auf einer privaten Website gekauft hatte. Benutzt hat er das Bild dann aber in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer eines gewerblichen Internetportals auf eben dieser gewerblichen Seite.  Also stornierte Getty den Privatnutzervertrag und stellte die nicht lizensierte gewerbliche Nutzung in Rechnung. Eigentlich ganz normal, daß man das bei Getty nicht wirklich lustig fand, oder? Und auch die anderen vermeintlichen Abmahnopfer aus dem Spiegelartikel erscheinenschon bei oberflächlicher Betrachtung auch nicht so richtig als unschuldige Opfer eines bösen Abmahnmonsters.

Aber sobald die Begriffe Abmahnung und Urheberrechtsverletzung fallen ist für die meisten Menschen klar, daß da jemandem ein ganz böses Unrecht zugefügt wird.

Nein, ich mag die auch Art und Weise wie die Musik- und Filmindustrie solche Sachen angeht nicht. Zum einen nervt es mich mir bei jeder gekauften DVD zwangsweise minutenlang irgendeinen “Papa ist 5 Jahre im Knast, weil er einen Film aus dem Internet gesaugt hat!”-Film anschauen zu müssen und zum anderen finde ich nicht, daß man einen 14jährigen der sich irgendwelche Lieder runtergeladen hat so rannehmen muß, daß es sich für ihn eigentlich nicht mehr lohnt irgendwann im Leben arbeiten zu gehen. Nicht zuletzt ist es leider so, daß die Musik- und Filmindustrie es auf diese Weise geschafft hat zu einem ordentlichen Maß dran schuld zu sein, daß viele Menschen das Vorgehen so derart Ungerecht finden, daß der Eindruck entstanden ist, Urheberschaft und geistiges Eigentum an sich seien schon etwas unanständiges.

Aber das macht eine Abmahnung ja nicht automatisch zu etwas unmoralischem. Denn solange es dabei nur um die Erstattung des Schadens, als das ausstehende Nutzungshonorar und die Unkosten (und nicht um die Erweiterung der Porschesammlung irgendeines windigen Anwalts) geht, ist das für den Bilderdieb eine günstige Möglichkeit aus der Nummer wieder rauszukommen. Denn die Alternative ist ein Gerichtsverfahren.

Das jemand der etwas geklaut hat den marktüblichen Preis nicht bezahlen mag und für zu hoch hält, ja den Gegenstand der Begierde plötzlich für wert- und nutzlos und überteuert erklärt, ist nicht wirklich überraschend. Und so sind die beliebtesten Argumente in Urheberrechtsstreitigkeiten um Photos, daß:

a) man genausogut ein irgendwie ähnliches (auch beliebt: viel besseres) Bild für 25 Cent von einer Micro Stock Agentur* hätte nehmen können (da stellt sich dann halt die Frage warum man das nicht gemacht hat, oder das Bild nicht zumindestens da geklaut hat, wo es nur 25 Cent statt 500 € kostet)

b) man das Bild auch selbst hätte machen können (ich habe noch nie von einem Fall gehört, in dem da dann auch mal der Beweis angetreten worden wäre)

c) jemand anderes Schuld ist. (Schuld ist dann gerne mal der Billig-Webdesigner dessen Budget man so gering gehalten hatte oder der so billig war, daß es für eine gewisse Basiskompetenz nicht gereicht hat, daß er die Bilder per Google-Bildersuche “beschafft” hat. Verantwortlich ist halt der, der als “Verantwortlich im Sinne …” im Impressum steht. Dem Photographen kann das egal sein, das können Betreiber und Webdesigner später unter einander ausmachen.)

Wer in der U-Bahn schwarzfährt, kommt auch nicht davon, indem er sagt, er wäre eigentlich lieber zu Fuß gegangen. Auch das Argument man müsse garnicht zahlen, weil der Zug ja eh die Strecke gefahren wäre, zieht genauso wenig wie das Argument, daß dem Photographen überhaupt kein Schaden entstanden wäre, weil er die Bilddatei dabei schließlich nicht verloren habe.

Und, daß nicht der Photograph auf den Kosten die durch die Urheberrechtsverletzung und die Verfolgung (Anwalt, Porto, etc.) entstehen sitzenbleiben kann sollte auch klar sein. Nach einem Wohnungseinbruch will der Geschädigte auch nicht nur das Geld für den geklauten Fernseher; und die eingeschlagene Scheibe, die zerschlagenen Blumentöpfe und den versauten Teppich bezahlt er selbst.





Schöne Photozeitschriften Teil 3

26 06 2009

Es wird wieder nichts mit der Photozeitschrift in dieser Rubrik. Das liegt sicher auch dran, daß ich kaum welche lese. In letzter Zeit eigentlich nur fotoforum, da gab es neulich mal ein Jahresabo zu einem Objektiv als Geschenk und jetzt kommt der Postbote alle zwei Monate damit an. Da sind sogar bisweilen schöne Bilder drin. Irgendwelche Kameras, in einer Zeitschrift die nur alle 2 Monate erscheint vorzustellen, finde ich eher Platzverschwendung, denn das bekommt man alles schneller und viel umfangreicher, mit mehr technischen Daten im Internet und eine echte Datei direkt aus der Kamera sagt auch mehr als ein abgedrucktes Bild in einer Zeitschrift. Naja, und ob ein 2700,-€ Fahrrad wirklich toll für Naturfotografen ist, weil es nur reflexionsfreie Oberflächen hat, “damit die Tiere nicht aufgescheucht werden”, mag ich nicht wirklich zu beurteile. Aber irgendwie hege ich Zweifel, daß die Rehe, wenn ich durch den Wald fahre am Wegesrand stehen bleiben würden, wenn ich mein Fahrrad mattschwarz lackiere…

Und so finden die wirklich tollen Fotozeitschriften bis auf weiteres im Netz statt, wie zum Beispiel 100eyes.org. Das ist noch relativ neu und sehr vielversprechend. In der aktuellen Ausgabe geht es um Gefängnisse. Und allein schon wegen der Geschichte zum Thema “Altwerden im Gefängnis” von Tim Gruber ist das sehr sehenswert.

100eyes

Überhaupt nicht neu ist digitaljournalist.org Die Website gibt es schon seit (für Internetverhältnisse) Ewigkeiten und deswegen haben die mittlerweile ein sehr umfangreiches Archiv mit Bildstrecken von 1997 bis heute, das durchaus ein gut sortiertes Regal mit Bildbänden ersetzen kann, wenn man mal kein solches Regal zur Hand hat. Nicht zuletzt wegen solchen Schätzen wie Vincent Laforets Flugzeugträgergeschichte für die New York Times.

vlcarrier





Warum Kamerahersteller in die Pleite schlittern

1 06 2009

Irgendwie hab ich das meiste davon schon irgendwie geahnt. Jetzt hat es mir mir jemand erklärt: Christan Sandström

Der erklärt nämlich bei http://www.luminous-landscape.com warum Hasselblad so massive Probleme mit dem Umstieg von analog zu digital hat. Gut, daß da endlich mal jemand eine Doktorarbeit drüber geschrieben hat (und nicht nur das, eine PowerPointPräsentation gibt es auch noch) und mal mit den Mythen aufgeräumt wird.

Um es kurz zusammenzufassen: Es ist zu einfach zu behaupten, alle Kamerahersteller die es beim Umstieg von analog zu digital zerlegt hat (oder die da ins Schleudern gekommen sind) hätten die Digitaltechnik schlicht verschlafen. Manche von denen, die auf der Strecke blieben, waren Pioniere, denen irgendwann das Geld ausging, die den falschen Finanzinvestoren in die Hände fielen oder bei denen, und das finde ich den spannendsten Punkt, schon vorher Dinge versäumt wurden, bei denen die Konkurrenz ihre Hausaufgaben gemacht hatte, und die nun zusammen mit der Umstellung analog zu digital zuviel waren als das man das noch hätte schultern können. So standen Leica, Hasselbald und Contax zu Beginn des digitalen Booms (nicht des digitalen Zeitalters), ganz im Gegensatz z.B. zu Nikon und Canon ohne Autofokus da. Und bei Leica sieht man ja derzeit ganz schön, wie sehr gerade ein kleinerer Hersteller zu kämpfen hat, wenn er nach Jahrzehnten der minimalistischen Modellpflege (man will den Kunden ja nicht erschrecken) plötzlich neben der fälligen Renovierung auch noch eine Revolution wie den Schritt analog zu digital stemmen muß. Und nicht zu vergessen, daß das alles plötzlich in einem Markt passiert, bei dem die Produktzyklen rapide kürzer wurden. Da wo Leica früher alle paar Monate eine Sondernedition erfunden hat, um den Sammler zum Kauf einer zusätzliche Kamera zu verführen, denn neue M-Kameras gab es nicht mal alle 10 Jahre, war man plötzlich in einem Markt unterwegs wo die Bildqualität in der Kamera mit drinsteckt und wo andere Hersteller dreimal im Jahr, neue bessere Kameras raushauen und ein 2 Jahre alte Modell was für’s Museum ist.

Ein gutes Beispiel, das Sandströms These ganz anschaulich illustriert ist Contax. Zu lange hatte man den Schritt zu einem richtigen AF-System gescheut, sondern stattdessen erstmal 1996 die Contax AX auf den Markt gebracht, bei der die Filmebene in der Kamera verschoben wurde, um mit den vorhandenen MF-Optiken fokussieren zu können. Das obwohl man schon ab 1994 mit der Contax G1 eine AF-Meßsucherkamera auf dem Markt hatte, bei der die Fokussierung im Objektiv erfolgte, technisch hatte man das also wohl im Griff. Allein man scheute den Schritt die bisherige Objektivlinie mit einem radikalen Schnitt auf AF umzustellwn, weil man Angst hatte daß das die Kunden verärgert und diese bei der Neuanschaffung von AF-Optiken gleich zur Konkurrenz wechseln könnten, bei der es AF schon länger gab und wo in der Folge das System umfangreicher war (wieder ein Symptom dafür, daß man zu spät ist) . Nachdem man nur Geld in die AX versenkt hatte die technisch nicht mit Geräten wie der 1988 eingeführten Nikon F4 und schon garnicht mit der 1995 eingeführten F5 mithalten konnte, versenkt hatte, kam von Contax erstmal ein Mittelformat-AF System. Erst 2000 kam mit dem N-System ein wirkliches AF-SLR System, mit  wirklich guten und interessanten Objektiven von 17-400mm. Außerdem kündigte man auch eine dogitale SLR an, die dann mit der N Digital 2002 endlich auf den Markt kam. Und die N Digital war die erste Vollformat DSLR der Welt! Aber sie hatte allerlei Kinderkrankheiten: sie war ein Stromfresser mit AA Zellen, rauschte ab 200 ASA recht fies, konnte RAW-Bilder nicht auf dem eigenen Display darstellen, hatte nur dürftige Software zur RAW-Verarbeitung etc. Ein guter erster Versuch eben. 2004 wurde die Kamera eingestampft und das Ende von Contax nahte.

Hätte man sich die Mühe und die Entwicklungskosten der AX und des Mittelformatsystems gespart, dann hätte man vielleicht das Geld und die Zeit gehabt die N Digital als ersten Versuch zu verbuchen und mit einer verbesserten N Digital MarkII einen echten Knaller rauszubringen. So hat Kyocera Conatx den Hahn abgedreht und das war es. Aber nachher ist das natürlich alles leicht gesagt, denn wenn heute Mittelformatkameras mit Digibacks das große Ding wären, dann hätte Contax mit seiner 645 vielleicht doch ganz gut dagestanden…

Wie so oft sind die Dinge also wesentlich komplexer, als daß da einfach wer was verschlafen hätte.





Nachdenkenswertes zum Thema Geschäftsgebahren

30 05 2009

Videos gefunden beim sehr empfehlenswerten John Harrington.

Für die meisten Menschen ist es nur ein lustiger Clip mit bizarren Kunden die irgendwo zwischen balla-balla und unverschämt sind. Kein Mensch würde sich so aufführen.

Für die meisten Fotografen ist es dagegen ein Wiedersehen mit Leuten die auch schonmal an die eigene Tür geklopft haben und die man wieder weggeschickt hat oder mit denen man nach einem Job jede Menge Ärger hatte. Ich erinnere mich da z.B. an einen Möchtegernkunden, der ein Angebot für Portraits einer Bundesliga-Handballmannschaft für irgendeinen Sponsoren eingeholt hat und dann verlauten ließ, er habe da aber einen Fotografen, der macht ihm für 80,- Euro eine CD mit 200 Bildern. Als ich ihm dann leider sagen mußte, daß sich seine Honorarvorstellungen leider schon mit meinen Fahrtkosten im Angebot beißen und er dann doch den 80-Euro-Kollegen buchen muß, kam dann ein lustiges “ja, aber sie fotografieren besser” und er könne mich vielleicht mal bei irgendeinem Handballspiel reinbringen und da dürfte ich dann fotografieren und das ganze wäre ja auch eine tolle Chance. Hurra! Schade um die Arbeitszeit für das Angebot. Die tolle Chance habe ich dann gerne für den 80-Euro-”Kollegen” stehen gelassen.

Wer aber in den Typen aus dem Video sogar das normale Geschäftsgebahren  der eigenen Kundschaft wiedererkennt, der sollte seine eigenen Geschäftspraktiken doch irgendwie mal überdenken. Es sei denn natürlich er hat selbst Restaurantbesitzer, Vermieter, Fotohändler und Autohaus gefunden bei denen er als Kunde die Preise diktieren kann, dann kann das natürlich trotzdem funktionieren.





Pressefreiheit ist ja nur in China ein Problem…

26 05 2009

pressefreiheitGG

Den wenigsten Menschen die sich auf einem Konzert vergnügen, die mit der Bahn fahren oder die zu einem Fußballspiel gehen ist bewußt, daß sie sich in diesen Momenten in Zonen eingeschränkter Pressefreiheit bewegen.

Journalisten die über Konzerte berichten, besonders, wenn sie fotografieren,  sind ja eh einiges gewohnt. Die Damen und Herren der Konzertveranstalter sind wahre Zuchtmeister und zelebrieren ihre kleinen Machtspielchen mit einer Hingabe die manch anderer nur in einem SM-Club vermuten würde. Macht macht eben nur geil, wenn man sie auch auspielen darf. Man hat sich also, durchaus als demütigend zu bezeichnenden, Akkreditierungsverfahren zu unterziehen. Man darf nur während der ersten drei Lieder fotografieren, die dann gerne auch mal überwiegend im Dunklen gespielt werden, man soll bitte irgendwelche Verträge unterschreiben in denen man dem Künstler alle Recht an den Bildern kostenlos überträgt (und wehe man fragt, ob man im Gegenzug für das Anhören der Musik nicht an den Einnahmen aus den Plattenverkäufen beteilgt werden kann), man soll bitte versichern, daß die Bilder nur in einem bestimmten Medium und das nur innerhalb von ein paar Tagen nach dem Konzert benutzt werden dürfen. Und außerdem soll der Fotograf auch gleich mit Vertragsstrafen, die man sich vielleicht leisten kann, wenn man Robbie Williams ist, dafür haften, falls einer seiner Kunden so ein Bild doch mal ein halbes Jahr nach einem Konzert benutzt. Und die neueste Spielart ist, nur Fotografen von Blättern zuzulassen die schon im Vorfeld des Konzertes brav geschrieben haben, daß das ein ganz toller Abend wird. Das jemand im Nachhinein schreibt, wie ihm das Konzert gefallen hat, ist eh nur erwünscht, wenn das ganze als Werbung für die weiteren Konzert taugt, als überregional und positiv.

20080911sr20016.jpgNette Band, netter Manager, gute Musik: Die Rodgau Monotones

Eines der jüngsten Beispiele ist der Fall des Fotografen Peter Wafzig, der vor einem Konzert der Band Sibermond vom Manager zu Seite genommen und dann rausgeschmissen wurde (er beschreibt das in seinem Blog netter), weil er für laut.de arbeitet und der Manager, Ulf Wenderlich, der Meinung ist, daß laut.de die Platten seiner Band “böswillig runterschreiben” würde. Also dürfen von den Konzerten der Band Silbermond nur Medien berichten, die gefälligst positiv (und die Rezension bei laut.de ist nun nicht wirklich böse, nur eben nicht so begeistert wie Herr Wenderlich das gerne hätte und um ehrlich zu sein, kann man als Band auch nicht unbedingt erwarten, daß man die Kritiker reihenweise vom Schemel haut, wenn man das Album schon selbst “Nichts passiert” nennt, oder?) über die Platten der Band berichten. Zum Glück gibt es auch ein paar coole Bands, die einfach mit guter Musik für gute Rezensionen sorgen und die auch damit leben können, daß das was sie machen nicht allen gefällt. 

Rechtlich geht man in der Regel davon aus, daß der Veranstalter eines Konzertes das Hausrecht hat, also kann Wenderlich natürlich bei seiner Veranstaltung mitmachen lassen und heimschicken wen er will. Natürlich kann man einwenden, daß ein Konzertveranstalter nicht jeden der sich Journalist nennt und irgendeinen Presseausweis hat umsonst ins Konzert lassen muß, sonst würden die “Journalisten” die Mehrheit der Konzertbesucher stellen; sich ein Blog einzurichten ist sicher billiger als sich eine Karte zu kaufen und nicht zuletzt bewerben unzählige dubiose Presseausweisanbieter ihre Ausweise im Internet ja als eine Art-Universal-AAA-Backstage-OnStage-Tourbus-Vip-Paß. Aber im Fall Wafzig geht es ja um einen Kollegen, der das komplette Akkreditierungs- und Legitmierungsprozedere ja schon erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Ob man ihn nur hat antanzen lassen, um ihn rausschmeissen zu können, sei mal dahingestellt.  

Was das für die Pressefreiheit heißt dürfte klar sein: Über Konzerte und CDs sollen nach dem Willen von Herrn Wenderlich und manch anderem in der Musikbranche tunlichst nur solche Medien berichten die positiv berichten. Eine Musikmagazin, daß immer alles geil findet ist für den Leser völlig wertlos. Im Übrigen gibt es das längst, das sind nämlich diese Heftchen die McDonalds und BurgerKing ausliegen und in denen noch nie ein Film oder eine CD als mittelmäßig, geschweige denn als grottenschlecht bezeichnet wurde.

Es geht also nur um eines Kontrolle der öffentlichen Meinung und der Meinungsäußerung in der Presse. Und es geht dabei um Geld, um Plattenverkäufe und um Konzertbesuche die man nicht dadurch gefährdet sehen will, daß jemand frei seine Meinung äußert.

 

Art 5 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Dummerweise gilt das eben nicht im Privaten und so berufen sich auch andere gerne mal auf das Hausrecht, so wie z.B. die Bahn, die gerne sämtliche ihrer Anlagen als dem Hausrecht unterworfene Bereiche sehen mag. Warum dort dann aber die Bundespolizei für umsonst aufpaßt, statt sich die Bahn wie jedes andere Unternehmen da einen privaten Werkschutz leisten muß, sollte einen schon stutzig machen. Sehr interessant in diesem Zusammenhang auch der Artikel von Timo Rieg, der spannende Frage aufwirft, warum nichtmal eine Berichterstattung über die Bundespolizei dort ohne die Einwilligung der Bahn möglich ist. Schließlich sieht das GG die Presse ja auch als ein wichtiges, anabhängiges Kontrollorgan gegenüber staatlichen Stellen wie eben der Bundespolizei.

Wer als von Bahngelände oder aus Zügen berichten will, der muß vorher eine Drehgenehmigung bei der Bahn beantragen oder er riskiert eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch.


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Es gibt jede Menge Berichte von Kollegen (siehe hier auch wieder Timo Rieg), daß es garnichtmal so einfach ist eine solche Genehmigung zu bekommen, besonders, wenn bei der Bahnpressestelle der Eindruck entsteht, daß es da eher um ein für die Bahn unerfreuliches Thema geht. Mal abgesehen davon, daß es doch recht schwer werden dürfte für einen Abends um 21.00 Uhr für den nächsten Morgen um 4.30 Uhr angekündigten Lokführerstreik eine Genehmigung zu bekommen.

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Und wo man eine Dreh-/Aufnahmegenehmigung herbekommen soll, wenn die Teilnehmer eine Demo plötzlich den Bahnhof stürmen und Gleise besetzen oder einfach in einen Zug steigen, um mit der S-Bahn unter einer Polizeikette durchzufahren, weiß der Himmel. Dass man da einfach so reinspazieren kann, daß da Geschäfte sind, daß da eine Polizeiwache ist, erweckt ja alles schon Zweifel, daß es sich bei Bahnhöfen nicht um öffentlichen Raum handelt.

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Aber auch hier ist die Stoßrichtung klar, es geht darum das Bild des eigenen Konzerns in der Öffentlichkeit zu kontrollieren und unliebsame Berichterstattung zu unterbinden. Das gilt natürlich auch für Sportunternehmen wie den DFB (bzw. der Württembergische Fußball-Verband) oder den FC Bayern München. Ersterer hat sich an der Website Hartplatzhelden abgearbeitet, die sich erdreistet hatte eine Art youtube für lustige Amateuervideos aus der Kreisliga aufzubauen. Huch? Kreisliga, stimmt die gab es ja auch noch, das kann man natürlich nicht zulassen, schließlich könnte man da ja Gebühren nehmen oder sowas selbst machen und selbst eventuelle Werbeeinnahmen kassieren. 

Hartplatzhelden unterstützen

Der deutsche Fußball liegt danieder und kann nur überleben, wenn auch jeder Amateurvideofilmer in der Kreisklasse zur Kasse gebeten wird. Das Fernsehen zahlt ja auch bereitwillig Unsummen, da kann doch Paul Müller auch mal ein paar Tausend Euro…..oder?

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Letzterer (also der FCB) mag es nicht, wenn Medien Videos von den FCB-Pressekonferenzen ins Netz stellen. Das hat einen einfachen Grund, denn wie will man das eigene kostenpflichtige FC-Bayern-TV im Netz verkaufen, wenn es das woanders auch gibt? Die Jounalisten auf der PK sind also eher sowas wie Statisten, die durch nette Fragen zum Gelingen beitragen dürfen und dann isses aber auch gut! 

Und beim letzten Castortransport hat dann auch noch die Polizei angefangen Akkreditierungen auszuteilen, natürlich ohne irgendwelche Einschränkungen oder Bedingungen. Für’s erste.

Pressefreiheit wie sie das Grundgesetz meint, ist mehr als die Möglichkeit sich Morgens eine nackte Studentin auf der “Bild” ansehen zu können, die davon träumt von einem 50jährigen übergewichtigen Bauarbeiter mit schlechten Zähnen aber ohne gutes Deo geküßt zu werden.

Ergänzungen:

Einen weiteren spannenden Aspekt fand ich dann man noch beim DJV. Es ist schon bizarr und bezeichnend, daß man in den Verträgen die Pressefotografen als “Medienpartner” bezeichnet.





Der Geruch von Entwickler und Fixierer

25 05 2009

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Als ich das erste Mal was über Silver Efex Pro von Nik Software gelesen habe, habe ich das spontan für eine ziemlich überflüssige Geschichte und Geldschneiderei gehalten und mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Immerhin gibt es jede Menge Möglichkeiten aus einer RGB-Datei ein SW-Bild zu machen. Diese Meinung hab ich dann beibehalten bis mir Roland neulich ein paar Bilder geschickt hat, die er damit bearbeitet hatte. 

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Nach einem kurzen Test hab ich dann sehr schnell und sehr bereitwillig das Geld in die Hand genommen. Und mittlerweile hab ich sogar das Gefühl, daß die mit Silver Efex Pro bearbeiteten Dateien nach Entwickler und Fixierer stinken! Die wirkliche Freude kommt aber weniger von der Nase als von den Augen. Denn Silver Efex Pro kann mehr als nur die  Farbe aus dem Bild zu nehmen und es kann auch mehr als das was man in Photoshop per Farbmixer hinbekommt. Und selbst wenn man in Photoshop versuchen würde irgendwelche Störungen in das Bild reinzurechnen irgendwie dasFilmkorn zu simulieren, man kommt nicht an das ran, was Silver Efex Pro kann!

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Silver Efex Pro erzeugt “echtes” Filmkorn und nicht nur ein Filmkorn, sondern das Korn der gängigsten Filme. Und da Silver Efex Pro nicht nur weiß wie das Korn eines Tri-X pan 400, eines Ilford Delta 100 oder eines Kodak P3200 TMAX Pro asuzusehen hat, sondern auch weiß wie die jeweiligen Filme hinsichtlich Kontrast und so weiter aussehen, kommt das Programm echten Filmen so nah wie es derzeit wohl nur geht.

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Und damit kommt man dann zu wirklichen Schwarzweißbildern, die sicher einiges von der Auflsöung einer modernen DSLR verlieren, was ihrer Wirkung aber keinen Abbruch tut. Mir jedenfalls macht SW seit Nik Efex Pro wieder richtig Spaß! Denn der Spaß hatte in den letzten Jahren ein wenig gelitten, weil ich zuwenig Zeit hatte, um soviel SW zu machen, daß es sich wirklich lohnt.

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Denn SW wird zur Hölle, wenn man kein permanent laufendes Labor hat. Klingt vielleicht doof, aber jeden Tag 2 Filme zu entwickeln ist weniger stressig als alle 2 Wochen einen Film zu entwickeln. Es gibt einfach Sachen die machen keinen Spaß, wenn man sie nicht ständig macht, weil man jedesmal aus der Übung ist und von neuem anfängt. Mal ganz abgesehen davon, daß man heute nicht mehr so einfach mal einen SW-Film in die Kamera steckt, wie das früher mal ging.

Mit Silver Efex findet SW wieder im normalen Workflow (irgendwann finde ich dafür auch mal ein deutsches Wort) statt, man braucht keine zusätzlichen Kameras, kein Labor, keinen Scanner (der auch nicht wirklich Spaß macht, weil die Staub- und Kratzerentfernung mit dem Silber im Film nicht klarkommt) und vor allem ist SW nicht mehr wesentlich langsamer als digitales Buntes.

 

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Und jetzt auch Jazz!

24 05 2009

Als vierter der Bildbände die hier in der Schublade gewartet haben ist heute der Jazzbildband fertig geworden:

Bild 1

 

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The “Deutsches Jaz…
By Sascha Rheker




Bildbände

22 05 2009

Es ist ein Bildband sagt die Hebamme!

Seit heute kann man meine Bilder auch in Buchform kaufen. Bislang war da an zwei entscheidenden Faktoren gescheitert. Zum einen hätte man oder jemand in Vorleistung treten müssen und das sind dann schnell Summen von 5.000 bis 15.000 Euro und zum anderen, und das war wesentlich problematischer, würden die einzelnen Bücher immernoch unheimlich teuer. Beim Buchdruck hat man einen ziemlich heftigen Sockelbetrag, ob man dann 1000 oder 2000 Stück drucken läßt macht einen recht kleinen Unterschied (das ist der Grund warum es irgendwo immernoch einen Kellerraum voll mit Abizeitungen meines Jahrgangs gibt, die Zeitungen im Keller gab es für 5% Aufpreis). Dieser Sockelbetrag führt nun dazu, daß man

- entweder eine Kleinauflage mit sehr hohem Verkaufspreis machen kann, die dann keiner kauft und bei der man auf den Kosten sitzenbleibt oder man an den Verschenkexemplaren für Freunde, Mütter und Kunden finanziellen Schiffbruch erleidet

- oder man eine große Auflage drucken läßt, bei der man einen für den Käufer attraktiven Preis erreicht, man aber, um auf den günstigen Stückpreis zu kommen, eine ganze LKW-Ladung drucken lassen muß, bei der dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Kellerraum über bleibt, der dann mindestens den Gewinn auffrißt, wenn er nicht sogar einen Verlust darstellt.

Als weitere Möglichkeit kann man sich seine Bücher z.B. bei Apple drucken lassen, das ist Qualitativ super, aber so teuer, daß man da mal eins als Geschenk machen lassen kann, wenn man Freunden die Hochzeit fotografiert hat. Das alles hat mich in der Vergangenheit recht effektiv davon abgehalten Bildbände rauszugeben und dabei hab ich da durchaus so ein paar Sachen im Kopf, die da auch mal rauswollen; gerade bei Projekten die ich ohne einen direkten Kunden mache.

Zum Glück geht die technische Entwicklung weiter, es gibt Digitaldruckmaschinen auf denen sich auch Einzelexemplare lohnen und es gibt Anbieter wie blurb, die einem Druck und Vertrieb abnehmen und das alles so günstig abwickeln, daß man auf Endpreise zwischen 25,- und 100,- € kommt.

Zum Anfang gibt es die Bilder von D-Day Jubiläum 2004:

2004 D-Day anniver…
By Sascha Rheker

Die Bilder aus Auschwitz:

By Sascha Rheker

Und zum Schluß noch ein paar Bilder aus London und da geht das schon ab 25,95 € los: