Alles andere als Fotojournalismus

Die Disqualifikationen wegen technischer Untersuchungen an den Bilddateien beim World Press Photo Award sollten nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Aufhübschen und Dramatisieren von Bildern und Geschichten auf vielen Ebenen passiert.
Das Problem ist nicht “The Integrity of the Image” wie eine WPP-Studie titelt, daß Problem ist “The Integrity of Photojournalism” und die beginnt schon bei der Herangehensweise an ein Thema.

http://www.freelens.com/foto/alles-andere-als-fotojournalismus

Nervige Zeitdiebe

Da geht einem ein offenbar gut verdienender Künstler, der davon lebt großen Firmen bunt bemalte Glasfenster anzudrehen, drei Tage lang wegen lächerlicher 50,-€ für eine Bildnutzung in einem Ausstellungskatalog auf den Sack, Zitat “bei allem Respekt (…) sind 50 € viel Geld” und “Denken sie doch bitte noch mal über Ihre Preisvorstellung nach.”

Am Ende entscheidet er sich dann doch dafür, man schreibt eine Rechnung. Aber dann hätte er gerne eine andere Rechnung, denn er hat ja geschrieben “Trotzdem würde ich Ihr Foto gerne verwenden, sogar zusätzlich noch mit einem einzigen Teilausdruck in s/w, 15,5×12,7cm für unser Treppenhaus.” So als wäre die zusätzliche Nutzung im Treppenhaus eine Art Auszeichnung für die man dankbar sein müßte.

Da antwortet man dann noch nett, daß man für Bilder im heimischen Treppenhaus keine neue Rechnung schreiben mag, weil das Arbeit ist und Geld kostet (und sich der ganze Zauber irgendwann für 50,- € eh nicht mehr lohnt) und einem, was in heimischen Treppenhäusern hängt ziemlich egal ist. Und dann kommt folgende Antwort:

“Sehr geehrter Herr Rheker,

da es sich nicht um mein privates Treppenhaus handelt, ich Sie nicht weiter belästigen möchte und ein Rechtssicherheit möchte habe ich mich von der Verwendung Ihres Fotos von mir verabschiedet.

Mit freundlichem Gruß
XXXXXX

Danke für Ihre Erlaubnis der privaten Nutzung.”

Irgendwie kommt man da um den Eindruck nicht herum, daß wer andere über den Tisch ziehen will, auch selbst niemandem so recht trauen kann.

FRAGIDA017Auf so doofe Thesen muß man erstmal kommen!

 

“ethnologisch-dokumentarisch” mitten in Deutschland

Pfarrer Wahl

“Eine Arbeit aus nur wenigen Bildern, die mich in ihrer ethnologisch-dokumentarischen Herangehensweise gerade sehr beindruckt hat.”

Sowas liest man als Fotograf gerne über die eigene Arbeit und die Grundidee hinter der Geschichte war auch gerade, mal in der Kirche in Deutschland etwas zu probieren, wo der erste Reflex als Fotograf ist ” Für eine Geschichte zum Thema Religion muß ich nach Tibet in ein Kloster”.

Pfarrer Wahl

 

Mehr Bilder finden sich hier.