Nudging = Mobbing

Ein spannender Artikel für alle die meinen, Nudging sei etwas Gutes und da ginge es nur um Fliegenbildchen in Urinalen…

http://www.washingtonpost.com/blogs/wonkblog/wp/2015/05/21/kansas-has-found-the-ultimate-way-to-punish-the-poor/

Die Grenze zwischen Nudging und Mobbing ist fließend.

Man nehme Sozialhilfeempfänger und läßt sie nurnoch $25 von der Sozialhilfe Tag pro abheben. Weil man nicht will, daß diese Menschen das Geld verschwenden. Denn es hat Fälle gegeben wo diese Geld an Geldautomaten neben Stripclubs und Spirituosenläden abgehoben haben.

Natürlich sind das Einzelfälle und natürlich weiß auch niemand ob das Geld dann im Schnapsladen oder Stripclub ausgegeben wurde. Und in armen Gegenden hängen die Geldautomaten eben auch nicht an jeder Ecke, sondern da wo es sich lohnt.

Nun geht es um Geldautomaten wo der kleinste Schein eine $20 Note ist. Man also nur $20 pro Tag abheben kann.

Um die durchschnittlich $400 Sozialhilfe einer Mutter mit zwei Kindern abzuheben würde man man also an 20 Tagen im Monat zum, möglicherweise recht weit entfernten, Automaten gehen müssen.

“Würde gehen müssen”? Ja, denn es ist so, daß jede einzelne Abhebung am Geldautomaten zu Gebühren führt. Und damit nach Rechnung der Washington Post schnell $30 der $400 verloren gehen.

Und das ist dieses Nudging, das die Bundesregierung toll findet

BND-NSA-EBAY Angelladen

Wer meint, daß ihm durch die Ausspähungen durch BND und NSA nichts passieren kann, weil er ja ein anständiger und gesetzestreuer Mensch sei, der soll mir dann bitte einfach mal erklären, was ich gemacht habe, daß Ebay seit heute glaubt, daß ich mich wohl recht intensiv für Angelhaken (Hochseefischen) und “Octopus Jig Kunstköder für Tintenfische” interessiere…

Tatütata – Fotowettbewerb

Schnell mal mit einem Foto etwas gewinnen, das versprechen in den letzten Jahren immer wieder Fotowettbewerbe von Behörden, Gemeinden und Unternehmen. Oft sind die Preise überschaubar, aber die schon mit der bloßen Teilnahme abgetretenen Rechte und übernommenen rechtlichen Risiken für die Teilnehmer immens. Dass sich Veranstalter eines Fotowettbewerbes das Recht einräumen lassen, die Gewinnerbilder im Zusammenhang mit dem Wettbewerb nutzen zu dürfen, ist völlig normal. Wenn aber Wettbewerbe nur das Vehikel sind, um sich umfangreiche Nutzungsrechte an allen eingereichten Bilder zu greifen, dann ist das Bauernfängerei!

»Was ihr dafür tun müsst? Einfach auf www.schlingmann112.de/wettbewerb ein schickes Foto von einem Schlingmann Feuerwehrfahrzeug im Einsatz oder bei einer Übung hochladen (Auflösung beachten!) und anschließend fleißig euren Löschzug/Bekanntenkreis/… zum Abstimmen animieren – denn jede Stimme zählt!«

Screenshot Schlingmann-Facebookseite
So kann man es auf der Facebookseite des Feuerwehrfahrzeugherstellers Schlingmann lesen. Gewinnen kann man eine bunte Beklebung für ein Feuerwehrfahrzeug, eine Werksbesichtigung und ein paar Messe-Eintrittskarten.
Fairerweise sollte da aber auch stehen: Was Ihr unbedingt tun solltet? Die Teilnahmebedingungen lesen!
Die ausgelobten Preise sind für sich betrachtet schon nicht allzu üppig, denn eine Werksführung und Eintrittskarten, um potentiellen Kunden den Besuch des eigenen Messestandes zu ermöglichen, sind nichts anderes die üblichen Werbegeschenke, die man als Kunde im Normalfall ohne jegliches Zutun bekommt.
Allerdings sichert sich die Fa. Schlingmann mit ihrem Fotowettbewerb über die  Teilnahmebedingungen umfassende Nutzungsrechte an allen eingereichten Bildern, also auch an den Bildern, die nichts gewinnen.
Damit baut man sich ein kostenloses Archiv an PR-Bildern auf, dessen Wert schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegt. Und die meisten Fotografen bekommen dafür nicht einmal das Werbegeschenk.
»Die Schlingmann GmbH & Co. KG ist berechtigt die eingereichten Einsatzberichte, Bilder und persönlichen Angaben für eigene Werbe-und Marketingmaßnahmen zu verwenden, wie z.B. Veröffentlichung der Bilder in der Presse oder in Werbeunterlagen der Firma Schlingmann GmbH & Co. KG und online zu publizieren.«
Mögen die Gewinnchancen und die Preise überschaubar sein: Das juristische und wirtschaftliche Risiko für die Teilnehmer sind es nicht, denn Schlingmann lädt jegliches Haftungsrisiko beim Teilnehmer ab:
»Der/die Einsender/in versichert, dass er oder sie über alle Rechte am eingereichten Bild verfügt, die uneingeschränkten Verwertungsrechte aller Bildteile hat, dass das Bild frei von Rechten Dritter ist sowie bei der Darstellung von Personen keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Falls auf dem Foto eine oder mehrere Personen erkennbar abgebildet sind, müssen die Betreffenden damit einverstanden sein, dass das Bild veröffentlicht wird. (…) Sollten Dritte dennoch Ansprüche wegen Verletzung ihrer Rechte geltend machen, stellt der/die Einsender/in die Veranstalter von allen Ansprüchen frei.«
Und um noch einen drauf zu setzen, sprechen die Teilnahmebedingungen davon, dass da »nur Freiwillige Feuerwehren, Berufsfeuerwehren und Werkfeuerwehren« teilnehmen können. Also geben Einsender unter Umständen rechtsverbindliche Erklärungen (zur Haftungsübernahme etc.) für und im Namen von Institutionen und Behörden ab, zu denen sie u.U. gar nicht berechtigt sind.
»Er muss weiterhin über die Zustimmung der am Einsatz beteiligten Personen, ggf. betroffener Unternehmen, seiner jeweils vorgesetzten Stelle sowie ggf. auf dem Bild erkennbarer weiterer Personen verfügen, über diesen Einsatz zu berichten und das Bild zu veröffentlichen.«
Bei den »ggf. betroffener Unternehmen« geht es schlicht darum, dass z.B. bei Einsätzen auf nicht-öffentlichen Grundstücken oder Werksgeländen durchaus auch das Hausrecht der Betroffenen eine Rolle spielt.
Worum es der Firma Schlingmann schlussendlich geht, zeigt recht deutlich der folgende Satz aus den Teilnahmebedingungen:
»Wir empfehlen allen Teilnehmern die Bilder als Originaldatei und ohne jegliche Bearbeitung zuzuschicken. Nur solche Dateien können nachher ohne Probleme für Abbildungen in Printmedien benutzt werden.«
Auch Fotografen in den Reihen der Feuerwehr sollten sich nicht die Hosen ausziehen lassen, schon gar nicht ohne es zu merken. Selbst wenn man als Fotograf nicht die Absicht hat, Geld mit seinen Bilder zu verdienen, so hat man doch den Anspruch darauf, fair und mit dem nötigen Respekt behandelt zu werden. Zum respektvollen Umgang gehört neben den rechtlichen Bedingungen auch, dass man das Bild des Fotografen so akzeptiert, wie der Fotograf es ausgearbeitet hat, statt eine unbearbeitete Rohdatei zu fordern.
Und als Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen sollte man sich auch einmal überlegen, dass man hier für die Nutzungsrechte an Fotos für ein paar tausend Euro vielleicht genau jene Kunden vergrault, denen man weiterhin Löschfahrzeuge im sechsstelligen Eurobereich verkaufen will.

Reaktion der Fa. Schlingmann:

Bildschirmfoto 2015-05-17 um 21.19.45

Und wer sich ein Bild davon machen möchte, ob die Kommentare diverser Fotografen wirklich unangemessen in der Ausdrucksweise waren, hier ein Screenshot von “vor der Löschung”:

SchlingmannKommentare

Erich Oppenheims Barmizwa

Eine menschlich unbeschreiblich beeindruckende Begegnung für die Jüdische Allgemeine:

Erich Oppenheim besuchte letzten Montag die Synagoge von Nentershausen, in der er 1935 im Alter von 13 Jahren seine Barmizwa feierte. Die Synagoge steht heute 160km von Nentershausen entfernt im Freilichtmuseum Hessenpark in der Nähe von Frankfurt. Oppenheim wurde am Tag nach seiner Barmizwa von seinen Eltern in die USA geschickt, wo er dem Holocaust entging. 80 Jahre später kehrte er im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel zurück, um, gemeinsam mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde aus Bad Nauheim, zu beten und aus dem Buch der Propheten zu lesen, was er als Kind wegen seiner Flucht nicht mehr tun konnte.

Da ist man dankbar, daß man das erleben und die beteiligten Menschen treffen durfte!

Mehr Bilder auf meiner Website.

Der ganze Text von meinem Kollegen Martin Steinhagen findet sich hier:

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/22278/

Fotografen und Namen

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht. Jemand, der widerrechtlich meine Bilder benutzt hat, ist auf dem sonderbaren Trip, ich müßte ihm (bzw. dem Vatikan, man macht das ja schließlich für den guten Zweck) einen sechstelligen Betrag als Dank für die Werbung, die er mit meinen Bildern für mich gemacht habe, zahlen.

Da fragt man sich ja, wie diese Leute auf solche interessanten Ideen kommen. Und scheinbar ist hier die “Fotografen haben Namen”-Kampagne nicht ganz unursächlich für diese wilden Ideen.

Mal abgesehen davon, daß wohl mittlerweile auch das Gericht von der kruden Theorie genervt ist, ich würde unter Tarnamen meine Bilder (und wie kommen drei meiner Bilder auf seine Website, wenn ich ihm angeblich nur zwei untergeschoben habe?) und die Texte von Kollegen an irgendwelche Websites verschicken, um dann erst ein Schweinegeld über den Werbeeffekt zu machen

“Die zwei Bilder, die ########### von der Occupy, als Anhang mitgesendet wurden, waren für den Kläger wohl als eine Werbung gedacht, die sicher zu weiteren Aufträgen für ihn dienen sollten? Als Journalist, mit einer Redaktion von über 1.2 Millionen Lesern, waren seine zwei Bilder, mit der Verlinkung auf seine Homepage, eine kostenlose Werbung, was ihm sicher viele Aufträge eingebracht hat. “
und dann nach einiger Zeit die Leute zu verklagen, und auch abgesehen von der wirren Idee, daß man mit seinem Impressum geltendes Recht umformen könne:

“Es gehört nicht nur zur Sitte und Anstand, zum Guten Ton im Umgang unter Kollegen, sondern auch zur Rechtspflicht die gegenseitigen Haftungsansprüche im Impressum zu lesen, was der Kläger wohlweislich übersehen hat. “

Richtig abstrus wird es, wenn noch die Bemühungen von Berufsverbänden zur Verbesserung der Situation eines Berufsstandes zu einem sonderbaren Argument umgebogen wären, als wäre die Namensnennung Lohn genug für einen Fotografen. Und nur die unfairen (Foto-)Journalisten wollen auch noch Geld. Faire Journalisten dürfen die Arbeitsergebnisse anderer Journalisten benutzen wie immer sie möchten, Name dran und gut ist’s….

Uns Journalisten ist bekannt, was auch der DJ V (Deutscher Journalisten Verband) immer wieder betont, Fotografen haben einen Namen. Deshalb ist für uns faire Journalisten die Namensnennung für erhaltene Bilder unverzichtbar. Der Name von dem Kläger Rheker fehlte deshalb nicht, er wurde von Occupy mit seinem Namen angegeben.

Deshalb setzt sich sowohl der Verband und viele vernünftige Journalisten dafür ein, dass die Nennung des Namens der Bildjournalisten ernstgenommen wird. Aus diesem Grund verkauft ######### die eigenen gemachten Bildern nicht, um der Fairnesshalber den beruflichen Fotografen nicht die Butter vom Brot zu nehmen.

Was also spielt der Kläger hier für ein Spiel, mit seinen eigenen Kollegen, die sogar noch für ihn kostenlose Werbung machen? Natürlich werden solche Fälle öffentlich vorgestellt, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Leser sollen sehen ob ein Bild von einem Bildjournalisten aufgenommen wurde oder beispielsweise eher als beschönigendes PR-Foto gewertet werden muss. So bekommt auch der Kläger eine erneute PR für seine Arbeit. Verbraucher und Auftraggeber sollen besser entscheiden können, wem sie künftig noch vertrauen können.”

Da muß man schon beim Lesen sehr tapfer sein.

“Führergeburtstag”

In four days, nazis in Germany and elsewhere will be celebrating Adolf Hitler’s Birthday once more.

Bundesarchiv, Bild 102-11347 / Georg Pahl / CC-BY-SA

Bundesarchiv, Bild 102-11347 / Georg Pahl / CC-BY-SA

Let us all celebrate today. Let us celebrate a man who was born exactly four days before Hitler. Let us celebrate a man who, already in 1940, clearly saw what was going on in Germany. Let us celebrate a man who made one of the greatest statements on humanity in mankind’s history.

Today is Charlie Chaplins 126th birthday.

Wir haben kein Geld, wir haben 17 Mio. Alben verkauft…

Es erinnert irgendwie an das Museum, dessen 64 Mio Euro Renovierung ich mit meiner 200,- Euro Forderung gefährdet habe, wenn die Band Garbage dem Fotografen Pat Pope erklärt, man habe einfach nicht das Geld um für alle Bilder in einem geplanten Bildband zu bezahlen, weil man den ja selbst verlegt und das eher als Geschenk für die Fans zum 20. Bandjubiläum gedacht sei und das die Fotografen feiern solle:

“Our book is not intended as a profit generating venture but something beautiful to create and present directly to our fans as a celebration of our music and the image-makers who we have been lucky enough to work with over the span of a twenty-year career.”

Und so kann man, nachdem Pope ihnen einen offenen Brief geschrieben hatte, in dem er deren Wunsch nach Gratisnutzung zurück wies, auf der Facebookseite der Band weiter lesen:

“We very quickly and painfully learned that without a book publisher to help offset costs, we are not in the financial position to afford to pay for the usage of every photograph we were hoping to include in the book.”

Und wie in meinem Fall sind es aber wieder nur die Fotografen, die man nicht bezahlt. Denn hätte man eine Druckerei gefunden, die das umsonst druckt, würde man das sicher erwähnen.

Fotografen, die so dumm sind, ihre Arbeit zu verschenken gibt es scheinbar genug:

“We were so grateful and delighted to learn that most of the photographers were happy for their images to be seen in conjunction with the telling of our story.”

http://louderthanwar.com/stop-working-for-free-pat-popes-final-word-on-the-garbage-photo-debate