Anwalt soll man nun auch sein…

 
6. Sofern der Fotograf selbst in der Lage ist, den urheberrechtlichen
Verstoß einer ungenehmigten Fotonutzung zu erkennen, eine vorgerichtliche
Abmahnung des Verletzers vorzunehmen und letzteres in zurückliegender Zeit
in anderen gleichgelagerten Fällen auch schon getan hat, sind die Kosten
für die Beauftragung eines Rechtsanwalts zur Durchführung des
vorgerichtlichen Abmahnverfahrens nicht notwendig und damit nicht
erstattungsfähig i.S. des § 97a Abs. 1 S. 2 UrhG. Die Kenntnis hierzu kann
der Fotograf auch dadurch erlangen, dass er zuvor in gleichgelagerten
anderen Verfahren anwaltliche Hilfe zur Durchführung der Abmahnung in
Anspruch genommen hatte und sich ihm aufgrund der Gleichartigkeit der
Verletzungen und der dagegen gerichteten außergerichtlichen Vorgehensweise
ohne Weiteres erschließt, wie er zukünftig selbst Verletzungen erkennen und
Abmahnungen durchführen kann.


Auch wenn es da nur um ein Ebay-Foto geht…
 
Nicht nur, daß wir in Deutschland die bedauerliche Situation haben, daß, wer Bilder unrechtmäßig nutzt, maximal den Normalkundenpreis plus Rechtsverfolgungskosten zahlen muß, weil es leider keinen Strafschadenersatz gibt.
 
Jetzt sollen wir auch noch schlechter gestellt werden, indem man uns auf den Kosten für vorgerichtliche Rechtsberatung und anwaltliche Vertretung sitzen lassen will, indem wir die Abmahnung bitte selbst kostenfrei erstellen sollen.

„Die Kenntnis hierzu kann der Fotograf auch dadurch erlangen, dass er zuvor in gleichgelagerten anderen Verfahren anwaltliche Hilfe zur Durchführung der Abmahnung in Anspruch genommen hatte(…)“

Dass das Gericht hier, de facto, vorschlägt, daß wir einfach den Schriftsatz eines Anwalts kopieren sollen, ist dann ja das Sahnehäubchen eines schlechten Scherzes, wenn wir über geistiges Eigentum reden!

Wenn ich mir anschaue, was hier in den letzten Monaten an wirren Schreiben von Urheberrechtsverletztern und deren Anwälten angekommen ist und was da, ohne Anwältin, zu meinen Ungunsten hätte schief gehen können (und was sich dann mitunter auch vor Gericht nicht mehr heilen läßt), wenn ich sowas allein zu bewältigen hätte, dann erscheint das ganze wie ein schlechter Witz!

Holocaust-Selfies

Es gibt Orte an denen kann man nicht alles fotografieren und es gibt Orte an denen ist das auch gut so. Warum Selfies am Holocaust-Mahnmal daneben sind hat noch niemand so gut erklärt wie Shahk Shapira.

Vielleicht merkt so mancher, worum es an dem Ort wirklich geht.

 
Er hat diese Selfies genommen und sie mit Bildmaterial aus Vernichtungslagern kombiniert. Das Ergebnis kann man sich auf www.yolocaust.de anschauen.

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