Ums Große kämpfen, nicht um die Peanuts!

Burda will keine Download- oder Bereitstellungsgebühren mehr für High-Res-Daten bezahlen, wohl auch, weil man nurnoch mit High-Res-Daten arbeiten will.

Das sorgt für einige Aufregung z.B. beim DJV, und man spricht mit einem gewissen Hang zum Drama, davon, Burda wolle Bildjournalisten „finanziell ausbluten“.

Ich kann mich durchaus der Auffassung anschließen, daß diese Downloadgebühren und die Arbeit mit Bilddaten in verschiedenen Auflösungen nicht mehr „State of the Art“ sind. Sie erzeugen, nicht zuletzt für lächerliche Beträge, einen immensen Verwaltungsaufwand.

 
Nun führt das aber zwangsläufig zu der Feststellung, daß auch etwas anderes bei vielen Verlagen nicht mehr „State of the Art“ ist: Die Bildhonorare!
 
Würden die Verlage bei den Honoraren sagen „wir heben die an, so wie der Preis eines 2,8 70-200ers bei Nikon von (wenn ich mich recht entsinne) 1.600,- DM seit den 90er Jahren auf aktuell 3.200,- € (6258.66 DM) gestiegen ist“.  Niemand würde mehr was von irgendwelchen Downloadgebühren sagen, wenn die Honorare heute die 4fache Höhe der Honorare der 90er Jahre hätten.
 
Wenn der DJV sagt „Für die Betroffenen wäre der Wegfall der Downloadgebühr eine Katastrophe“ dann ist das am falschen Ende gejammert und geht am wirklichen Problem vorbei:
Eine Katastrophe sind bei vielen Verlagen die Nutzungshonorare und Tagessätze.

Wer darf Journalist sein?

Wolfgang Grebenhof (stv. DJV-Vorsitzender) erklärte gerade bei Facebook, wie das mit dem bundeseinheitlichen Presseausweis zu laufen hat… Und es ist erschreckend!

Und gerade für viele Fotojournalisten, die wegen der miesen Bezahlung durch klassische Medien (siehe gemeinsame Vergütungsregeln; Danke DJV!) viele, ihnen wichtige, journalistische Projekte z.B. mit Stipendien, Gelder von Stiftungen,durch Jobs für Industriekunden oder mit auch Hochzeiten finanzieren, sieht es dann wohl eher schlecht aus.

Glück haben natürlich die Pressesprecher von Unternehmen.

„Endlich zahlen sich die jahrelangen, hartnäckigen Bemühungen des DJV aus.“

„Man muss nicht Mitglied im DJV sein, um den Presseausweis zu bekommen. Man muss aber, wie Mitglieder auch, den Nachweis erbringen, dass man einen nenneswerten Teil seines Einkommens mit journalistischer Tätigkeit erwirtschaftet. Wer Hochzeiten dokumentiert, gehört ebensowenig zu diesem Kreis wie jemand, der hobbymäßig einen Blog betreibt (und sei er noch so gut). Der Presseausweis soll jenen vorbehalten sein, die professionell Journalismus betreiben. Da man ja eine „Qualitätskontrolle“ weder vornehmen kann noch will, bleibt als Maßstab eigentlich nur die wirtschaftliche Frage.“

„Pressesprecher sind professionelle Journalisten – deshalb können sie ja auch Mitglied im Journalistenverband werden, der sogar eine eigene Fachgruppe für diese Berufssparte hat.“

Zu sagen, daß der Pressesprecher von Monsanto natürlich Journalist ist und der Fotograf, der es sich mit Hochzeitsfotografie selbst finanziert hat, eine Reportage über die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln in Südamerika zu fotografieren, der ist, für die Herren auf den hohen Rössern, kein Journalist, das ist ein Schlag ins Gesicht des Fotojournalismus!

Klartext von Dr. Kaufmann

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© 2017 Hubert Jelinek

Und bevor jetzt der Aufschrei kommt, Andreas H Kaufmann wäre irgendwie arrogant und gemein. Nö,der sagt nur wie es ist. Und das wollen viele von uns nicht wahrhaben. Leider!
Dass viele, die heute ihr Geld mit Fotografie verdienen, nicht das Geld für eine Leica-Asrüstung haben liegt nicht daran, daß Leicas teuer sind. Das waren die schon immer und sie sind, wie alles eigentlich, teurer geworden.
Und ob sie jemandem das Geld wert sind oder nicht, ist auch egal.
Vielmehr ist in den letzten Jahren (und auch davor gab es sowas wie Inflation) alles teurer geworden, nur die Fotografen sind auf der Stelle geblieben oder sogar mit den Honoraren runtergegangen oder gedrückt worden. Statt die Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben, wie alle anderen das gemacht haben.
Die Leica war schon immer die Kamera der Reichen, der Zahnärzte und der Queen. Das war immer Zeug vom Allerfeinsten und teuer.
Das Problem ist, daß sich viele von uns, Zeug vom Allerfeinsten nicht mehr leisten können.
Leica und die Zahnärzte haben es in die Jetzt-Zeit geschafft und ihren wirtschaftlichen Status halten können. Bei uns Fotografen sieht das anders aus. Aber dafür können nicht die Zahnärzte.
Und wer dem Leica-Fotojournalisten_Mythos nachweint und auf Zahnärzte schimpft, dem sei gesagt: Zahnärzte sind vielmehr super Kunden, die ordentlich bezahlen, ganz im Gegensatz zu vielen Printmedien. Und wessen Aufgabe wäre es, den Wert guten Fotojournalismus hochzuhalten? Das ist wohl nicht die Aufgabe der Zahnärzte!
Und wer meint, das Problem ließe sich lösen, indem man jetzt über Kaufmann oder Leica schimpft, weil Fuji ja eh bessere Kameras baut und so weiter, der sollte sich einfach mal die Preise für das neue Nikon 2,8 70-200er oder die Canon 5DIV und das neue 16-35 III ganz in Ruhe ansehen und mit den Preisen der Vorgänger vergleichen.
Wer es jetzt nicht schafft seine Preise den wirtschaftlichen Realitäten anzupassen und Kunden zu finden, die das bezahlen wollen (können könnten das die meisten), der ist verloren.
Nicht wegen Leica, sondern weil man sich selbst unter Preis verkauft!

P.S.: Nur so als Gedanke für alle, die meinen, Leica (oder auch andere Hersteller) müßten den gebeutelten Fotojournalisten im Preis entgegenkommen, wegen dem Mythos-Komplex „Leica & Fotojournalismus“.

Leica hat in der tiefen Krise vor der M8 und M9, auch nicht darum gebeten, daß Fotografen irgendwas zu „Soli-Preisen“ kaufen. Die haben ihre Probleme selbst gelöst. Auch indem sie was am Kundenkreis geändert haben.

Warum Fotografen „soviel“ Geld kosten…

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Zu rechtfertigen, warum man mehr kostet als der Billigheimer, hat ja nicht nur mit der Qualität der Bilder zu tun, sondern auch damit, daß die Bilder nach dem Job und auch nach einem Jahr noch da sind.

Das hier sind z.B. 20 Terabyte Schrott aus den letzten 12 Monaten. Teuer sind aber nicht die kaputten Festplatten, sondern die IT-Infrastruktur, die das mitmacht, ohne ein einziges Bild zu verlieren.

Planes flying on the shoulders of giants

When the picture by Mike Kelly showing lots of planes in one frame made it’s way through the Internet and became quite a sensation and are sold for up to $ 2250,

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something deep inside my visual memory started to whisper „You saw something like that years before and you even have proof somewhere in the archive.“ And actually I found pictures I took in 2008 during an assignment for Schirn Kunsthalle in Frankfurt, Germany:

Podiumsgespräch in der Tourismus-Ausstellung

And voilá! There it was, hanging on the wall of Schirn Kunsthalle during the exhibition „ALL-INCLUSIVE. DIE WELT DES TOURISMUS„.

It’s of course not the same picture. This one is called „Flughafen“ (German for „airport“)  it’s from 2005 and was made by South Korean artist Ho-Yeol Ryu. And if you look at Ryu’s photo the now famous photo by Mike Kelly appears rather lame. (But of course that is only my opinion.)
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I think that is just the Internets short attention span and memory, where everything is totally new and will change everything.

Hong Kong Revisited

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As a photographer one can revisit places without leaving the office. I really love to go through old projects – if I find the time – and look through the pictures I did not use when I originally edited the project. Because over time my way of editing changes and from an certain distance in time other things become interesting. For example I did somehow miss the picture with the homeless man completely, when I edited the Hong Kong pictures for the first time in late 2012.

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